Nicht gerade riesig: Moosskorpion auf Fingernagel - Foto: Ulrich Sach/NABU-naturgucker.de
Skorpione ohne Stachel
In Deutschland gibt es winzige Pseudoskorpione
Moosskorpion aus der Spinnentierordnung der Pseudoskorpione - Foto: Chris Engelhardt/NABU-naturgucker.de
Skorpione faszinieren die Menschen seit jeher. Zahlreiche Mythen und Sagen drehen sich um die todbringenden Spinnentiere mit ihren eindrucksvollen Scheren und dem gefürchteten Giftstachel. Bis auf seltene Ausnahmen in Süddeutschland kommen echte Skorpione hierzulande jedoch nicht vor.
Doch im Bodenstreu, direkt unter unseren Füßen, existiert eine Miniaturwelt, von der die meisten von uns nur wenig wissen. Und dort leben sie: die Pseudoskorpione. Sie sind nur wenige Millimeter groß, doch durch die Lupe betrachtet nicht weniger beeindruckend als echte Skorpione. Lediglich der Giftstachel fehlt ihnen. Wie ihre großen Verwandten leben Pseudoskorpione räuberisch. Sie machen Jagd auf Springschwänze, Milben und andere kleine Gliedertiere, die sie mit ihren Klauen und den dort befindlichen Giftdrüsen überwältigen. Für uns Menschen sind Pseudoskorpione aber ungefährlich.
Mein Tipp: Packen Sie beim nächsten Spaziergang eine Lupe ein. Es ist erstaunlich, wieviel Leben in einer Handvoll Laub steckt. Mit etwas Glück stoßen Sie sogar auf einen kleinen Pseudoskorpion.
Für Rückfragen:
Julian Heiermann
NABU-Insektenexperte
Tel. 030-284 984 1616
Julian.Heiermann@NABU.de
