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„Fishing for Litter“ in Norddeich gestartet

„Fishing for Litter“-Projekt in Norddeich gestartet

Erste Nordseefischer beteiligen sich an Reinigungsaktion im Meer

03. August 2012 - Seit dem heutigen Freitag sammeln in Norddeich/Niedersachsen Fischer Abfälle aus dem Meer, um sie anschließend umweltgerecht zu entsorgen. Nach den Ostseehäfen Heiligenhafen, Burgstaaken/Fehmarn und Sassnitz/Rügen beteiligt sich mit Norddeich erstmals ein deutscher Nordseehafen am NABU-Projekt „Fishing for Litter“. Die Zahl der beteiligten Fischer steigt damit auf mehr als 35. „Wir freuen uns, dass mit Norddeich die ersten Nordsee-Fischer mit an Bord sind. Mit dem Sprung an die Nordsee sind wir, dank unserer Projektpartner, dem Ziel einer flächendeckenden Abfallentsorgung in deutschen Fischereihäfen einen großen Schritt näher gekommen.“, erklärte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Partner der Initiative in Norddeich sind die Erzeugergemeinschaft der Kutter- und Küstenfischer Norddeich, die Nehlsen GmbH & Co. KG, die Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG und Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH.


Die Idee hinter dem „Fishing for Litter“-Projekt ist dabei so einfach wie effektiv. Den Fischern wird durch das Projekt eine kostenlose Abfalllogistik zur Verfügung gestellt. Große Industriesäcke dienen der Müllsammlung an Bord, in den Häfen stehen Container bereit, die regelmäßig geleert oder ausgetauscht werden. Darüber hinaus werden die „gefischten“ Abfälle nicht einfach entsorgt, sondern in einer speziellen Sortieranlage auf ihre Zusammensetzung untersucht. So wollen die Projektpartner mehr über den Müll in der Ostsee erfahren. Untersuchungen, die auch einen Beitrag zur Umsetzung der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie leisten können. Denn verlässliche Informationen zur Belastung der Ostsee durch Abfälle sind bisher rar.


Fishing for litter auf einer größeren Karte anzeigen


Anfang 2012 wurden die ersten 500 Kilogramm gesammelten Abfälle in einer Sortieranlage in Hörstel/Nordrhein Westfalen analysiert. Die Ergebnisse bestätigen die vermutete heterogene Verteilung des Mülls in der Ostsee. Metalle, darunter drei Fässer und mehrere Farb-und Lackeimer, teilweise gefüllt, dominierten die Gewichtsverteilung. Doch auch Kunststoffe, Textilien, Holz und Glas fanden sich in fast allen angelandeten Säcken. Einen Überblick über die Zusammensetzung des „gefischten“ Mülls gibt die Grafik.

Grafik Müll im Meer

Zusammensetzung des „gefischten“ Mülls in Prozent. Großbild erscheint per Klick.

Auch über die Herkunft der Abfälle wollen die Projektpartner mehr in Erfahrung bringen. So wird versucht, die Fundstücke den verschiedenen Eintragswegen zuzuordnen. Während bei NABU-eigenen Untersuchungen im Bereich des Spülsaums überwiegend Abfälle von Touristen und Wassersportlern gefunden werden (Flaschen, Folien, Verpackungen), handelt es sich bei den „gefischten“ Abfällen in erster Linie um industrielle Abfälle aus der Berufs- und Sportschifffahrt und der Fischerei (Fässer, Farbeimer, Ölzeug, Fender).

Noch reicht die Stichprobe nicht, um abschließende Aussagen zum Müll am Grund der Ostsee treffen zu können. Daher verständigten sich die Projektpartner inzwischen darauf, die Abfälle auch zukünftig auf ihre Zusammensetzung zu untersuchen. Darüber hinaus soll eine Studie Auskunft darüber geben, ob die Kunststoffabfälle noch wiederverwertbar sind, oder aufgrund des Qualitätsverlustes lediglich noch energetische verwertet werden können.

Die Allianz gegen die Müllkippe Meer wird durch das Engagement des NABU-Projekts immer größer. Partner in Schleswig-Holstein sind die Fischergenossenschaften Fehmarn und Heiligenhafen, der Landesfischereiverband Schleswig-Holstein, die ZVO Entsorgung sowie die Städte Fehmarn und Heiligenhafen. Auf Rügen unterstützen die Kutter- und Küstenfisch Rügen GmbH, die Nehlsen GmbH & Co. KG sowie der Stadthafen Sassnitz. Überregionaler Projektpartner ist Der Grüne Punkt Duales System Deutschland GmbH.

Im Sommer 2010 startete das NABU-Projekt „Meere ohne Plastik“, gefördert durch das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt über die „Briefmarke mit dem Plus“. Neben dem „Fishing for Litter“ initiierte der NABU Sammelaktionen an Stränden, beteiligt sich am wissenschaftlichen Umwelt-Monitoring, erarbeitete verschiedene Informationsmaterialien und führte Informations- und Bildungsveranstaltungen zum Thema durch.

Pressefotos aus Norddeich

Die Krabbenfischer Carsten Noormann (l) und Stefan Luitjens bringen gesammelten Müll aus der Nordsee zum Container am Hafen in Norddeich:
Pressefoto 1 (Foto: NABU)
Pressefoto 2 (Foto: NABU)

Hendrik Rösing, Niederlassungsleiter Nehlsen GmbH, Carsten Noormann, Krabbenfischer, Dr. Kim Detloff, NABU-Referent für Meeresschutz und Projektleiter, Claudios Prante, Hafenkapitän Norddeich (vlnr):
Pressefoto 3 (Foto: NABU)

Broschüren zum Projekt

Hintergrundpapier zum Download
Faltblatt zum Bestellen im NABU-Shop

Fischkutter Heiligenhafen

Die „Bleibtreu“ ist eines der Schiffe, die bei dem Projekt mitmachen.

Pilotregion Fehmarn-Heiligenhafen
Burgstaaken ist der kombinierte Fischerei- und Freizeithafen an der südlichen Küste der Ostseeinsel Fehmarn. Über den Staakensweg ist der Traditionshafen mit der Inselhauptstadt Burg verbunden. Gegründet 1949 von Flüchtlingen des II. Weltkriegs besteht die Fischergenossenschaft Fehmarn eG besteht aus 16 Mitgliedsbetrieben mit 22 Fahrzeugen zwischen 7,5 und 20 Meter Länge.
Mehr zur Fischergenossenschaft Fehmarn

Heiligenhafen wurde bereits im Jahr 1250 gegründet und hat heute knapp 10.000 Einwohner. Beliebt bei Touristen aus ganz Europa ist Heiligenhafen heute einer der bekanntesten Fischereihäfen an der deutschen Ostseeküste. Nach dem II. Weltkrieg fanden hier geflüchtete Fischerfamilie eine neue Heimat und gründeten 1949 eine Genossenschaft. Heute sind rund 40 Mitgliedsbetriebe in der Fischergenossenschaft Küstenfischer eG Nord organisiert.
Mehr zur Fischergenossenschaft Küstenfischer

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