Herbst- und Frühjahrszug der Kraniche

Aktueller Kranichzug

Wo sind die Kraniche gerade? Im Herbst und Frühjahr verfolgen wir ihren Zug über Deutschland. Hier findest du aktuelle Rastzahlen, Beobachtungen und Einschätzungen unserer Expert*innen.
Kraniche am Laguna de Gallocanta
Kraniche am Laguna de Gallocanta© Foto: Christoph Kasulke

Wir aktualisieren diese Seite regelmäßig während des Kranichzugs

Wann kommt der große Kranich-Aufbruch?

04. November 2026 – Zwei Wochen lang war nur ein geringer Zugverkehr zu beobachten. Und einige fragen sich: Kommt da noch was? 

Ja, ganz sicher sogar, denn bisher ist auf der Westroute nur ein Bruchteil der zu erwartenden Kraniche weiter Richtung Frankreich und Spanien gezogen. Nach dem ersten spektakulären Zughöhepunkt Mitte Oktober war es zwei Wochen lang erst mal ziemlich ruhig. Inzwischen nimmt der Verkehr am Himmel sowohl auf der Hessen- wie auf der Nordrhein-Westfalen-Route wieder etwas zu, der große Aufbruch ist das aber noch nicht.

Manche Kranichfreund*innen sind besorgt, weil die Rastzahlen vielerorts nicht an die letzten Jahre herankommen. Vor allem im brandenburgischen Rhin- und Havelluch rund um die Linumer Teiche waren die Werte so schwach wie seit zwanzig Jahren nicht. Über die Gründe wird spekuliert, eindeutige Erkenntnisse gibt es bisher nicht. Fest steht allerdings, dass die Größe der flachen Rastgewässer und damit die Zahl der nächtlichen „Stellplätze“ trockenheitsbedingt stark abgenommen hat. Viele Kraniche werden stattdessen auf andere Schlafgewässer ausgewichen sein.

Wie viele Kraniche in Linum genau rasteten, ist zudem schwer zu sagen. Die aufwändigen Zählungen beim morgendlichen Schlafplatzausflug finden einmal in der Woche statt. Wenn ausgerechnet ein Tag vor der Zählung massenhaft Kraniche weiterziehen – so geschehen Mitte Oktober –, hat man den Höhepunkt eben verpasst. Da hilft es, dass beim nächsten großen Rastplatz in der französischen Champagne ebenfalls gezählt wird. Die am Lac du Der am 25. Oktober registrierten rund 60.000 Kraniche sind weit von Rekordwerten entfernt, aber immerhin höher als 2025.

Übrigens ging es auch 2025 erst Anfang November in die zweite Zugphase, um den 25. November kam sogar ein dritter großer Aufbruch und zu Weihnachten waren noch einmal viele Kraniche unterwegs. Das lässt doch hoffen. Und was ohnehin besser ist als im vorigen Herbst: Die Geflügelpest ist bisher unauffällig, von erkrankten oder toten Kranichen ist nichts bekannt.
 

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Die nächste Welle rollt

19. Oktober 2026 – Die nächste große Welle rollt. Nach starkem Zug über NRW am Samstag und erstaunlich vielen Alpen-Querfliegern am Sonntag ist nun wieder die Hessenroute dran. Auch über NRW sowie Bayern und Baden-Württemberg gibt es am Montag Beobachtungen, aber klar die Nase vorn hat die Strecke von Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen via Südostniedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Am Nachmittag sieht es sehr nach dem bisher stärksten Kranichzug dieses Herbstes mit wohl mehr als 10.000 Reisenden aus.

Nun auch Kranichzug über Süddeutschland

18. Oktober 2026 – Wie sich bereits andeutete, ziehen seit Samstag Kraniche auch in Ost-West-Richtung entlang des Alpennordrandes. Diese Nebenroute hat sich erst vor wenigen Jahren neu herausgebildet. Zum größten Teil handelt es sich um Vögel, die zunächst auf der großen Ost-Hauptroute Richtung Ungarn unterwegs sind. Größter bekannter Rastplatz ist dort der Hortobagy-Nationalpark, wo sich aktuell mehr als 160.000 Kraniche aufhalten. Der Weg führt von Ungarn Richtung Balkan und schließlich über den Nahen Osten bis nach Afrika. Das ist weit und anstrengend. Einige Kraniche verlassen daher die Ostroute und biegen nach Westen ab.

Beobachtungen gab es am Samstag und frühen Sonntag im Raum Passau und entlang der Nordalpen. So nahm Veronika Gruber aus Kiefersfelden nördlich von Kufstein „die ganze Nacht über sehr viele Züge“ wahr, vor allem zwischen 1 und 3 Uhr flogen kopfstarke Gruppen. Diese Beobachtungen zogen weiter westlich fort. „Es waren unglaublich viele Kranichschwärme in der Nacht von Samstag auf Sonntag zu hören, teilweise auch gegen beleuchtete Wolken zu sehen“, berichtet Anita Noack aus Wallgau in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen. „Von abends 21 Uhr bis in den Morgen war es ein anhaltend auf- und abschwellendes lautes Trompeten und Rufen.“ Olaf Untermann sah in Wallgau, dass gegen 19.30 Uhr rund 200 Kraniche auf den Wiesen landeten, um dort zu übernachten. Am Sonntag brachen die Kraniche um 8.30 Uhr wieder auf.

Auch entlang des österreichischen Inntals zogen Kraniche, allerdings teils zunächst nach Westen und dann wieder zurück nach Osten. Katharina Bergmüller vom NABU-Partner BirdLife Österreich meint, die Kraniche seien etwas verwirrt gewesen. „Vermutlich wegen der Wolkendecke haben sie sich in den Bergen nicht ganz ausgekannt. Die meisten Vögel versuchen hier die Alpen irgendwie zu umfliegen“, zitiert der ORF Bergmüller.

Vereinzelt hielt der Nachzug aus dem Osten bis in den frühen Morgen an, zum Beispiel wurden um 4.20 Uhr über Passau erneut Kraniche gehört. Der Weiterflug folgt keiner engen Route. Die Vögel orientieren sich an Landmarken wie Flusstäufen und Höhenzügen. Viele steuern den Lac du Der in der Champagne an und treffen dort auf die Kraniche die West-Hauptroute. Dabei kann sie der Weg entlang der Donau oder des Neckars führen. Manche fliegen eng entlang der Alpen und biegen bei Freiburg ins Oberrheintal ab, andere steuern schon ab Passau weiter nördlich, so dass zum Beispiel Augsburg, Ulm oder auch der Raum Stuttgart überflogen werden. Wieder andere haben die Ungarnroute bereits früher verlassen und tauchen vereinzelt sogar im Raum Nürnberg oder in Mainfranken auf. Beobachtungen sind daher am Sonntag nahezu über ganz Süddeutschland denkbar.

Von den Mooren Niedersachsens in die Champagne

17. Oktober 2026 – Nach dem kräftigen Kranichzug auf der Hessenroute Mitte der Woche wurde am Wochenende die weiter westlich gelegene Strecke über NRW ebenfalls beflogen. Die meisten Vögel dürften am frühen Samstag von den Rastplätzen in den Moorgebieten Niedersachsens gestartet sein. Schwerpunkte liegen in den Geestlandschaften rund um Oldenburg und Bremen sowie weiter südlich in der Diepholzer Moorniederung. Im Laufe des Tages zogen die Kraniche über Ostwestfalen und das Münsterland, das östliche Ruhrgebiet und das Sauerland bis ins Rheinland bei Köln und Bonn. Nach Überflug der Eifel wurde Luxemburg erreicht, nun ist es nicht mehr weit bis zum großen Stausee Lac du Der in der Champagne, dem wichtigsten Kranichrastplatz Frankreichs.

Auch die Kraniche der Hessenroute steuern den Lac du Der an. Am Samstag wurden dort allerdings lediglich 3500 rastende Kraniche gezählt, deutlich weniger, als nach den Zugbeobachtungen von Mittwoch und Donnerstag zu erwarten wäre. Offenbar haben sich viele Vögel nur kurz in der Champagne aufgehalten oder sie sind sogar ohne Zwischenstopp durchgeflogen. Zugbeobachtungen des NABU-Partnerverbandes LPO quer über Frankreich bis zur Küstenregion bei Bordeaux unterstützen diese Vermutung. Zugbewegungen gab es auch an der französischen Mittelmeerküste, die Kraniche fliegen dort via Italien ein.

P.S.: Nach Einbruch der Dunkelheit und bis in den späten Samstagabend hinein mehrten sich Kranichmeldungen aus dem Voralpenraum. Beobachtungen kamen aus Passau und Landshut ebenso wie aus der Region südlich von München, zum Beispiel aus Aying und vom Tegernsee. Die Voralpenzieher sind in der Regel Kraniche, die von der nach Ungarn führenden östlichen Zugroute nach Westen abbiegen. Sie folgen entweder dem Alpenrand und schwenken über das Rhonetal Richtung Camargue oder sie fliegen ein Stück nach Norden und rasten wie die Westzieher am Lac du Der. Es kann sich deshalb am Sonntag entlang von Donau, Neckar und Oberrhein lohnen, nach Kranichen Ausschau zu halten.

Erste größere Zugbewegungen

15. Oktober 2026 – Offenbar haben die günstigen Wetterbedingungen bereits Wirkung gezeigt. Seit gestern Nachmittag wurden entlang der Hauptrouten deutlich mehr ziehende Kraniche gemeldet. Besonders auf der Hessenroute nahm das Zuggeschehen spürbar zu.

Auf den Meldeportalen gingen zahlreiche Sichtungen größerer Trupps ein. Allein aus dem Rhein-Main-Gebiet wurden mehrfach mehrere hundert Kraniche beobachtet. Die größte Meldung kam aus Walldorf mit über 2.000 ziehenden Kranichen. Weitere große Trupps wurden unter anderem bei Rüsselsheim, Ginsheim, Offenbach, Frankfurt, Friedrichsdorf, Bruchköbel, Bad Vilbel, Dreieich und Büdingen gemeldet. Auch aus dem Raum Fulda, dem Taunus, der Wetterau sowie aus dem Raum Wiesbaden und dem Rheingau liegen Beobachtungen ziehender Kraniche vor. Auch heute lohnt sich entlang der Hauptrouten ein Blick in den Himmel. Die ersten Meldungen des Tages zeigen, dass weiterhin Kraniche auf der Hessenroute unterwegs sind.

Die Wetterbedingungen bleiben zunächst günstig für den Weiterflug. Heute und morgen herrscht ruhiges und meist trockenes Herbstwetter, bevor es am Wochenende teilweise ungemütlicher wird.

Warten auf den großen Aufbruch

14. Oktober 2026 – Wie entwickeln sich die Kranichzahlen im Rhin-Havelluch? Viele Menschen schauen derzeit sorgenvoll auf das große Rastgebiet rund um Linum, in dem es bisher in diesem Jahr ungewöhnlich ruhig blieb. Auch die jüngste Synchronzählung gibt keinen Anlass zum Aufatmen. 13.630 Kraniche wurden am 13. Oktober erfasst. Eine Woche zuvor waren es 12.220 Tiere. Der Rastbestand ist damit zwar leicht gestiegen, bleibt aber weiterhin deutlich hinter den Werten der vergangenen Jahre zurück.

Gleichzeitig gibt es bislang keine Hinweise darauf, dass der Kranichzug insgesamt ungewöhnlich schwach verläuft. Vielmehr spricht einiges dafür, dass der Zug in diesem Herbst etwas anders und möglicherweise verzögerter verläuft als gewohnt. Ein Blick zum Hornborga-See in Südschweden zeigt, dass dort noch Anfang Oktober mehrere tausend Kraniche rasteten, deutlich mehr als zur gleichen Zeit in den Vorjahren. Der Abzug hat zwar begonnen, verlief bislang aber vergleichsweise verhalten.

Auch in anderen großen Rastgebieten läuft die Sammelphase noch. An der Darß-Zingster Boddenkette und auf Rügen wurden bei der jüngsten Synchronzählung (10. Oktober) rund 32.000 Kraniche erfasst. In der Diepholzer Moorniederung in Niedersachsen stieg die Zahl innerhalb weniger Tage von 10.099 auf 12.644 Kraniche (10. Oktober). Die Tiere sammeln sich also weiterhin, der große Aufbruch Richtung Südwesten scheint noch bevorzustehen.

Sichtungen auf den Zugrouten

Dennoch sind entlang der Zugrouten inzwischen deutlich mehr Kraniche unterwegs. Auf NABU|naturgucker häufen sich die Meldungen aus Hessen. In den vergangenen Tagen wurden unter anderem 150 Kraniche bei Kassel, 62 bei Oberwetz und 40 im Raum Frankfurt beobachtet. Auch aus Berlin und Brandenburg liegen vermehrt Meldungen ziehender Trupps vor.

Für morgen sagen die Wetterprognosen ruhiges Herbstwetter ohne nennenswerten Gegenwind voraus. Die Bedingungen für den Weiterflug sind damit günstig. Entlang der großen Zugrouten lohnt sich also ein Blick in den Himmel.

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Im Rhin-Havelluch bleibt es ungewöhnlich ruhig

7. Oktober 2026 – Im Rhin-Havelluch sammeln sich weiterhin die Kraniche. Allerdings bleiben die Zahlen deutlich hinter denen der vergangenen Jahre zurück. Bei der jüngsten Zählung (6. Oktober) wurden 12.220 Kraniche erfasst. Nach dem Anstieg Ende September ist der Rastbestand damit nur leicht gewachsen. Für Anfang Oktober bleibt das Rhin-Havelluch ungewöhnlich leer.

Warum derzeit deutlich weniger Kraniche im Rhin-Havelluch rasten als in den vergangenen Jahren, ist noch unklar. Wahrscheinlich kommen mehrere Faktoren zusammen. Im vergangenen Jahr traf die Vogelgrippe die Kraniche besonders hart: Entlang der westeuropäischen Zugroute starben schätzungsweise rund 40.000 Tiere, auch die Rastregion Linum war stark betroffen.

Hinzu kommt die Trockenheit. Sie hatte Auswirkungen auf den Bruterfolg. Denn trocknen die Brutplätze aus, können Füchse und andere Fressfeinde leichter an die Nester gelangen. Auch fehlt es den Rastplätzen an Wasser. Kraniche übernachten bevorzugt stehend im flachen Wasser, wo sie besser vor Fressfeinden geschützt sind. Rund um Linum sind solche Schlafplätze derzeit scheinbar knapp. Möglich ist deshalb, dass einige Kraniche auf andere geeignete Schlafplätze ausweichen.

Und vielleicht sind einige Kraniche schlicht noch nicht angekommen. Viele der Vögel, die im Rhin-Havelluch rasten, kommen aus Polen, dem Baltikum und Finnland. Ob sich dort noch größere Trupps aufhalten oder die Vögel andere Rastgebiete nutzen, können wir derzeit nicht sicher sagen.

Wie sich die Situation entwickelt, werden die nächsten Zählungen zeigen. Noch befinden wir uns in der Sammelphase, größere Trupps können also durchaus noch hinzukommen.

Erste Bewegungen auf der Hessenroute

Weiter südwestlich zeigen sich derweil erste kleinere Bewegungen. Am 5. Oktober wurden bei NABU|naturgucker unter anderem Trupps bei Ringgau/Grandenborn und bei Wolfersheim/Wohnbach in Hessen gemeldet. Einen Tag zuvor waren Kraniche bei Butzbach beobachtet worden.

Das sind noch keine großen Zugbewegungen. Die Beobachtungen zeigen aber, dass erste Kranichtrupps bereits in den Südwesten unterwegs sind. Hessen liegt in einem wichtigen Zugkorridor: Kraniche aus dem Rhin-Havelluch und anderen Rastgebieten rund um Berlin ziehen häufig über Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland weiter nach Frankreich.

Informationen zu den Hauptrouten auf kraniche.de

Wie geht es weiter?

Wie sich die Kraniche in den nächsten Tagen verhalten werden, lässt sich derzeit nur schwer abschätzen. Das wechselhafte Wetter bietet voraussichtlich mal günstigere und mal weniger günstige Bedingungen: Westliche Winde könnten den Zug nach Südwesten unterstützen, Regen, kräftige Böen oder Gegenwind ihn wiederum bremsen. Ob und wann größere Trupps aufbrechen, bleibt also abzuwarten.

Jetzt füllt sich auch das Rhin-Havelluch

30. September 2026 – Jetzt kommt auch Bewegung ins Rhin-Havelluch: 11.220 Kraniche wurden am Dienstag rund um Linum gezählt. Das sind mehr als dreimal so viele wie noch vor einer Woche, als dort gerade einmal 3.200 Kraniche rasteten. Wir hatten berichtet, dass es im Havelland noch ungewöhnlich ruhig war. Die Kraniche, die hier im Herbst Station machen, kommen vor allem aus Osteuropa und dem Baltikum.

So richtig voll ist es in Linum allerdings noch nicht. Die Rastzahlen liegen weiterhin deutlich unter denen der vergangenen Jahre. Ende September 2025 wurden dort mehr als 62.000 Kraniche gezählt, 2024 waren es zu dieser Zeit bereits rund 73.000. Es bleibt also spannend, wie schnell sich die Plätze rund um Linum in den nächsten Tagen weiter füllen.

Sammeln, rasten, fressen

Überhaupt heißt es im Moment noch vor allem: sammeln, rasten und ordentlich Kraft tanken für den Weiterflug. Die Kraniche pendeln in der Sammelphase zwischen ihren Schlafplätzen und den Nahrungsflächen hin und her. Auch das ist schon ein tolles Schauspiel, das man auch abseits der großen Rastplätze wunderbar beobachten kann. Kleinere Trupps lassen sich immer wieder auf den abgeernteten Stoppelfeldern beobachten.

Junge Kraniche erkennen

Zwischen den Altvögeln sind jetzt auch die diesjährigen Jungkraniche unterwegs. Zu erkennen sind sie an dem noch bräunlich gefärbten Gefieder an Kopf und Hals und der fehlenden roten „Kappe“. Noch leichter verrät sie ihre Stimme: Die Rufe der Jungen klingen deutlich höher als das kräftige Trompeten der Altvögel. 

Am Wochenende gemeinsam Zugvögel beobachten

Passend zum Kranichzug ist am kommenden Wochenende Birdwatch: Am 3. und 4. Oktober laden wir wieder zur europaweiten Zugvogelbeobachtung ein. Bei zahlreichen fachkundig geleiteten Exkursionen kannst du Kraniche und viele weitere Zugvögel beobachten und mehr über ihre Reise erfahren. In unserem Terminkalender findest du sicher auch Veranstaltungen in Ihrer Nähe.

Erste Kranichrastplätze füllen sich

23. September 2026 – Pünktlich zum Herbstanfang füllen sich die großen Kranichrastplätze im Nordosten Deutschlands. An der Ostseeküste treffen derzeit zahlreiche Kraniche aus Skandinavien ein. Zuvor hatten ungünstige Winde den Überflug aus Südschweden gebremst. Am Ostseebodden wurden zuletzt knapp 10.000 Kraniche gezählt. „Jetzt löst sich der Stau aber auf, immer neue Kranichtrupps erreichen fast im Minutentakt die deutsche Küste“, berichtet Kranich-Experte Günter Nowald vom NABU-Erlebniszentrum Kranichwelten in Günz.

Im Havelland noch ungewöhnlich wenig Kraniche

Anders sieht es derzeit im Rhin- und Havelluch bei Linum aus. Bei der Synchronzählung am Dienstag wurden lediglich 3.200 Kraniche erfasst. Das ist zu diesem Zeitpunkt der niedrigste Wert seit mehr als zehn Jahren. Die Linumer Rastvögel kommen vor allem aus Osteuropa und dem Baltikum. Warum sie in diesem Jahr Verspätung haben, ist unklar. Wie schnell sich die Lage ändern kann, zeigt aber die Ostseeküste.

Was ist eine Synchronzählung? Bei einer Synchronzählung werden Kraniche an festgelegten Terminen möglichst zeitgleich an ihren Schlafplätzen gezählt. So lassen sich die Rastbestände erfassen und Mehrfachzählungen möglichst vermeiden.

Wenig Nachwuchs, aber keine Vogelgrippe

Bei den deutschen Kranichen zeichnet sich ein schwaches Brutjahr ab. Als Hauptproblem nennt Kranich-Experte Günter Nowald die Trockenheit. Denn fehlt das Wasser rund um die Nester, sind Eier und Küken schlechter vor Füchsen, Wildschweinen oder Waschbären geschützt. „Insgesamt ist das dieses Jahr zu wenig, um den Bestand zu erhalten – vom Ausgleich der Vogelgrippeverluste gar nicht zu reden“, so Nowald. Auf einen erneuten Ausbruch der Geflügelpest, durch die im letzten Jahr zehntausende Kraniche starben, gibt es momentan erfreulicherweise aber keine Hinweise.

Wie es europaweit um den Nachwuchs bestellt ist, werden die Zählungen der kommenden Wochen zeigen. Aktuell sind eher Single-Kraniche und Paare ohne Nachwuchs unterwegs, die Familien kommen später nach.

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