
Lanius collurio
Neuntöter
Wer sich schon einmal über merkwürdig aufgespießte Insekten und Raupen an Weißdorn und Brombeerstacheln gewundert hat, hat eventuell das Werk eines Neuntöters beobachtet. Der hübsche Vogel legt sich dort Vorräte an. Auch kleine Mäuse kann man – oft zum Schreck der Beobachter – auf diese Art gelagert finden. Der Neuntöter gehört zur Familie der Würger, hierzulande ist er ihr häufigster Vertreter.
Vorkommen in Deutschland
Gefährdungsgrad
Nicht gefährdet
- Nicht gefährdet
- Extrem selten
- Vorwarnliste
- Gefährdet
- Stark gefährdet
- vom Aussterben bedroht
- Ausgestorben
Bestandszahl
115.000 - 200.000 Brutpaare
Bestandstrend
+ 28 % (stabil)
Steckbrief
Beobachten
von Mai bis September zu beobachten
Größe
17 cm groß
Besonderheit
brütet vor allem in Hecken und Dornengebüsch
Reise
Langstreckenzieher, überwintert im tropischen Afrika
Funfact
Neben der Vorratshaltung der Beute scheint auch das Vorbereiten der Nahrung wichtig zu sein: Die Beutetiere werden an Dornen zerteilt, aufgebrochen oder entstachelt.
Beschreibung
Aussehen
Das Männchen hat einen grauen Kopf mit schwarzem Augenstreif. Die Kehle ist weiß, Brust und Bauch sind hellrosa. Der Rücken ist rotbraun, der Schwanz schwarz. Das Weibchen ist rotbraun gefärbt, im Nacken gräulich. Die Augenmaske ist dunkelbraun. Die Unterseite ist cremeweiß mit Querbänderung.

Verhalten
Neuntöter spießen übrig gebliebene Nahrung auf Dornen, um sie dort für einen späteren Zeitpunkt aufzubewahren. Auch Stacheldraht nutzen sie dafür. Die Männchen sitzen gerne auf exponierter sonniger Warte. Neuntöter sind zur Brutzeit paarweise unterwegs und sehr territorial. Auf Vogelzug fliegen sie eher alleine.
Lebensraum
Neuntöter bevorzugen offene strukturierte Landschaften mit Plätzen zum Sonnen- und Staubbaden und vielen Hecken und Sträuchern. Auch auf Äckern und an Waldrändern sind sie unterwegs, vorausgesetzt es sind ausreichend Sträucher und Dornengebüsch vorhanden.
Gefährdung
Neuntöter sind nicht gefährdet.
Nahrung
Sie ernähren sich von Insekten, Raupen, Kleinsäugern, Reptilien wie Eidechsen und kleinen Schlangen.
Stimme/Laute
Er ist eher ein leiser Geselle. Bei Erregung macht er ein schnalzendes „tschäk“ oder „teck“. Sein Revier zeigt er mit einem heiseren „wäw“-Ruf an. Der leise zwitschernde Gesang ist mit Imitationen anderer Vögel durchsetzt.
Zugverhalten
Sie ziehen bereits im August über das Mittelmeer gen Afrika. Im Frühjahr ziehen sie wesentlich weiter östlich entlang des roten Meeres wieder gen Norden.
Beobachtungstipps
In sonnigen und trockenen Gebieten mit vielen Hecken und Sträuchern ist es am wahrscheinlichsten, einen Neuntöter anzutreffen. Das Männchen ist gut zu erkennen, da es oft auf einem Zaunpfahl, einem jungen Baum oder anderweitig erhöht sitzt.
Aktiv werden
Was kann ich tun?
Um den wieder erholten Bestand zu schützen, ist der Erhalt von Heckenlandschaften bedeutsam. Auch ein ausreichendes Insektenangebot ist für ihn wichtig. Weniger Einsatz von Insektenvernichtungsmitteln und der Erhalt offener Kulturlandschaften wie Streuobstwiesen und Trockenrasen sind für ihn essenziell.
