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NABU-Umfrage: Drei von vier Deutschen wollen Schweröl-Ausstieg
Kreuzfahrtschiff - Foto: Stefan Prell
18. August 2022 – Bei einer vom NABU beauftragten repräsentativen Civey-Umfrage wurden Teilnehmende gefragt, was Kreuzfahrt-Reedereien tun sollten, um Natur und Umwelt zu schützen. Der Ausstieg aus der Schwerölnutzung wurde dabei von den Befragten mit 76,7 Prozent am häufigsten genannt – noch vor einem Stopp der Abwasserentsorgung im Meer mit 71,5 Prozent und der Reduzierung der Müllmenge mit 67,1 Prozent. Nur eine verschwindende Minderheit von 3,4 Prozent der Befragten gab an, dass ihrer Ansicht nach Kreuzfahrtunternehmen schon genug für Umwelt und Natur tun. Eine Mehrfachnennung war möglich.
Der NABU fordert schon lange den Schweröl-Ausstieg – nun wird deutlich, dass diese Position von der breiten Mehrheit mitgetragen wird. Diese Ergebnisse zeigen, dass die Kreuzfahrtunternehmen ihren Versprechen, umweltfreundlicher zu werden, auch Taten folgen lassen müssen.
Damit die Branche endlich mehr tut, hat der NABU die Online-Aktion „Schluss mit schmutzigen Schweröl-Kreuzfahrten!“ gestartet. Jede*r kann mitmachen und über eine Aktionsseite einen Protestbrief versenden, der die Unternehmen AIDA, TUI Cruises, COSTA Crociere, MSC Cruises, Royal Caribbean, Carnival Cruise Line und Norwegian Cruise Line auffordert, aus dem Schweröl auszusteigen.
„Kreuzfahrt-Unternehmen verbreiten gerne das saubere Image von idyllischen Traumreisen – dabei fahren viele Kreuzfahrtschiffe noch immer mit dem dreckigsten aller Kraftstoffe: Schweröl. Diese Umfrage zeigt, dass die Menschen in Deutschland schon viel weiter sind als die Unternehmen: Sie wünschen sich, dass Kreuzfahrten endlich weniger umweltschädlich werden.“
Leif Miller, NABU-Bundesgeschäftsführer
Jetzt mitmachen:
Schweröl-Ausstieg dringend nötig
Das Verbrennen von Schweröl ist extrem schädlich: Schiffsmotoren stoßen dabei nicht nur Unmengen CO₂, sondern auch für Menschen und Umwelt gefährliche Schadstoffe aus, wie Feinstaub und Ruß, Schwefel- und Stickoxide. Außerdem verursachen die für das Schweröl benötigten Schwefelwäscher – sogenannte Scrubber – schmutzige Abwässer, die häufig direkt ins Meer geleitet werden. Gelangt der giftige Treibstoff selbst ins Meer, hat das verheerende Auswirkungen auf Meereslebewesen und Wasservögel.
Die Kreuzfahrtreedereien halten am billigen und giftigen Schweröl fest, obwohl es eine Lösung gibt: Seit zehn Jahren fordert der NABU von den Unternehmen, dass sie auf den viel saubereren Marinediesel umsteigen. Das wäre immer noch ein fossiler Kraftstoff, aber ein großer Schritt hin zu weniger Dreck und Gefahren für Natur und Umwelt. Diese Abgase können zudem leichter gereinigt werden, aber auch hier müssen endlich standardmäßig Rußpartikelfilter und Katalysatoren eingesetzt werden wie an Land.
Den ersten Schritt des Treibstoffwechsels können die Kreuzfahrtunternehmen sofort gehen, einige hatten das in der Vergangenheit schon angekündigt. Da auf diese Lippenbekenntnisse jedoch nie Taten folgten, will der NABU nun mit Hilfe der Bevölkerung Druck auf die Reedereien ausüben. Im nächsten Schritt müssen die Unternehmen dann auf saubere und klimaneutrale strombasierte Kraftstoffe umsteigen, um ihren Klimaschutzversprechen gerecht zu werden.
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