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Was tun mit toten Vögeln?
Richtig entsorgen oder melden & vorbeugen
Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 380 Millionen Vögel, dazu zahlreiche Jungvögel vor dem Flüggewerden. Tote Vögel sollten sicherheitshalber nur mit Schutzhandschuhen oder einer umgestülpten Plastiktüte gegriffen werden. Dann können Sie den toten Vogel begraben oder im Hausmüll entsorgen.
Im Siedlungsraum gehören jedoch viele Totfunde von Vögeln zu speziellen Fällen, bei denen es gut wäre, wenn Sie mehr tun würden, als nur den toten Vogel zu entsorgen:
1. Geflügelpest / Vogelgrippe
Seit rund 20 Jahren gibt es in Mitteleuropa immer wieder Geflügelpest-Ausbrüche (= Vogelgrippe, Avian Influenca). Betroffen sind Tiere aus Geflügelhaltungen und auch Wildvögel. Typische Singvögel, die Gärten besuchen, werden nach aktuellem Kenntnisstand nicht angesteckt, sondern vor allem Wasservögel im weitesten Sinne. Dazu gehören Enten, Gänse, Schwäne und Möwen und andere Seevögel sowie Kraniche. Auch Greifvögel, Falken, Eulen und vereinzelt Krähenvögel können an Vogelgrippe erkranken, wenn sie infizierte Tiere oder infiziertes Aas fressen. Die Infektion mit einer der hochansteckenden Varianten zeigt typischerweise Symptome wie Apathie und neurologischen Störungen, zum Beispiel Gleichgewichtsprobleme und Kopfschiefhaltung und führt bei einer solchen Ausprägung in der Regel innerhalb weniger Tage zum Tod.
Wer einen vermutlich an der Vogelgrippe erkrankten oder gestorbenen Vogel entdeckt, sollte die Veterinärbehörde beim Landratsamt beziehungsweise der Stadtverwaltung informieren. Bitte den Vogel nicht selbst entsorgen und auch nicht berühren!
Die Vogelgrippe bedroht Wildvögel weltweit. Das Virus dringt inzwischen schon in abgelegene Regionen vor und befällt besonders sensible Populationen. Deswegen fordert der NABU eine bessere Überwachung und mehr Schutz für Wildtierpopulationen. Mehr →
2. Amselsterben
Seit 2010 sterben in Deutschland viele Vögel, insbesondere Amseln, durch Infektionen mit dem Usutu-Virus. Der NABU versucht die Ausbreitung und die Auswirkungen dieser neuen Vogelkrankheit zu verfolgen und zu beurteilen. Bitte melden Sie daher tote Amseln und andere Vögel, die möglicherweise oder wahrscheinlich an einer Krankheit verstorben sind, über unser spezielles Meldeportal und senden Sie den toten Vögel wenn möglich zur Untersuchung ein. In Verbindung mit den Ergebnissen der NABU-Vogelzählungen erlauben diese Daten die Ermittlung der Auswirkungen des Virus auf die Vogelwelt.
Das Usutu-Virus trat erstmals 2010 auf, seither breitet sich der Erreger weiter aus und hat Folgen für die Vogelwelt. Insbesondere bei Amseln wird die Krankheit festgestellt. Der NABU bittet darum, kranke oder tote Tiere zu melden. Mehr →
3. Grünfinkensterben
Seit 2009 grassiert auch das sogenannten Grünfinkensterben in Deutschlands Gärten. Es wird durch einen einzelligen Parasiten hervorgerufen, der vor allem an sommerlichen Vogelfutter- oder Trink- und Badestellen von einem Vogel an den anderen weitergegeben wird. Dies ist vermutlich der Grund, warum die Bestände des Grünfinken bei unseren Vogelzählungen so deutlich zurückgehen. ACHTUNG: Stellen Sie sommerliche Vogelfütterungen sofort für mindestens vier Wochen ein, wenn Sie dort kranke oder tote Vögel vorfinden. Das ist wichtig, damit der Erreger dort nicht weiter verbreitet werden kann.
Beim NABU gehen im Sommer regelmäßig Meldungen zu erkrankten oder toten Grünfinken ein. Dafür verantwortlich ist der Erreger „Trichomonas gallinae“. Vogelfreunde können die Ausbreitung der Krankheit durch einfache Maßnahmen stoppen. Mehr →
4. Tod an Glasscheiben
In vielen Fällen sind tote Vögel in der Nähe von Häusern Opfer von Anflügen gegen Glasscheiben. Wohl über 100 Millionen Vögel sterben in Deutschland jedes Jahr auf diese Weise. Prüfen Sie in diesem Fall unbedingt, ob eine Ihrer Glasflächen als besondere Vogelfalle wirkt und sorgen Sie für Abhilfe. Abgesehen davon, dass niemand gerne tote Vögel vor dem Haus findet, wären vermeidbare besonders vogelschlaggefährdete Glasscheiben ein Verstoß gegen das Tötungsverbot von Vögeln aus dem Bundesnaturschutzgesetz.
Ein Aufprall gegen eine Fensterscheibe kann für Vögel tödlich enden, denn für sie ist Glas unsichtbar. Allein in Deutschland sterben jedes Jahr etwa 100 Millionen Vögel an den Folgen solch eines Zusammenstoßes. Dabei wäre es so einfach, diese Unfälle zu vermeiden. Mehr →
