Zwischen Frost, Nebel und Laub

Natur beobachten im November: Das hat der Herbstmonat zu bieten

Die Natur ist im November komplett im Herbst angekommen. Pflanzen und Tiere bereiten sich auf eine Ruhepause vor, Frost und Wind treiben jetzt endgültig die Blätter von den Bäumen und sorgen für ganz besondere Beobachtungen.
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Ein Igel, der durch gelb gefärbtes Laub im Herbst läuft.
Ein Igel im Herbstlaub.© Foto: NABU/Bernd Kunz

Herbst ist die Zeit der fallenden Blätter: Laub ist für viele Bodenbewohner eine lebenswichtige Grundlage. Von grün bis zu goldgelb verfärbte Lärchennadeln fallen dabei ebenso auf den Boden wie Zapfen, aus denen die Samen rieseln. Doch das ist noch lange nicht alles.

Tipp: Eigene Tinte herstellen

Auf der Unterseite mancher herabgefallener Eichenblätter gibt es rund zwei Zentimeter große, kugelrunde Gebilde. Das sind Gallen, die Kinderwiegen der Eichengallwespenlarven. Hat die Galle ein Loch, ist die Wespe bereits geschlüpft und die Galle kann gesammelt werden. 

Daraus kann Tinte hergestellt werden, wie im alten Ägypten. Einfach die Gallen in ein Glasgefäß geben, einen Eisennagel zufügen und mit Wasser bedecken. Nach ein paar Wochen ist das Wasser grau. Die Flüssigkeit dann mit offenem Deckel zu dunkler, haltbarer Tinte einkochen.

Gallen auf einem Eichenblatt.© Foto: Helge May

Der erste Frost als Geschmacks-Booster

Wildfrüchte stehen bei Vögeln nun hoch im Kurs. Begehrt ist neben Vogelbeere, Liguster und Hagebutte auch die Schlehe, deren Früchte nach dem ersten Frost süß schmecken. Viele Vogelarten sind in der kalten Jahreszeit auf ein vielseitiges Beeren- und Früchteangebot angewiesen: Rotkehlchen nutzen 40, Wacholderdrosseln 45 und Buntspechte 17 verschiedene Arten beerentragender Pflanzen zu ihrer Ernährung.

Säugetiere wie Fledermäuse, Siebenschläfer und Igel beginnen spätestens jetzt mit dem Winterschlaf. Andere trotzen dem Winter mit einem dicken Fell: Hirsch und Reh, Fuchs, Marder und Iltis wechseln vom Sommer- zum besser isolierenden Winterfell. Das Hermelin ändert dabei sogar vollständig die Farbe von braun zu weiß. Nur die schwarze Schwanzspitze bleibt in beiden Fellkleidern erhalten.

Kraniche© Foto: Christoph Kasulke

Kommen und gehen in der Vogelwelt

In der Vogelwelt ist auch im Winterhalbjahr ein Kommen und Gehen. 

In mehreren Wellen verlassen die Kraniche ihre Brutgebiete Richtung Frankreich und Spanien. In einem engen Flugkorridor überfliegen sie Deutschland. In klaren Nächten kann man ihre Zugrufe hören und bei Vollmond die fliegenden Vögel beobachten. In unseren Breiten überwinternde Gäste fliegen aus nördlichen und östlichen Gebieten ein, unter ihnen Saatkrähen, Dohlen, Zwerg- und Gänsesäger, Ringelgänse, Sing- und Zwergschwäne, Bergfinken, Wintergoldhähnchen, Kornweihen, Birkenzeisige und Seidenschwänze.