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Jetzt NABU-Mitglied werden!EU beschließt Verbrenner-Aus
Ab 2035 dürfen neue Autos in der EU kein CO₂ mehr ausstoßen
Das Ende des Verbrenners: 2035 soll es keine Neuzulassungen mehr geben - Foto: Daniel Rieger
29. Juni 2022 - Die EU-Mitgliedsstaaten haben sich in der Nacht zu Dienstag auf ein Ende für Neuzulassungen von Verbrennungsmotoren in der EU ab 2035 geeinigt. Nachdem sich das Europäische Parlament bereits Anfang Juni dafür ausgesprochen hatte, ist ein entsprechendes Gesetz nun reine Formsache. Die abschließenden Verhandlungen des Parlaments und der EU-Mitgliedsstaaten finden nach der Sommerpause statt.
„Angesichts der Erderhitzung ist diese ineffiziente Technologie, die vor allen Dingen viel Wärme produziert, nicht mehr zeitgemäß. Der Verbrennermotor ist nach 150 Jahren Geschichte. Mit dieser Entscheidung ebnet Europa den Schritt in Richtung neuer Antriebe und sendet so ein wichtiges Signal an den Rest der Welt. Die elektrische Alternative ist klimafreundlicher und verfügbar.”
NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger
Ein Großteil der Autohersteller hat bereits konkrete Pläne für den Umstieg auf E-Autos bis 2035 vorgelegt. Die Ladeinfrastruktur in der EU wächst durch ein entsprechendes Gesetz verpflichtend entsprechend der Flotte von E-Autos mit. Die flächendeckende Durchsetzung von E-Autos auf dem europäischen Markt sorgt dafür, dass deren Preis sinkt.
Auch ist die Antriebswende hin zu Batterietechnologie ist besiegelt. Es wird jetzt darum gehen, Ladeinfrastruktur weiter flächendeckend und ressourcenschonend aufzubauen. Gleichzeitig muss die Recyclingfähigkeit von Batterien und die Effizienz der Fahrzeuge sich weiter erhöhen.
Der Verkehrssektor ist der einzige Sektor, in denen die Emissionen nicht sinken und auf dem Niveau von 1990 verharren. Im letzten Jahr hat er seine Klimaminderungsziele verfehlt. Daher gibt es gerade hier akuten Veränderungsbedarf. Das nun beschlossene Verbrenner-Aus der EU ist zwar wichtig, wirkt jedoch zu spät. Daher ist jetzt die Bundesregierung, insbesondere das Verkehrsministerium, in der Pflicht, kurzfristig sofort greifende Maßnahmen wie eine Änderung der Dienstwagenregulierung, der Kfz-Steuer oder ein Tempolimit auf den Weg zu bringen.
Aus NABU-Sicht ist die Veränderung von Antrieben im Individualverkehr nur ein Baustein der Verkehrswende. In den Städten sind vor allem das Fahrrad und der Personennahverkehr die klimafreundlichste und verfügbare Alternative. Auf dem Land muss der ÖPNV ebenfalls ausgebaut werden, damit die Menschen nicht auf ein eigenes Auto angewiesen sind. Dort, wo dies aus Effizienzgründen nicht möglich ist, muss der Antrieb des Autos verändert werden. Hier ist das E-Auto in Kombination mit Strom aus erneuerbaren Energien die klimafreundlichste Alternative. Jüngst hat der NABU das Fraunhofer-Institut beauftragt, zu berechnen, wie E-Mobilität auf dem Land ressourcenschonend und effizient ausgebaut werden kann. Dem Laden am Arbeitsplatz über die Mittagszeit kommt dabei eine Schlüsselrolle zu.
Das Ende des Verbrenners: 2035 soll es keine Neuzulassungen mehr geben - Foto: iStock/Christian Müller
09. Juni 2022 - Neu zugelassene Fahrzeuge dürfen ab 2035 kein CO₂ mehr ausstoßen, das hat das Europäische Parlament beschlossen. Das bedeutet faktisch das Ende des Verbrennungsmotors in Europa.
Die Entscheidung des Parlaments für ein Verbrenner-Aus ist als Maßnahme im Kampf gegen die Klimakrise gedacht. Jedoch wird das Ende des Verbrenners erst spät seine Wirkung entfalten können. Daher steht die Bundesregierung nun vor der Wahl, entweder im europäischen Ministerrat auf Verschärfungen zu drängen oder mehr nationale Maßnahmen auf den Weg zu bringen als bisher geplant. Ende Juni entscheidet der Ministerrat der EU über das Thema – bislang unterstützt Deutschland dort das Verbrenner-Aus ab 2035. Im Anschluss müssen das Europäische Parlament und der Ministerrat einen Kompromiss finden.
NABU: früherer Ausstieg, höhere Emissionsreduktionsziele
Aus Sicht des NABU sendet das europäische Verbrenner-Aus zwar weltweit ein Signal für den Klimaschutz, aber die Entscheidung kommt zu spät. Um die Klimawirkung des Verkehrssektors effektiv zu senken, müsste der Ausstieg bis 2030 erfolgen. Denn der Verkehr ist der einzige Sektor, dessen Emissionen nicht sinken. Die Autohersteller haben zuletzt ihre Minderungsziele durch den Hochlauf der E-Mobilität eingehalten, daher wäre der Weg für höhere Emissionsreduktionsziele bereits vor 2030 frei gewesen. Dafür fand sich im EU-Parlament aber keine Mehrheit. Ein neues Ziel für 2027 und höhere Ziele für 2030 wurden abgelehnt.
Jetzt Petition Unterschreiben!
Die Zeit vor 2030 stellt das größte Problem im Verkehrssektor dar. Hier fehlen die Anreize durch die EU völlig. Der NABU fordert daher vom Verkehrsministerium, ein ambitioniertes Sofortprogramm auf den Weg zu bringen, das nachweislich die Treibhausgasemissionen im Verkehr senkt. So könnten etwa die Anpassung der Kfz-Steuer und die Dienstwagenregulierung einen großen Beitrag leisten.
Neben dem Verbrenner-Aus stimmte das EU-Parlament gegen eine Anrechnung von synthetischen Kraftstoffen. Dies ist begrüßenswert, weil sie ineffizient sind und lokal Schadstoffe und CO₂ emittieren.
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