Wacholderdrossel
Wacholderdrosselnweibchen und -männchen sehen sich extrem ähnlich© Foto: Mathias Schäf

Turdus pilaris

Wacholderdrossel

Wacholderdrosseln fressen Insekten, Würmer und Schnecken, aber auch die namensgebenden Wacholderbeeren. Dadurch bekommt ihr Fleisch angeblich einen leicht bitteren Geschmack, weshalb die Vögel in Deutschland gerne verzehrt wurden. Aber auch heute noch schießen Jäger in Südeuropa zahlreiche Wacholderdrosseln, die vor allem wegen ihrer Größe beliebt sind. In Deutschland sind sie überwiegend im Westen und Süden regelmäßige Brutvögel.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Nicht gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

Die Bestandszahl stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

64.000 - 125.000 Brutpaare

Bestands­trend

Der Bestandstrend stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

- 59 % (abnehmendl)

Steckbrief

Beobachten

ganzjährig zu beobachten

Größe

22-27 cm groß

Besonderheit

grauer Kopf und gelber Schnabel

Reise

Kurzstreckenzieher und Standvogel

Funfact

Kommt ein Greifvogel der brütenden Kolonie zu nah, attackieren die Drosseln den Feind und bespritzen ihn mit Kot, sodass er sogar kurzzeitig nicht mehr fliegen kann.

Wacholderdrossel auf einer Eberesche© Foto: Mathias Schäf

Beschreibung

Aussehen

Wacholderdrosseln sind ungefähr so groß wie Amseln, aber kompakter und durch ihren gelben Schnabel, den grauen Kopf und durch ihre ockergelbe Brust gut von den anderen Drosselarten zu unterscheiden. Die Flügel sind dunkelbraun, und ihre Unterseite ist weiß mit dunklen, dreieckigen Flecken.

Nicht zu verwechseln mit:

Verhalten

Wacholderdrosseln brüten in tiefen, oft in Stammgabelungen angelegten Napfnestern, in denen die Weibchen fünf bis sechs Eier bebrüten. Anschließend kümmern sich beide Elternteile um die Versorgung der Jungvögel.

Wacholderdrosseln sind fast immer in Gruppen unterwegs© Foto: Mathias Schäf

Lebensraum

Sie kommt in lichten Laub- und Mischwäldern, in großen Parks und Gärten, in Feldgehölzen oder Alleen vor. Dort brütet sie gerne in kleinen Kolonien. Ihre Nahrung sucht sie auf dem Zug bevorzugt auf Weiden und Wiesen.

Gefährdung

Sie sind nicht gefährdet.

Nahrung

Am Boden suchen Wacholderdrosseln nach Würmern, Schnecken und Insekten. Vor allem im Spätsommer, Herbst und Winter bilden Beeren die Hauptnahrung der bunten Vögel.

Stimme/Laute

Der Ruf ist ein auffälliges, schackerndes „tschäck“, was oft einige Male wiederholt wird. Der Gesang besteht aus schwätzenden Elementen mit kurzen Pausen.

Zugverhalten

Wacholderdrosseln sind überwiegend Kurzstreckenzieher. Sie überwintern in Süd- und Mitteleuropa und sind daher ganzjährig bei uns zu entdecken, im Winter vor allem als Überwinterer aus Nordeuropa.

Beobachtungstipps

Mit Ausnahme von Schleswig-Holstein und dem Norden von Niedersachsen sind Wacholderdrosseln als Brutvogel flächendeckend verbreitet, wobei sie überall nicht häufig sind. Am besten nehmen Sie ein Fernglas mit und achten auf „meckernde“ Vogelkolonien in den Kronen hoher Bäume und in Sträuchern. Rastende Trupps auf dem Zug kann man im Offenland überall beobachten.

Tipps zum Fernglaskauf

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Pflanze heimische, beerentragende Sträucher an. Dann hast du im Herbst und Winter die besten Chancen, die bunten Drosseln in Ihren Garten zu locken. Gärtnere insektenfreundlich, damit auch die Nahrungsgrundlage der Wacholderdrosseln und vieler anderer Vögel zur Brutzeit gesichert ist.

Tipps für einen vogelfreundlichen Garten

Weitere Wintervögel kennenlernen