NABU.de Aktionen & Projekte Vogel des Jahres 2010 - Der Kormoran Jahresvögel international

Mönchsgeier und Raubwürger

Uferschwalbe und Raubwürger

Erfolgreicher Exportartikel „Vogel des Jahres"

Kurz-Übersicht

Neuntöter

Mit dem Neuntöter (im Bild) und dem eng verwandten Raubwürger hat Estland für 2010 gleich zwei Vögel des Jahres gekürt.


3. Februar 2010 - Ob als Oiseau de l’année, Ave del Año, Ptaki roku (tschechisch) oder Gada putns (lettisch): Europaweit erfreut sich der „Vogel des Jahres“ zunehmender Beliebtheit, mehr als ein Dutzend Länder wählen jeweils ihren eigenen Jahresvogel. Selbst in Neuseeland und in Südafrika gibt es inzwischen einen „Bird of the Year“.

Doch wer hat’s erfunden? Anders als bei einem bekanntem Kräuterbonbon waren es beim Vogel des Jahres nicht die Schweizer, sondern die Deutschen, genauer gesagt die Baden-Württemberger. Hier fand nämlich 1970 mit dem Graureiher ein regionaler Jahresvogel-Probelauf statt, bevor der NABU – damals noch „Deutscher Bund für Vogelschutz“ (DBV) – dann 1971 den Wanderfalken zum ersten bundesweiten Vogel des Jahres kürte.

Deutschland und Österreich gemeinsam
Ebenso wie die österreichischen Vogelschützer und später auch Luxemburg stieg der schweizerische BirdLife-Partner SVS allerdings schon bald mit ein und übernahm jeweils den deutschen Jahresvogel auch für die Eidgenossenschaft. Inzwischen wählt der SVS einen eigenständigen Jahresvogel – 2010 die Mehlschwalbe –, während BirdLife Österreich weiterhin die Wahl des nördlichen Nachbarn übernimmt.

Außerhalb des deutschen Sprachraums hat sich der Vogel des Jahres vor allem im Osten zu einem ausgesprochenen Exportschlager entwickelt. Bereits kurz nach dem Fall des Eisernen Vorhangs rief der tschechische BirdLife-Partner seinen ersten „Vogel des Jahres“ aus, bald darauf folgten Slowenien, die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen, schließlich auch Russland und die ehemaligen Sowjetrepubliken Weißrussland, Ukraine und inzwischen – mit Unterstützung des NABU – auch Armenien und Kasachstan.

Als einziges skandinavisches Land kürt Norwegen bereits seit 1992 einen Vogel des Jahres. Im Westen dagegen gibt es den Jahresvogel nach NABU-Vorbild lediglich in Spanien und Portugal, während etwa in Frankreich oder in den angelsächsischen Ländern der Begriff „Vogel des Jahres“ nur im Zusammenhang mit besonders seltenen Beobachtungen oder Erstbeobachtungen in einem Jahr verwendet wird.

Häufige Vögel oder „Spitzenarten“?
Die meisten Länder küren der NABU-Linie folgend inzwischen eher häufige und damit für das allgemeine Publikum gut erlebbare Arten. Der spanische BirdLife-Partner SEO dagegen setzte lange konsequent auf den Ursprungsgedanken, nämlich ein Jahr lang für ausgesprochen seltene Arten Werbung zu betreiben und für diese Artenschutzprogramme anzustoßen. So kamen in Spanien „Spitzenarten“ wie Marmelente, Balearen-Sturmtaucher und Kamm-Blässhuhn zu Jahresvogelehren.

Inzwischen gibt den „Vogel des Jahres“ auch außerhalb Europas. Während er in Südafrika nach europäischem Muster immer vorab bestimmt wird, lässt der neuseeländische BirdLife-Partner Royal Forest and Bird Protection Society den „Bird of the Year“ im erst im Herbst für das zurückliegende Jahr küren. Dabei treten in einer Online-Abstimmung zahlreiche Vogelarten gegeneinander an. 2009 gewann der ohnehin als Nationalvogel Neuseelands geltende Kiwi das Rennen, gefolgt vom Rifleman (Acanthisitta chloris), einem zaunkönig-ähnlichen, ausschließlich in Neuseeland vorkommenden kleinen Singvogel. (elg)

Die Vögel des Jahres 2010 international

Stand 8. Oktober 2010

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