NABU.de Tiere & Pflanzen Pflanzen Pflanzenporträts Schachblumen an Sinn und Elbe

Wiesen voller karierter Kiebitzeier

Wiesen voller karierter Kiebitzeier

Zur Schachblumenblüte ins Sinntal und an die Elbe

Schachblume

Schachblume


Eine botanische Rarität erwartet den Besucher des Sinntals bei Altengronau jedes Frühjahr. Denn die Schachblume (Fritillaria meleagris) - früher auch Kiebitzei genannt - kommt in Deutschland nur auf wenigen kleinen, weit von einander entfernten Standorten vor. Außer hier im bayrisch-hessischen Grenzgebiet findet man noch ein größeres Vorkommen an der Elbe rund um Hamburg. Andere Wuchsorte sind inzwischen erloschen oder auf wenige einzelne Pflanzen zusammengeschmolzen.

Die Sinn ist ein im Spessart gelegenes, kleines Nebenflüsschen des Mains und schlängelt sich heute noch in einem sehr natürlichen Verlauf südwärts an Altengronau vorbei. Auf einem breiten, unbewirtschafteten Uferstreifen wächst ein artenreiche Hochstaudenflur mit einzelnen Erlen und Weiden. Daran schließen sich die Mähwiesen der Talaue an, die im Vertragsnaturschutz extensiv bewirtschaftet werden.

Schachblumenwiese

Schachblumenwiese im Sinntal.

Die Auewiesen wurden im Sinntal ab dem Ende des 18. Jahrhunderts als Wässerwiesen bewirtschaftet. Zu diesem Zweck wurden so genannte Rückenwiesen angelegt, die auf drei bis fünf Meter breiten und einen halben Meter hohen Erdwällen bestanden. Über die dazwischenliegenden Kanäle wurden diese Wiesen im Frühjahr geflutet, um den gefrorenen Boden schneller auftauen zu lassen und ein früheres Wachstum zu fördern. Damit war auch ohne Düngung jedes Jahr eine zweimalige Mahd möglich.

Die so begründeten mageren Feuchtwiesen sind ein optimaler Lebensraum für die Schachblume. Denn die zur Familie der Liliengewächse zählende Pflanze reagiert empfindlich auf Gülledüngung, Entwässerung und eine zu frühe Mahd. Auch eine Beweidung verträgt sie nicht und so verwundert es nicht das die anspruchsvolle Pflanze bundesweit ganz oben auf der Roten Liste steht.

Die Schachblume wird 15 bis 30 Zentimeter hoch. Die zunächst aufrechten Knospen senken sich zur Blüte nach unten, in England heißt die Pflanze deshalb auch Schlangenkopf. Die violetten Blütenblätter sind schachbrettartig gezeichnet, in vielen Beständen gibt es aber auch rein weiß blühende Exemplare. Schachblumen blühen etwa von der zweiten April- bis zur ersten Maihälfte, wobei jede Blüte nur fünf Tage überdauert, bevor sie verblüht. Bestäuber sind Bienen und Hummeln. Die Schachblumensamen enthalten kleine Hohlräume und können so gut von Hochwässern transportiert werden, außerdem bilden die Pflanzen kleine Brutzwiebeln.

Schachblume

Die deutschen Bestände zählen zum nordwestlichen Teilareal, der von Frankreich über England bis nach Skandinavien reicht. Botaniker nehmen an, dass die Besiedlung hier erst mit der Auflichtung der Landschaft durch den Menschen begann. Dagegen gilt das südöstliche Teilareal als natürlicher Ursprung der Schachblume. Es reicht von der Steiermark in Österreich über Slowenien, Kroatien und Ungarn bis nach Rumänien. Hier kommt auch noch mit der Kleinen Schachblume (Fritillaria minor) eine weitere Art vor, mit der sich Fritillaria meleagris teils vermischt.

An der Sinn wachsen die Schachblumen sie in zwei großen Beständen unter- und oberhalb von Altengronau, sie sind gut von den Wegen aus zu betrachten. Ein Weg mit Erklärungstafeln führt vom Parkplatz an der Mündung der Jossa in die Sinn durch das Sinntal zum gegenüberliegenden Radweg R2, der im Main-Kinzig-Kreis das Tal der Schmalen Sinn und der Sinn begleitet.

mehr Schachblumen im Sinntal

mehr Schachblumen in der Haseldorfer Masch

mehr Schachblumen im Kreis Steinburg (SH)

mehr Schachblumen in der Mecklenburgischen Schweiz

Online spenden

 

NABU Regional

NABU Regional Schleswig-Holstein Hamburg Mecklenburg-Vorpommern Berlin Brandenburg Sachsen Sachsen-Anhalt Thüringen Bremen Nordrhein-Westfalen Hessen Saarland Baden-Württemberg Bayern Rheinland-Pfalz Niedersachsen
Niedersachsen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Baden-Württemberg
Bayern
Schleswig-Holstein
Hamburg
Berlin
Mecklenburg-Vorpommern
Brandenburg
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Thüringen
Bremen
Nordrhein-Westfalen
Hessen

Zentren
Schutzgebiete
Gruppen

 

Service

E-Cards

Versenden Sie ganz persönliche Naturgrüße an Freunde und Bekannte

NABU E-Cards

Podcasts

Ab sofort gibt es den NABU zum Hören. Vogelstimmen, Musik und Interviews machen den Podcast zu einem wahren Vergnügen fürs Ohr.

NABU Podcast zum Hören

NABU-Newsletter

Jeden Freitag neu - mit Terminen und Nachrichten aus Ihrer Region.

NABU-Desktopvorlagen

Verbandsnetz

Das gemeinsame Netzwerk für alle Aktiven in NABU, NAJU und LBV

NABU-Verbandsnetz

 

Von Aal bis Zilpzalp

Federlibelle

Über 300 Pflanzen- und Tierporträts im NABU-Artenlexikon Mehr

 

Online-Vogelführer

Online-Vogelführer

Mit wenigen Klicks 250 heimische Arten einfach online bestimmen. Mehr

 

Erste Hilfe für Tiere

Tierpflegestationen

Hier finden Sie Pflege- und Auffangstationen deutschlandweit. Mehr

 

Termine

zur Termindatenbank