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Jetzt informieren!Fracking: Risiken für Umwelt und Klima
Warum Deutschland an dem Verbot festhalten sollte
Fracking-Anlage in den USA - Foto: Bureau of Land Management
Fracking ist in Deutschland verboten. Die riskante Gas-Fördermethode erlebt durch die Energiekrise gerade aber eine zweifelhafte Renaissance in der politischen Debatte. Allerdings verschärft Fracking die Klima- und Biodiversitätskrise weiter und löst auch unsere Energieprobleme nicht. Deswegen muss die Regierung bei ihrer Absage bleiben.
Fracking (hydraulische Fakturierung) ist ein Verfahren, um Gas aus unterirdischen Lagerstätten zu gewinnen. Bei diesem Verfahren wird das Gestein angebohrt und mit hohem Druck Flüssigkeit eingepresst, um Risse zu erzeugen. Dadurch wird der Gasfluss erhöht. Dies geschieht unter Zuhilfenahme von Wasser, Sand und Chemikalien.
Daraus ergeben sich mehrere Umweltrisiken. Dazu gehört etwa ein sehr hoher Wasserverbrauch. Gewässer und Böden können mit den verwendeten Chemikalien, Kohlenwasserstoffen und Schwermetallen kontaminiert werden. Einige dieser Stoffe sind zudem krebserregend.
Auch können durch die Bohrungen Erdbeben ausgelöst werden und Methan kann unbeabsichtigt entweichen. Fracking bedeutet insgesamt einen großflächigen Eingriff in Natur und Landschaft mit einem dichten Netz aus Bohrungen und Pipelines. Außerdem sind sowohl Methan als auch das geförderte Erdgas schlecht fürs Klima.
Aktuelle Forschungsergebnisse
Die „Expertenkommission Fracking“ sieht zwar Fortschritte in der Sicherheit beim sogenannten unkonventionellen Fracking. Trotzdem blieben viele Risiken bestehen, die durch verschiedene Maßnahmen nur vermindert werden können. Die Kommission stellt außerdem dar, dass die Gefahren aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte in Deutschland ernst genommen werden sollten.
Jedem Frackingvorhaben müsse ein umfassendes Monitoring der Umweltbedingungen vorangehen, das auch während und nach den Frackingvorgängen beibehalten wird. Bei Bohrungen und Transport geht die Kommission davon aus, dass Methan im unteren einstelligen Prozentbereich entweichen könnte. Auch die Erdeben-Gefahr (sogenannte „induzierten Seismizität”) könne nur abgemildert werden, etwa durch den Abstand von Bohrungen zu natürlichen Störungen im Gestein, erklärt die Kommission weiter.
Fracking als Lösung von Energie- und Klimakrise?
Fracking hilft nicht gegen die akute Energiekrise und ist in Deutschland sehr teuer. Der Aufbau der Bohr-Infrastruktur würde etliche Jahre in Anspruch nehmen. Für Prüf-, Genehmigungs- und Beteiligungsverfahren sowie für Vorerkundung und Monitoring der natürlichen Gegebenheiten wären ebenfalls mehrere Jahre nötig.
Auch der Klima- und Biodiversitätskrise wird Fracking in keiner Hinsicht gerecht: Neue fossile Infrastrukturen sorgen für einen verzögerten Erdgas-Ausstieg, zudem wird nicht nur bei der Förderung sondern auch beim Transport extrem klimaschädliches Methan frei. Risiken für Ökosysteme entstehen an jeder einzelnen Bohrstelle.
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Fracking in anderen Ländern ebenfalls problematisch
Aus diesen Gründen sollte Deutschland Fracking auch nicht in anderen Weltregionen unterstützen. Der Import von Fracking-LNG, also verflüssigten Erdgas unter anderem aus den USA, ist deshalb ebenfalls kritisch zu sehen. Statt sich in Deutschland erneut von fossilen Energieimporten abhängig zu machen, ist die wirkliche Lösung für die Energie- und Klimakrise: mehr Tempo beim naturverträglichen Ausbau von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz. Dafür setzt sich der NABU ein.
Und deshalb fordern wir weiterhin: Fracking muss verboten bleiben!
Die Bundesregierung verkauft flüssiges Erdgas als die Lösung der vom russischen Krieg ausgelösten Energiekrise. Dafür werden mit einer Vielzahl an LNG-Terminals und Pipelines langfristig Tatsachen geschaffen. Dies wird aber weder der Klima- noch der Energiekrise gerecht. Mehr →
Dass die Energiewende naturverträglich gestaltet und schneller umgesetzt werden muss, gehört schon lange zu den Kernforderungen des NABU. Angesichts des aktuellen Zeitdrucks ist es jedoch umso wichtiger, dass dieser schnellere Ausbau nicht zulasten des Naturschutzes geht. Mehr →
