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Jetzt NABU-Mitglied werden!Nachhaltigkeit im Supermarkt
NABU-Infografik zum umweltfreundlichen Einkauf
Umweltfreundliches Einkaufen im Supermarkt hängt von vielen Faktoren ab: vom Rohstoffanbau bis zur Verpackungsentsorgung. Unsere Infografik zeigt, welche nachhaltigeren Alternativen Supermärkte anbieten sollten und worauf Sie selbst achten können.
Hinweis: Klicken Sie auf die blauen Stecknadeln oder bewegen Sie den Mauspfeil darüber, um weitere Informationen und Tipps zu den jeweiligen Abteilungen zu erhalten!
Direkt zu den Supermarktabteilungen:
- Obst und Gemüse
- Frischetheke
- Trockenware
- Kühlregal
- Getränke
- Kosmetik und Reinigungsmittel
- Kasse
- Parkplatz
Obst und Gemüse
DER HANDEL MUSS AUSPACKEN
Obst und Gemüse werden noch immer zu einem großen Teil vorverpackt verkauft. Das verbraucht zu viel Verpackungsmaterial: So werden beispielsweise für 500 Gramm Trauben in einer Schale mit Deckel fast achtmal so viel Plastikmüll verbraucht wie für einen Knotenbeutel. Einfach auf Papier und Pappe umzusteigen, verlagert nur Umweltprobleme als sie zu beheben. Der Handel sollte lieber auspacken statt umpacken.
Tipps
- Kaufen Sie lose Ware, um Verpackungsmüll zu reduzieren. Am besten an den eigenen Mehrwegbeutel denken. Vieles kann man auch ganz ohne Tüte zur Kasse bringen.
- Bereiten Sie Obst- und Gemüsesalate selbst zu und verzichten Sie auf To-go-Angebote.
- Achten Sie unbedingt auf Bioqualität, am besten von den Bio-Anbauverbänden – auch bei regionaler Ware.
- Erwarten Sie nicht das gesamte Frischesortiment bis zum Abend – Supermärkte und Bäckereien müssen sonst sehr viel wegschmeißen.
- Sammeln Sie Biomüll, damit aus den sehr energiereichen Abfällen Kompost oder Biogas wird.
- Kaufen Sie saisonale Produkte und vermeiden Sie Flugware wie Papayas oder frische Erdbeeren im Winter.
Frischetheke
VORTEILE DES ÖKO-LANDBAUS
- Gentechnisch verändertes Futter ist tabu.
- Es wird auf Pestizide und synthetisch-chemische Dünger verzichtet.
- Es wird weniger Gülle ausgebracht, wodurch weniger Probleme für Böden und Grundwasser entstehen.
- Die Haltung ist artgerechter, es gibt weniger Tiere pro Flächeneinheit.
- Es sind weniger Medikamente nötig.
| GENTECHNIK IM FUTTER In Deutschland wird auf gut der Hälfte der landwirtschaftlichen Fläche Tierfutter zur Erzeugung von Fleisch, Milch und Eiern angebaut. Dazu kommen über drei Millionen Tonnen importierte Soja als Futtermittel, insbesondere aus Brasilien und den USA. Der weitaus größte Anteil der weltweit angebauten Soja ist gentechnisch verändert. So gelangt die Gentechnik über Umwege auf unsere Teller. | WENIGER TIERISCHES ESSEN Der Fleischverzehr in Deutschland ist mit über 50 Kilogramm pro Kopf und Jahr mehr als dreimal so hoch, wie von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlen. Dazu kommen Milch, Käse, Eier etc. Dabei ist die Erzeugung von tierischen Kalorien eher ineffizient: Die Erträge von einem Hektar pflanzlicher Nahrung ersetzen die Erträge von zwei Hektar Futter zur Erzeugung von Fleisch, Milch oder Eiern. |
Tipps
- Genießen Sie Fleisch und andere tierische Produkte nur in Maßen. Eine pflanzliche Ernährung hat viele Umweltvorteile und ist gesünder.
- Bevorzugen Sie Fleisch und Milchprodukte aus Weidehaltung, denn Weiden können einen Beitrag für Klimaschutz leisten.
- Sparen Sie nicht. Qualität und Tierschutz gibt es nicht zu Dumpingpreisen.
- Achten Sie auf Bio-Labels und andere Siegel, bei denen Gentechnik im Futter ausgeschlossen ist, wie das Siegel „Ohne Gentechnik“.
- Auch wenn es kein Zeichen von besserer Tierhaltung ist: Kaufen Sie Wurst, Fleisch und Käse an der Bedientheke. Das macht meistens weniger Müll. Einige Händler bieten auch Mehrwegdosen an.
Trockenware
FAIRTRADE
Im Gegensatz zum Begriff „bio“ gibt es für „fair“ keine gesetzlichen Standards. Unternehmen können selbst bestimmen, was sie unter „fair“ verstehen. Hinter den Logos von Fairtrade und GEPA stehen jedoch seriöse Standards, die auch den Bio-Landbau fördern: So ist Kaffee bei der GEPA zu über 85 Prozent und bei Fairtrade zu 75 Prozent der Produkte bio-zertifiziert. Viele Bio-Anbauverbände haben soziale Kriterien in ihren Standards.
Tipps
- Gut für Mensch und Natur: Greifen Sie beim Einkauf nach Möglichkeit zu Bio- und Fairtrade-Produkten.
- Fragen Sie nach verlässlichen und lokal orientierten Regionalkennzeichnungen
- Kochen Sie vor allem mit frischen Zutaten statt mit Fertigprodukten, bei denen die Herkunft der Inhaltsstoffe nur selten nachzuvollziehen ist.
- Schauen Sie in den Unverpackt-Läden vorbei, in denen Sie eigene Gefäße mitbringen können. Probieren Sie aus, ob dieses Konzept zu Ihren Einkaufsgewohnheiten passt.
Kühlregal
ENERGIEVERBRAUCH IM SUPERMARKT
Kälteanlagen sind echte Stromfresser: In einem Supermarkt werden rund 50 Prozent des gesamten Stromverbrauchsallein für die Kühlung benötigt. Durch Energiesparmaßnahmen und eine umweltfreundliche Bauweise lässt sich der Energieverbrauch eines Supermarktes drastisch senken. Dabei helfen bspw. Türen für Kühltruhen, natürliche Kältemittel und Heizen des Gebäudes mit der Abwärme der Kühlung.
Tipps
- Der Hinweis „Zu verbrauchen bis… “ kennzeichnet das Verbrauchsdatum auf leicht verderblichen verpackten Lebensmitteln, zum Beispiel auf Hackfleisch, Geflügelfleisch, rohe Würste oder Räucherfisch. Nach Ablauf sollte die Ware nicht mehr verzehrt werden.
- Dagegen sind Lebensmittel nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum oft (sehr viel) länger unbedenklich genießbar: Hier kann man auf seine Sinne vertrauen, wenn der Aufdruck „Mindestens haltbar bis…“ lautet.
- Beim Fischeinkauf lohnt sich unbedingt ein Blick in den Fischratgeber vom NABU und der Verbraucherzentrale – die Fisch-Siegel haben leider auch Schwächen.
- Kaufen Sie nicht zu viel ein, um Lebensmittelabfälle zu reduzieren. Gerade bei tierischen Lebensmitteln sind die Umweltbelastungen in der Herstellung hoch.
Getränke
PFAND BEDEUTET NICHT MEHRWEG!
Viele Verbraucher*innen denken, dass jede Pfandflasche eine Mehrwegflasche sei. Das ist allerdings nicht der Fall: Bei Mehrwegflaschen beträgt das Pfand acht oder 15 Cent. Ein Pfand in Höhe von 25 Cent bedeutet hingegen, dass es sich um eine Einwegflasche handelt. Dieses gesetzliche Einwegpfand gibt es seit 2003 und es gilt inzwischen für alle Getränke in Einwegdosen und Einweg-PET-Flaschen.
Tipps
- Mit Leitungswasser reduziert man den Verpackungsabfall. Ein Sprudelgerät sorgt für das gewünschte Prickeln.
- Auch der Umstieg von Einweg- auf Mehrwegflaschen spart enorme Mengen an Verpackungsabfall ein und schont die Umwelt.
- Kurze Transportwege sind besser fürs Klima, daher sind regionale Vertriebswege besser.
- Den Coffee-to-go gibt es inzwischen auch im Mehrwegbecher, das ist gesetzlich so vorgeschrieben. Kleine Anbieter, die von dieser Pflicht ausgenommen sind, müssen die Becher der Kund*innen befüllen.
Kosmetik und Reinigungsmittel
MIKROPLASTIK
Über unsere Abwässer gelangt Mikroplastik aus Kosmetik-, Wasch- und Reinigungsprodukten in die Flüsse, Seen und Meere. Ab Mitte Oktober 2027 ist Mikroplastik in abspülbarer Kosmetik wie Duschgel und Shampoo in der EU verboten. Ein Jahr später auch in Reinigungsmitteln. Der Einsatz von Plastik-Reibkörpern, zum Beispiel fürs Polieren oder als Peeling, ist bereits untersagt.
Tipps
- Wasch- und Reinigungsmittel, die mit dem Blauen Engel, dem EU Ecolabel, Ecocert oder Ecogarantie zertifiziert sind, reduzieren den Eintrag schädlicher Chemikalien ins Abwasser.
- Eine angemessene und sparsame Dosierung bei Kosmetik- und Reinigungsmitteln schont die Umwelt und den Geldbeutel.
- Auf aggressive Reinigungs- und Desinfektionsmittel sollte unbedingt verzichtet werden. Eine geringe Anzahl an Produkten und alte Hausmittel wie Soda, Zitronen- und Essigsäure reichen in der Regel aus.
- Mechanische Reinigung mit Bürsten und Schrubber macht Chemiekeulen in der Regel überflüssig.
- Toilettenpapier, Taschentücher und Küchenrolle aus Recyclingpapier mit dem Blauen Engel: Im Vergleich zu „frischen“ Holzfasern werden viel Wasser, Energie und Holz gespart.
NABU-Tipps zum umweltfreundlichen Putzen
NABU-Tipps zum umweltfreundlichen Waschen
Kasse
PLASTIKTÜTEN
Seit 2015 ist der Plastiktütenverbrauch in Deutschland stark zurückgegangen, da die EU strikte Reduktionsvorgaben gemacht hat. Seit 2022 dürfen Tüten mit mittlerer Wandstärke in Deutschland gar nicht mehr ausgegeben werden. Ausgenommen von dem Verbot sind dünne Tüten wie die Knotenbeutel für Obst und Gemüse. Es ist aber wichtig, auch Einwegtüten aus Papier einzusparen, da auch die Papierherstellung mit enormen Umweltbelastungen verbunden ist und der ökologische Fußabdruck größer sein kann.
Tipps
- Nicht vergessen, eigene Taschen, Beutel, Rucksäcke oder alte Tüten zum Einkaufen mitzunehmen.
- Man sollte nicht aus schlechtem Gewissen den hundertsten Stoffbeutel an der Kasse kaufen, sondern nur Taschen, die auch oft wiederbenutzt werden.
- Recycling fängt zu Hause an: Verpackungen aus Kunststoff und Metall gehören in die Gelbe Tonne, Papierverpackungen in die Blaue Tonne und Glasverpackungen ins Altglas.
- Trennen Sie unterschiedliche Materialien bei Verpackungen wie beispielsweise Deckel von Joghurtbechern oder Sichtfenster bei Brötchentüten.
- Spülen Sie Joghurtbecher oder andere Verpackungen nicht aus, sie müssen nur löffelrein sein.
Parkplatz
AUTOFAHRTEN REDUZIEREN
In Deutschland werden fast 60 Prozent der Einkaufsfahrten mit dem Auto zurückgelegt. Die Fahrzeuge benötigen viel Platz, die Abgase von Verbrenner-Fahrzeugen beschleunigen den Klimawandel und verschmutzen die Luft. Das kann zu schweren Erkrankungen der Atemwege und des Herzkreislauf-Systems führen. In Ballungsgebieten der Straßenverkehr die dominierende Feinstaubquelle: In Deutschland sterben jährlich über 40.000 Menschen vorzeitig durch die extreme Feinstaubbelastung.
Tipps
- Nutzen Sie umweltfreundliche Verkehrsmittel und erledigen Sie Ihre Einkäufe zu Fuß, per Rad oder mit dem öffentlichen Nahverkehr ein
- Probieren Sie ein Lastenrad aus. Sie werden mittlerweile in vielen Städten verliehen.
- Kaufen Sie vor Ort kaufen ein, statt weit entfernte Einkaufszentren anzusteuern.
- Wenn es nicht anders geht: Machen Sie mit dem Auto lieber einen Großeinkauf als viele kleine Einkäufe – am besten, wenn Sie ohnehin mit dem Auto unterwegs sind.
- Fragen Sie für Großeinkäufe nach, ob Ihr Supermarkt Lieferungen anbietet, bei denen die Routen effizient gestaltet werden.
Diese Infografik wurde gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und dem Umweltbundesamt.
Die Verantwortung für den Inhalt liegt bei den Autorinnen und Autoren.
Illustrationen: Julia Kontor und Diana Schmidt
