Schwimmender Biber mit typischer tiefer Wasserlage - Foto: Marc Scharping
Biber, Nutria oder Bisam?
So kann man sie unterscheiden
Nutria, Biber, Bisam - Collage: NABU/Fotos: Marcus Bosch; Klemens Karkow; gettyimages/Carol Hamilton
„Oh, schau mal, da schwimmt ein Biber!“, wird ab und an auf einem Spaziergang am Fluss entlang fröhlich gerufen. Meistens handelt es sich dann jedoch gar nicht um einen Biber.
Die Verwechslungsgefahr besteht ‒ vor allem, wenn man nur einen kurzen Blick auf ein pelziges Wesen erhaschen kann. Alle drei gehören zwar zur Ordnung der Nagetiere, aber sie unterscheiden sich schon aufgrund ihrer Größe. Gemeinsam ist Nutria und Bisam noch: Beide stammen aus Amerika.
Biber: das größte Nagetier Europas
Der Biber (Castor fiber) ist das größte Nagetier Europas mit seinen bis zu 130 Zentimetern und seinem Gewicht von bis zu 36 Kilogramm, danach folgt die Nutria, dann der Bisam.
Wenn der Biber aus dem Wasser kommt, erkennt man ihn zielsicher an seiner platten, schwarzen Schwanzkelle, die bis zu 40 Zentimeter lang sein kann. Charakteristisch sind auch seine Zähne, die mit einer dicken, orangenen, eisenhaltigen Schmelzschicht überzogen ist.
Biber sind durch das Bundesnaturschutzgesetz deutschlandweit durch die Flora-Fauna-Habitatrichtlinie EU-weit streng geschützt.
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Seltene Begegnung: Biber von Angesicht zu Angesicht - Foto: Angelika Nijhoff/www.naturgucker.de
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Biberfraß an Weide, so etwas schaffen Nutria oder Bisam nicht - Foto: Helge May
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Streit unter Bibern - Foto: Rolf Jantz/www.naturgucker.de
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Biberschädel. Auch Nutrias haben ähnlich orange gefärbte Schneidezähne. - Foto: Hans-Schwarting/www.naturgucker.de
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Biber schwimmend - Foto: Franz Robiller
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Biber im Winter - Foto: Gottfried Kohlhase
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Biber bei der Mahlzeit - Foto: NABU/Claus Hektor
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Der breite Schwanz macht den Biber unverwechselbar - Foto: Ronny Hartwich/www.naturgucker.de
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Jetzt Mitglied werdenSo erkennt man Nutrias
Am häufigsten werden Nutrias (Myocastor coypus) für Biber gehalten, am Schwanz kann man sie aber gut unterscheiden: Nutria-Schwänze sind rund und nicht abgeflacht wie beim Biber.
Im Gegensatz zu Bibern haben sie außerdem hervortretende, sichtbare Ohren und weiße Barthaare, ihr Rücken ist meistens beim Schwimmen sichtbar, bei Bibern nicht. Sie tauchen bis auf den Kopf komplett unter. Nutrias erinnern eher an sehr große Meerschweinchen.
Sie werden bis zu 70 Zentimter groß und wiegen etwa neun Kilogramm. Die Nagezähne sind auffällig orange gefärbt. Nutrias leben in selbstgegrabenen Erdhöhlen im Uferbereich oder Nestern aus Schilf.
Was Bisame auszeichnet
Bisame (Ondatra zibethicus), obwohl sie auch Bisamratten genannt werden, gehören zur Familie der Hamster- und Wühlmausartigen.
Bisame sind deutlich kleiner und leichter als Nutrias und Biber: Sie sind etwa 25 bis 35 Zentimeter groß und erreichen ein Gewicht von durchschnittlich 900 Gramm. Das Fell ist oberseits dunkel- bis kastanienbraun, wird an den Seiten heller und geht am Bauch in einen weiß-grauen Farbton über.
Neben einem gedrungenen, kompakten Körperbau zählt sein beschuppter, seitlich abgeplatteter Schwanz zu den hervorstechenden Merkmalen.
| Bisam | Biber | Nutria | |
|---|---|---|---|
| Körpergröße | 35 cm | 100 cm | 65 cm | Fellfarbe | am Rücken graubraun über kastanienfarben bis schwarzbraun | gelb bis dunkelbraun (im Süden und Westen Deutschlands zum Teil auch schwarz), sehr dicht und weich, glänzend | gelbbraun-schwärzlich, vorwiegend dunkelbraun | Schwanzform | seitlich zusammengedrückt, oval | breit abgeplattet („Kelle“) | drehrund, schwarz | Ohren | wenig aus Fell hervortretend | weniger gut sichtbar | deutlich aus Fell hervortretend | Aussehen im Wasser | Der halbe Körper ragt heraus. Häufig kann man Pendelbewegungen des Schwanzes beobachten. | Gleitet ruhig und sachte durchs Wasser. Nase, Augen und Ohren bilden eine Linie über dem Wasserspiegel, der Rest des Körpers bleibt weitgehend unter Wasser. | Ist an ihren weiß leuchtenden Barthaaren zu erkennen. Sie streckt die Nase über die Wasseroberfläche steil hinaus, sodass der Kopf schräg nach oben zeigt. Ihr Rücken einschließlich des Schwanzansatzes ist über Wasser sichtbar. | Ursprüngliche Verbreitung | Nordamerika | Europa | Südamerika |
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Bisam - Foto: Jürgen Podgorski/www.naturgucker.de
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Bisam transportiert Futter - Foto: Hans Schwarting/www.naturgucker.de
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Bisam zu Fuß - Foto: Andreas Schäfferling/www.naturgucker.de
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Bisam - Foto: Bozena Kotkowski/www.naturgucker.de
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Bisam - Foto: Jürgen Podgorski/www.naturgucker.de
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Bisam - Foto: Kerstin Karg/www.naturgucker.de
In Konkurrenz treten die drei Arten nicht übermäßig. Der Biber ernährt sich ausschließlich vegetarisch, während der Bisam auch Insekten und Krebse frisst. Auch ist der Biber der Einzige, der im Winter Baumrinden knabbert. Bisame und Nutrias fressen beide Wasserpflanzen, dabei setzen sich Nutrias aggressiv gegen die kleineren Bisame durch, wenn es sein muss.
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