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Streuobstprojekte in ganz Deutschland
NABU-Förderprogramm zeigt erste Ergebnisse
Mit viel ehrenamtlichem Engagement und dank der finanziellen Unterstützung der Deutschen Postcode Lotterie können vielfältige Ideen zur Förderung von Streuobstwiesen in die Tat umgesetzt werden. Der NABU freut sich sehr, dass neben Gruppen aus dem eigenen Verband auch viele andere, teils kleine Vereine prämiert wurden. Dadurch wird die Vernetzung der verschiedenen Akteure für Streuobstwiesen erweitert und ein Wissensaustausch angeregt.
Unsere Karte gibt einen Überblick über die geförderten Projekte und informiert über die Ziele und Inhalte des jeweiligen Projektes.
Projektbeispiele aus dem Förderprogramm:
Revitalisierung der Streuobstwiese am Burgberg in Ellrich
Die Streuobstwiese am Burgberg in Ellrich befand sich lange Zeit in einem schlechten Zustand. Dank tatkräftigen Engagements und gezielter Förderung wurde sie inzwischen aufwendig entbuscht, rekultiviert und gepflegt. Die alten Obstbäume konnten erhalten und die Fläche ökologisch aufgewertet werden.
Ein zentrales Anliegen der Interessengemeinschaft Streuobstwiese Burgberg ist es, Wissen zu teilen und andere zum Mitmachen zu motivieren. Mit Unterstützung der Deutschen Postcode Lotterie wurden deshalb neue Lehr- und Informationstafeln gestaltet und entlang der Fläche installiert. Diese informieren anschaulich über das Thema Streuobst und richten sich besonders an Wandernde vom nahen „Grünen Band“ und dem Karstwanderweg sowie an Schulklassen der angrenzenden Grundschule.
Zur weiteren Pflege und sicheren Ernte – insbesondere an den steilen Hängen – konnten durch die Förderung von NABU und der Postcode-Lotterie spezielle Leitern angeschafft werden. Den Bau und die Gestaltung der Halterungen für die Tafeln übernahm die Interessengemeinschaft in Eigenleistung.
Obernfelder Streuobstkids: Bildung und Naturschutz auf der Streuobstwiese
Seit 2020 pflegen die „Obernfelder Streuobstkids“ eine alte Streuobstwiese als lebendigen Lern‑ und Spielort. Hier begleiten 5‑ bis 13‑jährige Kinder den Jahreszyklus der Wiese, entdecken ihre tierischen und pflanzlichen Bewohner und erfahren die Bedeutung nachhaltiger Landwirtschaft hautnah.
Aus dem ursprünglichen Altbestand – liebevoll „Omas“ und „Opas“ der Obstbäume genannt – wurde eine Fläche instandgesetzt und mit jungen Bäumen nachgepflanzt. Eine zweite Wiese dient als „Grundschule“ der Obstbaum-Altersklassen, auf der die Kinder die Entwicklungsstadien beobachten können.
Dank der Unterstützung durch die Deutsche Postcode Lotterie stehen altersgerechte Schneidewerkzeuge zur Verfügung, mit denen die Kinder im Winter kleinere Schnittarbeiten selbst durchführen – ein Kernprinzip der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE): Selbstwirksamkeit - selber pflanzen, alte Bäume pflegen und „Tierwohnungen“ bauen!
Dank der Mikroförderung wurde das „Mostfest“ zum 5‑jährigen Bestehen der Gruppe möglich gemacht. Durch den manuelle Obstzerkleinerer und eine Saftpresse können die Kinder ihr Obst selbst zu Most veredeln.
Kunst auf der Streuobstwiese: Seltene Arten sichtbar machen
Viele auf Streuobstwiesen lebende Arten sind scheue Wesen und zeigen sich nur selten. Wie kann man sie trotzdem sichtbar machen und besonders jungen Menschen nahebringen? Die scheinbar einfachste Lösung: Stark vergrößern! Diesen Wunsch eines 5-jährigen Besuchers hat sich der NABU Sachsen angenommen und ein Projekt mit der Hochschule für bildende Künste Dresden gestartet. Die Studierenden der Theaterplastik unter Leitung von Professor Ullrich Eißner, setzen sich künstlerisch mit Streuobstbewohnern wie Eremit, Mauswiesel und Wiedehopf auseinander. Dabei entstehen überlebensgroße Plastiken, Gussmodelle und besondere Nisthilfen.
Ziel des Projektes ist es, die Bedeutung des Biotops Streuobstwiese sichtbar zu machen: Besuchende und Wander*innen sollen staunend stehen bleiben, um zum Beispiel den einen Meter großen Eremit anzuschauen, der an einem alten Kirschbaum in der Krone hängt. Das ist eine von vielen Ideen der Studierenden.
Durch die Unterstützung der Postcode Lotterie im Rahmen des Projektes „Gemeinsam für Streuobstparadiese“ war der gesamte Jahrgang der Studienrichtung Theaterplastik für vier Tage in der NABU Naturschutzstation Schloss Heynitz. Bevor die Entwürfe und Ideen entwickelt wurden, haben die Studierenden sich mit dem Thema Streuobst intensiv auseinandergesetzt, an Führungen, Fachvorträgen und praktische Arbeitseinsätzen, begleitet von den Experten des NABU, teilgenommen.
2026 sollen die Ergebnisse dann in mehreren Ausstellungen in Dresden und auf Streuobstwiesen präsentiert werden. Damit möchte der NABU diese Biotope in der Kunstwelt etablieren. Als halboffenes Landschaftselement kann die Streuobstwiese auch hervorragend als Bühne für Konzerte und Ausstellungen genutzt werden. Diese Form der sanften touristischen Nutzung schafft weitere Nutzungsmöglichkeit zum Erhalt der einzigartigen Biotope – und Aufmerksamkeit für den Naturschutz.
Zum Förderprogramm:
Der NABU Landesverband Sachsen und der NABU Bundesfachausschuss Streuobst haben mit der Unterstützung der Deutschen Postcode Lotterie ein Förderprogramm für die zukunftsfähige Anlage und Unterhaltung von Streuobstwiesen gestartet. Aus fast allen Bundesländern wurden Projekte mit verschiedensten Inhalten eingereicht: Nachpflanzung, fachgerechte Baumpflege, Flächenkauf, Anschaffung von Werkzeug und Maschinen, Schnittkurse für Kinder und Erwachsene, Umweltbildung mit Schulen und Kitas, Pflanzung von „alternativen“ Obstbäumen wie Kaki und Pfirsich, Trestersaat und Sämlingsunterlagen von Methusalembäumen.
Leider mussten viele gute Anträge abgelehnt werden. Die verfügbaren Mittel waren um das Dreifache überzeichnet worden.
Über eine neue Förderperiode werden wir hier informieren.
Tradition und das blühende Leben: Der Streuobstbau ist eine naturverträgliche Form des Obstanbaus. Über 5.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten kommen allein in Deutschland in diesem wertvollen Lebensraum vor. Mehr →
Warum es nicht einmal mit der Eigenproduktion von „flüssigem Obst“ versuchen? Säfte, Obstweine, Obstbrände, Ansatzschnäpse oder Liköre herzustellen, ist gar nicht so schwer – wenn man weiß wie, etwas kreative Phantasie mitbringt und die nötige Ausrüstung hat. Mehr →
