Inhaltsverzeichnis
- Vogeldjagd in Malta
- Vogeljagd in Ägypten
- Vogeljagd auf Zypern
- Illegale Jagd
- Vogeljagd in Deutschland
Von unseren heimischen Vogelarten verlässt der größte Teil in den Wintermonaten seine Reviere und zieht in wärmere Gegenden Südeuropas oder Afrikas. Typische Zugvögel sind Storch, Kranich, Kuckuck, Rauchschwalbe, Feldlerche und Nachtigall. Doch ihre Reise in die Überwinterungsgebiete ist lang und voller Gefahren. Deshalb sind wir auch weltweit für den Schutz von Zugvögeln im Einsatz.
Unsere Zugvögel schützen
Zugvögel legen jedes Jahr tausende Kilometer zurück, einige Langstreckenflieger sogar mehrere hundert Kilometer ohne Rast. Ihre Reise ist eines der faszinierendsten Naturschauspiele. Doch zwischen Brutplatz und Winterquartier lauern viele Gefahren. Hilf mit, die gefährliche Reise unserer Zugvögel sicherer zu machen: mit einer Zugvogel-Patenschaft.
Nicht nur auf den Zugrouten sind Vögel gefährdet: Auch in Deutschland werden immer noch Vögel illegal getötet. Das betrifft insbesondere Greifvögel. Darüber hinaus gibt es noch die legale Vogeljagd, die jedoch gesetzlich streng geregelt ist.
Malta: Vogeljagd als „Volkssport“
Unzählige Zugvögel queren jedes Jahr auf ihren Reisen zwischen den europäischen Brutgebieten und den afrikanischen Überwinterungsorten zweimal das Mittelmeer. Dabei bietet sich die nur etwa 300 Quadratkilometer große, Sizilien vorgelagerte Insel Malta als Rastplatz geradezu an. Doch obwohl sich Malta als Mitglied der Europäischen Union bereits seit 2009 den EU-Vogelschutzrichtlinien verpflichtet hat, ist die Insel bis heute alles andere als ein sicherer Rückzugsort für Zugvögel.
Entgegen geltendem EU-Recht eröffnet Malta im Frühjahr immer wieder die Jagd auf Turteltauben und Wachteln: Über 12.000 lizensierte Jäger*innen erschießen dabei auch viele weitere Arten, insbesondere Greifvögel. Außerhalb der Jagdsaison ist darüber hinaus der Fallenfang, insbesondere von Finken, weit verbreitet. Dieser wurde zwar 2019 vom Europäischen Gerichtshof verboten (Bericht über das Verbot des Finkenfangs), Malta umgeht dieses Urteil jedoch und setzt den Finkenfang zu angeblichen „Forschungszwecken“ bis heute fort. Die EU-Kommission verklagte Malt daraufhin im November 2021 – ein finales Urteil steht noch aus.
Ägypten: Millionen Zugvögel verenden in riesigen Fangnetzen
Fangnetze auf 700 Kilometer Länge und skrupellose Freizeitschützen lassen die Mittelmeerküste Ägyptens zu einer immer schwerer zu überwindenden Barriere für Zugvögel werden. Wir schätzen die Anzahl der getöteten Vögel während einer Fangsaison auf 10 bis 140 Millionen (vier Monate Fangsaison, gesamte Netzlänge von 700 Kilometern, geschätzte tägliche Fangzahlen). Die gefangenen Vögel werden als Delikatesse auf Märkten lebend verkauft.
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Die ägyptischen Gesetze schreiben zwar Mindestabstände zwischen den Fangnetzen und maximale Netzhöhen vor, dennoch gibt es dieses durchgängige Netz entlang der Küste – und erfüllt damit den Tatbestand der Wilderei. Und obwohl Ägypten zahlreiche internationale Konventionen zum Natur- und Vogelschutz unterzeichnet hat, werden Verstöße dagegen in der Praxis nicht geahndet.
Welche Arten sind vom Vogelfang in Ägypten hauptsächlich betroffen?
Vogelarten, deren Bestände komplett nach Südosten ziehen, sind besonders gefährdet, zum Beispiel Neuntöter, Sumpfrohrsänger oder Gelbspötter. Weiterhin landen Nachtigallen und verschiedene Grasmücken in den Netzen, auch wenn es die Wilderer eher auf Wachteln und Turteltauben abgesehen haben.
Vogelarten, die schon bei uns unter Lebensraumverlust, intensiver Land- und Forstwirtschaft oder den Auswirkungen des Klimawandels leiden, können den massiven Bestandverlust durch den Vogelfang nicht mehr kompensieren werden noch stärker zurückgehen. Das gilt zum Beispiel für Fitis, Nachtigall, Steinschmätzer oder Ziegenmelker.
Zypern: Drei Millionen Singvögel landen jährlich auf den Tellern
Jährlich müssen auf Zypern fast drei Millionen Zugvögel wie Rotkehlchen und andere Singvögel sterben, von denen viele als Delikatesse auf dem Teller landen. Auf Zypern werden sowohl Leimruten als auch engmaschige, sogenannte Japannetze zur Jagd eingesetzt, die nach europäischem und zyprischem Recht verboten sind.
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Den illegalen Fangmethoden fallen mehr als 150 Vogelarten zum Opfer, darunter auch 78 seltene und gefährdete Arten. BirdLife Cyprus, unsere Partnerorganisation auf Zypern, führt seit 2002 ein Monitoring des illegalen Vogelfangs durch. So sterben auf Zypern in großer Zahl Mönchsgrasmücken, Rotkehlchen und Nachtigallen, aber auch seltene Vögel wie Wiedehopfe oder Bienenfresser.
Der illegale Zugvogelfang auf Zypern ist ein profitables Geschäft, das in großen Teilen durch eine Mafia kontrolliert wird. Jedes Jahr verdienen die Profiteure mehrere Millionen Euro durch den illegalen Verkauf gefangener Vögel an Restaurants, wo diese als „traditionelle Delikatesse“ unter dem Namen „Ambelopoulia“ angeboten werden.
Auf Zypern unterstützen wir das Team von BirdLife Cyprus bei der Eindämmung der illegalen Vogeljagd. Dabei setzen wir neben der direkten Bekämpfung der Wilderei auch auf umfassende Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung. Seit Frühjahr 2017 kaufen wir mit Spendengeldern erste Flächen, die neben ihrer Funktion als sichere und nahrungsreiche Rastplätze für Zugvögel auch der zukünftige Umweltbildungsarbeit dienen.
Illegale Jagd kostet viele Greifvögel das Leben
Obwohl seit den 1970er Jahren alle heimischen Greifvogelarten streng geschützt sind, werden sie weiterhin illegal getötet. Besonders häufig betroffen sind Greifvögel, die in der Nähe von menschlichen Siedlungen oder Nutztierhaltungen leben:
- Habicht und Sperber (oft im Visier von Geflügel- und Taubenzüchtern)
- Mäusebussard
- Rotmilan (besonders anfällig für Giftköder, da er auch Aas frisst)
- Wanderfalken, Seeadler und Uhus
Eine Studie von BirdLife Europe schätzt die Anzahl der getöteten Greifvögel auf bis zu 12.000.
Neben dem illegalen Abschuss werden Greifvögel durch mit Nervengiften präparierten Fleischködern vergiftet oder in streng verbotenen Fangkörben gefangen, die meist mit lebenden Tauben als Köder bestückt sind. Auch die Zerstörung von Nestern durch das Absägen der Horstbäume während der Brutzeit kommt vor.
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Legale Vogeljagd in Deutschland
Alle einheimischen Vogelarten stehen gemäß dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) unter Naturschutz. Man darf sie nicht töten oder verletzen, ihre Nist- Wohn- und Zufluchtstätten sind ebenfalls geschützt. Auch die jagdbaren Arten stehen unter Naturschutz, unterliegen aber zugleich dem Bundesjagdgesetz und den Jagdgesetzen der Bundesländer, dürfen also von Inhaber*innen einer Jagdberechtigung (Jagdschein) unter bestimmten Umständen getötet oder gefangen werden.
Als jagdbar gilt sogenanntes Federwild, dazu gehören beispielsweise Wildtauben, Wildenten, Wildgänse, Fasane, Rebhühner sowie bestimmte Rabenvögel wie Krähen und Elstern. Einige Vogelarten, wie Greifvögel oder Eulen, unterliegen zwar formal dem Jagdrecht, haben jedoch eine ganzjährige Schonzeit und dürfen nicht bejagt werden.
Die passenden Folgen „Reingezwitschert“
Neben bunten Blättern, Kürbissen und süßen Kastanienmännchen gehört der Vogelzug sicher zu den Highlights im Herbst. Doch wie kann ich Vogelschwärme am Himmel unterscheiden? Waren das jetzt Kraniche oder doch eher eine Gänse-Gang? Eure Hosts Fabian und Martin sind mal wieder im Höhenflug und geben euch einen Einblick hinter die Kulissen des Vogelzugs:
Nistkästen aufhängen, Gärten naturnah gestalten oder Schutzgebiete ausweisen: Vogelschutz hat viele Gesichter. Doch welche Maßnahmen helfen wirklich? Gemeinsam mit NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger sprechen Martin und Fabian über Erfolge, Herausforderungen und die Zukunft des Vogelschutzes. Von der lokalen Brutkolonie bis zum internationalen Vogelzug wird schnell klar: Vogelschutz ist Teamarbeit:
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