Waldschutz und nachhaltige Entwicklung in Nigeria wirkt
Seltener Waldelefant im Gemeindewald Iko Esai gesichtet
Der Gemeindewald Iko Esai im Südosten Nigerias ist zum größten Teil mit tropischem Primär-Regenwald bedeckt und bildet eine wichtige Pufferzone für den grenzüberschreitenden Cross-River-Nationalpark. Der Gemeindewald beherbergt eine große Vielfalt an Arten, insbesondere Primaten wie Feuchtnasenaffen und Drills, aber auch seltene Menschenaffen wie Schimpansen und den endemischen Cross-River-Gorilla. Auch andere bedeutende Säugetierarten wie Büffel und bis zu 350 Vogelarten sind in den Wäldern zu finden. 2025 konnten auch wieder Afrikanische Waldelefanten in dem Gebiet nachgewiesen werden.
Seltener Schnappschuss: Kamerafallen-Foto eines Afrikanischen Waldelefanten im Projektgebiet - Foto: Nigerian Conservation Foundation
Die Wälder sichern zudem den Lebensunterhalt für rund 12.000 Menschen der abgelegenen und ländlichen Region. Dadurch stehen sie stark unter Druck: Übernutzung und Abholzung gefährden den Lebensraum für viele Tierarten und reduzieren die Einkommensmöglichkeiten für Menschen.
Deshalb hat der NABU ein Projekt ins Leben gerufen, um die außergewöhnlichen Wälder gemeinsam mit lokalen Gemeindevertreter*innen zu schützen. Das Projekt basiert auf den Bedürfnissen der lokalen Bevölkerung und wird in Zusammenarbeit mit unserer Partnerorganisation Nigerian Conservation Foundation (NCF) umgesetzt.
Update: Zum ersten Mal seit zehn Jahren gesichtet
Afrikanische Waldelefanten in unserer Projektregion
31. August 2025 - Dieses Kamerafallen-Bild ist eine kleine Sensation und beweist: Der stark bedrohte Waldelefant lebt noch in der Iko Esai-Waldregion! Die seltene Art wurde 2025 das erste Mal seit zehn Jahren wieder in der Projektregion gesichtet.
Eigentlich sind die Elefanten nur ein „Nebeneffekt“ unserer Schutzbemühungen für die Gemeindewälder in Iko Esai. Weil wir zusammen mit unserem Partner NCF vor Ort die Lebensräume der Elefanten schützen, sind sie jetzt zurückgekommen.
Diese Sichtung zeigt: Unsere gemeindebasierte Naturschutzarbeit wirkt. Und sie gibt Hoffnung – für Waldelefanten und die Menschen der Region, die gleichermaßen auf intakte Wälder angewiesen sind.
Was ist eigentlich ein Gemeindewald?
Ein Gemeindewald – im internationalen Kontext häufig als Community Forest bezeichnet – ist ein Waldgebiet, das von der lokalen Bevölkerung gemeinschaftlich verwaltet und nachhaltig genutzt wird. Die Bewohner*innen nutzen nicht nur den Wald und seine Ressourcen, sondern sind auch Hüter*innen des Waldes: Sie entscheiden gemeinsam über Schutzmaßnahmen, erlaubte Nutzungen und die Wiederaufforstung. Damit übernehmen sie – vergleichbar mit der Arbeit von Förster*innen – die Verantwortung für den Schutz, die Pflege und die nachhaltige Entwicklung ihres Waldes.
In Nigeria, wie im Projektgebiet von Iko Esai, trägt dieses Modell dazu bei, die besondere biologische Vielfalt des Waldes zu bewahren. Es erhält und schafft zugleich Eigenversorgungs- und Einkommensmöglichkeiten für die Gemeinden. Beispiele sind die nachhaltige Verwertung von Waldprodukten oder der Ökotourismus. Der Gemeindewald stärkt so die Verantwortung der Menschen vor Ort, garantiert ihnen langfristig die Nutzungsrechte, verbindet Naturschutz mit Regionalentwicklung und schützt wertvolle Ökosysteme für kommende Generationen.
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Unser Einsatz für Wald und Mensch
Der Gemeindewald Iko Esai ist besonders artenreich: Bei Wanderungen durch den Wald zeugen farbenfrohe Schmetterlinge von dieser Vielfalt. - Foto: NABU/ Maik Jerusalem
Unser Ansatz: Gemeinsam mit lokalen Waldbewohner*innen bauen wir Waldmanagementstrukturen auf, erweitern das Wissen und Bewusstsein der Anwohner*innen und fördern naturverträgliche Land- und Waldnutzung für lokale Einkommen.
Unsere Arbeit in Iko Esai stützt sich auf vier Säulen:
- Förderung von nachhaltigem Waldmanagement mit Gemeindewaldvertreter*innen
- Verbesserte und nachhaltige Landwirtschaft zur Einkommenssteigerung für lokale Bäuer*innen
- Förderung von alternativen Einkommensquellen aus Waldprodukten
- Ausbildung von lokalen Eco-Guards zur Umsetzung der lokalen Waldschutzstatute
Die Nigerian Conservation Foundation (NCF) ist eine in Nigeria führende Nichtregierungsorganisation, die sich für den Schutz der Natur und ihrer Ressourcen einsetzt, um die Lebensqualität der Menschen in Nigeria heute und in Zukunft zu verbessern. NABU und NCF sind langjährige Partner im BirdLife International-Netzwerk und teilen dieselben Werte und Ziele. NCF ist mit Entwicklungs- und Naturschutzprojekten in allen geopolitischen Zonen des Landes aktiv.
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Ein freiwilliger Eco-Guard gibt während einer Tour durch den Iko Esai Gemeindewald seine Position an seine Partner durch. - Foto: NABU/ Maik Jerusalem
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Drill-Affe im Regenwald von Nigeria - Foto: Fabian/ stock.adobe.com
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In den letzten Jahren haben die illegalen Holzeinschläge im Wald zugenommen. Umso wichtiger ist es, den Wald gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung zu schützen. - Foto: NABU/ Maik Jerusalem
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In den Baumschulen des Projekts haben die Dorfgemeinschaften bereits ehrenamtlich 140.000 Setzlinge mit heimischen Arten angezogen. Durch Spenden Nigerianischer Unternehmen kann die Pflanzung finanziert werden. - Foto: NABU/ Maik Jerusalem
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Einige Teile des Iko Esai Gemeindewaldes sind noch in intaktem Zustand, aber der Druck wächst und illegaler Holzeinschlag, Landwirtschaft und Goldabbau frisst sich immer weiter in den letzten großen Tieflandregenwald Nigerias. - Foto: NABU/ Maik Jerusalem
Projektdaten
Projekttitel
Gemeindewaldbewirtschaftung und Verbesserung der Lebensgrundlagen in der Pufferregion des Cross-River-Nationalparks in Nigeria
Land / Region
Nigeria / Iko-Esai-Gemeindewald
Zeitraum
Oktober 2022 bis März 2026
Partner
Nigerian Conservation Foundation (NCF)
Gefördert/ unterstützt durch
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
NABU (Naturschutzbund Deutschland) e.V.
Mit diesem Projekt tragen wir zu den folgenden Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDG) bei
1, 2, 5, 11, 12, 13, 15, 17
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