Fazit
Die Klimakrise verändert das Leben der Vögel bereits heute. Je schneller sich das Klima verändert und je mehr Lebensräume gleichzeitig verloren gehen, desto schwieriger wird es für viele Vogelarten, mitzuhalten.
Nur wenige Arten profitieren von den Veränderungen, einige können sich anpassen, viele geraten jedoch zunehmend unter Druck, weil sie sich nicht schnell genug anpassen können. Bei manchen Arten entstehen auch neue Probleme, wenn beispielsweise ihre Brutzeit zu früh beginnt und schlechtes Wetter oder ein geringes Nahrungsangebot folgt.
Wie die Klimakrise die Vogelwelt verändert
Steigende Temperaturen, verschobene Jahreszeiten und zunehmende Trockenheit verändern die Lebensbedingungen von Vögeln weltweit. Sie beeinflussen, wann Vögel brüten, wann sie ziehen und wo sie Nahrung finden. Besonders Zugvögel sind betroffen, da sie auf geeignete Lebensräume entlang ihrer gesamten Zugrouten angewiesen sind.
Gemeinsam Vögel schützen
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Natur aus dem Takt
Durch die steigenden Temperaturen beginnen Frühling und Sommer früher. Pflanzen blühen früher und auch Insekten treten zu anderen Zeitpunkten auf. Für Vögel kann das problematisch sein, wenn ihr Brutzeitpunkt nicht mit dem vorhandenen Nahrungsangebot übereinstimmt. Besonders für Jungvögel kann ein Mangel an Nahrung die Überlebenschancen verringern.
Zugvögel unter Druck
Für Zugvögel ist die Situation besonders schwierig. Sie sind auf mehrere Lebensräume angewiesen: ihr Brutgebiet, ihre Rastplätze entlang der Zugroute und ihr Winterquartier. Wenn sich diese Lebensräume verändern oder verschwinden, werden Vögel an vielen Stellen ihres Lebenszyklus gleichzeitig beeinträchtigt.
Die Royal Society for the Protection of Birds (RSPB) fand 2018 heraus, dass über 80 Prozent der europäischen Langstreckenzieher in Zukunft zunehmend längere und weitere Migrationsreisen unternehmen müssen. Bei 37 Prozent der Zugwege werden zusätzliche Zwischenstopps benötigt.
Viele Zugvögel kehren im Frühjahr etwa drei Wochen früher aus ihren Winterquartieren zurück als noch vor 40 Jahren. Manche ändern ihre Abzugszeiten im Herbst und verweilen deshalb länger in ihren Brutgebieten. Und auch die Brut beginnt immer früher, weil die Vögel eher aus ihren Winterquartieren zurückkommen. Das liegt zum einen an den steigenden Temperaturen in Afrika, zum anderen am abnehmenden Regen an den wichtigen Rastplätzen an der Mittelmeerküste. Die Vögel rasten deshalb nur kurz und fliegen schnell nordwärts weiter.
Veränderte Zugrouten
Durch die schlechteren Umweltbedingungen an wichtigen Rastplätzen verändern manche Langstreckenzieher sogar bereits ihre Zugrouten. Das ist überraschend. Bislang ging die Forschung davon aus, dass die genetische Prägung der Transsaharazieher stärker fixiert ist als bei Kurz- und Mittelstreckenziehern, die flexibler auf Witterungsentwicklungen im Winterquartier reagieren können, weil ihre innere Uhr weniger von der Tageslänge abhängig ist.
Lebensräume nach Norden verschoben
Die Klimakrise verändert auch die Verbreitungsgebiete von Vogelarten. In 20 Jahren haben sich durch die Erwärmung die Lebensräume in Europa rein rechnerisch um 250 Kilometer nach Norden verschoben.

Auch wenn es einige wenige Arten gibt, die von der Klimakrise profitieren: Insgesamt überwiegen die negativen Auswirkungen auf die Vogelwelt. Für die meisten Vögel sind gerade die extremen Wetterlagen und die zunehmenden Dürren problematisch, weshalb die Bestände vieler häufiger Arten, die gemäßigte Temperaturen bevorzugen, tendenziell abnehmen.
Nicht alle Arten können ausweichen
Für Arten, die an kältere Lebensräume angepasst sind, wird es dagegen zunehmend schwieriger. Sie müssten nach Norden oder in höher gelegene Gebiete ausweichen – und tun dies vereinzelt auch schon. Doch diesen Ausweichbewegungen sind natürliche Grenzen gesetzt. Spätestens am Nordpol oder in lebensfeindlichen Höhenlagen ist Schluss und ein weiteres Ausweichen unmöglich.
Gleichzeitig verschärfen andere menschliche Einflüsse die Situation. Intensive Landwirtschaft, Lebensraumverlust und die Zerstörung von Feuchtgebieten verringern die Möglichkeiten der Vögel, auf die klimatischen Veränderungen zu reagieren.
Was kann helfen?
Zuallererst gilt es natürlich, die Veränderungen durch die Klimakrise zu verlangsamen, auch wenn sie nicht mehr völlig aufzuhalten sind. Eine Studie von BirdLife International zeigt, dass 24 Prozent der 570 weltweit untersuchten Vogelarten negativ und nur 13 Prozent positiv von der Klimakrise beeinflusst werden. Was sonst in vielen Jahrhunderten schleichend geschah, damit sich Vogelarten fortwährend anpassen konnten, passiert jetzt innerhalb von 70 bis 80 Jahren – zu schnell für viele Arten.
Darüber hinaus müssen wir dafür sorgen, dass wir die Folgen abmildern – nicht nur für die Vogelwelt. Der Lebensraumschutz und deren Vernetzung hat hierbei die höchste Priorität. Dazu gehören Brutgebiete, Feuchtgebiete und Rastplätze entlang der Zugrouten – sowohl in Europa als auch in Afrika.
Die passende Folge „Reingezwitschert“
Was machen eigentlich die Vögel, wenn es immer wärmer wird? Wie wirkt sich das auf die Zugvögel aus? Wer gewinnt, wer verliert? Eure Gastgeber Fabian und Martin versuchen cool zu bleiben und diskutieren über Vögel in der Klimakrise:
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