
Perdix perdix
Rebhuhn
Früher noch ein häufig zu beobachtender Kulturfolger, brach der Bestand des Rebhuhns um 1990 stark ein. Dies veranlasste den NABU das Rebhuhn zum Vogel des Jahres 1991 zu machen. Auch heute noch sieht man den etwa taubengroßen und scheuen Vogel recht selten. Doch wer den Rufen des Männchens früh morgens oder spät abends folgt, hat dennoch Chancen das zu der Familie der Glattfußhühner gehörende Rebhuhn zu sehen.
Vorkommen in Deutschland
Gefährdungsgrad
Stark gefährdet
- Nicht gefährdet
- Extrem selten
- Vorwarnliste
- Gefährdet
- Stark gefährdet
- vom Aussterben bedroht
- Ausgestorben
Bestandszahl
35.000 – 61.000 Brutpaare
Bestandstrend
- 87 % (abnehmend)
Beschreibung
Aussehen
Rebhühner gehören zu den Hühnervögeln. Auf dem Rücken sind sie vorwiegend braungrau marmoriert, ihre Brust ist jedoch grau und das Gesicht orangebraun gefärbt. Die adulten Männchen weisen einen braunen Bauchfleck auf. Auch die Weibchen können diesen Bauchfleck haben, er ist jedoch weniger ausgeprägt. Zudem sind die Weibchen generell matter gefärbt.

Verhalten
Man kann sie sowohl einzeln als auch in größeren Gruppen antreffen. Nach der Brut bleiben die Jungtiere erst mal bis zum Winter im Familienverband. In besonders strengen Wintern können sich sogar mehrere Familien zusammenschließen. Ansonsten sind die recht scheuen Tiere gerne alleine unterwegs.
Lebensraum
Als ehemaliger Steppen- und Waldsteppen-Bewohner Mitteleuropas bis nach Asien wurde das Rebhuhn durch eine sich ausweitende Landwirtschaft zum Kulturfolger. Heute trifft man das Rebhuhn auf offenen Flächen wie Wiesen, Feldern und Brachflächen an. Hier brütet es in schützender Vegetation und sucht nach Nahrung, weshalb eine reich strukturierte Landschaft als Lebensraum benötigt wird.
Gefährdung
Auch als Kulturfolger können die Rebhühner mit der modernen intensiven Landwirtschaft nicht mithalten. Durch die Ausräumung der Landschaft und den hohen Pestizideinsatz mangelt es ihnen an Lebensraum und Nahrungsmöglichkeiten. Die wenigen verbliebenen Habitate sind anfällig für Fressfeinde und werden zusätzlich durch den Menschen bejagt.
Nahrung
Adulte Rebhühner ernähren sich vorwiegend pflanzlich, ab und zu steht aber auch tierische Kost auf ihrem Speiseplan. So fressen sie grüne Pflanzenteile, Körner oder Samen ebenso wie kleinere Insekten. Jungtiere hingegen ernähren sich in der ersten Zeit vorwiegend tierisch.
Stimme/Laute
Das Männchen ist am besten in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden zu hören, wenn es seinen Revierruf, ein raues „kirräck“ mit Betonung auf der zweiten Silbe, ertönen lässt. Ein „grrriweck“ oder „kirrik“ dient hingegen als Kontakt- und Sammelruf.
Zugverhalten
Rebhühner sind Standvögel.
Beobachtungstipps
Da Rebhühner recht scheu und nervös sind, kann es mitunter schwierig sein, sie zu entdecken. Am besten sind sie an Feldrändern und -säumen zu beobachten, da dort die Vegetation nicht zu hoch ist. Schreckt man sie aus Versehen auf, fliegen sie meist mit lautem Flügelschlag knapp über den Boden, wobei die rostroten Schwanzseiten sichtbar sind. Meist legen sie noch kurze Gleitstrecken ein.
Aktiv werden
Was kann ich tun?
Der NABU ist seit über 100 Jahren im praktischen Naturschutz vor Ort aktiv, um die Vielfalt unserer heimischen Vogelwelt zu erhalten. Heute betreut der NABU mehr als 5.000 Schutzgebiete in Deutschland. Damit wir auch in Zukunft die Vielfalt und Schönheit der Natur für die Vogelwelt erhalten können, braucht sie deinen Schutz. Unterstütze uns und werde NABU-Mitglied!
