Sorgen Sie mit uns gemeinsam dafür, dass der Wolf in Deutschland wieder sicher leben kann. Werden Sie jetzt Wolf-Pate oder Patin!
Mehr Informationen zur Patenschaft!Jagd auf den Wolf
Bundesregierung nimmt Wolf ins Bundesjagdgesetz auf
Junge Wölfe des Daubaner Rudels - Foto: NABU/Michael Hamann
Das Bundeslandwirtschaftsministerium und das Bundesumweltministerium hatten Ende 2025 gemeinsam einen ersten Referentenentwurf zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes und des Bundesjagdgesetzes erarbeitet. Unter anderem mit dem Ziel, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen. Dazu hat der NABU Anfang Dezember 2025 im Rahmen der Verbändeanhörung eine Stellungnahme abgegeben. Mit den Stimmen von CDU und SPD, unterstützt durch die AfD, stimmte der Bundestag für das Gesetz. Mit der zweiten Befassung im Bundesrat Ende März 2026 ist das gegenüber der Ursprungsversion nur leicht veränderte Gesetz auf Bundesebene final beschlossen worden.
Leider stimmten auch viele Bundesländer für eine generelle Bejagung, wobei sie sich offenbar der EU-rechtlichen Verpflichtungen der FFH-Richtlinie nicht vollends bewusst sind. Anfang April 2026 ist das geänderte Bundesjagdgesetz in Kraft getreten. Nun liegt in den Händen der Bundesländer, ob und wie sie den neuen gesetzlichen Rahmen in Landesrecht umsetzen. Sie sind weder verpflichtet den Wolf ins Landesjagdrecht aufzunehmen noch eine Jagdzeit vorzusehen, sondern können auch höhere Schutzstandards beibehalten.
Aus Sicht des NABU bringt die Gesetzesänderung keinen Gewinn für das Zusammenleben von Mensch, Weidetier und Wolf. Schon gar nicht befriedet diese Entscheidung die aktuelle politische und gesellschaftlichen Debatte. Steht der Umgang mit Wölfen, die wiederholt geschützte Nutztiere gerissen haben, im Fokus? Nein. Das Gesetz zielt auf weitreichende Jagdgenehmigungen ab – auch ohne vorherige Schäden. Besonders bitter dabei: Teilweise soll das Jagdrecht auch gelten, wenn sich der regionale Wolfsbestand in einem ungünstigen Erhaltungszustand befindet, u.a. in sogenannten „Weidegebieten“, die jedoch noch undefiniert sind. Eine Bejagung könnte sogar zum Erlöschen von Wolfsvorkommen führen, da diese vielerorts in Deutschland noch sehr gering sind. Dies verstieße laut kürzlichen Urteilen des Europäischen Gerichtshofs gegen europarechtliche Vorgaben wie der FFH-Richtlinie.
Gutachten zeigt juristische Fehler
Der NABU hat gemeinsam mit weiteren Verbänden ein Rechtsgutachten beauftragt. Es kommt ebenfalls klar zu dem Schluss, dass der aktuelle Gesetzesentwurf an markanten Stellen gegen EU-Recht verstößt. Der Entwurf sei „handwerklich defizitär und damit streitträchtig.“ Schnellere und eindeutigere Entscheidungen werden hiermit nicht ermöglicht.
Am Ende bleiben vor allem für die Jagdausübungsberechtigten (i. d. R. Jäger*innen) rechtliche Unsicherheiten bestehen.
Nebenbei werden wertvolle Ressourcen verschwendet. Die eigentlich notwendigen Ziele, Rechtssicherheit für Weidetierhalter*innen zu schaffen und effektiven Herdenschutz flächendeckend voranzutreiben, werden mit der geplanten Änderung verfehlt.
150.000 sagen "Nein" zur Wolfsjagd
Wolf in der Heide - Foto: Heiko Anders
Dazu kommt: Die Mehrheit der Menschen in Deutschland begrüßt die Rückkehr des Wolfes. Gegen die Aufnahme des Wolfes ins Bundesjagdgesetz haben von Februar bis April 2026 mehr als 150.000 Menschen eine Petition unterzeichnet. Eine Jagd auf das heimische Wildtier könnte zu anhaltenden Protesten führen und die gesellschaftliche Debatte somit weiter anheizen.
Mehr Jagd nicht gleich weniger Risse
Nabu Karkow Schafherde
Der NABU lehnt die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht und eine aktive Jagdzeit grundsätzlich als nicht sinnvoll ab. Bei auffälligem Verhalten einzelner Tiere, etwa beim Überwinden von Herdenschutz oder bei Annäherung an Menschen, bietet das Bundesnaturschutzrecht bereits ausreichende Handlungsmöglichkeiten. Ohnehin sind diese Fälle sehr selten.
Die Handlungsmöglichkeiten bei auffälligem Wolfsverhalten auf Grundlage des Bundesnaturschutzgesetzes wurden schon zuvor durch die Abstufung des Wolfs von Anhang IV (streng geschützt) in Anhang V (geschützt) der FFH-Richtlinie der EU erweitert. Eine reguläre Bejagung, z. B. über Quoten, wird nicht zu weniger Rissen führen. Denn auch einzelne Wölfe können großen Schaden verursachen, wenn sie auf ungeschützte Weidetiere treffen. Die Bejagung durch Menschen bringt Wölfen nicht bei, mehr Abstand zu Weiden zu halten. Das gilt besonders, wenn vor Ort keine Menschen sind, um Wölfe ggf. Zu vertreiben. Herdenschutz, vor allem mit wolfsabweisenden Elektrozäunen, kann dies hingegen rund um die Uhr leisten und ist somit effektiver als eine Bejagung. Lesen Sie hier mehr in unserem aktuellen Faktencheck.
Werden Sie aktiv für unsere Wölfe!
Über die Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdrecht entschied zunächst der Bundestag. Aber nun wird auch in den Ländern über die jeweiligen Landesjagdgesetze diskutiert. Bitte werden Sie laut und sprechen Sie mit sachlichen Argumenten Ihre politischen Vertreter*innen an:
Wenden Sie sich an die Abgeordneten in Ihrem Landtag und/oder Ihre Landesregierung. Diese entscheiden voraussichtlich noch in diesem Jahr über die Aufnahme des Wolfs und die Ausgestaltung des Landesjagdrechts. Die Zeit rennt also für den Wolf...
Muster-Anschreiben
Nutzen Sie unser Muster-Anschreiben und passen Sie es für einen Brief oder eine Mail an (Text raus kopieren). Gern hilft auch der NABU in Ihrer Region weiter (bitte Link anklicken). Gemeinsam erreicht man oft mehr!
Downloads
Unter dem Motto „Wölfe und Wir“ beschreibt der NABU in seiner Wolfsbroschüre sachlich Herausforderungen im Nebeneinander von Wölfen, Menschen und Weidetieren und stellt verschiedene Lösungsansätze dar.
Im modularen Infofilm des bekannten Wolfsfilmers Sebastian Koerner fassen Deutschlands führende Wolfsforscher*innen und Praktiker*innen das im letzten Vierteljahrhundert angesammelte Wissen über unsere heimischen Wölfe zusammen und erklären die möglichen Konfliktpunkte sowie unterschiedliche Lösungen.
Wölfe haben in Deutschland einen hohen Schutzstatus. Doch nicht allein das deutsche Recht schützt die Tiere: Auch auf europäischer und internationaler Ebene genießt der Wolf einen besonderen Schutz, der Deutschland zur Fürsorge verpflichtet. Mehr →
Seit dem Jahr 2000 leben wieder Wölfe in Deutschland. Dadurch ergeben sich immer wieder neue Fragen rund um ihre Lebensweise, Biologie und darüber, wie man sich Wölfen gegenüber am besten verhält. Die wichtigsten Fragen hat der NABU hier beantwortet. Mehr →
Nachdem sie in Deutschland lange Zeit ausgerottet waren, wurden im Jahr 2000 die ersten Wolfswelpen in Freiheit geboren. Seitdem erobern sich die Wölfe ihren alten Lebensraum zurück. Wo leben sie in Deutschland, wie kam es zu der Rückkehr und woher kommen sie? Mehr →
