Braunkehlchen auf einem Schilfstängel
Vogel des Jahres 2023
Braunkehlchen© Foto: Frank Derer

Saxicola rubetra

Braunkehlchen

Wenn die Braunkehlchen im April nach Deutschland kommen, haben sie mehr als 5000 Kilometer hinter sich. Denn sie überwintern im tropischen Afrika und sind daher Langstreckenzieher. Wie viele andere Zugvögel auch, fliegen Braunkehlchen nachts, tagsüber suchen sie nach Nahrung oder ruhen sich aus. Bei uns angekommen, suchen sie blütenreiche Wiesen und Brachen, um hier in Bodennestern zu brüten. Diese verschwinden allerorten, weshalb der Bestand des Braunkehlchens seit Jahrzehnten zurückgeht.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Stark gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

19.000 - 34.000 Brutpaare

Bestands­trend

- 69 % (abnehmend)

Steckbrief

Beobachten

von April bis September zu beobachten

Größe

12-14 cm groß

Besonderheit

breiter Überaugenstreif

Reise

Langstreckenzieher

Funfact

Bei Überflug eines Greifvogels nimmt das Braunkehlchen eine „Pfahlstellung“ ein und versucht so, sich unsichtbar zu machen.

Braunkehlchen, das ruft.© Foto: Paul Gläser

Beschreibung

Aussehen

Braunkehlchen haben in allen Kleidern und Altersstufen einen hellen Streifen über dem Auge, bei Männchen ist er leuchtend weiß. Die Kehle und die Brust sind orangebraun gefärbt, der Rücken braun mit dunklen Flecken. Fliegen Braunkehlchen auf, blitzt die weiße Schwanzbasis hervor.

Braunkehlchen ernähren sich überwiegend insektenfresserisch.© Foto: Mathias Schäf

Verhalten

Häufig verweilen die Vögel auf einem Zaunpfahl und starten von hier aus ihre Jagdflüge. Ruhig sitzen sieht man sie selten, ähnlich wie Rotkehlchen „knicksen“ sie oft und wippen mit dem Schwanz.

Lebensraum

Der Lebensraum der Braunkehlchen sind feuchte Wiesen, Brachen und Feldränder. Wichtig sind einzelne Büsche, hohe Stauden oder Zaunpfähle, welche die Vögel als Sing- und Ansitzwarte nutzen.

Gefährdung

Braunkehlchen sind in Deutschland stark gefährdet.

Nahrung

Auf dem Speiseplan des Braunkehlchens stehen diverse Insekten, Würmer und Spinnen. Im Herbst frisst es auch Beeren.

Stimme/Laute

Der Ruf des Braunkehlchens ist ein weiches „djü“ und erinnert ein wenig an den Ruf des Gimpels, es folgt jedoch ein kurzes, charakteristisches Schnalzen. Der Gesang besteht aus variablen und rauen Strophen, die sich in dessen Verlauf beschleunigen, bevor sie abrupt enden.

Zugverhalten

Braunkehlchen überfliegen die Sahara und verbringen den Winter in tropischen Gebieten in Afrika. Besonders die Vögel aus dem Norden Europas vollbringen damit erstaunliche Leistungen.

Beobachtungstipps

Um Braunkehlchen zu entdecken, sollten Sie eine extensive Wiese oder Brache aufsuchen und mit dem Fernglas Zaunpfähle, einzelne Büsche oder hoch stehende Stauden absuchen. Die besten Chancen auf Braunkehlchen haben Sie im Nordosten Deutschlands.

Anschaffung von Ferngläsern und Spektiven

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Landwirt*innen bzw. die Politik müssen hier den größten Beitrag leisten, denn Braunkehlchen sind durch die intensive Landwirtschaft stark bedroht. Aber auch Sie können einen Beitrag leisten: Der Kauf von heimischen, ökologisch produzierten Lebensmitteln und der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel helfen den kleinen Singvögeln.

Das macht der NABU

Braunkehlchen im flachen Wasser.

NABU-Projekte

Was hilft dem Braunkehlchen?

Weniger Lebensraum, weniger Nahrung: Der Vogel des Jahres 2023, das Braunkehlchen, ist stark gefährdet. Drei NABU-Projekte deutschlandweit zeigen, was dem „Wiesenclown“ konkret hilft

Zu den Projekten
Braunkehlchen | NABU