Seidenschwanz auf einem dünnen Ast.
Gute Brutjahre und nahrungsarme Winter sorgen dafür, dass in manchen Jahren große Trupps in Mitteleuropa überwintern© Foto: Mathias Schäf

Bombycilla garrulus

Seidenschwanz

Seidenschwänze sind kompakte Vögel mit einem dicken Hals und einem überwiegend graubraunen Gefieder. Am auffälligsten sind die Federhaube und die gelben Merkmale an den Flügeln und am Schwanz. Sie brüten in der Taiga im Norden Skandinaviens und Russlands und sind bei uns nur Wintergäste, hauptsächlich im Norden und Osten. Dank ihrer großen Leber können sie auch angegorene Beeren essen, ohne Schaden davonzutragen.

Ruf

00:00

Gesang

00:00

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der roten Liste der wandernden Vogelarten in Deutschland 2012 entnommen.

Nicht gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

nicht bekannt

Bestands­trend

Der Bestandstrend (1980 – 2005) stammt aus der Roten Liste wandernder Vogelarten Deutschlands 2013.

stabil

Steckbrief

Beobachten

in den Wintermonaten zu beobachten

Größe

18-21 cm groß

Besonderheit

auffällige Federhaube

Reise

Standvogel und Kurzstreckenzieher

Funfact

Der Seidenschwanz kann am Tag das Doppelte seines Körpergewichts vertilgen.

Die große und leistungsstarke Leber des Seidenschwanzes erlaubt es ihm, auch gegorene Beeren zu fressen ohne "betrunken" zu werden© Foto: Mathias Schäf

Beschreibung

Aussehen

Das Gefieder des starengroßen Seidenschwanzes ist überwiegend grau bis braun. Die markante Federhaube und der Kopf sind teilweise zimtbraun, der Rücken ist blaugrau. Die schmale Augenmaske verleiht ihm einen strengen Blick. Die Kehle ist schwarz. Charakteristisch sind die gelbe Endbinde am Schwanz und die weiß-gelb-rote Zeichunng auf den schwarzen Flügeln.

Verhalten

Je nachdem, wie die Situation im Brutgebiet ist, kann der Seidenschwanz invasionsartig bei uns im Winter auftauchen. Er besiedelt beerenreiche Orte und frisst sehr gerne die Beeren von Wacholdern, Ebereschen oder die des Gemeinen Schneeballs, sogar wenn diese bereits leicht angegoren sind.

Lebensraum

Der Seidenschwanz brütet in der nördlichen Taiga. Dort lebt er in flechtenreichen und einsamen alten Wäldern. Bei uns kann man ihn im Winter an verschiedenen beerenreichen Standorten beobachten.

Gefährdung

Da der Seidenschwanz nicht in Deutschland brütet, taucht er bei uns nicht auf der Roten Liste der Brutvögel auf. Global gilt er als nicht gefährdet.

Nahrung

Während der Brutzeit frisst der Seidenschwanz häufig Insekten. Ansonsten ernährt er sich fast ausschließlich von Beeren und Früchten.

Stimme/Laute

Der häufigste Ruf, den man von Durchzüglern oder Wintergästen vernehmen kann, ist ein glockenartiges, frostiges Trillern, das wie „sirrr“ klingt.

Zugverhalten

Das Zugverhalten unterliegt starken Schwankungen. In manchen Jahren taucht der Seidenschwanz in großer Zahl invasionsartig im Winter in Mitteleuropa auf, in anderen Jahren bekommt man ihn hier kaum zu Gesicht.

Beobachtungstipps

Seidenschwänze kann man vor allem in Norddeutschland und nur im Winter beobachten. Jedoch schwankt die Anzahl der Wintergäste stark. Die unverwechselbaren Vögel halten sich gerne in der Nähe von Beerensträuchern auf.

Tipps zum Fernglaskauf

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Pflanze beerentragende Gehölze und lass die schrumpeligen Früchte den Winter über hängen. 

Das macht der NABU

Deutschlands größte naturkundliche Mitmachaktion

Stunde der Wintervögel

Wir rufen dazu auf, eine Stunde lang die Vögel zu zählen. So können wir auch das Auftreten von Wintergästen dokumentieren und Trends erkennen.

Mehr erfahren

Weitere Wintergäste kennenlernen