Neuntöter auf einem Strauch.
Vogel des Jahres 1985
Neuntöter© Foto: Mathias Schäf

Lanius collurio

Neuntöter

Wer sich schon einmal über merkwürdig aufgespießte Insekten und Raupen an Weißdorn und Brombeerstacheln gewundert hat, hat eventuell das Werk eines Neuntöters beobachtet. Der hübsche Vogel legt sich dort Vorräte an. Auch kleine Mäuse kann man – oft zum Schreck der Beobachter – auf diese Art gelagert finden. Der Neuntöter gehört zur Familie der Würger, hierzulande ist er ihr häufigster Vertreter.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Nicht gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

115.000 - 200.000 Brutpaare

Bestands­trend

+ 28 % (stabil)

Steckbrief

Beobachten

von Mai bis September zu beobachten

Größe

17 cm groß

Besonderheit

brütet vor allem in Hecken und Dornengebüsch

Reise

Langstreckenzieher, überwintert im tropischen Afrika

Funfact

Neben der Vorratshaltung der Beute scheint auch das Vorbereiten der Nahrung wichtig zu sein: Die Beutetiere werden an Dornen zerteilt, aufgebrochen oder entstachelt.

Das Weibchen hat eine rotbraune Färbung. © Foto: Mathias Schäf

Beschreibung

Aussehen

Das Männchen hat einen grauen Kopf mit schwarzem Augenstreif. Die Kehle ist weiß, Brust und Bauch sind hellrosa. Der Rücken ist rotbraun, der Schwanz schwarz. Das Weibchen ist rotbraun gefärbt, im Nacken gräulich. Die Augenmaske ist dunkelbraun. Die Unterseite ist cremeweiß mit Querbänderung.

Neuntöter halten sich gerne in Sträuchern und Dornengebüschen auf.© Foto: Frank Derer

Verhalten

Neuntöter spießen übrig gebliebene Nahrung auf Dornen, um sie dort für einen späteren Zeitpunkt aufzubewahren. Auch Stacheldraht nutzen sie dafür. Die Männchen sitzen gerne auf exponierter sonniger Warte. Neuntöter sind zur Brutzeit paarweise unterwegs und sehr territorial. Auf Vogelzug fliegen sie eher alleine.

Lebensraum

Neuntöter bevorzugen offene strukturierte Landschaften mit Plätzen zum Sonnen- und Staubbaden und vielen Hecken und Sträuchern. Auch auf Äckern und an Waldrändern sind sie unterwegs, vorausgesetzt es sind ausreichend Sträucher und Dornengebüsch vorhanden.

Gefährdung

Neuntöter sind nicht gefährdet.

Nahrung

Sie ernähren sich von Insekten, Raupen, Kleinsäugern, Reptilien wie Eidechsen und kleinen Schlangen.

Stimme/Laute

Er ist eher ein leiser Geselle. Bei Erregung macht er ein schnalzendes „tschäk“ oder „teck“. Sein Revier zeigt er mit einem heiseren „wäw“-Ruf an. Der leise zwitschernde Gesang ist mit Imitationen anderer Vögel durchsetzt.

Zugverhalten

Sie ziehen bereits im August über das Mittelmeer gen Afrika. Im Frühjahr ziehen sie wesentlich weiter östlich entlang des roten Meeres wieder gen Norden.

Beobachtungstipps

In sonnigen und trockenen Gebieten mit vielen Hecken und Sträuchern ist es am wahrscheinlichsten, einen Neuntöter anzutreffen. Das Männchen ist gut zu erkennen, da es oft auf einem Zaunpfahl, einem jungen Baum oder anderweitig erhöht sitzt.

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Um den wieder erholten Bestand zu schützen, ist der Erhalt von Heckenlandschaften bedeutsam. Auch ein ausreichendes Insektenangebot ist für ihn wichtig. Weniger Einsatz von Insektenvernichtungsmitteln und der Erhalt offener Kulturlandschaften wie Streuobstwiesen und Trockenrasen sind für ihn essenziell.

Vogelporträt: Neuntöter - NABU