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Die große Kranichwelle rollt an
Die große Kranichwelle rollt an
Frühjahrsrekord mit 68.000 Tieren am Lac du Der / Stau löst sich auf
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Auffliegende Kraniche
16. März 2010 – Während in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern viele Kranichreviere bereits besetzt sind, hat ein Großteil der skandinavischen Kraniche abgeschreckt vom Winterwetter den Zug zunächst unterbrochen. Auf dem Weg von Spanien nach Nordosten machten viele Vögel längere Rast am Lac du Der in der Champagne. Mit 68.000 Kranichen wurde dort ein neuer Frühjahrsrekord aufgestellt.
Inzwischen beginnt sich der große Stau aber aufzulösen. In teils riesigen Trupps setzen die Kraniche den Zug fort und überqueren dabei weite Teile Deutschlands. So wurden am Montag (15.) über dem mittelhessischen Marburg insgesamt 17.000 ziehende Kraniche gezählt.
Hauptrastplätze in Deutschland vor dem Weiterflug nach Skandinavien sind die Untere Havel mit dem Gülper See und die flachen Boddengewässer an der Ostsee nahe Stralsund. „Momentan herrscht bei uns noch die große Leere vor dem Sturm“, berichtet Günter Nowald vom Kranichzentrum Groß-Mohrdorf. „Durch das Tauwetter haben sich auf vielen Äckern und Wiesen große Wasserblänken gebildet, die die Kraniche gerne als Schlafplatz nutzen. Sie müssen deshalb nicht in einer Etappe bis zur Küste durchfliegen. Es sind aber so viele Kraniche unterwegs, dass man zum kommenden Wochenende sicher auch am Bodden große Rasttrupps beobachten kann. Ein Besuch lohnt sich also.“
Kranichzentrum Groß Mohrdorf
Die „Vögel des Glücks“ ziehen wieder
Die ersten trompetenden Kranichschwärme überfliegen Deutschland
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Kranicheinflug am Gülper See (Havel). Hören Sie den Ruf der Kraniche.
25. Februar 2010 - Ende Februar/Anfang März kehren die ersten Zugvögel aus dem Süden zurück nach Deutschland. Ein besonderer Höhepunkt am Himmel sind dabei die Kraniche. Lautes Trompeten aus der Höhe macht auf die Keilformation der großen, grauen Vögel aufmerksam und lässt auf längere und sonnige Tage hoffen.
Angesichts tiefer Temperaturen und dichter Schneedecke haben nur wenige Kraniche den Winter bei uns verbracht. Am Schaalsee an der Grenze zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern harrten immerhin rund 500 Vögel aus und suchten tagsüber auf den umliegenden Äckern unter dem Schnee nach Nahrung.
Der Großteil unserer Kraniche aber überwinterte in milderen Gegenden, vor allem in Frankreich und in Spanien. Dort sammeln sich an den großen Rastplätzen nun wieder Zehntausende zum Abflug nach Nordosten.
Vom französischen Lac du Der in der Champagne kommend, sind erste kleine Trupps seit etwa dem 15. Februar nach Deutschland eingeflogen. Inzwischen ziehen bei günstigem Flugwetter bereits mehrere Tausend Kraniche entlang der westlichen Route via Eifel, Moseltal, Bonn, Siegerland, Ruhrgebiet und Weserbergland oder alternativ vom Saarland und Rheinland-Pfalz via Frankfurt am Main, den Taunus und die Wetterau Richtung Norden.
Die größten Zugketten wurden aktuell am Montag (22.) mit 1.850 Vögeln über Mayen in der Eifel sowie am Mittwoch (24.) mit 1.400 Kranichen ebenfalls in der Eifel, am Fuchskopf bei Daun beobachtet. 400 bis 500 Vögel starke Trupps flogen unter anderem bereits im Raum Marburg, über dem Saaletal, im Siegerland und am Paderborner Lippesee.
An den Rastplätzen im äußersten Norden ist es dagegen noch ruhig. Die Boddengewässer in der sogenannten Rügen-Bock-Region unweit des von NABU und WWF betriebenen Kranich-Informationszentrums Groß Mohrdorf bei Stralsund sind momentan weitgehend kranichfrei. Die beste Zeit zur Beobachtung großer rastender Kranichmengen dürfte dort erst in der zweiten Märzhälfte sein. Einzelne Kranichpaare haben in Mecklenburg-Vorpommern allerdings bereits ihre Brutreviere bezogen. Im Havelluch wiederum, dem zweiten Großrastplatz rund um das auch als Storchendorf bekannte Linum westlich von Berlin, halten sich bereits mehrere hundert Kraniche auf.
Die Vögel verbringen die Wintermonate überwiegend im sonnigen Spanien oder in Frankreich. Ihr wichtigstes Überwinterungsgebiet liegt in der Extremadura im Westen Spaniens. Dort suchen die Vögel traditionell in den lichten mediterranen Eichenwäldern nach den Früchten der Stein- und Korkeichen. Zählungen im Winter 2009/10 zeigen aber, dass die Vögel sich dort zunehmend auch auf Mais- und Reisäckern aufhalten.
Auf dem Rückweg in ihre Brutgebiete durchqueren die Kraniche Deutschland auf einem recht schmalen Korridor in Richtung vorpommersche Boddenlandschaft. Von dort begeben sich die Vögel auf die letzte Etappe ihrer anstrengenden Reise nach Skandinavien, nach Polen, in die baltischen Staaten oder nach Weißrussland. Ein Teil verbleibt auch hier in Deutschland, wo dank intensiver Schutzbemühungen heute wieder fast 6.000 Kranichpaare brüten. Der europäische Gesamtbestand liegt bei etwa 75.000 Brutpaaren. (elg)
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Mehr über den Kranichzug beim Kranich-Zentrum Groß-Mohrdorf
Kraniche im Rhinluch rund um Linum

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