Im Einsatz für den Amphibienschutz
Mitglieds-Reportage: Sabrina Hennig aus Rangsdorf
Sabrina Hennig ist jedes Jahr wieder für die Kröten im Einsatz. Ein Interview mit dem NABU-Mitglied aus Rangsdorf. Mehr →
Wenn nach dem Winter die Temperaturen steigen und die Nächte feucht sind, machen sich Amphibien wie Kröten, Frösche und Molche auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Viele überleben diese Reise nicht, denn sie birgt viele Gefahren. Die größte Gefahr sind Straßen: Jedes Jahr werden Tausende Amphibien überfahren.
Für Erdkröten und andere Amphibien sind Straßen eine große Gefahr. - Foto: Gerline Yakisikli
Krötenschutzzäune verhindern, dass die Tiere die Straße überqueren. - Foto: NABU/Jan Piecha
Helfer*innen sammeln die Tier auf - Foto: NABU/Jonathan Fieber
und bringen sie in Eimern sicher über die Straße. - Foto: NABU/Jan Piecha
Seit vielen Jahren haben Naturschützer*innen dem Amphibientod an unseren Straßen den Kampf angesagt. In der ganzen Republik sind Naturschutzgruppen Jahr für Jahr aktiv, stellen Fangzäune auf, tragen Kröten über die Straße und legen Ersatzlaichgewässer an. Dieses Engagement ist unbezahlbar und ohne das wäre es um unsere Frösche und Kröten deutlich schlechter bestellt.
Amphibienschutz ist aufwendige Handarbeit, deshalb werden immer helfende Hände gesucht. Zunächst müssen Schutzzäune aufgestellt werden – teils übernimmt das die Kommune oder die Straßenbauverwaltung. Stehen die Zäune, müssen diese jeden Tag kontrolliert werden, am besten am frühen Abend und am frühen Morgen. Befinden sich Amphibien in den Eimern, werden diese in Transporteimer umgefüllt und über die Straße getragen. In der Regel werden dabei auch Anzahl, Arten und Geschlechter notiert.
Um mitzumachen, sind Vorkenntnisse nicht zwingend nötig. Die Saison erstreckt sich meist über zwei bis drei Monate, mit dem Höhepunkt gegen Mitte März. Es ist schön, wenn jemand an vielen Tagen mit anpacken kann, wer nur einmal oder zweimal Zeit hat, ist aber auch willkommen.
Wer weiß, dass im Heimatort oder in der Nachbarschaft Krötenzäune betreut werden, kann sich einfach an die jeweilige Naturschutzgruppe wenden. Ist dies nicht bekannt, lohnt es sich, auf den lokalen NABU-Websites nachzuschauen. Mehr als tausend Schutzzäune samt Kontaktadressen sind zudem in der Schutzzaundatenbank des NABU-Bundesfachausschusses Feldherpetologie versammelt.
NABU-GruppensucheWie die Hilfe funktioniert, wie man die Tiere richtig anfasst, wie man Grasfrösche von Springfröschen oder Bergmolche von Teichmolchen unterscheidet, ist übrigens vor Ort schnell gelernt. Allen, die sich vorab schon informieren wollen, empfehlen wir unseren NABU-Wissens-Kurs „Krötenzaun & Co. – Schutzeinrichtungen für Amphibien“.
Dieser kostenlose Kurs zeigt dir, wie du Amphibienschutzzäune planst, richtig aufbaust und kontrollierst. Schaue dabei einer NABU-Gruppe über die Schulter. Darüber hinaus lernst du stationäre Amphibientunnel kennen und erhältst einen Überblick über weitere wichtige Schutzmaßnahmen.
Zum NABU-KursDer NABU-Bundesfachausschuss Feldherpetologie hat eine interaktive Schutzzaun-Datenbank erstellt. Diese enthält allgemeine Informationen zur Lage, Ausstattung und Fangergebnissen von Schutzzaunstandorten. Für jeden Zaunstandort kann eine Betreuerliste eingefügt werden, um die Zaunbetreuung zu optimieren. Das Besondere: Schutzzaun-Organisierende können ihren Zaunstandort selbständig in die Datenbank eingeben und jederzeit aktualisieren.
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