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Projekt „Gemeinsam für Streuobstparadiese 2.0“
Zweite Förderperiode gestartet
Gesucht werden bundesweit Streuobst-Initiativen - Foto: Willi Rolfes
Streuobstwiesen gehören zu den wertvollsten Lebensräumen Mitteleuropas. Mit mehr als 5.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten zählen sie zu den artenreichsten Biotopen überhaupt und sind echte Hotspots der Biodiversität. Hier finden unzählige Insekten, Amphibien und Vögel ein Zuhause, darunter charakteristische Arten wie Steinkauz und Wendehals.
Diese einzigartigen Kulturlandschaften prägen nicht nur unser Landschaftsbild, sondern erfüllen auch eine zentrale Funktion für den Erhalt der heimischen Natur. Umso wichtiger ist es, Streuobstwiesen aktiv zu sichern, fachgerecht zu pflegen und durch Neupflanzungen nachhaltig zu revitalisieren. Jeder gepflegte Hochstamm leistet dabei einen konkreten Beitrag zum Schutz von Artenvielfalt und Ökosystemen.
Gemeinsam für den Erhalt von Streuobstwiesen
Mit dem Projekt „Gemeinsam für Streuobstparadiese 2.0“ setzt sich der NABU gezielt für den langfristigen Erhalt und die Weiterentwicklung dieser wertvollen Lebensräume ein. Dank der Unterstützung durch die Postcode Lotterie konnte ein Förderprogramm ins Leben gerufen werden, das innovative und zukunftsfähige Streuobst-Projekte stärkt. Die Abwicklung erfolgt über unseren Partner AgoraNatura e.V.
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Bundesweit können sich gemeinnützige Vereine bewerben, die Streuobstwiesen anlegen, pflegen oder weiterentwickeln möchten. Gefördert werden Projekte mit 1.000 bis 10.000 Euro.Ob Neupflanzung, Pflegekonzept oder Bildungsarbeit: Jede Initiative zählt. Machen Sie mit und gestalten Sie die Streuobstlandschaft von morgen! und bewerben Sie sich dazu über die Website unseres Partners AgoraNatura e.V.
Jetzt bewerbenRAHMENBEDINGUNGEN
Was wird gefördert?
Gesucht werden besondere Ideen zur Verbesserung und Wiederherstellung von artenreichen Streuobstflächen. Dabei fördern wir beispielsweise praktische Naturschutzprojekte vor Ort, wie Maßnahmen zum Erhalt, Pflege und zur Neuanlage (ausschließlich Hochstamm-Pflanzungen) von Streuobstwiesen.
Antragsberechtigt sind gemeinnützige Vereine. Die Fördersumme muss mindestens 1.000 Euro und darf maximal 10.000 Euro betragen. Die Förderung erfolgt projektbezogen mit 80 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben, der Eigenanteil kann auch durch Erbringung von ehrenamtlichen Engagement (15 Euro/Stunde) erbracht werden.
Nicht gefördert werden Umweltbildungsmaßnahmen und Öffentlichkeitsarbeit, wenn diese mehr als 50 Prozent der Fördersumme ausmachen.
Projekte, die durch bestehende Fördermaßnahmen des Bundes und der Länder abgedeckt werden, sind in der Regel nicht förderfähig.
Es besteht weder ein Anspruch auf Begründung von Ablehnungen, noch besteht ein Rechtsanspruch auf die Gewährung von Fördermitteln. Der Rechtsweg gegen die Entscheidungen des Vergabegremiums ist ausgeschlossen.
Projekte, die bereits begonnen haben oder bereits abgeschlossen sind, sind nicht förderfähig. Ein vorzeitiger Maßnahmebeginn ist nicht möglich.
Bewerbungszeitraum
Die Bewerbungsfrist läuft vom 15.Juni bis zum 31.08.2026.
Das Vergabegremium entscheidet im September 2026 über die Vergabe der zur Verfügung stehenden Mittel. Alle Bewerbungen werden im Anschluss über die Entscheidung informiert.
Projektlaufzeit
Projekte müssen bis zum 31.12.2027 abgeschlossen sein.
Vergabe
Das Vergabegremium bewertet die beantragten Projektideen. Es wird ausschließlich über die komplette, beantragte Summe entschieden. Die zur Verfügung stehenden Mittel werden nicht anteilig auf die Projekte verteilt. Es besteht weder ein Anspruch auf Begründung von Ablehnungen, noch besteht ein Rechtsanspruch auf die Gewährung von Fördermitteln. Der Rechtsweg gegen die Entscheidungen des Vergabegremiums ist ausgeschlossen.
Abwicklung
Interessierte Umsetzerinnen können sich über die Website unseres Partners AgoraNatura e.V. registrieren und für eine Teilnahme am Programm bewerben. Nach der Auswahl koordiniert die Projektleitung die Unterzeichnung einer Zuschussvereinbarung und steht für alle weiteren Fragen zur Verfügung. Bei der Förderung handelt es sich um einen einmaligen Zuschuss. Anschlussfinanzierungen oder Mehrkosten können nicht gefördert werden.
Wer ist antragsberechtigt?
Antragsberechtigt sind gemeinnützige Vereine. Der aktuelle – und über den Projektzeitraum gültige – Freistellungsbescheid des Finanzamtes ist dem Antrag beizufügen.
Gewährung von Fördermitteln
Die Auszahlung erfolgt nach beidseitiger Unterschrift der Zuschussvereinbarung und Vorlage des aktuellen Freistellungsbescheids.
Spätestens zum 31.01 2028 sind die bisherigen Erfolge sowie zahlenmäßigen Ausgaben in Form eines Abschlussberichtes einzureichen.
Für die mit den Fördermitteln angeschafften Güter besteht eine Zweckbindung. Der Fördermittelgeber geht davon aus, dass durch Fördermittel angeschaffte Güter der geförderten Organisationen über das Ende des Förderzeitraums hinaus zur Verfügung stehen und nicht vor Ablauf der üblichen Nutzungsdauer veräußert werden. Eine Veräußerung vor Ablauf der üblichen Nutzungsdauer ist nur mit Genehmigung des Fördermittelgebers erlaubt.
Kommunikation
Auf www.streuobst.de sowie auf www.nabu-sachsen.de werden ausgewählte Projekte vorgestellt. Ziel der Informations- und PR-Maßnahmen ist es, neben den Inhalten der Projekte den NABU, die NABU-Obstsortenparadiese und die Postcode Lotterie bekannter zu machen.
Falls Sie eine für professionelle/berufliche/gewerbliche Zwecke genutzte Internetseite betreiben (gilt auch für Internetauftritte von Verbänden, Vereinen, etc.), haben Sie während der Durchführung des Vorhabens die Öffentlichkeit über das Vorhaben und über die Unterstützung durch den NABU und die Postcode Lotterie auf der Internetseite zu informieren.
Bei allen Informations- und Kommunikationsmaßnahmen des Begünstigten wird auf die Unterstützung des Vorhabens durch den NABU und die Postcode Lotterie hingewiesen (Logos werden bei Bewilligung übergeben).
Auf Titelblättern von Veröffentlichungen (Broschüren, Faltblätter. Flyer, Mitteilungsblätter, Lehrgangsmaterialien, Präsentationen, audiovisuelles Material etc.) und Plakaten der finanzierten Vorhaben und Aktionen muss gut sichtbar die Logokombination dargestellt werden.
Rückblick auf die erste Förderperiode
NABU-Förderprogramm zeigt erste Ergebnisse
Mit viel ehrenamtlichem Engagement und dank der finanziellen Unterstützung der Postcode Lotterie konnten in der ersten Förderperiode unseres Projekts „Gemeinsam für Streuobstparadiese“ vielfältige Ideen zur Förderung von Streuobstwiesen in die Tat umgesetzt werden. Der NABU freut sich sehr, dass neben Gruppen aus dem eigenen Verband auch viele andere, teils kleine Vereine prämiert wurden. Dadurch wird die Vernetzung der verschiedenen Akteure für Streuobstwiesen erweitert und ein Wissensaustausch angeregt.
Unsere Karte gibt einen Überblick über die geförderten Projekte und informiert über die Ziele und Inhalte des jeweiligen Projektes.
Projektbeispiele aus dem Förderprogramm:
Revitalisierung der Streuobstwiese am Burgberg in Ellrich
Die Streuobstwiese am Burgberg in Ellrich befand sich lange Zeit in einem schlechten Zustand. Dank tatkräftigen Engagements und gezielter Förderung wurde sie inzwischen aufwendig entbuscht, rekultiviert und gepflegt. Die alten Obstbäume konnten erhalten und die Fläche ökologisch aufgewertet werden.
Ein zentrales Anliegen der Interessengemeinschaft Streuobstwiese Burgberg ist es, Wissen zu teilen und andere zum Mitmachen zu motivieren. Mit Unterstützung der Deutschen Postcode Lotterie wurden deshalb neue Lehr- und Informationstafeln gestaltet und entlang der Fläche installiert. Diese informieren anschaulich über das Thema Streuobst und richten sich besonders an Wandernde vom nahen „Grünen Band“ und dem Karstwanderweg sowie an Schulklassen der angrenzenden Grundschule.
Zur weiteren Pflege und sicheren Ernte – insbesondere an den steilen Hängen – konnten durch die Förderung von NABU und der Postcode-Lotterie spezielle Leitern angeschafft werden. Den Bau und die Gestaltung der Halterungen für die Tafeln übernahm die Interessengemeinschaft in Eigenleistung.
Obernfelder Streuobstkids: Bildung und Naturschutz auf der Streuobstwiese
Seit 2020 pflegen die „Obernfelder Streuobstkids“ eine alte Streuobstwiese als lebendigen Lern‑ und Spielort. Hier begleiten 5‑ bis 13‑jährige Kinder den Jahreszyklus der Wiese, entdecken ihre tierischen und pflanzlichen Bewohner und erfahren die Bedeutung nachhaltiger Landwirtschaft hautnah.
Aus dem ursprünglichen Altbestand – liebevoll „Omas“ und „Opas“ der Obstbäume genannt – wurde eine Fläche instandgesetzt und mit jungen Bäumen nachgepflanzt. Eine zweite Wiese dient als „Grundschule“ der Obstbaum-Altersklassen, auf der die Kinder die Entwicklungsstadien beobachten können.
Dank der Unterstützung durch die Deutsche Postcode Lotterie stehen altersgerechte Schneidewerkzeuge zur Verfügung, mit denen die Kinder im Winter kleinere Schnittarbeiten selbst durchführen – ein Kernprinzip der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE): Selbstwirksamkeit - selber pflanzen, alte Bäume pflegen und „Tierwohnungen“ bauen!
Dank der Mikroförderung wurde das „Mostfest“ zum 5‑jährigen Bestehen der Gruppe möglich gemacht. Durch den manuelle Obstzerkleinerer und eine Saftpresse können die Kinder ihr Obst selbst zu Most veredeln.
Kunst auf der Streuobstwiese: Seltene Arten sichtbar machen
Viele auf Streuobstwiesen lebende Arten sind scheue Wesen und zeigen sich nur selten. Wie kann man sie trotzdem sichtbar machen und besonders jungen Menschen nahebringen? Die scheinbar einfachste Lösung: Stark vergrößern! Diesen Wunsch eines 5-jährigen Besuchers hat sich der NABU Sachsen angenommen und ein Projekt mit der Hochschule für bildende Künste Dresden gestartet. Die Studierenden der Theaterplastik unter Leitung von Professor Ullrich Eißner, setzen sich künstlerisch mit Streuobstbewohnern wie Eremit, Mauswiesel und Wiedehopf auseinander. Dabei entstehen überlebensgroße Plastiken, Gussmodelle und besondere Nisthilfen.
Ziel des Projektes ist es, die Bedeutung des Biotops Streuobstwiese sichtbar zu machen: Besuchende und Wander*innen sollen staunend stehen bleiben, um zum Beispiel den einen Meter großen Eremit anzuschauen, der an einem alten Kirschbaum in der Krone hängt. Das ist eine von vielen Ideen der Studierenden.
Durch die Unterstützung der Postcode Lotterie im Rahmen des Projektes „Gemeinsam für Streuobstparadiese“ war der gesamte Jahrgang der Studienrichtung Theaterplastik für vier Tage in der NABU Naturschutzstation Schloss Heynitz. Bevor die Entwürfe und Ideen entwickelt wurden, haben die Studierenden sich mit dem Thema Streuobst intensiv auseinandergesetzt, an Führungen, Fachvorträgen und praktische Arbeitseinsätzen, begleitet von den Experten des NABU, teilgenommen.
2026 sollen die Ergebnisse dann in mehreren Ausstellungen in Dresden und auf Streuobstwiesen präsentiert werden. Damit möchte der NABU diese Biotope in der Kunstwelt etablieren. Als halboffenes Landschaftselement kann die Streuobstwiese auch hervorragend als Bühne für Konzerte und Ausstellungen genutzt werden. Diese Form der sanften touristischen Nutzung schafft weitere Nutzungsmöglichkeit zum Erhalt der einzigartigen Biotope – und Aufmerksamkeit für den Naturschutz.
Zum Förderprogramm:
Der NABU Landesverband Sachsen und der NABU Bundesfachausschuss Streuobst haben mit der Unterstützung der Deutschen Postcode Lotterie ein Förderprogramm für die zukunftsfähige Anlage und Unterhaltung von Streuobstwiesen gestartet. Aus fast allen Bundesländern wurden Projekte mit verschiedensten Inhalten eingereicht: Nachpflanzung, fachgerechte Baumpflege, Flächenkauf, Anschaffung von Werkzeug und Maschinen, Schnittkurse für Kinder und Erwachsene, Umweltbildung mit Schulen und Kitas, Pflanzung von „alternativen“ Obstbäumen wie Kaki und Pfirsich, Trestersaat und Sämlingsunterlagen von Methusalembäumen.
Tradition und das blühende Leben: Der Streuobstbau ist eine naturverträgliche Form des Obstanbaus. Über 5.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten kommen allein in Deutschland in diesem wertvollen Lebensraum vor. Mehr →
Warum es nicht einmal mit der Eigenproduktion von „flüssigem Obst“ versuchen? Säfte, Obstweine, Obstbrände, Ansatzschnäpse oder Liköre herzustellen, ist gar nicht so schwer – wenn man weiß wie, etwas kreative Phantasie mitbringt und die nötige Ausrüstung hat. Mehr →
