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Die Brutzeit beginnt

Das Tagebuch zur Storchenreise

verfasst von NABU-Storchenexperte Kai-Michael Thomsen

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4. Mai 2011 - Annis Neuer ist kein Unbekannter

Nach einigen Tagen „Sendepause“ gibt es von mir einige Neuigkeiten über unsere Störche zu berichten. Gleichzeitig will ich die vielen Fragen beantworten, die im Gästebuch gestellt wurden.

Anni ist jetzt in Tielen fest verpaart. Ihr Partner scheint kein Unbekannter zu sein, denn er trägt einen Metallring. Bis jetzt konnte nur der Buchstabe P abgelesen werden. Metallringe werden schon seit vielen Jahren nicht mehr verwendet. So nehmen wir an, dass ihr neues Männchen ein ganz alter ist. Wahrscheinlich um die 25 Jahre alt. Ihr neues Nest ist nur gut drei Kilometer vom alten entfernt. So wird sie ihr altes Nahrungsrevier weiterhin nutzen können.

Gustav ist noch immer Single. Zwar hat er jetzt ein festes Nest gefunden – in Dellstedt, etwa fünf Kilometer östlich von Pahlen, aber er nutzt es eigentlich nur zum schlafen. Den Tag über scheint er in der Gegend umherzufliegen, um nach Futter zu suchen.

Bei Michael wird seit Tagen gebrütet. Romys Partner hat zwischenzeitlich die Brut aufgegeben. Vielleicht findet sich noch eine neue Partnerin ein. Zeit dazu ist noch und außerdem fliegen noch mehrere Störche in der Gegend um Eddelak herum.

Gerti fragte, ob der Tod unserer Störche mit dem Sender zusammenhängen könnte. Die Sender waren mit Sicherheit nicht Ursache für den Tod unserer Störche, denn sie sind alle an unterschiedlichen Ursachen gestorben. Romy und Helmut hatten die lange Reise in den Süden ohne Schwierigkeiten überstanden. Außerdem haben bis heute sehr viele Störche so einen Sender über viele Jahre getragen.

Weißstorch am Nest

Durch die Besenderung lernen wir viel über das Leben der Weißstörche.

Wir haben in diesem Jahr einfach Pech gehabt, dass gleich drei Störche zu Tode gekommen sind. Eigentlich hätte es nur einer oder zwei sein dürfen.

Sicher macht uns ihr Tod betroffen, weil die Störche von uns einen Namen erhielten und wir sie über lange Zeit begleiten durften. Aber es sind wilde Tiere und ihr Schicksal teilen sie mit vielen anderen namenlosen Störchen. Aber wir können anhand ihres Lebenslaufes einiges über das Leben unserer Störche lernen.

Hätten wir Romy noch retten können? Einen wilden Storch zu fangen ist recht schwierig, auch wenn uns das bei Romy schon einmal gelungen war. Aber dazu hätte man eine Falle mit Futter aufstellen müssen und Romy hätte dort herein laufen müssen. Da sie krank war, hatte sie auch keinen Hunger. Es ist auch sehr schnell gegangen, kurz nachdem sie apathisch beobachtet wurden war sie auch schon verschwunden. Außerdem ist es fraglich, ob man ihr noch hätte helfen können, denn Legenot ist auch bei Hühnern oder Käfigvögeln häufig tödlich, auch wenn man ihnen hilft.

Weißstorch im Nest

Man sollte vermeiden, Jungvögel von Hand aufzuziehen.

Was macht man, wenn ein Brutvogel ausfällt, soll man die Eier retten? Darüber sind die Storchenschützer oft sehr unterschiedlicher Meinung. Einige, wie in den von Sybille geschilderten Fällen, entnehmen die Eier und brüten sie künstlich aus. Danach werden die Jungen von Mensch aufgezogen. Häufig sind dann die Jungen recht stark auf Menschen geprägt und haben weniger Scheu von den Menschen etc..

Die andere Position, die auch ich teile, ist nichts zu tun, denn es sind natürliche Vorgänge, wenn ein Brutvogel ausfällt. Etwas anderes ist es, wenn schon Jungvögel im Nest sind, denn dann sind da noch die Tierschutzaspekte zu berücksichtigen. Dann muss man aber auch nicht aushorsten, sondern kann den verbleibenden Altvogel mit Futter unterstützen.

Insgesamt finde ich die Diskussion aber recht müßig, denn um die vielen Storchenpaare, die im östlichen Europa brüten, werden sich nicht so viele Sorgen gemacht. Es gibt dort nur wenige Storchenschützer, die eine Rundumbetreuung gewährleisten. Dafür gibt es dort noch viele intakte Lebensräume für die Störche, so dass sie insgesamt erheblich mehr Junge aufziehen können, als bei uns in Deutschland.

28. April 2011 - Romy ist tot

Nun ist es traurige Gewissheit. Auch die Störchin Romy ist tot. Nachdem sie am Ostermontag verschwunden war, wurde heute morgen eine systematische Suche eingeleitet. Dabei fand Helmut Gülck sie. Die Störchin hatte offenbar Legenot, das heißt, Schwierigkeiten bei der Eiablage. Das Ei bleibt in solch einem Fall im Legedarm des Weibchens stecken. Diese Krankheit kann durch Probleme mit der Muskulatur oder durch ein zu großes Ei verursacht werden und führt häufig zum Tod. Ob es wirklich die Todesursache ist, soll im Veterenärunteruschungsamt bei einer Obduktion geprüft werden.

Die Störchin Anni hat sich anscheinend für einen neuen Partner entschieden. Sie ist in einem Nest in Tielen, auf der anderen Seite der Eider, entdeckt worden. Das neue Paar hat sich bereits gepaart. Ob sie bald die ersten Eier legt?

26. April 2011 - Anni pünktlich zu Ostern zurück

Weißstorchpaarung

Gustav und Anni haben noch genug Zeit für eine gemeinsame Brut. Ob die beiden wieder zu einander finden?

Über Ostern hat sich bei unseren Senderstörchen viel getan. Das sonnig warme Wetter hat viele Störche in unsere Region geführt. Endlich sind viele Störche aus ihrem Winterquartier bei uns angekommen. Darunter auch Anni. Sie hat am Ostersonntag, vielleicht schon am Samstag (23./24. April) das Brutgebiet erreicht. Aus der Nähe ihres alten Nestes habe ich keine Ortungen erhalten, sondern aus dem Gebiet weiter südlich, in dem sich auch Gustav in der letzten Woche viel aufgehalten hatte. Am Nest in Pahlen wurde sie auch nicht beobachtet.

Seit dem letzten Tagebucheintrag ist Anni über den Osten der Slowakei geflogen, überquerte den Süden Polens, flog an Krakau östlich vorbei und ist am Karfreitag nach Deutschland gelangt. Dabei hat sie täglich so um die 200 Kilometer zurückgelegt.

Gustav hat nur noch einen eher halbherzigen Versuch gestartet sein altes Nest zurückzuerobern – aber vergeblich. Michaels Sohn und seine Partnerin konnten wiederum das Nest erfolgreich verteidigen. Sie brüten weiterhin und wenn alles gut geht können wir bald die ersten Fütterungen beobachten.

Gustav selbst scheint herum zu vagabundieren. Am Samstag konnte Rolf Zietz in einem Trupp von 17 Vögeln auf einem bearbeiteten Acker bei Hägen fast 10 Kilometer weiter westlich von Pahlen beobachten. Am Ostermontag konnte Beate Hansen bei Pahlen einen Senderstorch fotografieren. Leider konnte sie den Ring nicht identifizieren. War es Gustav oder schon Anni? Mal sehen was die nächste Lieferung von Senderdaten hergibt.

Wo werden sich Gustav und Anni ansiedeln und finden sie wieder zusammen? Zeit für eine erfolgreiche Brut ist noch genug. Bei den beiden bleibt es also spannend.

Michael hat seit Ostersonntag um etwa 18:00 Uhr wieder eine Partnerin. Es scheint die gleiche zu sein, wie in den vergangenen Jahren. Sie hatte allerdings noch drei weitere Artgenossen als Begleitung bei sich, von denen zwei sich gleich dran machten das Nest in Bargen für sich zu besetzen. Allerdings ohne Erfolg, denn Michael konnte sein Nest erfolgreich verteidigen. Nun kann auch in Bargen das Brutgeschäft starten.

Es gibt noch zahlreiche Beobachtungen von Storchentrupps die teilweise aus mehr als zehn Vögeln bestanden.

Bei Romy am Nest ist die Lage derzeit vollkommen unklar. Es fanden vor Ostern zahlreiche Paarungen statt. Am Ostermontag stand und saß sie fast apathisch auf der nahegelegenen Weide. Später war sie am Nest und stand dort relativ krumm am Nestrand. Abends war sie dann verschwunden und ist heute noch nicht wieder zurückgekehrt. Helmut Gülck fand dann unter dem Nest ein Ei. Hatte ein Kampf stattgefunden und das Ei ist aus dem Nest geworfen worden? Hatte sich Romy dabei verletzt? Oder hatte sie Legenot. Und wo ist sie jetzt? Die neuesten Senderdaten geben noch keine Auskunft, denn sie stammen von gestern. Ihr Partner kümmert sich um das Nest und vermutlich um die Eier.

21. April 2011 - Was war Hobors letzter Aufenthaltsort?

Hobors Sender ist jetzt seit 13 Tagen überfällig und die Befürchtungen sind Gewissheit geworden. Hobor wird tot sein. Viele Fragen tun sich im Gästebuch auf. Können wir nicht nach Hobor suchen? Leider habe ich vom 8. April nur eine sehr ungenaue Ortung über das traditionelle Ortungssystem, keine genaue GPS Koordinate. Würde der Sender noch Licht bekommen, würde er mit Sicherheit senden und wir könnten ihn lokalisieren. So müssen wir auf einen Zufall warten: Irgendjemand findet den Sender, oder er bekommt wieder Licht, weil der Kadaver zum Beispiel von einem Fuchs verschleppt wird. Sicher ist, dass die letzte Ortung im Tagebuch nicht der letzte Aufenthaltsort von Hobor war.

Anni ist am Montag noch gut 180 Kilometer weiter geflogen und befand sich am Abend in der Ukraine. Vielleicht wird sie schon um Ostern im Brutgebiet zurück sein und ihr Nest besetzt vorfinden. Es wird wahrscheinlich wieder zu Kämpfen kommen. Vielleicht findet sie ja ihren alten Partner Gustav, der ganz in der Nähe offenbar ein neues Nest gefunden hat.

Lange haben wir nichts von Michael gehört. Er ist immer noch solo und wartet auf eine Partnerin. Aber er ist nicht untätig und baut fleißig am Nest.

20. April 2011 - Hobor ist vermutlich tot.

Das war Hobor am 28 März 2010 in Süderholm. In diesem Jahr werden wir ihn wohl leider nicht wiedersehen.

Seit nunmehr zwölf Tagen meldet sich der Satellitensender des NABU-Storches Hobor nicht mehr. Der letzte Kontakt bestand am 8. April. Da befand sich das Storchenmännchen aus Schleswig-Holstein im Süden der Türkei nahe der Stadt Adana. Da sich der Sender überhaupt nicht mehr meldet, müssen wir leider davon ausgehen, dass Hobor seit einigen Tagen tot ist.

Der Flug über die Türkei stellt für die Störche auf dem Rückweg aus ihrem Winterquartier eine besondere Herausforderung dar, an der viele scheitern. Nachdem sie die Türkei bei Iskenderun erreicht haben, müssen sie das Taurusgebirge überqueren, um dann später über den Bosporus nach Europa zu gelangen. Im Frühjahr ist die Witterung in den Bergen oft unwirtlich kalt, mit viel Regen und Schnee. Darüber hinaus ist die Türkei von vielen Stromleitungen durchzogen und an den oft gefährlichen Konstruktionen verunglücken viele Störche und andere Großvögel. Leider wird man die Todesumstände wahrscheinlich nie aufklären können, denn anhand der vorhandenen Daten kann der genaue Unglücksort von Hobor nicht lokalisiert werden.

Hobor am 7. September 2010

Am 7. September 2010 befand sich Hobor schon einmal dort, wo er in diesem Frühjahr verschwand.
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Hobor war einer von sechs Weißstörchen, die der NABU mit einem GPS-Satellitensender ausgerüstet hat, um sie auf ihren Zugwegen hautnah verfolgen zu können. Der NABU erhofft sich damit genauere Informationen über die Situation auf den Zugwegen und im Winterquartier. Hobor trug seinen Sender seit dem Sommer 2009. Im vergangenen Winter ist er bis nach Südafrika gezogen, während die anderen NABU-Senderstörche weiter nördlich im Tschad und im Sudan überwinterten.

Mittlerweile haben vier Senderstörche ihr Brutgebiet erreicht. Nur die Störchin Anni befindet sich noch in der Slowakei auf dem Weg nach Norden. Sie dürfte wohl zu Ostern das Brutgebiet erreichen.

19. April 2011 - Romy ist wieder da!

Gerade bekam ich einen Anruf von Familie Gülck. Romy ist gegen 12 Uhr in Eddelak angekommen. Romy wurde schon erwartet, denn seit einigen Tage befindet sich schon ein Storchenmännchen auf dem Nest in Eddelak. Die ersten zaghaften Paarungsversuche hat es auch schon gegeben.

19. April 2011 - Hobor ist wahrscheinlich verunglückt

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Hobor am 2. April 2011

Hobors letztes Signal kam aus der Türkei.

Hobor ist verschollen. Seit nunmehr elf Tagen hat sich sein Sender nicht gemeldet. Die letzte Meldung des Senders stammt vom 8. April um 12 Uhr aus dem Süden der Türkei. Seit dem gibt keinerlei Kontakt mit dem Sender und so ich kann auch nicht annäherungsweise ermitteln, wo sich Hobor befindet. Meine Hoffnung, dass sich da noch etwas tun wird, schwindet immer mehr. Ich befürchte, dass er verunglückt ist - und weil der Sender kein Licht mehr bekommt, er auch nicht mehr sendet.

Hilfe für unsere Weißstörche

Gustav scheint nicht aufgeben zu wollen. Er stattet Pahlen regelmäßig einen Besuch ab und kämpft um sein Nest. Hat aber bis jetzt keinen Erfolg. Zum Rasten lässt er sich auf den Sirenen der Umgebung nieder. Teilweise schleppt er Nistmaterial heran. Am Sonntag fand Rolf Zietz ihn auf einem seit Jahren leer stehenden Nistmast im Nachbardorf Hohenlieth. Das zeigen auch die Ortungen. Vielleicht lässt er sich jetzt hier nieder und baut ein neues Nest. Genug Zeit wäre noch auf jeden Fall und geeignet ist diese Nisthilfe auch.

Seine Partnerin Anni hat allerdings andere Sorgen. Sie hat es jetzt immerhin geschafft die Karpaten zu überqueren und befindet sich jetzt im Grenzgebiet zwischen Rumänien, der Slowakei und der Ukraine. Sonntag und Montag hat sie zusammen gut 360 Kilometer zurückgelegt. Die Tage zuvor hat sie am Fuß der Karpaten zugebracht. Offenbar musste sie eine Zwangspause einlegen, weil das Wetter sehr schlecht war.

Romy hatte am Samstag Deutschland erreicht. Sie ist dann parallel der Elbe nach Nordwesten gezogen und hatte gestern Mittag fast ihr Heimatnest erreicht, denn sie befindet sich jetzt in der Nähe von Cuxhaven. Auf der gegenüber liegenden Seite der Elbe liegt Eddelak. Bis heute Vormittag ist sie aber dort geblieben und verbrachte offenbar die Nacht auf einem Nest. Mal schauen, ob sie heute noch nach Eddelak fliegt, oder ob sie jetzt in Niedersachsen heimisch werden will.

18. April 2011 - Wo steckt Hobor?

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Storchenpaar

Jetzt brütet auch das Storchenpaar in Hobors Nest. Wo bleibt Hobor bloß?

Gestern Abend gegen 19:30 Uhr fand in Pahlen ein harter Storchenkampf statt und Rolf Zietz berichtet: „Gustav steht wieder auf der Sirene in der Nähe des Nestes. Mehrfach hat er das fremde Brutpaar in seinem angestammten Horst attackiert. Einer der drei Kampfhähne fliegt dabei aus dem Nest, und sechs Füße trampeln im Horst herum. Die fremden Nestbesetzer haben jedoch wieder die Oberhand behalten. Das Weibchen scheint auch weiter sein Gelege zu betreuen. Dann ist Ruhe und Gustav zieht von dannen.“

Auf der Sirene an der Straßenkreuzung in der Nachbarschaft findet Rolf Zietz überraschend den Senderstorch Gustav. Er ist putzmunter und kein bisschen verletzt. Er putzt sich ausgiebig. Dann streift Gustav in Richtung Dörpling/Hövede/Dellstedt ab.

Tatsächlich zeigen die Ortungen der letzten Tage, dass Gustav sich in der Umgebung von Pahlen aufgehalten hat. Dabei ruhte er sich auf verschiedenen Nestern in den Nachbardörfern aus, ohne dass er sich dort dauerhaft niederließ. Er hat es noch nicht aufgegeben sein angestammtes Nest in Pahlen zurückzuerobern. Allein wird es allerdings schwierig. Und je länger die beiden Störche schon brüten, desto heftiger werden sie „ihr“ Nest verteidigen.

Und Hilfe ist weit entfernt, denn Anni befand sich am Dienstag, 12. April immer noch in Rumänien und bis zu den Karpaten sind es noch gut 90 Kilometer. Sie kommt nicht recht voran, kein Wunder, denn es hatte in den letzten Tagen viel geregnet.

Viel weiter ist dagegen schon Romy gekommen. Sie befand sich am Mittwoch den 13. April in Tschechien. Sie wurde in Ostböhmen am Oberlauf der Elbe geortet. So hat sie seit meinem letzten Bericht etwa 100 Kilometer täglich zurückgelegt. Immerhin wird sie schon in Eddelak erwartet, denn der Storch befindet sich immer noch am Nest. Mittlerweile konnte der Ring identifiziert werden. Wir wissen jetzt, dass der Vogel vier Jahre alt ist und in Bergenhusen „geboren“ wurde.

In Linden-Pahlkrug liegen derweil Fakten in Form eines Storcheneis im Nest. Wahrscheinlich erwartet Hobor bei seiner Ankunft ähnliches wie Gustav.
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Viele Leser werden sich die Frage stellen, ob derartige Vorgänge bei Weißstörchen denn „normal“ seien. Storchenkämpfe kommen immer wieder vor. Gerade in den letzten Jahren, wo die Anzahl von frühen Rückkehrern aus Spanien bei uns in Schleswig-Holstein immer größer wurde, scheinen Auseinandersetzungen um die Nester wahrscheinlich häufiger vorzukommen. Die Vögel, die bereits im März bei uns sind können sich die besten Neststandorte aussuchen. Und die später zurückkehrenden Ostzieher müssen sich um ihre Nester prügeln. Und in diesem Jahr, wo sich die Rückkehr der ostziehenden Weißstörche über einen langen Zeitraum hinzieht, scheinen diese Storchenkämpfe noch häufiger zu sein.

Ich habe allerdings ein anderes Problem. Hobors Sender hat sich immer noch nicht gemeldet. Es bleibt mir beziehungsweise uns nichts anderes übrig, als zu warten.

Livebericht von Hobors Horst

12. April 2011 - Gustav kämpft um sein Nest

Störche Nestkampf

Gustavs Nest ist von einem Storchenpaar besetzt. Ob er es sich zurückerobern kann?

Gestern gegen 18 Uhr machte NABU-Storchenbetreuer Rolf Zietz seine abendliche Radtour und machte noch einen Abstecher nach Pahlen. Er wollte schauen, ob Gustav vielleicht schon zurück sei. Aber zu diesem Zeitpunkt war noch alles ruhig. Ein Storch saß im Nest und brütete.

Wenig später bei der Rückfahrt entdeckt Rolf Zietz einen beringten Storch auf der Sirene, hundert Meter vom Horst entfernt. Er klappert und pumpt mit den Flügeln. Dann erkennt Rolf Zietz den Sender – Gustav ist zurück!

Rolf Zietz fährt rasch nach Hause und holt Fernrohr und Kamera. Zwischenzeitlich überschlagen sich die Ereignisse! Wie zwei Anwohner berichten kommt es zu einem heftigen Kampf, bei dem sich die neuen Nestbesitzer offenbar behaupten können. Sie brüten immer noch, also ist das Gelege intakt. Aber es ging nicht ohne Blessuren ab. Michael Sohn blutet am Beinansatz und er zittert noch am ganzen Körper.

Aber wo ist Gustav? Rolf Zietz sucht die Umgebung ab findet aber keinen verletzten Storch. Bis zum Abend findet sich auch auf dem zweiten Nest im Dorf kein Storch ein. Heute will Rolf Zietz weiter beobachten.

Wider Erwarten gab es gestern keine neuen Ortungen von Hobor. Das ist nicht beunruhigend, weil ja über der Türkei eine Art „Sendeloch“ herrscht. Also warten bis in drei Tagen.

11. April 2011 - Gustav ist fast am Ziel

Hobors Partnerin und fremder Storch, 11. April 2011

Seit Kurzem ist Hobors Nest besetzt. Seine Partnerin hat es sich dort mit einem anderen Storch gemütlich gemacht. Verfolgen Sie live das Geschehen.

Bis heute habe ich nur eine neue Ortung von Hobor. Sie stammt vom Donnerstag letzter Woche. Da war er noch nicht sehr viel weiter über das Taurus-Gebirge gekommen. Morgen kann ich neue Daten von Hobor abrufen. Dann wissen wir mehr.

Gustav war heute Morgen in der Nähe von Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern. Ich rechne damit, dass er heute noch in Pahlen ankommen wird. Es wird auch Zeit, denn sein Nest ist jetzt fest besetzt und Michaels Sohn mit Partnerin sitzen fest auf Eiern. Es wird wahrscheinlich zu größeren Auseinandersetzungen kommen. Mal schauen wer sich durchsetzen kann.

Auch wenn Gustav sein Nest zurück erobern kann, wird er noch einige Tage auf seine Partnerin Anni warten müssen, denn sie war am Freitag noch in Bulgarien. Sie war am Donnerstag in der Türkei gestartet und ist gut 130 Kilometer nach Norden geflogen. Am Freitag waren es nur gut 60 Kilometer. Sie kommt also nicht sehr zügig voran.

Ähnlich ist es auch mit Romy. Sie hat sich bis gestern Morgen im Grenzgebiet von Ungarn und der Slowakei aufgehalten und hat offenbar einige Tage Pause eingelegt. Seit Freitag (6. April) befand sich Romy in einer kleinen grenznahen Niederung beim ungarischen Städtchen Ipolyvece. Gestern flog sie gut 17 Kilometer weiter nordwestlich. Vielleicht ist sie Richtung Heimat aufgebrochen.

8. April 2011 - Hobor auf dem Sprung nach Europa

Gewinnspiel
Weißstorch im Flug

Wie lange wird Hobor noch fliegen? Wann kommt Hobor nach Hause? Geben Sie jetzt Ihren Tipp ab!

Heute habe ich wieder Daten abgerufen, um zu schauen wie weit unsere Störche schon sind. Aber so viel hat sich dann doch nicht getan.

Hobors letzte Ortung stammt vom Mittwoch. Da war er gerade dabei, Richtung Taurusgebirge zu fliegen. Am Vortag hatte er den Golf von İskenderun umflogen. Wahrscheinlich ist er jetzt schon in der Nähe des Bosporus. An seinem Nest tut sich bis jetzt nur sehr wenig. Ab und dann besucht ein Storch das Nest. Auch sein Weibchen ist noch nicht angekommen.

Immerhin kann ich jetzt Michaels Heimflug genau nachvollziehen. Die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag verbrachte er wenige Kilometer nördlich von Pritzwalk. Am Donnerstagmorgen ging es dann zügig weiter nach Nordwesten. Er passierte Lübeck und landete gegen Nachmittag bei Krogaspe, nördlich von Neumünster. Hier verbrachte er die Nacht offenbar auf einem Hausdach. Der Rest am Mittwoch war nur noch ein Katzensprung von 46 Kilometern.

Gustav befand sich gestern Abend immer noch in Polen westlich von Leszno. Gestern war er nur etwas mehr als 30 Kilometer weit nach Norden geflogen. Derweil ist sein Nest in Pahlen immer noch von Michaels Sohn und einer Störchin besetzt. NABU-Storchenbetreuer Rolf Zietz glaubt aber nicht, dass sie schon Eier gelegt haben. Gustav wird sicherlich in den nächsten Tagen in Pahlen eintreffen. Dann wird er um sein Nest kämpfen müssen.

Gustavs Partnerin Anni flog vorgestern (6. April) noch im europäischen Teil der Türkei nach Norden. Am Tag zuvor hatte sie offenbar das Marmarameer überquert, denn die letzten Positionsdaten stammten von nördlich des Ulubat-Sees, der viele Kilometer weiter westlich vom Bosporus liegt. Aber es gibt dort einige Inseln, über die Anni geflogen sein kann. Der Ulubat-See beherbergt übrigens an seinen Ufern mehrere kleine Storchendörfer. Und die Menschen engagieren sich für den Weißstorch.

Romy hatte bekanntlich als letzte ihre Heimreise in Afrika angetreten, hat aber jetzt schon lange Anni überholt. Ihre letzten Positionsdaten stammen aus dem Grenzgebiet von Ungarn und der Slowakei in der Umgebung der Donau. Sie ist also nicht viel weiter gekommen. Die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag (5. April) hat sie an den Ufern eines kleinen Flusses verbracht, wahrscheinlich auf einem Baum.

7. April 2011 - Michael ist wieder da!

Gestern Nachmittag ist Michael zurückgekehrt. Ich bekam die Meldung über SMS und da ich gerade in der Umgebung war, habe ich kurz vorbei gesehen. Richtig: Es war Michael und die Antenne des Senders war gut zu erkennen. Scheinbar sind noch mehr Störche zurückgekommen, denn auch in Bergenhusen waren auf einmal bisher leere Nester besetzt.

6. April 2011 - Ist Gustav schon in Deutschland?

Michael war gestern noch nicht angekommen. Angesichts des regnerischen und stürmischen Wetters ist es ihm nicht zu verdenken, wenn er lieber einen Tag Rast einlegt.

Von Gustav, Anni und Romy gibt es einige neue Meldungen. Anni war vorgestern (4. April) noch in der Türkei nahe der Stadt Bursa. Bei ihr hat sich also bis jetzt noch nichts getan.

Gustav dagegen ist auf dem Heimweg. Er befand sich vorgestern in Polen nordwestlich von Krakau. Vielleicht ist er heute schon in Deutschland.

Romy überflog am Sonntagmorgen noch in Rumänien den Südrand der Karpaten.


5. April 2011 - Michael im Landeanflug

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Weißstorch

Michael hat es fast geschafft. Wie weit haben es die anderen vier Störche noch?

Michael ist im Anflug! Seit Mittwoch letzter Woche (30. März) ist Michael täglich längere Strecken geflogen, die bis zu 400 Kilometer pro Tag lang waren. Er hat lediglich über das Wochenende eine kleine Pause in Polen in der Wojewodschaft Schlesien eingelegt. Gestern um 14 Uhr befand sich Michael bereits in Deutschland und zwar in der Prignitz in Brandenburg. Ich rechne damit, dass er heute oder morgen in Bargen an seinem Nest eintreffen wird.

Auch Gustav kommt seinem Nest immer näher. Er wurde am Samstag in Nord-Ungarn unweit der Stadt Eger (Erlau) geortet. Diese Gegend ist ein bekanntes Weinanbaugeiet in Ungarn. An diesem Tag hatte er fast 240 Kilometer zurückgelegt. Tage zuvor hatte er die Karpaten überflogen und sie nicht östlich umflogen.

Anni wird wahrscheinlich auch schon Europa erreicht haben. Ihre letzte Ortung von Samstag stammt aus der Westtürkei 60 Kilometer östlich der Industriestadt Bursa.

Von Romy wissen wir, dass sie sich noch am Donnerstag in Rumänien aufgehalten hat. Der Sender hat bis jetzt keine verlässlichen neuen Daten geliefert. Sie kann aber noch vor Gustav im Brutgebiet ankommen. Beide werden wohl schon diese Woche an ihren Nestern eintreffen.

Hobor hat demgegenüber noch einen längeren Weg zurückzulegen. Er befand sich am Samstag (2. April) in der Südtürkei, die er am Tage zuvor erreicht hatte. Offenbar macht er eine kleine Pause. Er konnte in Israel, nahe Gaza und im Westjordanland geortet werden. Dann ist er über den Libanon Richtung Norden geflogen.

1. April 2011 - Gustav holt auf

Weißstorch

Die Reise unserer Störche geht allmählich zu Ende. Gucken Sie nach, wo sich die fünf befinden.

Jetzt wird es spannend, denn unsere Störche sind stramm auf Heimatkurs. Viele stellen sich die Frage, ob die Ankunft der Störche im Vergleich zu den Vorjahren eher früh oder spät sein wird. Anfangs dachte ich, dass wir mit einer sehr frühen Rückkehr, wie im vergangenen Jahr, rechnen könnten, denn die Störche waren sehr früh gestartet. Aber der Zug über die Sahara zog sich in diesem Jahr länger hin. Aber unsere Störche werden mit großer Wahrscheinlichkeit noch vor Mitte April am Nest eintreffen. Und dies ist im langjährigen Vergleich eine frühe Rückkehr.

Auch Hobor wird wohl recht zeitig an seinem Nest ankommen, denn er hat kräftig aufgeholt. Seine letzte Ortung vom Dienstag (29. März) kommt aus Israel. Er befand sich am frühen Nachmittag sieben Kilometer östlich vor Sderot nahe des Gazastreifens. Offenbar suchte er in der Umgebung auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen nach Futter, denn die Daten geben keine Informationen her, dass Hobor flog. Leider fehlen die Ortungen zwischen dem Nil und Israel. Aber ich hoffe, dass diese Daten später noch vom Sender geliefert werden.

An der Spitze unserer Störche befindet sich immer noch Michael. Seine letzte Position wurde am Dienstag (29. März) aus Rumänien gemeldet. Er hielt sich in der Umgebung eines kleinen Flusses auf. Die Stadt Sibu (Hermannstadt) befindet sich 60 Kilometer weiter südöstlich. Michael hielt sich dort seit dem Abend des Vortages auf. Er hatte in zwei Tagen gut 180 Kilometer zurückgelegt und dabei die Karpaten überquert.

Gustav ist Michael auf den Fersen, wenn man es so sagen darf. Gut 380 Kilometer trennen die beiden. Gustav befand sich am Abend des gleichen Tages noch in Bulgarien, etwa 40 Kilometer von der Donau und der Grenze zu Rumänien entfernt. Den Tag über flog er die Schwarzmeerküste bei Burgas entlang, um dann nach Nordwesten abzubiegen. Gute 160 Kilometer dürfte er an Dienstag (29. März) gemacht haben.

Annis letzte verlässliche Ortung stammt von Sonntag (27. März). Aber ich hoffe, dass ich in der nächsten Woche bessere Informationen bieten kann. Sie befand sich in Israel, wenige Kilometer nördlich des Westjordanlandes. Sie hat also wieder die normale Zugroute der Störche über Israel „gefunden“. Am Freitag letzter Woche (25. März) war sie noch ein Stück die Mittelmeerküste entlang geflogen, um dann nach Osten in Richtung Negev abzubiegen. Dann hat sie wieder den nördlichen Kurs aufgenommen.

Von Romy kann ich derzeit keine neuen Informationen bieten.



30. März 2011 - Anni, Gustav und Hobor müssen sich beeilen

Stromtod: Storch an Freileitung

Unfälle an Stromleitungen sind leider eine häufige Todesursache für Störche.

Zunächst einmal möchten wir uns für das große Interesse an dem Schicksal von Helmut bedanken. Viele Menschen haben uns auf den verschiedensten Wegen erreicht und auch Fragen gestellt. Helmut wurde zwischenzeitlich auf der Wiese in der Nähe seines Nestes begraben.

Wir haben zwischenzeitlich Kontakt mit dem Betreiber der Stromleitung aufgenommen. Wir haben vereinbart, dass wir für die Leitung eine Art Gefahrenanalyse machen. Beispielsweise wollen wir die Gefährdung von einzelnen Neststandorten genauer untersuchen. Danach könnte dann eine Markierung der gefährlichen Leitungen erfolgen.

Auch wenn uns Helmut an Herz gewachsen war, weil wir ihn hautnah im Internet verfolgen konnten, war er ein Wildtier, das wie viele andere seiner Art an einer Stromleitung oder auf einem Strommast zu Tode gekommen ist. Der Unfall von Helmut macht uns aber auch deutlich, dass es weiterhin notwendig ist, die Einflüsse der Stromversorgung auf die Natur möglichst gering zu halten. Dafür sind die Stromversorger verantwortlich, aber auch wir Verbraucher. Wahrscheinlich wird man aber derartige Unfälle nie ganz verhindern können.

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Störche am 30. März 2011

Unsere fünf Senderstörche sind schon wieder ein gutes Stück vorangekommen. Gucken sie auf der Karte nach, wo sie sich aufhalten.

Trotz dieser traurigen Meldung, die uns in den letzten Tagen in Atem gehalten hat, geht der Zug unserer fünf Störche aus Afrika weiter voran. Die meisten von ihnen befinden sich jetzt in der Türkei, wo leider aus technischen Gründen die Sender nicht so viele Daten liefern. Aber trotzdem wissen wir, wo sich die Störche befinden.

Michael befand sich am Samstag (26. März) kurz vor den Karpaten. Er will offenbar die Berge überqueren und nicht wie viele andere sie ostwärts umfliegen. Seine letzte Tagesetappe betrug gut 190 Kilometer.

Gustavs letzte Ortung stammt von Freitag (25. März) um die Mittagszeit. Tags zuvor hat er den Golf von Iskenderun umflogen und machte sich auf, das Taurus-Gebirge zu überqueren.

Anni hat jetzt die Kurve gekriegt. Das bedeutet, dass sie am Freitag (25. März) vom Nildelta aus Richtung Osten über die Sinai-Wüste und am Gaza-Streifen entlang fliegt. Eine etwas ungewöhnliche Zugrichtung, die offenbar dadurch verursacht wurde, dass sie über der Wüste nach Westen abgedriftet ist. Dies kommt immer wieder mal vor. In Israel wird sie wieder auf die eigentliche Zugroute treffen und ihren Weg weiter nach Norden fortsetzen.

Anni und Gustav sollten sich beeilen, denn an ihrem Nest in Pahlen tut sich einiges. Seit einigen Tagen befindet sich schon ein beringter Storch auf dem Nest. Es handelt sich dabei um den Nachwuchs von Michael, der zunächst Hobors Nest besetzt hatte. Er baut an dem Nest in Pahlen, macht aber immer noch Stippvisiten in Linden-Pahlkrug. Am Samstagnachmittag war dann ein weiterer unberingter Storch am Nest. Die beiden paarten sich, und dabei stellte sich heraus, dass der beringte Nachwuchs von Michael ein Männchen ist.

Romy hat am Sonntag (27. März) Europa erreicht. Seit ihrer letzten Ortung in Syrien am 23. März hatten wir keine verlässlichen Ortungen mehr erhalten. Aber jetzt in der Westtürkei gibt es wieder Meldungen. Die Nacht von Sonntag auf Montag verbrachte sie am Terkos Gölü einem Lagunengewässer an der Schwarzmeerküste.

Hobor befindet sich dagegen immer noch in Afrika, ist aber zügig auf Nordkurs. Er ist am Freitag am Assuan-Stausee entlang geflogen und hatte abends die Gegend um Assuan erreicht, wo er in der Wüste übernachtet hat. Am nächsten Tag stammt die letzte Ortung aus der Nähe von Kom Ombo.

Während Hobor nach Hause fliegt, inspizieren andere Störche schon sein Nest in Linden-Pahlkrug. Verfolgen Sie die Geschehnisse vor Ort mit der Storchen-Webcam.
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25. März 2011 - Helmut ist tödlich verunglückt

Helmut ist tödlich verunglückt! Heute früh musste ich den toten Vogel aus der Umgebung von Oldendorf bei Itzehoe abholen.

Gestern wurde er von einem Landwirt entdeckt, der gerade seine Wiese bearbeitete. Helmut lag tot unter einer Hochspannungsleitung. Dort muss er schon mehrere Tage gelegen haben, denn die letzte Ortung stammte von Samstag aus einer Gegend weit nördlich des Fundortes. Seit Montag war Helmut in Eddelak verschwunden und hatte sich offenbar wieder auf den Weg gemacht die Gegend zu erkunden. Hier in der Gegend von Oldendorf war er schon kurz nach seiner Rückkehr aus Spanien zu Besuch. Nun ist ihm das Herumvagabundieren zum Verhängnis geworden.

Toter Helmut

NABU-Storchenbetreuer Jörg Heyna untersucht den Kadaver von Helmut.


Zusammen mit NABU-Storchenbetreuer Jörg Heyna habe ich den Vogel geborgen. Nach unseren Erkenntnissen muss er mit einer Leitung kollidiert sein und hat sich dabei das Genick gebrochen. Da er auf dem Rücken lag, bekam der Sender kein Licht und die Solarzelle konnte keinen Strom produzieren. So war es reiner Zufall, dass wir Helmut wiederfinden konnten.

Unfälle von Weißstörchen durch Anflug an Hochspannungsleitungen kommen relativ selten vor. Viel häufiger sind dagegen Unfälle an sogenannten Mittelspannungsmasten. Hier wurde jedoch Abhilfe geschaffen und gefährliche Mastkonstruktionen sind per Naturschutzgesetz bis 2012 zu entschärfen.

Helmut ging 2009 für den NABU auf die Reise.

Wahrscheinlich hat Helmut den als Blitzableiter dienenden obersten Draht nicht erkannt und ist mit ihm zusammengestoßen. Dieser Draht ist viel dünner als die Leitungsdrähte und kann so leicht übersehen werden. Hochspannungsleitungen wurden an besonderen Unfallschwerpunkten mit Markierungen kenntlich gemacht. Aber hier sind bisher noch keine Unfälle registriert worden.

Traurig ist Helmuts Tod allemal, besonders aber, nachdem er die vielen Gefahren auf der Route von Spanien nach Schleswig-Holstein gemeistert hatte und nun ausgerechnet hier verunglückte. Familie Gülck in Eddelak wartet nun auf Romy, und hofft, dass diese einen neuen Partner findet.

Vor diesem traurigen Ereignis verblassen alle andern Erlebnisse unserer Störche, aber auch sie sind berichtenswert. Helmuts Partnerin Romy befand sich am Mittwoch (23. März) in Syrien gut 120 Kilometer nördlich von Damaskus. Sie war am Morgen in der Nähe des Sees Genezareth gestartet. Die beiden Tage zuvor hatte sie Israel überquert. Etwa zur gleichen Zeit befand auch Gustav sich in Syrien, etwa 150 Kilometer weiter nördlich.

Anni befindet sich dagegen auf Abwegen. Sie war beim letzten Tagebucheintrag nach Westen abgetrieben worden. Nun hatte sie am Dienstag (22. März) gegen Mittag Kairo überquert und ist Richtung Nildelta gesegelt. Am Abend machte sie Rast am Rande des Delta und flog am Mittwoch noch weiter ins Delta. Hoffentlich bekommt sie die Kurve über den Suez Kanal Richtung Sinai und Israel.

Michael hat seinen Rastplatz in der Nähe von Istanbul am Montag verlassen und wurde am Mittwoch bereits in Bulgarien westlich von Burgas geortet. Er macht sich jetzt nach einigen Tagen Pause wieder auf, um seinen Brutplatz aufzusuchen. Wie lange er wohl noch braucht?

Nilgans

Nilgänse interessieren sich für Hobors Nest. Er muss sich beeilen, wenn er es noch haben möchte.

Hobor hat in den letzten Tagen nicht mehr so große Strecken zurückgelegt. Offenbar macht ihm auch der Nordostpassat zu schaffen. Am Donnerstag (24.März) hat er das Ostufer Assuan Stausees erreicht. Da hatte er in zwei Tagen gerade mal 240 Kilometer geschafft. Bedenkt man seine bisherigen Tagesetappen, ist dies nicht viel.

Währenddessen tut sich an seinem Nest einiges. Am Sonntag (20. März) flog ein beringter Storch auf das Nest. Für NABU Storchenbetreuer Rolf Zietz ein alter Bekannter. Die Ringkombination DEW 3X934 wurde im Juni 2008 in Bargen bei Erfde vergeben. Also handelt es sich um einen Nachkommen von unserem Senderstorch „Michael“. Das ist schon überraschend, denn dieser Vogel muss von dem Zeitpunkt der Rückkehr her ein Westzieher aus Spanien sein. Michael ist aber Ostzieher.

Michaels Nachkomme befasste sich in den letzten Tagen damit das Nest auszubessern, übernachtete aber nicht auf dem Nest. Dann am nächsten Tag kam weiterer Vogel auf das Nest. Er hatte die Ringkombination DEW 3X934, das ihn als Nestgeschwister auswies. Also halten sich derzeit zwei Nachkommen von Michael in der Gegend auf.

Überhaupt ist das Nest derzeit sehr beliebt, denn auch andere Störche und Nilgänse fliegen es an. Da muss sich Hobor aber beeilen, damit er sein Nest verteidigen kann.

22. März 2011 - Hobor holt auf

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Helmut ist schon in Eddelak. Wo stecken die anderen fünf?

Von Helmut trudeln jetzt noch einige Daten der letzten Tage ein. Danach hat er bei seiner Rückkehr nach Schleswig-Holstein mehrere Dörfer abgeklappert. Jetzt scheint er sich aber dauerhaft in Eddelak niedergelassen zu haben.

Michael hat Europa erreicht, aber seinem Nest ist er nicht viel näher gekommen. Er rastete von Freitag bis Sonntag (18. bis 20. März) nördlich von Istanbul. Dort befindet er sich in einem kleinen Flusstal und wird wahrscheinlich nach Nahrung suchen. Das Wetter soll in der Türkei übrigens nicht so toll sein, so dass es kaum verwundert, dass er eine Pause eingelegt hat.

Gustavs letzte Ortung von heute Morgen stammt aus einem Wadi mitten auf der Sinai-Halbinsel. Hier hatte er die letzte Nacht verbracht. Er wird am Sonntag (20. März) Afrika verlassen haben. Leider hat der Sender bis jetzt nicht genug Ortungen übertragen, um den genauen Flug rekonstruieren zu können. Am Freitagnachmittag befand sich Gustav noch auf der Höhe von Assuan. So hat er in 60 Stunden etwa 650 Kilometer zurückgelegt.

Romy scheint Gustav noch immer dicht auf den Fersen zu sein. Ihre letzte Ortung östlich des Nil stammte von Sonntagmorgen (20. März). Da hatte sie noch 140 Kilometer bis zum Golf von Suez. Ich schätze, dass sie sich jetzt schon auf dem Sinai aufhält.

Anni nähert sich auch dem Golf von Suez, jedoch befand sie sich Sonntag noch mehr als 100 Kilometer westlich des Nil. Sie ist offensichtlich ein wenig vom Kurs abgekommen.

Hobor will wohl noch die anderen Störche einholen. Zwischen seiner letzten Ortung am Sonntag und der letzten Ortung von Anni am Sonntagmorgen liegen nicht einmal 1.000 Kilometer. In den letzten 10 Tagen flog er insgesamt 2.900 Kilometer.

18. März 2011 - Michael ist schon in der Türkei

Störche, 18.März 2011

Helmut repariert bereits sein Nest, doch die anderen sind noch auf der Reise. Wo, das verrät die Karte.

Helmut hält sich jetzt dauerhaft in Eddelak auf und repariert sein Nest. Er ist in diesem Frühjahr sechs Tage später zurückgekommen als im Vorjahr, obwohl er Vaciamadrid viel früher verlassen hatte. Immerhin legte er eine vierzehntägige Zwischenrast in der Charente ein.

Während Helmut sich bei der Nestrenovierung nützlich macht, ist seine Partnerin Romy immer noch in Afrika unterwegs. Sie hält einen strickten Nordkurs ein und legt täglich etwa 180 Kilometer zurück. Dabei schneidet sie die beiden Nilschleifen nördlich von Karthum und von Dongola ab. Gestern (17. März) um die Mittagszeit waren es noch etwa 140 Kilometer bis zu den Ufern des Assuan-Stausees. Wahrscheinlich wird sie das Seeufer gegen Abend erreicht haben.

Den Assuan-Stausee hatte Gustav schon am Vorabend (16. März) bei Wadi Halfa erreicht. Gestern flog er am Ostufer weiter Richtung Norden.

Seine Partnerin Anni ist noch nicht so weit gekommen. Sie befand sich am Mittwoch (16. März) etwa 100 Kilometer weiter südlich – eine Tagesetappe. Sie hatte am Vortag endlich die Wüste hinter sich gelassen und hatte bei Dongola den Nil erreicht.

Hobor macht ordentlich Strecke, denn er hat schon den Sudan erreicht. Von der Serengeti her kommend flog Hobor am Sonntag (13. März) am Victoria-See entlang nach Norden um am Montag über Uganda Richtung Norden zu fliegen. Den Sudan erreichte Hobor am Mittwoch (16. März). Heute früh waren es noch gut 500 Kilometer bis nach Karthum. In den letzten Tagen hat er mehr als 300 Kilometer täglich zurückgelegt.

Michael hatte sich von Samstag (12. März) bis Montag am Golf von Iskenderum aufgehalten. Dann hat er sich offenbar auf den Weg über das Taurusgebirge gemacht. Seine letzte Ortung von gestern stammt aus der Umgebung von Istanbul. Er wird wohl im Laufe des Vormittages den Bosporus überquert haben und heute schon in Europa sein. Er ist damit der Heimat bereits sehr nahe gekommen.

16. März 2011 - Wiedersehen in Eddelak

Heute rief mich NABU-Storchbetreuer Jörg Heyna an. Er hatte ein wenig herumtelefoniert. Und siehe da, Helmut hielt sich in Bekhof, südlich von Itzehoe auf. Auch meine Ortungen belegen dies. Kurze Zeit später klingelte erneut das Telefon und Helmut Gülck aus Eddelak verkündete, dass Helmut nun wieder an seinem Nest zurück ist. Gülck hatte zweifelsfrei die Senderantenne wiedererkannt.

15. März 2011 - Sender liefert Gewissheit: Helmut ist zurück

Weißstorch Biebrza-Sümpfe

Nun also doch! Helmut ist zurück. Verfolgen Sie seine Route auf der Karte.

Helmut hat einige Verwirrung gestiftet. Am Donnerstagabend landete in Eddelak ein Storch mit einem Ring am linken Bein über dem Intertarsalgelenk- wie bei Helmut. Es muss ein anderer Storch gewesen sein - vermutete Nestbesitzer Helmut Gülck, denn der Vogel war nach kurzer Zeit wieder verschwunden, ohne dass er den Ring genau identifizieren konnte. Der Sender war nicht zu erkennen. Aber es kann Helmut auf Stippvisite gewesen sein, denn er wurde am Samstag (12. März) ganz in der Nähe in Oldendorf bei Wilster geortet und hält sich dort seitdem in der Gegend auf. Leider weisen die Senderdaten einige Lücken auf, so dass wir noch nicht den genauen Rückweg rekonstruieren können. Wir erinnern uns: in der Wilster Marsch hielt sich Helmut im vergangenen Jahr eine ganze Zeit lang auf bevor er in sein Winterquartier geflogen ist. Ob er hier etwa brüten will?

Michael hat sich am Samstag vom Golf von Iskenderun zurück gemeldet. Er ist also bereits in der Türkei und machte sich auf den Weg über das Taurusgebirge, um zum Bosporus zu gelangen. Eine anstrengende Etappe, denn das Wetter kann da richtig schlecht sein, so dass er nur sehr kurze Strecken fliegen kann oder sogar eine Zwischenrast einlegen muss. Am Donnerstag letzter Woche (10. März) hatte sich Michael am See Genezareth in Israel aufgehalten.

Anni plagt sich vom Tschad kommend immer noch über die Sahara Richtung Nil. Täglich schafft sie zwischen 100 und 180 Kilometer. Am Sonntag war es noch gut eine Tageetappe bis zum Nil.

Den Nil hat Partner Gustav schon erreicht. Am Mittwoch (9. März) vergangener Woche verbrachte er die Nacht im Bewässerungsgebiet von Wad Medani. Am Freitag überflog er Khartum. Seine täglichen Etappen sind mit etwas mehr als 100 Kilometer auch nicht gerade groß.

Verfolgt wird er von Romy, die fast die gleiche Route entlang des weißen Nil Richtung Norden eingeschlagen hat. Sie überquerte Khartum am Sonntag, liegt also zwei Tagesetappen hinter Gustav.

Hobor hat in drei Tagen fast ganz Tansania durchquert. Gut 250 Kilometer macht er täglich. Am Samstagmittag hatte er die Serengeti erreicht und am Abend dürfte er die Masai Mara in Kenia erreicht haben.

11. März 2011 - Helmut hat einen „Doppelgänger“ und Romy ist gestartet

Weißstorch

Ein „Doppelgänger“ hat sich bei Familie Gülck eingenistet.

Alles zurück auf Anfang: Die frohe Botschaft, dass Storch Helmut zurück ist, war leider eine Falschmeldung. Ein Storch, der Helmut zum Verwechseln ähnlich sieht und auch den Ring an der gleichen Stelle trägt, war gestern bei Familie Gülck in Eddelak gelandet. Inzwischen hat uns aber der Sender verraten, wo Helmut steckt: Er hat fast die Grenze zwischen Frankreich und Belgien erreicht. Bis er in Schleswig-Holstein ist, wird es noch ein paar Tage dauern.

Alle sechs Senderstörche sind nun auf dem Rückweg. Auch Romy, die noch keine rechte Reiselust hatte, ist Richtung Norden aufgebrochen. Noch ist sie im Sudan unterwegs.

Hobor hat eine ordentliche Strecke zurückgelegt. Er ist inzwischen fast in Tansania. Am weitesten vorn ist Michael. Er ist schon in Israel. Ob er noch vor Helmut zurück ist?

10. März 2011 - Helmut ist wieder da!

Helmut hat das Rennen gemacht. Als Erster von unseren sechs Senderstörchen hat er sein Brutgebiet erreicht. Helmut Gülck aus Eddelak meldete heute, dass der Storch zu seinem Horst zurückgekehrt ist. Im letzten Jahr war er bereits am 7. März wieder da. Damit war er auch 2010 der Erste. Kein Wunder, schließlich hat er auch den kürzesten Weg. Da der Sender erst morgen wieder Daten liefert, gibt es heute noch keine neuen Punkte auf der Karte.


8. März 2011 - Starker Wind bremst die Senderstörche

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Storchenpaar

Bis unsere sechs Senderstörche zurück sind, wird es wohl noch etwas dauern. Gucken Sie auf der Karte nach, wo sie sich befinden.

Unsere Senderstörche kommen nicht gut voran. Gustav hatte in der vergangenen Woche seinen Zug abgebrochen und war wieder Richtung Südost in den Sahel zurückgezogen. Bis zum Samstag, den 5. März, hielt er sich im gleichen Gebiet auf und seine Tagesortungen liegen gerade einmal fünf Kilometer auseinander. Also Gustav rastet wieder!

Anni hatte am Samstag, den 5. März, innerhalb von zwei Tagen nur etwa 200 Kilometer zurückgelegt. Und Romy hat immer noch nicht mit dem Zug begonnen.

Michael befindet sich immer noch am Nil. Am Freitag, den 4. März machte er nur 15 Kilometer am Samstag allerdings mit 115 Kilometer einen etwas größeren Sprung. Er befindet sich jetzt am Nil bei Om Kombo.

Zunächst war ich am rätseln, warum die Vögel nur so kurze Strecken fliegen. Bei Michael machte ich mir sogar Gedanken darüber, ob er vielleicht geschwächt sei. Am Samstag machte mich ein Kollege bei einem Vortrag darauf aufmerksam, dass vielleicht derzeit der Nordostpassat über der Sahara besonders kräftig wehen und den Zug bremsen könnte. Das wäre eine Erklärung für das Verhalten der Störche sein und ich werde ein wenig danach recherchieren. Immerhin scheint es dann doch nicht zu einer ungewöhnlich frühen Rückkehr der Störche zu kommen, wie ich anfangs vermutet hatte. Es sind eben die verschiedensten Faktoren, die den Zug der Störche beeinflussen. Aber durch unsere Satellitenstörche können wir einige Faktoren kennenlernen, die dafür verantwortlich sind.

Hobor legte von Donnerstag auf Samstag eine kleine Pause in Simbabwe ein. Am Sonntag hatte er sich dann wieder auf den Weg gemacht und war er bis zum Nachmittag 200 Kilometer nach Norden geflogen. Da waren es nur noch 35 Kilometer bis zum Sambesi und zur Grenze nach Sambia.

Helmut hat seine Pause beendet und ist seit Samstag, den 5. März, wieder unterwegs. Am Samstag hatte er 200 Kilometer zurückgelegt und am Sonntag waren es wieder 75 Kilometer. Jetzt hält er Kurs auf Paris.

Während dessen kommen bei uns in Deutschland immer mehr Störchen aus Spanien zurück. In vielen Regionen ist es aber noch bitterkalt und der Boden zumindest frühmorgens noch gefroren. Viele Menschen machen sich sorgen und rufen bei uns an. Aber die Sorge ist unbegründet. Die Störche finden meist Futter in dem sie sich an Bäche und Flüsse zurück ziehen. Außerdem können die ein paar Tage ohne viel Futter auskommen. Und wenn es denn tatsächlich knapp werden würde, können sie Richtung Süden fliegen, wo es dann frostfrei ist.

3. März 2011 - Romy lässt es ruhig angehen

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Weißstorch

Gustav hat seine Flugrichtung geändert. Scheinbar bleibt er noch eine Weile in Afrika.

Was macht Gustav? War er noch bis Sonntag, den 27. Februar auf dem direkten Weg Richtung Nil ist er am Montag Richtung Süden abgebogen, also in die total verkehrte Richtung. Am Montag und Dienstag legte er Tagesetappen von über 200 Kilometer zurück und befindet sich wieder südlich der Sahara in der Savanne. 80 Kilometer weiter östlich befindet sich der Weiße Nil. Was mag ihn nur zu dieser Richtungsänderung getrieben haben. Immerhin steht eines fest, er will noch ein wenig Zeit in Afrika verbringen.

Seine Partnerin Anni dagegen hält noch immer Kurs Richtung Nordosten, befindet sich aber immer noch im Tschad. Täglich sind es Etappen so um die 100 Kilometer, mal mehr, mal weniger. Sie lässt sich Zeit.

Noch langsamer ist allerdings Michael, der am Montagabend, den 28. Februar endlich das südliche Ende des Assuan-Stausees erreicht hatte. Gestern Mittag, flog er nur etwa 105 Kilometer weiter nördlich entlang des Stausees. In zwei Tagen etwa 100 Kilometer ist nicht gerade viel.

Nur Romy ist noch immer nicht aufgebrochen. Also abwarten!

Hobor hatte am Montagmorgen, den 28. Februar Botswana erreicht und gestern Morgen, am 2. März, wieder verlassen. In etwas mehr als zwei Tagen waren dies 640 Kilometer. Im Vergleich zu den anderen Senderstörchen macht er richtig Strecke. Währenddessen tut sich einiges in der Nestumgebung im heimischen Linden-Pahlkrug. NABU-Storchenbetreuer Rolf Zietz berichtet, dass mehrere Teiche in den Wiesen der Umgebung neu gebaut wurden. In ein paar Jahren werden sie beliebte Laichgewässer für Amphibien sein, die die umgebenden Wiesen bevölkern. Futter für Hobor und seine Familie. Und um den Anflug zum Nest wieder ein wenig zu verbessern, wurden an einer Pappel fünf große Äste entfernt. Der Baum wurde in den Letzten Jahren so riesig, dass dies notwendig wurde. Nun kommt auch am späten Nachmittag wieder Sonne ins Nest.

Helmut scheint das Leben in Südwestfrankreich gut zu gefallen. Er befindet sich immer noch am gleichen Ort. Schlafplatz auf Pappeln am Fluss Charente und Nahrungssuche auf den umgebenden Wiesen – maximale Flugentfernung 3,5 Kilometer. Helmut wird in diesem Jahr mit Sicherheit später in Eddelak zurück sein, als im Vorjahr. Da stand er am 6. März im Nest. Das wird er nicht mehr schaffen, selbst dann wenn er ordentlich Gas gibt.

28. Februar 2011 - Romy hat noch kein Heimweh

Weißstorch

Bis auf Romy sind alle Störche auf dem Heimweg.

Nach einer längeren Sendepause von mir, gibt es endlich neue Nachrichten von unseren Störchen. Es hat sich viel getan, denn außer Romy sind nun alle unsere Störche auf der Rückreise. Romy aber befindet sich immer noch im Sudan, östlich des Nil und vagabundiert dort durch die Savanne, ohne dass eine Richtung zu erkennen wäre.

Michael hat es am Dienstag, den 22. Februar endlich an den Nil geschafft. Er lässt sich aber weiterhin sehr viel Zeit. Seine längste Etappe machte er am Donnerstag, den 24. Februar. Seit Freitag hatte er nur noch geringe Entfernungen von 30 bis 40 Kilometer zurückgelegt. Freitag und Samstag hat er offenbar auf einer Sandbank im Nil übernachtet und hat auch sonst viel Zeit am Fluss verbracht.

Gustav hat am Donnerstag, den 24. Februar den Sudan erreicht. Mit 227 Kilometer legte er auch eine vergleichsweise große Etappe zurück. Freitag und Samstag waren es mit 184 und 95 Kilometer erheblich weniger. Bis zum Nil sind es aber noch über 300 Kilometer.

Am Dienstag hat sich auch Anni auf den Weg zurück ins Brutgebiet gemacht. Bis zum Donnerstag waren die Tagesetappen mit unter 50 Kilometer noch sehr klein. Man hätte auch denken können, dass es sich lediglich um Nahrungssuchflüge handeln würde, wenn die Richtung gestimmt hätte. Gestern Abend waren es noch 300 Kilometer bis zur Grenze in den Sudan.

Auch Hobor hält es nicht mehr in der Karoo. Es ist am Freitag, den 25. Februar, nach Norden losgeflogen. Und er gibt gleich ordentlich Gas mit Tagesetappen von 170 bis 220 Kilometer. Er scheint sich beeilen zu wollen, hat er doch die längste Strecke von allen unseren Störchen zu fliegen. Gestern Abend hatte er schon fast die Grenze zu Botswana erreicht. Erst am 20. Januar hatte Hobor Südafrika erreicht und ist dann 36 Tage geblieben. Nicht einmal einen Monat lang hielt er sich in der Karoo auf.

Helmut dagegen scheint eine größere Pause einlegen zu wollen. Es befindet sich immer noch in der Charente. Er hat zwar seinen Standort etwa 15 Kilometer nach Süden verlegt aber irgendwelche Anstalten zum Weiterflug macht er nicht. Die Nacht verbringt er jetzt regelmäßig in einer Pappelallee direkt am Fluss Charente. Wann wird er sich wohl wieder auf den Weg machen?

22. Februar 2011 - Langsam aber sicher

Michael 22. Februar 2011

Unverkennbar macht sich Michael langsam auf den Weg nach Norden.

In den letzten Tagen hat sich nicht so schrecklich viel nicht getan. Zumindest hat sich kein weiterer Storch auf den Heimflug gemacht. Hobor befindet sich immer noch in der Karoo und hat lediglich am Samstag, den 19. Februar seinen Standort gut 30 Kilometer nach Norden verlegt. Dort verbrachte er dann auch den Sonntag.

Anni ist immer noch in ihrem Gebiet mitten im Tschad und es sind keinerlei Anzeichen zu erkennen, dass sie sich auf den Weg machen wollte.

Ebenso bei Romy. Sie befindet sich jetzt dauerhaft weiter im Süden als noch in der letzten Woche. Am Samstag, den 19. Februar machte sie einen kurzen Ausflug über 35 Kilometer nach Süden, kehrte dann aber wieder an ihren alten Platz zurück, offenbar ohne, dass sie gelandet war.

Auch die Störche, die bereits unterwegs sind, lassen sich viel Zeit. Helmut hat offenbar eine längere Rast in der Charente eingelegt. Er befindet sich immer noch in der flachen Marschlandschaft bei Rochefort. Er hält sich dort in einem Gebiet von etwa drei Kilometer Durchmesser auf.

Michael fliegt derzeit mit nur 25 bis 80 Kilometer recht kurze Tagesetappen obwohl er gerade die Wüste durchquert. Eigentlich würde ich damit rechnen, dass er möglichst zügig diese unwirtliche Gegend verlässt, denn viel Futter und Wasser kann er hier kaum finden. Vielleicht herrscht starker Gegenwind und das Fliegen ist beschwerlich. Er hatte am Sonntag, den 20. Februar den Nil immer noch nicht erreicht.

Gustavs Etappen sind recht unterschiedlich. So flog er am Freitag, den 18. Februar 145 Kilometer weit und am nächsten Tag waren es nur 38 Kilometer. Er befindet sich derzeit noch im Tschad, nahe der Grenze zum Sudan.

18. Februar - Auch Gustav bricht auf

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Weißstorch im Flug

Drei Störche sind auf dem Rückweg. Schauen Sie nach, wo sich die Senderstörche befinden.

Einer nach dem anderen macht sich auf den Rückweg in die Brutgebiete. Nachdem sich Michael und Helmut schon in der vergangenen Woche auf den Rückweg gemacht hatten ist jetzt auch offenbar Gustav unterwegs. Die Strecken, die er zurücklegt sind mit gut 120 Kilometern noch recht kurz, aber die Richtung stimmt. Er fliegt nach Nordosten.

Seine Partnerin Anni dagegen macht noch keinerlei Anstalten sich auf den Weg zu machen. Sie befindet sich immer noch in der Savanne südlich von Lac Fitri. Ihre Schlafplätze liegen nur etwa zwei bis drei Kilometer voneinander entfernt. Gestern hat sie allerdings auch einen Ausflug über 43 Kilometer nach Süden gemacht.

Michael ist von allen unseren Störchen am längsten unterwegs. Er überquert gerade die Nubische Wüste, hat es allerding mit 90 bis 170 Kilometer täglich noch nicht sonderlich eilig. Vorgestern (16. Februar) war er nur noch 300 Kilometer vom Nil entfernt.

Romy macht das genaue Gegenteil von dem was wir jetzt erwarten. Sie ist die letzten drei Tag über 80 Kilometer weiter nach Süden geflogen. Also auch hier noch keine Zugunruhe.

Es hatte mich sehr überrascht, dass sich Hobor gerade in der Halbwüste Karoo aufhält und nicht an den Bewässerungsfeldern am Orange Fluss. Heute Morgen erhielt ich eine Erklärung dafür. Im Newsletter der Welternährungsorganisation FAO wurde von heftigen Regenfällen im Dezember und Januar im südlichen Afrika berichtet. Auch in der Karoo ist offenbar doppelt viel Regen gefallen wie sonst üblich. Das hat zu großen Überflutungen geführt. Kein Wunder also, dass sich Hobor an den flachen Salzseen und an Senken aufhält. Hier dürfte jetzt ordentlich Wasser stehen und die Halbwüste ist grün und Futter gibt es genug. Für die Menschen allerdings ist dieser Regen Segen und Fluch zugleich, das Wasser hat teilweise die Ernten weggeschwemmt und über 16.000 Haushalte zerstört. Für die unnormalen Niederschläge wird das La Niña Phänomen verantwortlich gemacht.

Neue Nachrichten von Helmut werden offenbar mit Ungeduld erwartet, wie im Gästebuch zu lesen war. Doch so viel Spannendes kann ich von ihm nun auch nicht berichten. Er ist parallel zur Atlantikküste nur etwa 260 Kilometer nach Norden geflogen. Helmut befindet sich seit vorgestern (16. Februar) in der flachen Marschlandschaft der Charente neun Kilometer nördlich von Rochefort. Beim Blick aus dem heimischen Fenster in Schleswig-Holstein mag man Helmut auch raten sich noch ein wenig Zeit mit dem Rückflug zu lassen. Derzeit herrscht noch Frost im hohen Norden.

15. Februar 2011 - Helmut tritt den Rückweg an

weißstörche in afrika

Die Störche im Süden machen sich langsam auf den Heimweg.

Helmut ist auf dem Rückflug. Er hatte sich Samstag, eine Woche früher als im Vorjahr, auf den Weg zurück in sein Brutgebiet gemacht. Er hat gleich ordentlich Gas gegeben, denn am Abend hatte er schon die ersten 250 Kilometer zurückgelegt. Die letzte Ortung des Tages stammt von 18 Uhr. Da flog er immer noch und befand sich gerade am Fluss Ebro. Hier in der Nähe des Örtchens Novillas dürfte er wohl auch die Nacht verbracht haben.

Am Sonntagabend hatte er bereits die Pyrenäen überquert und nach 195 Kilometer in einem Wiesengebiet am Fluss Adour bei Saubusse Rast gemacht.

Michael hatte tatsächlich am Mittwochabend den Sudan erreicht. Aber Michael lässt sich im Gegensatz zu Helmut viel Zeit. Er hat bis Samstag nur zwischen 80 und 130 Kilometer täglich zurückgelegt. Eigentlich ist er ja auch zeitig unterwegs. Am Samstag hat er den direkten Kurs nach Osten aufgegeben und ist Richtung Nord abgebogen. Er befand sich am Samstagabend etwa 80 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt des Nord Dafur mit Namen El Fasher.

Bei unseren anderen vier Störchen tut sich offenbar noch gar nicht in Sachen Heimreise. Anni befindet sich immer noch am gleichen Ort, wie schon die Wochen zuvor. Die letzten Übernachtungsorte liegen nicht einmal zwei Kilometer auseinander.

Ihr Partner Gustav ist 150 Kilometer weiter nordöstlich am Lac Fitri. Seit Samstag befindet er sich in der Savanne etwas nordwestlich des Sees.

Auch bei Romy sind keine großartigen Ortveränderungen zu verzeichnen.


Hobor hatte sich am Donnerstag, den 10. Februar noch in dem Gebiet mit den trockenen Feldern aufgehalten, ist dann aber am Freitag 15 Meter Richtung Westen geflogen. Am Samstag ging es dann noch einmal 26 Kilometer weiter nach Westen. Die Nahrungssuche erfolgt meist wenige Kilometer im Umkreis um den abendlichen Schlafplatz. Am Sonntag ging es wieder nach Osten zurück, um die Nacht im gleichen flachen Gewässer zu übernachten, wie schon zwei Nächte zuvor.

11. Februar - Michael macht Umwege

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Storchenkarte 11. Februar 2011

Die Störche lassen es zur Zeit ruhig angehen.

Für Michaels letzte Ortung vom Samstag (5. Februar) ist noch ein Nachtrag zu machen. Kein Wunder, dass er gerade hier eine Pause machte: Es handelt sich um ein kleines Bewässerungsgebiet, das grün aus der sonst kargen Steppenlandschaft herausragt. Auch unsere Senderstörche Gustav, Hobor und Romy waren hier bereits im Oktober und November zu Besuch.

Am Sonntag hat Michael dann die direkte Route an die sudanesische Grenze verlassen und ist 100 Kilometer nach Südosten geflogen, wo er einen Tag verbrachte. So eilig hat es Michael im Gegensatz zum Senderstorch Leopold vom Storchenhof Loburg wohl nicht, denn der ist direkt in den Sudan geflogen. Am Montag (8. Februar) ging es dann für Michael wieder 120 Kilometer nach Nordosten. Seine letzte Ortung stammt von Mittwochnachmittag. Da flog er kurz vor der Grenze auf den Sudan zu. Michael dürfte sich jetzt schon dort irgendwo aufhalten.

Gustav hat dagegen den Platz von Michael am Lac Fitri eingenommen und pendelt auf der Suche nach guten Futterquellen um den See herum. Die Entfernung zwischen den einzelnen Schlafplätzen beträgt etwa 45 Kilometer.

Anni scheint offenbar eine ergiebige Nahrungsquelle erschlossen zu habe, denn ihre Ortungen liegen dicht beieinander. Die Schlafplätze der letzten Tage liegen nicht viel mehr als 10 Kilometer auseinander.

Das gleiche gilt wohl auch für Romy. Ihre letzten Schlafplätze liegen nur wenige Kilometer auseinander. Sie befindet sich jetzt seit dem 7. Januar in einem 100 mal 100 Kilometer großen Gebiet östlich des Nils und macht keinerlei Anstalten weiterzuziehen.

Hobor hat seinen Standort in der Karoo ein wenig weiter nach Süden verlegt. Viele Ortungen finden sich in einem breiten und trockenen Flusstal, in dem viele Felder angelegt sind. So richtig grün wie Bewässerungsfelder sind die aber nicht.

Von Helmut gibt es absolut nichts Neues zu berichten. Ich erwarte eigentlich, dass er sich vielleicht in der nächsten Woche nach Norden aufmacht. Mal schauen. Währenddessen werden uns fast täglich die „ersten“ Störche auf den Nestern gemeldet. Ein wenig Recherche zeigt aber, dass diese Vögel weder in Afrika waren, noch aus Spanien zurück gekommen sind. Sie hatten sich den Winter über lediglich in Tierparks zurückgezogen bzw. sind nur bis ins Elsass geflogen. Sie könnte man also auch als Winterflüchtlinge bezeichnen.

7. Februar 2011 - Michael trifft einen alten Bekannten

Weißstorch

Bereiten sich die Störche schon auf die Heimreise vor?

Michael trifft einen alten Bekannten und ist auf dem Weg Richtung Sudan. Aber der Reihe nach. Schon seit längerer Zeit hält sich Michael am Lac Fitri auf und pendelt zwischen Seeufer und der umgebenden Savanne umher. Seit einigen Tagen hat sich ein alter Bekannter von Michael wieder dazu gesellt. Es ist der Senderstorch Leopold, den er bereits im nördlichen Becken des Tschadsees getroffen hatte. Sie übernachteten am Donnerstag (3. Februar) nur etwa 70 Meter weit auseinander. Scheinbar haben beide Störche in diesem Jahr einen gewissen Hang die Umgebung der Seen im Sahel abzusuchen.

Und mehr noch: am Freitag machten sich beide Störche auf den Weg Richtung Osten. Michael legte Freitag noch fast 80 Kilometer zurück und am Samstag bis zur Mittagszeit waren es noch einmal über 100 Kilometer. Der Storch Leopold flog gut 50 Kilometer von Michael entfernt voran. Sollte dies schon der Aufbruch sein? Eigentlich ist es noch zu früh, um Richtung Heimat aufzubrechen. Wahrscheinlich wird noch eine Zwischenrast für einige Zeit im Sudan eingelegt. Es ist spannend, dass sich die Störche in einer Gegend fast synchron auf den Weg machen. Und die beiden Senderstörche werden mit Sicherheit in einem großen Trupp unterwegs sein.

Am Freitag (4. Februar) schien es zunächst so, dass auch Gustav sich auf den Weg Richtung Osten machen wollte. Er hatte die Nacht etwa 55 Kilometer südwestlich des Sees übernachtet und starte gegen 10 Uhr und überflog den Lac Fitri gegen Mittag. Am frühen Nachmittag hatte er Luftlinie 160 Kilometer zurückgelegt. Er landete in der Savanne, wo Tage zuvor schon Michael geortet wurde. Aber er folgte nicht den anderen beiden Störchen, sondern blieb am Ort. In dieser Region rasteten im vergangenen Jahr auch schon unsere beiden Senderstörche Gertrud und Hobor. Ganz in der Nähe befindet sich die Provinzhauptstadt Ati, ein kleines Städtchen mit 25.000 Einwohnern.

Anni scheint dagegen noch nicht in Aufbruchsstimmung zu sein. Sie vagabundiert immer noch in der Savanne südwestlich des Lac Fitri herum. Von Romy gibt es ebenfalls keine Ortsveränderungen.

Hobor hat seinen Standort nur 45 Kilometer nach Süden verlagert. Auf den Satellitenaufnahmen sind interessante Strukturen in der Savanne zu erkennen. So hat er gestern und heute vorwiegend in einer Senke nach Futter gesucht. Wahrscheinlich ist sie in der Regenzeit mit Wasser gefüllt. Die Nacht zuvor hat er offenbar in einer Plantage auf einem Baum geschlafen.

Bei Helmut in Spanien sind ebenfalls noch keine Anzeichen von Zugunruhe zu bemerken.

4. Februar 2011 - Annis und Gustavs Wege trennen sich

Michael befindet sich jetzt ausschließlich östlich vom Lac Fitri. Dabei fliegt er auch regelmäßig direkt an den See – vielleicht um zu trinken? Vorgestern flog er um die Mittagszeit innerhalb von drei Stunden sage und schreibe 70 Kilometer weit. Abends wird er in der flachen Savanne geortet. Hier muss er offenbar auf dem Boden nächtigen, weil keine Bäume im Satellitenfoto zu erkennen sind.

Die Aktionsräume von Gustav und Anni liegen jetzt weit auseinander. Am Mittwoch (2. Februar) lag die Distanz ihrer abendlichen Ortungen bei etwa 140 Kilometer. Gustav befindet sich weiter nördlich bis an den Lac Fitri und Anni hat sich nach Süden orientiert.

Romy nutzt das kleinste Gebiet. Seit einer Woche hat sie gerade mal ein Areal von 12 mal 5 Kilometern abgeflogen.

Hobor will jetzt wohl vorerst doch nicht mehr weiter nach Süden fliegen. Seit Donnerstag (3. Februar) hält sich Hobor ein wenig weiter nördlich in einer flachen Savannenlandschaft auf. Die Nächte verbringt er stets im gleichen Salzsee. Zwischen dem Schlafplatz und den Orten der Nahrungssuche liegen nicht mehr als acht Kilometer. Der Rastplatz von Hobor in der Karoo ist durchaus ungewöhnlich, denn die meisten Störche überwintern traditionell in den Kapprovinzen, der Provinz Natal und Transvaal. In der Karoo werden Störche meist auf Bewässerungsfeldern beobachtet. Aber davon in auf den Satellitenfelder nichts zu erkennen

2. Februar 2011 - Rückzug nach Norden?

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Weißstorch im Flug

Die ersten Störche machen sich auf den Heimweg. Wo halten sich unsere Sechs gerade auf?

Hobor hat es am Donnerstag, den 27. Januar noch weiter nach Süden gezogen. Um die Mittagszeit überflog er den Orange Fluss, den größten Fluss Südafrikas. Aber statt hier zu landen und sich auf den zahlreichen kreisrunden Bewässerungsfeldern den Bauch vollzuschlagen, flog er fast 40 Kilometer weiter nach Süden. Hobor scheint es offenbar trockener zu mögen, denn sein neuer Rastplatz befindet sich in der Karoo, eine savannenartige Halbwüste, die sich im Zentrum Südafrikas bis nach Namibia hin erstreckt. Auffallend viele Ortungen stammen wiederum aus den salzseeartigen Senken in der Region. Gestern ist er dann noch ein ganzes Stück Richtung Westen gezogen. Die Landschaft hat sich aber nicht geändert.

Romy ist Ende der letzten Woche wieder ein wenig nach Norden geflogen, um genau zu sein 15 Kilometer. Gleiche Landschaft und wenig Neues.

Im Tschad vagabundieren unsere drei Störche munter umher. Am weitesten südwestlich befindet sich derzeit Anni. Gustav dagegen hat sich jetzt nach Norden Richtung Lac Fitri orientiert. Sein Aktionsgebiet überlappt sich jetzt mit dem vom Michael. Der wurde vorgestern Abend direkt am Ostufer vom Lac Fitri geortet. Außerdem befindet sich noch Storch Leopold, vom Storchenhof Loburg besendert, in der Nähe. Hier scheint es also noch reichlich Futter zu geben.

Bei Helmut ist noch immer alles beim Alten. Aber es scheinen sich derzeit schon die ersten Störche auf den Weg nach Norden zu machen – zumindest in Südspanien. Das berichten die Kollegen vom Schweizer Projekt Storchenzug.

28. Januar 2011 - Anni und Gustav kommen sich näher

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Weißstorch

Mülldeponien bieten immer weniger Futter, wie Helmut feststellen muss.

Hobor will offenbar erst einmal in der Gegend um Kimberly bleiben. Er hat lediglich am Montag 24. Januar seinen Standort etwa 33 Kilometer nach Süden verlegt. Die Landschaft ist aber die gleiche. Relativ trocken mit einigen Gewässern – ich vermute es handelt sich um Salzseen. Die Nächte auf Dienstag und Mittwoch hat er im flachen Wasser übernachtet.

Romy vagabundiert weiterhin im südöstlichen Sudan herum. An einem Tag mal 30 Kilometer nach Norden und die nächsten Tage in 10-Kilometer-Schritten wieder nach Süden.

Bei Gustav gibt es kaum nennenswerte räumliche Veränderungen. An manchen Tagen legt er größere Entfernungen zurück, während er an anderen Tagen fast am gleichen Ort bleibt.

Am Montag war Anni ihrem Partner Gustav wieder mal sehr nahe gekommen. Dann hat sie sich stark nach Westen orientiert. Heute Morgen trennte sie nur noch 25 Kilometer bis zum Fluss Chari. Es scheint fast so, dass sie auf der Suche nach Wasser ist. Die Landschaft ist hier auf jeden Fall viel grüner und wird stärker landwirtschaftlich genutzt.

Michael befindet sich immer noch westlich des Lac Fitri. Täglich legt er zwischen 10 und 70 Kilometer auf der Suche nach Futter zurück.

Von Helmut gibt es eigentlich nichts Neues zu berichten, aber es geht ihm offensichtlich gut. Die Nächte scheint er in den letzten Wochen nicht mehr in den flachen Kiesteichen zu verbringen, stattdessen auf den Funkmasten im Nordwesten oder in einem kleinen Teich auf dem Gelände. Dienstag gab es mehrere Ortungen an einem Ort, der einer Müllsortierstation ähnelt. Offenbar wird der Müll hier bereits so vorbehandelt, dass organischer Müll nicht mehr auf die Deponie kommt. Das würde aber gleichzeitig bedeuten, dass die Futterquelle Mülldeponie nicht mehr so üppig sprudelt.

Die Vorbehandlung des Mülls erfolgt auf Grundlage einer EU-Verordnung, nach der kein unbehandelter Müll mehr auf die Deponie darf. In Deutschland ist diese Verordnung bereits umgesetzt. Um mögliche Auswirkungen der Müllbehandlung auf rastende Weißstörche zu untersuchen haben die Kollegen von „Storch Schweiz“ ein Projekt gestartet. Derzeit ist Dr. Holger Schulz für Storch Schweiz in Südspanien unterwegs und erkundet die Verhältnisse. Das Projektreise kann auch im Internet verfolgt werden: www.projekt-storchenzug.com

Es scheint fast so, dass Helmut sich schon auf die neue Situation eingestellt hat. Es sucht sein Futter häufig auf Feldern und Weiden sowie am Rande der Flüsse.

25. Januar 2011 - Hobor genießt den südafrikanischen Sommer

Hobor 25. Januar 2011

Hobor zieht weiter in den Süden.

Bei Hobor ging es die letzten Tage noch ein Stück weiter in den Süden. Am Freitag (21. Januar) war es immerhin eine Strecke von über 140 Kilometer und am Samstag noch einmal 70 Kilometer. Heute verbrachte er in einer Savannenlandschaft westlich des Städtchen Boshof. Kimberly ein ehemaliges Zentrum des Diamantenabbaus liegt nur 40 Kilometer weit entfernt. Bloemfontein, eine der größten Städte Südafrikas und dem einen oder anderen Fußballfan von der Fußball-Weltmeisterschaft bekannt, liegt 130 Kilometer weiter östlich.

Übrigens ist Hobor jetzt im südafrikanischen Sommer angekommen. Die Monate Januar und Februar gelten als die niederschlagsreichsten in der Region um Kimberly. Das Satellitenbild zeigt Bereiche in der Savanne, die periodisch überflutet sein könnten. Außerdem sind Gewässer auszumachen, vielleicht sind es flache Salzseen. Und hier finden sich am späten Abend und frühen Morgen Hobors Ortungen. Im flachen Wasser lässt sich eben sicher übernachten.

Romy hat ihren Aktionsraum in der letzten Woche nur etwa 30 Kilometer nach Südwesten verlagert. Auffällig ist, dass sie sich für einige Tage an einem Ort aufhält und nur einen sehr kleinen Aktionsradius hat – meist nur um die 5 Kilometer. Wenn dann scheinbar die Futterressource „abgegrast“ ist geht es weiter.

Anni hat ihren Standort am Freitag (21. Januar) um etwa 100 Kilometer nach Südosten verlegt. Auch Gustav zieht es weiter nach Süden. Er befindet sich gut 50 Kilometer weiter nordwestlich von Anni. Und Michael scheint es weiter in der Umgebung von Lac Fitri gut zu gefallen.

Insgesamt scheint es, dass es im Tschad jetzt immer trockener wird und unsere Störche in die Gebiete wandern müssen, die noch einigermaßen gute Nahrungsbedingungen aufweisen. Das ist aber der Normalfall im Sahel am Ende der Überwinterungszeit im Januar und Februar. Entweder die Verhältnisse sind für unsere Störche ausreichend, um über den Winter zu kommen oder sie müssen im Dezember Richtung Ost- und Südafrika weiterziehen. Dafür hat sich in diesem Jahr Hobor entschieden.

21. Januar 2011 - Also doch Südafrika!

Weisstorch

Hobor befindet sich nun in Südafrika.

Nun ist Hobor doch noch nach Südafrika geflogen. Am Montag (17. Januar) ist er von Botswana aus etwa 210 Kilometer nach Süden geflogen. Am späten Vormittag hatte er bereits die Grenze nach Südafrika überquert und flog dann bis zum Abend bis an den Rand der Waterberge in der Nähe der Stadt Lephalale. Übernachtet wurde in einer mit Sträuchern und Bäumen bestandenen Savannenlandschaft.

Am nächsten Morgen ging es dann wieder am Mokolo Fluss Richtung Norden. Am späten Vormittag legte Hobor am Rande des Flusses auf einem Feld eine Pause ein. Hier sind zahlreiche Bewässerungsfelder zu erkennen. Offenbar für Hobor eine attraktive Nahrungsquelle oder waren schon andere Störche vor ihm auf dem Feld?

Am Abend war Hobor dann bereits wieder in Botswana 30 Kilometer nördlich der Grenze. Das Satellitenbild zeigt mitten in der Buschsavanne eine Insel von kleinparzellierter Kulturlandschaft. Am Mittwoch flog Hobor zunächst noch 80 Kilometer ins Landesinnere, um dann weiter parallel zur Grenze, 250 Kilometer in Richtung Süden, zu fliegen. Nach diesem Schlenker in Botswana hat Hobor dann gestern wieder Südafrika erreicht und ist am Abend 250 Kilometer westlich von Johannesburg in einer klein parzellierten Kulturlandschaft geortet worden. Hobor scheint noch nicht den richtigen Ort gefunden zu haben, wo den Rest des Winters verbringen will.

Romy hat sich in den letzten Tagen nicht groß weiterbewegt und ist noch immer in der Savanne östlich des Weißen Nils. In den letzten drei Nächten lagen ihre Schlafplätze weniger als ein Kilometer weit auseinander.

Gustav und Anni befinden sich immer noch in der ebenen Savanne östlich von N’Djamena, wobei sich Gustav mehr nach Norden hin orientiert und Anni mehr nach Süden.

Noch weiter Richtung Nordwesten ist Michael zu finden. Er hat die Nächte von Montag bis Donnerstag direkt am Lac Fitri verbracht. Man erkennt in den Dünenzügen eine Senke mit einzelnen Bäumen oder Büschen. In der Regenzeit dürfte hier Wasser stehen. Tagsüber suchte er zwölf Kilometer weiter südwestlich in der Savanne nach Futter.

Helmut hat am Montag und Dienstag vor allem seine Nahrung auf den kreisrunden Bewässerungsfeldern am Rande des Flusses Jarama gesucht, die vier Kilometer nordöstlich seines Schlafplatzes liegen. Er schläft jetzt regelmäßig auf dem Feld mit den großen Antennenmasten.

16. Januar 2011 - Wer schläft wo?

Weißstorch

Hobor sieht sich im Landesinneren von Botswana um.

Hobor ist die letzten Tage in Botswana geblieben und ein wenig ins Landesinnere geflogen. Freitag gegen Mittag hat er das Tuli game reserve verlassen und ist 15 Kilometer weit an den Macloutsie Fluss, einem Nebenfluss des Limpopo, geflogen. Hier am Rande des Flusses stehen viele Bäume in der Savanne und die Nächte verbrachte er auf einem Baum im Galeriewald direkt am Fluss.

Heute hat er dann einen Abstecher fast 70 Kilometer weit nach Nordwesten gemacht und erreichte am späten Nachmittag die Lipokolo Berge. Abends wurde er auf einem Felsen geortet. Hier dürfte er wohl auch die Nacht in Sicherheit vor Raubtieren verbracht haben.

Romy ist am Samstag 61 Kilometer nach Südosten geflogen. Seitdem hält sie sich in einem Gebiet mit einem Radius von gut zehn Kilometern auf. Die Landschaft ist aber immer noch die gleiche. Flache fast strukturlose Savanne. Vielleicht einmal ein trockenes Flussbett und ab und zu ein Dorf.

Michael durchstreifte von Donnerstag (13. Januar) bis Samstag (15. Januar) das Gebiet nördlich des Lac Fitri in einem Umkreis von gut 30 Kilometern. Dabei verbrachte er eine lange Zeit an einem Ort in der Nähe des Lac Fitri. Gestern ist er dann wieder ein gutes Stück südwestlich des Sees geortet worden.

Etwa 75 Kilometer westlich davon befinden sich immer noch Gustav und Anni. Die Nacht von Freitag auf Samstag schliefen sie nur 400 Meter voneinander entfernt. Nur wo? Bäume, oder Felsen sind nicht zu erkennen. Aber manchmal schlafen Weißstörche auch auf dem Boden. Aber den Tag über suchen sie in unterschiedlichen Richtungen nach Futter. Offenbar haben sie sich unterschiedlichen Trupps angeschlossen.

Von Helmut gibt es lediglich zu berichten, dass er die letzten beiden Nächte nicht in den flachen Gewässern der Kiesgrube geschlafen hat, sondern auf Antennenmasten, die anderthalb Kilometer weiter nordwestlich liegen.

14. Januar 2011 - Hobor macht die Biege

Weißstorch

Gutes Segelwetter versetzt unsere Störche in Reiselaune.

Tags zuvor deutete es sich schon an, denn die Tagesetappen von Hobor wurden kürzer. Er hat offenbar sein endgültiges Winterquartier erreicht und wird vielleicht nur noch kurze Etappen fliegen. Hobor hat noch nicht die Grenze nach Südafrika überquert und hielt sich von Montag bis Mittwoch (10. bis 12. Januar) im Süden Simbabwes auf. Es handelt sich dabei um eine baum- und buschbestandene Savannenlandschaft. Die Nacht von Montag auf Dienstag verbrachte Hobor im Important Bird Area „Limpopo–Mwenezi Floodplains“ einer Flussniederung des Limpopoflusses an der Grenze zu Südafrika. Am anderen Flussufer erstreckt sich in Südafrika der berühmte Krüger-Nationalpark.

Gestern hat es Hobor dann Richtung Westen kurz hinter die Grenze nach Botswana gezogen. Auch hier bezog er sein Quartier in der Nähe des Limpopo. Er befindet sich im Tuli Game Reserve, mit 300.000 Hektar einem der größten privaten Wildreservate im südlichen Afrika. Besonders schön sollen in diesem Schutzgebiet die Felsformationen sein. Vielleicht hat Hobor gerade dort seinen Schlafplatz aufgeschlagen.

Gustav vagabundiert große Strecken im Tschad herum und klappert wieder die Gebiete nach Fressbarem ab, die er schon Wochen zuvor bereits genutzt hatte. Die Nacht auf Dienstag verbrachte er noch in der Nähe von Anni. Aber am Abend hatte er schon 90 Kilometer nach Osten zurückgelegt. Am nächsten Tag waren es dann 30 Kilometer in nördliche Richtung. Anni scheint es dagegen immer noch am gleichen Ort zu halten.

Michael hat es dagegen in nordöstliche Richtung gezogen. Er hat am Montag (10. Januar) das gemeinsame Rastgebiet mit Gustav und Anni verlassen und ist 70 Kilometer nach Nordosten geflogen. Am Dienstag erreichte er den Norden des Lac Fitri Rast und übernachtete im nördlichen Überschwemmungsgebiet des flachen Sees. Am Mittwoch hielt er sich dann 30 Kilometer östlich des Sees auf. Die Umgebung des Lac Fitri ist als Rückzugsraum bei Trockenheit für viele Vogelarten bekannt.

Insgesamt scheint es mir, dass es Sahel nun doch recht trocken wird und damit das Futter knapper. Unsere Störche müssen größere Entfernungen zurücklegen um satt zu werden. Das ist aber für unsere drei kein Problem, denn das sonnige, heiße Wetter lässt die Störche leicht segeln.

Romy ist dagegen eher kleine Strecken geflogen. Am Mittwoch (12. Januar) suchte sie etwa zehn Kilometer weiter südlich als die Tage zuvor nach Nahrung. Gestern ist sie dann Richtung Osten gezogen.

11. Januar 2011 - Hobor kurz vor Südafrika

Michael, Gustav und Anni 11. Januar 2011

Michael und Anni nutzen quasi das gleiche Gebiet. Auch Gustav ist oft in der Gegend.

Gestern Abend hatte Hobor noch nicht mal 40 Kilometer bis zur Grenze nach Südafrika zurückzulegen. Er hatte mit Tagesetappen von 100 bis 300 Kilometer Simbabwe durchquert und direkten Kurs auf Südafrika genommen. Am vergangenen Donnerstag (6. Januar) überquerte Hobor den Sambesi und damit auch die Grenze zwischen Sambia und Simbabwe. Er flog über den Mana Pools Nationalpark ohne auch nur eine kleine Pause zu machen, obwohl die weite Baumsavanne auch für einen Weißstorch ein attraktiver Rastplatz wäre. Am Nachmittag erreichte er die östliche Spitze des Kariba Stausees, der die Wassermassen des Sambesi aufstaut. Einige Kilometer weiter südlich verbrachte er die Nacht zu Freitag. Die folgenden Tage flog er zügig Richtung Süden. Gegen den späten Nachtmittag endete die jeweilige Tageetappe und er ging offenbar einer intensiven Nahrungssuche nach. Geschlafen wurde zumeist in den Baumen am Rande der Flüsse. Die gestrige Etappe war mit etwa 115 Kilometer etwas kürzer als die Tage zuvor. Vielleicht hat Hobor damit sein Ziel schon fast erreicht.

Romy hat sich nicht groß auf die Weiterreise nach Süden gemacht. Am 6. Januar hat sie zwar den Weißen Nil Richtung Süden überquert, ist dann 230 Kilometer weit nach Süden gekommen. Am nächsten Tag war die Etappe aber nur 30 Kilometer. Hier hat sie wahrscheinlich einen attraktiven Ort mit reichlich Futter gefunden, denn seit Freitag hält sie sich in einem fünf mal fünf Kilometer großen Areal auf.

Michael, Anni und Gustav befinden sich immer noch im Tschad.

Von Gustav gibt es vom Sonntag (9. Januar) eine interessante Episode zu erzählen. Während es sich tags zuvor nahe des Lac Fitri aufgehalten hatte flog der Sonntag zunächst etwa 40 Kilometer nach Nordwesten um dann über die Mittagszeit die gute Thermik zu nutzen und einen weiten Flug Richtung Süden zu unternehmen. Nach vier Stunden war er 140 Kilometer weit geflogen. Am Abend waren es zusammen 210 Kilometer. Nun rastet er wieder nahe des Chari Flusses. In die Hauptstadt des Tschad, N’Djamena sind es weniger als 40 Kilometer.

Michael und Anni nutzen quasi das gleiche Gebiet. Ihre Schlafplätze sind in manchen Nächten nicht mehr als fünf Kilometer auseinander. Vielleicht fliegen sie sogar im gleichen Storchentrupp, der vielen Tausend Störchen bestehen könnte. Aber das ist nur eine Vermutung.

Von Helmut gibt es gestern auffällig viele Ortungen auf den Feldern in der Nähe des Rio Manzanares. Sie liegen etwa vier Kilometer nordwestlich seines Schlafplatzes in den Kiesteichen. Die Felder könnten wohl gerade von den Bauern bearbeitet worden sein und Helmut hat die attraktive Nahrungsquelle entdeckt. Unweit der Felder gibt es mehrere Storchennester in den Bäumen. Also ein attraktiver Ort für Störche.

5. Januar 2011 - Hobor nimmt Kurs auf Südafrika

Hobor, Romy und Anni am 05. Januar 2011

Hobor und Romy sind im Reisefieber. Wie weit die beiden wohl noch in den Süden ziehen?

Hobor hat den direkten Kurs Richtung Südafrika genommen. Ob er zuvor irgendwo noch eine Rast einleg? Am Sonntag (2. Januar) verbrachte Hobor die Nacht auf einer Hügelkette mit dem Namen Chipande Hill, die nur etwa 18 Kilometer von der Grenze zu Sambia entfernt liegt. Nach kurzer Nahrungssuche in den frühen Morgenstunden ging es weiter und am Abend hatte Hobor 260 Kilometer zurückgelegt. Am nächsten Tag waren es wieder über 200 Kilometer. Sein Schlafplatz liegt in einer Baumsavanne. Zahlreiche Siedlungen, Straßen und Wege sind auf dem Satellitenbild zu erkennen. Seine letzte Ortung gegen Mittag des 5. Januar liegt in Sambia gut 130 Kilometer nördlich des Sambesiflusses, der die Grenze nach Simbabwe bildet.

Auch Romy hat das Reisefieber gepackt! Sie hat das Gebiet, das sie in den letzten Wochen genutzt hatte am Montag (3. Januar) Richtung Südosten verlassen. Am Abend war sie 210 Kilometer weit geflogen. Am nächsten Abend hatte sie bereits den Nordrand des Sudd am Weißen Nil erreicht. Ob sie hier bleiben will? In dieser Gegend hatte sich Tage zuvor bereits Hobor aufgehalten.

Michael, Anni und Gustav haben dagegen keine Ortsveränderung vorgenommen. Die Nacht von Montag auf Dienstag (3. Januar) schliefen sie nur etwa zwei Kilometer weit auseinander. Auch sonst spielen sich die täglichen Aktivitäten in einem relativ eng umgrenzten Bereich ab.

2. Januar 2011 – Hobor zieht los!

Storch in Oman, Afrika

Hobor flog in den Weihnachtstagen einige hundert Kilometer. Ob er nach Ostafrika will?

Fast war ich schon ein wenig enttäuscht, dass sich keiner unserer Störche auf den Weg gemacht hatte, um über Ostafrika nach Südafrika zu wandern. Nicht dass es ein schlechtes Zeichen wäre, wenn sie sich den gesamten Winter im Sahel zwischen Tschad und Sudan aufgehalten hätten. Immerhin könnte man vermuten, dass es dort genug Futter zu finden ist. Und nun hat sich gerade Hobor aufgemacht, um neue Rastgebiete im Süden Afrikas zu finden. Gestern gegen Mittag flog er bereits im Süden Tansanias auf die Grenze nach Sambia zu. Sie ist noch gut 160 Kilometer entfernt.

Von Hobor hatte ich dies am wenigsten erwartet, da er in der Vergangenheit stets bereits Ende März bis Anfang April an seinem Nest in Linden-Pahlkrug zurückgekehrt war. Die Störche, die bis nach Südafrika ziehen, kommen aber erst ab Mitte April an ihre Nester zurück. Wird Hobor im Frühjahr also später als sonst zurückkehren?

Was hat Hobor seit der letzten Tagebucheintragung gemacht? Am 28. Dezember ist Hobor etwa 220 Kilometer nach Süden geflogen und hatte Kenia erreicht. Am nächsten Tag, morgens gegen 8:00 Uhr, war er wieder Richtung Süden unterwegs, nachdem er zuvor in der Savanne nach Futter gesucht hatte. Abends lag dann wieder eine Strecke von 150 Kilometer hinter ihm. Am 30. Dezember ging es das Rift Valley entlang. Die folgende Nacht verbrachte Hobor nahe des Lake Bogoria Nationalparks. Dabei handelt es sich um einen Sodasee, der ein wichtiges Rastgebiet für den hoch bedrohten Zwergflamingo ist. Am Silvestertag erreichte Hobor dann Tansania. Während des Jahreswechsels schlief Hobor wahrscheinlich auf einer Akazie im Serengeti Nationalpark. Am 1. Januar legte Hobor mit 380 Kilometer die bisher größte Entfernung seit seinem Start im Sudan zurück.

Unsere anderen Störche scheinen dagegen im Sahel bleiben zu wollen. Romy ist immer noch wie vor Tagen im gleichen Rastgebiet im Sudan. Zwischen ihren einzelnen Übernachtungsorten liegen zumeist nicht mehr als 20 bis 40 Kilometer.

Anni, Gustav und Michael befinden sich noch immer im Tschad. Michael hatte den Tschadsee verlassen. Mit ihm flog offenbar auch den Storch Leopold, der vom Storchenhof Loburg besendert wurde. Aber nur bis zum zweiten Weihnachtstag. Dann legte Michael eine Rast ein und blieb im Gebiet, während Leopold Richtung Osten weitergezogen ist. Aber Michael ist nicht allein geblieben, denn auch Anni und Gustav halten sich in der Gegend auf. Zum Jahreswechsel wurden sie keine zwei Kilometer entfernt von einander geortet. Wahrscheinlich werden sich in dieser Region tausende Störche aufhalten.

Während es von den Wintergästen in Afrika viel Spannendes zu berichten gibt, ist das Storchenleben im spanischen Winterquartier geradezu langweilig. Helmut pendelt zwischen Mulldeponie, Feldern am Rande der beiden Flüsse und dem Kiesteichgebiet in dem seine Nächte verbringt.

27. Dezember 2010 – Helmut packt das Reisefieber

Michael hat am ersten Weihnachtstag das Gebiet des Tschadsees Richtung Südost verlassen. Bereits am Heiligabend lag sein Aktivitätsschwerpunkt nicht mehr im nördlichen Tschadseebecken, sondern ein Stück weiter südlich, in der Nähe des Ortes Baga Sola. Das Tschadseebecken ist hier Teil von vielen kleinen Dünenerhebungen geprägt, die in feuchten Jahren zu Inseln werden. Am Abend des ersten Weihnachtstages befand sich Michael aber schon 200 Kilometer weiter südöstlich in der Savanne.

Ganz in der Nähe – etwa 20 Kilometer entfernt - befand sich über die Weihnachtstage Anni. Sie vagabundiert dort ohne festes Ziel in der Savanne umher. Ihr Aktionsradius betrug in den letzten Tagen lediglich 50 Kilometer. Auch Gustav hat noch immer seinen Rastplatz in der Umgebung. Die Entfernung von Michael betrug am zweiten Weihnachtstag 130 Kilometer. Er befindet sich nordwestlich des Lac Fitri.

Bei Romy hat sich ebenfalls nicht viel getan. Sie befindet sich im Süddafur östlich der Provinzhauptstadt Nyala. Sie pendelt über 100 Kilometer nach Norden, bleibt einige Tage am gleichen Ort um dann wieder nach Süden zu fliegen.

Hobor hat offenbar noch einmal das Zugfieber gepackt. Er ist am 23. und 24. Dezember 180 Kilometer bzw. 210 Kilometer nach Süden geflogen. Am Heiligabend befand er sich in der Baumsavanne des Boma-Nationalparks. Dieses Schutzgebiet hat während des Bürgerkriegens zwischen Nordsudan und Südsudan stark unter Wilderei und Holzeinschlag gelitten. Die Weihnachtstage ging es dann 100 Kilometer Richtung Osten und Hobor stattete Äthiopien einen kurzen Besuch ab. Heute war er wieder im Südsudan, nur 100 Kilometer nördlich der Grenze zu Kenia. Ob Hobor es noch bis nach Ostafrika schafft, bevor er wieder zurück nach Linden-Pahlkrug zieht?

Von Helmut gibt es lediglich zu berichten, dass er in den letzten Tagen in den Morgenstunden die Ufer und Sandbänke des Rio Jarama 3,5 Kilometer südwestlich aufgesucht hat. Vielleicht hat er im flachen Wasser nach Nahrung gesucht.

22. Dezember 2010 - Zum Fest gibt es reichlich Regenwürmer

Störche im Schnee

Weiße Weihnachten wird es für unsere Störche nicht geben. Doch bei Helmut in Spanien ist es auch ganz schön kühl.

Es ist Ruhe bei den Störchen eingekehrt. Es scheint so, dass keiner von ihnen jetzt noch eine weite Reise antreten will.

Helmut hat die letzten Tage vor allem sein Futter auf den Feldern am Rio Jarama gesucht. Die Nacht verbrachte er exakt auf der gleichen Insel im Kiesteichgebiet südlich von Vaciamadrid. Auf jeden Fall hat Helmut es wärmer als wir. 10°C und Regen ist angesagt. Da findet er sicher viele Regenwürmer.

Noch wärmer haben es natürlich unsere fünf anderen Störche. Sonne und etwa 35°C herrschen zurzeit im Sahel.

Hobor hat zunächst seine Weiterreise abgebrochen und befindet sich immer noch östlich des Nil. Er ist gut 60 Kilometer nach Süden geflogen. Die Landschaft hat sich aber in keiner Weise verändert. Immer noch Savanne in der einzelne Dörfer zu erkennen sind. Das große Feuchtgebiet des Sudd ist nicht weit, aber Hobor meidet er bisher.

Michael dagegen scheint sich im Nordteil des Tschadseebeckens wohl zu fühlen. Ob es dort feucht ist, oder jetzt auch eher trocken und savannenähnlich? Lediglich wandert er Stück für Stück nach Norden. In den letzten drei Tagen waren es insgesamt 17 Kilometer.

Anni und Gustav befinden sich noch immer in der Savanne östlich des Chari-Flusses. Gustav scheint einen Schlafplatz auf einem Baum mitten in einer flachen Savannenlandschaft zu haben, denn viele abendliche Ortungen stammen aus dieser Gegend. Den Tag über sucht er im Umkreis von etwa sieben Kilometer nach Futter.

Anni hat es in den letzten Tagen 60 Kilometer nach Süden gezogen. Ihr neuer Rastplatz ist durchzogen von einem ausgetrockneten Flussbett und mehreren Pisten. Sie verbinden die kleinen Dörfer. Anni befindet sich also in einer Kulturlandschaft.

Romy hat die größten Entfernungen zurückgelegt. Am Montag letzter Woche (16. Dezember) flog sie etwa 110 Kilometer nach Norden, um am nächsten Tag wieder 90 Kilometer nach Südwesten zu fliegen. Seitdem hält sie sich in der gleichen Gegend auf.

15. Dezember 2010 - Hobor fliegt, die anderen ruhen

Helmut hat es sich bei Madrid bequem gemacht. Er übernachtet im flachen Wasser der Kiesteiche und sucht seine Nahrung vor allem auf der Mülldeponie. Die scheint derzeit ganz ergiebig zu sein. Dazu muss er gerade mal sechs Kilometer fliegen.

Michael hat es sich wohl auch im Tschadseebecken bequem gemacht. Er wandert jeden Tag ein Stückchen weiter nach Norden. Man hat fast den Eindruck, dass er die Region systematisch absucht. Michael wird immer noch von Storch Leopold, der durch den Storchenhof in Loburg besendert wurde, begleitet.

Gustav und Anni befinden sich weiterhin in der Savanne östlich des Flusses Chari. Gustav hat derzeit wohl den kleinsten Aktionsradius aller Störche. Seine Nahrung sucht er in einem Umkreis von etwa einem halben Kilometer in der flachen, strukturlosen Ebene. Nur ab und dann macht er einen kleinen Rundflug.

Einzig Hobor sorgt für einige spannende Neuigkeiten, denn er hat seine Reise heute gut 130 Kilometer nach Westen fortgesetzt. Er hat scheinbar ohne Pause den Sudd überflogen und ist am frühen Nachmittag acht Kilometer südlich des Weißen Nil gelandet. Er befindet sich jetzt in einer Buschsavanne, die von den ausgetrockneten Nebenarmen und Zuflüssen des Nil durchzogen ist. Weiter östlich sind die unregelmäßigen Parzellen einer Kulturlandschaft zu erkennen. Es scheint fast so, dass er hier nicht bleiben will, denn bei der letzten Ortung des Tages war er auch schon wieder unterwegs. Das Ziel könnte Äthiopien sein – die Grenze liegt nur 350 Kilometer weiter östlich.

13. Dezember 2010 - Kleine Pause für die sechs Störche

Hobor ist nicht weiter nach Süden geflogen, sondern in der Nähe des Sudd geblieben. Er ist am Donnerstag zunächst noch einige Kilometer nach Norden geflogen und hält sich seitdem in einer Art Baumsavanne auf. Heute hat er allerdings einen Ausflug über 30 Kilometer in Richtung Süden gemacht ist dann aber wieder in der Nähe seines Ausgangsortes gelandet. Ob Hobor jetzt hier im Sudan bleiben will?

Auch Romy hat sich nicht so recht weiterbewegt. Sie war am vergangenen Donnerstag (9. Dezember) etwa 120 Kilometer nach Südosten geflogen, ist aber dann Stück für Stück wieder Richtung Nordwesten zurückgewandert. Also doch kein Aufbruch Richtung Ostafrika.

Bei Gustav und Anni gibt es auch keine Ortveränderungen zu vermelden. Gustav hält sich in einer Ebene auf, die in der Regenzeit offenbar von mehreren Wasserläufen überschwemmt wird. Jetzt ist es dort wahrscheinlich trocken, aber es gibt noch genug Vegetation, dass es wohl von Heuschrecken so wimmelt.

Auch für Michael gibt es offenbar keine Gründe das nördliche Becken des Tschadsees zu verlassen. Sein täglicher Aktionsradius beträgt nicht mehr als fünf Kilometer.

Der Aktionsradius von Helmut ist genauso gering. Dafür ist die Landschaft aber eine völlig andere. Von ihm gibt es keine Neuigkeiten zu berichten.

9. Dezember 2010 - Michael bekommt Gesellschaft

Zur Karte
Weißstorch

Hobor fliegt noch tiefer in den Sudan.

Hobor ist seit Nikolaus noch einmal über 200 Kilometer nach Osten geflogen. Vorgestern ist er 30 Kilometer entfernt vom Weißen Nil in der Savanne gelandet. Das große Feuchtgebiet des Sudd hat er noch nicht aufgesucht. Der Weiße Nil bildet hier ein Binnendelta, von dem etwa 10.000 bis 15.000 Quadratkilometer überflutet sind. Im November ist der Wasserstand am höchsten.

Romy scheint zunächst einmal die Weiterreise abgebrochen zu haben. Sie ist jetzt wieder ein wenig nach Norden geflogen. Hier hatte sie sich schon die Tage zuvor aufgehalten.

Gustav hat seinen Standort wieder ein wenig in Richtung Osten verlagert, während Anni gut 100 Kilometer weiter westlich ihr Rastquartier behalten hat. Sie befindet sich in einer baumbestandenen Kulturlandschaft, denn zahlreiche kleine Dörfer umgeben von Feldern sind auf den Satellitenfotos auszumachen.

Michael hat sich dagegen überhaupt nicht weiter bewegt. Er hat seinen Rastplatz immer noch im nördlichen Bereich des Tschadsees. Und er ist auch nicht allein, denn ein weiterer Senderstorch hat das gleiche Gebiet aufgesucht. Es handelt sich um den Senderstorch Leopold, der vom Storchenhof Loburg besendert wurde.

Die beiden Störche befinden sich im nördlichen Teil des Tschadsee-Beckens, dass noch 1972 dauerhaft von Wasser bedeckt war. In den 80er Jahren herrschte eine langanhaltende Dürreperiode im Sahel. Der Tschadsee schrumpfte und der Nordteil trocknete aus. Dünen mit Bäumen und Büschen bewachsen unterbrochen von periodisch wasserführenden Teichen prägten die Region. Mittlerweile hat sich die Situation wieder ein wenig entspannt und der Südteil des Tschadsees hat wieder eine größere Ausdehnung. Bis aber der Nordteil wieder eine Wasserfläche hat, bedarf es noch vieler regenreicher Jahre im Sahel. Der nördliche Tschadsee ist von einer Barriere vom Südteil getrennt und um die zu überfluten muss der Wasserstand im Süden schon sehr hoch sein. Aber nicht nur die Dürre ist für das Schrumpfen des Tschadsees verantwortlich. Auch die Wasserentnahme aus den zuführenden Flüssen Chari, Logone und Komadougou Yobe für Bewässerungszwecke hatte einen wesentlichen Einfluss. Im Dezember, viele Monate nach dem letzten Regen, finden unsere Störche offenbar hier im Nordteil des Tschadsee-Beckens noch gute Bedingungen in einer Art Buschsavanne. Die Teiche dürften wohl mittlerweile weitgehend trockengefallen sein und Michael und Leopold werden darin einige Beutetiere aufspüren können.

Während es für unsere Störche in Afrika trocken und heiß ist, dürfte sich Helmut eher mit feucht kalter Witterung auseinander setzen müssen. Wahrscheinlich wird er den Rastplatz bis zur Rückkehr nach Deutschland nicht mehr wechseln. Immerhin will Helmut die Umgebung von Vaciamadrid ein wenig erkunden, um so manche unbekannte Futterquelle aufzuspüren. Heute Mittag konnte er nördlich der Stadt Vaciamadrid geortet werden. Offenbar suchte er am Rande des Rio Jarama auf einem der typisch kreisrunden Bewässerungsfelder nach Futter.

7. Dezember 2010 - Hobor folgt Romy in den Sudan

Hobor am 6. Dezember 2010

Auch Hobor hat den Tschad verlassen und ist Romy nach Westen in den Sudan gefolgt.

Jetzt hat es auch Hobor nicht länger in der Savanne östlich des Lac Firtri im Tschad ausgehalten und hat sich auf den Weg Richtung Osten gemacht. Zu meiner Überraschung scheint er eine größere Reise unternehmen zu wollen. Seit Donnerstag letzter Woche (2. Dezember) ist er unterwegs und hat täglich so zwischen 130 und 250 Kilometer zurückgelegt – alles in allem waren es bis gestern zusammen 970 Kilometer. Eine Tagesetappe entfernt befindet sich der Sudd. Das ist ein bedeutendes Feuchtgebiet, das durch den Weißen Nil gebildet wird. So weit südlich hatte er sich im Vorjahr nicht aufgehalten. Sind im Sudan die Verhältnisse für Störche in diesem Jahr nicht so gut, dass er weiter Richtung Süden fliegen muss?

Romy hatte in den vergangenen Tag den Eindruck gemacht, dass sie sich nun Richtung Ostafrika machen wollte. Sie hatte die gleiche Richtung wie Hobor eingeschlagen. Aber nein, sie hatte den Weiterflug abgebrochen, um nur 70 Kilometer nach Süden abzubiegen und dort in der Savanne nach Futter zu suchen. Ob sie sich in den nächsten Tagen auch zum Weiterflug Richtung Südosten aufmachen wird?

Gustav und Anni halten sich in der Region zwischen Tschadsee im Norden und N’Djamena im Süden auf. Anni hatte sich am Samstag sogar auf fast 15 Kilometer an die Hauptstadt des Tschads herangewagt. Hier sind kleine Wasserflächen zu erkennen, denn der Fluss Chari ist in der Nähe. Wahrscheinlich wird sie hier nach Wasser gesucht haben. Die meiste Zeit hat sie sich in der östlich angrenzenden Savanne und den Kulturflächen aufgehalten. Ebenso ihr Partner Gustav. Aber getroffen haben sie sich mit Sicherheit nicht.

Von Michael gibt es keine Neuigkeiten. Er befindet sich immer noch am Tschadsee. Hier scheint er viel Nahrung zu finden, denn sein Aktionsradius ist sehr klein.

Von Helmut wussten wir schon, dass er wieder bei Vaciamadrid gelandet ist. Was wir nicht wussten ist, dass er wieder über Toledo zurückgeflogen ist. Am Dienstag (30. November) und Mittwoch (1. Dezember) hat er einige Zeit am Rio Tajo westlich der Stadt zugebracht. Das Satellitenfoto zeigt sehr gut die kreisrunden Bewässerungsfelder auf denen er nach Futter gesucht hat. Nun scheint er wieder bei Vaciamadrid bleiben zu wollen. Seinen angestammten Schlafplatz in den flachen Gewässern einer Kiesgrube hat er wieder bezogen. Auch der Mülldeponie hat er einen Besuch abgestattet. Aber am Donnerstag hat er gut 20 Kilometer weiter südlich am Fluss Jarama nach Futter gesucht.

3. Dezember 2010 - Anni folgt Michael an den Tschadsee

Helmut am 3.Dezember 2010

Helmut ist zurück nach Vaciamadrid geflogen. Ob er bei dem Frost dort bleibt?

Helmut ist zurück nach Vaciamadrid geflogen. Leider hat der Satellit bis jetzt nur drei Ortungen von gestern Nachmittag geliefert. Zu dieser Zeit befand sich Helmut bereits wieder auf der bekannten Mülldeponie, um nach Nahrung zu suchen. Später stand er an einem kleinen Gewässer sieben Kilometer weiter östlich. Helmut hatte sich seit 45 Tagen in der La Serena aufgehalten. Im vergangenen Jahr waren nur 16 Tage (vom 5. bis 21 Oktober). Allerdings wird es jetzt auch für Helmut etwas kälter, denn nachts ist für Madrid Frost angesagt.

Romy hat in den letzten Tagen wieder eine kleine Pause eingelegt. Am Montag ist sie zunächst noch etwa 90 Kilometer nach Norden geflogen. Da hat sie es aber nicht sonderlich lange ausgehalten, denn am nächsten Tag ging es wieder 75 Kilometer nach Süden. Die Region ist von vielen kleinen Dörfern und Ackerflächen geprägt. Ihre letzte Koordinate von gestern Mittag liegt nur 1,5 Kilometer entfernt von einem kleinen Dorf.

Anni scheint nun auch an den Tschadsee zu wollen. Seit Montag ist sie jeden Tag zwischen 25 und 40 Kilometer Richtung Westen geflogen. Noch ein oder zwei Tage und sie hat die Ufer des Sees erreicht. Aber vermutlich will sie nur die feuchteren Randgebiete dieses wichtigen Feuchtgebietes erreichen.

Michael will dagegen den Tschadsee nicht verlassen. Er hat seinen Standort nicht verändert. In den letzten beiden Tagen war sein Aktionsradius nicht größer als zwei Kilometer.

Die Sender von Hobor und Gustav haben heute leider noch keine Daten geliefert.

1. Dezember 2010 - Auch Anni fliegt zum Lac Fitri

Nun hat sich auch Anni auf den Weg Richtung Westen gemacht. Am letzten Donnerstag ist sie etwa 80 Kilometer nach Südwesten geflogen und am nächsten Tag hat sie sogar einen Sprung von fast 300 Kilometern gemacht. Dabei hat sie den Lac Fitri nördlich umflogen und ist dann ein Stück Richtung Süden abgebogen. Sie befindet sich jetzt in einer flachen fast strukturlosen Ebene, die etwa 160 Kilometer weiter südlich ihres alten Rastplatzes liegt. Hier scheint es wohl noch nicht so trocken zu sein, wie weiter nördlich. Damit findet sie hier auch genug Heuschrecken.

Anni’s Brutpartner Gustav hält sich in diesem Gebiet bereits länger auf. Gestern lagen seine Ortungen nur etwa 50 Kilometer weit von Anni’s Rastplatz entfernt. Er scheint offenbar noch nicht das optimale Rastgebiet gefunden zu haben, denn er pendelt von Nord nach Süd und umgekehrt. Dabei fliegt er täglich so um die 50 Kilometer.

Einzig Hobor verharrt noch in seinem angestammten Rastgebiet zwischen sudanesischer Grenze und Lac Fitri. Wie lange bleibt er hier wohl noch? Interessant ist der Vergleich seiner aktuellen Ortungen mit denen aus dem Vorjahr. Auch 2009 hatte er sich so weit westlich im Tschad aufgehalten. Aber das Gebiet verließ er schon Ende Oktober. Außerdem lagen seine Ortungen gut 50 Kilometer weiter südlich als in diesem Jahr. Das alles spricht dafür, dass die Störche in diesem Jahr gute Verhältnisse im Tschad vorgefunden haben, die sich offenbar erst jetzt verschlechtern. So müssen sich unsere Sendervögel nach und nach andere Rastgebiete suchen.

Romy hat im Gegensatz zu den andern Störchen die östliche Richtung eingeschlagen und hatte schon wieder den Sudan erreicht. Am Freitag ist sie noch einmal 220 Kilometer nach Süden geflogen und nördlich der Stadt Buran gelandet. Sie blieb einen Tag lang im Gebiet und flog dann am Sonntag (28.November) 50 Kilometer nach Norden. Gestern war sie noch einmal 40 Kilometer nach Osten gewandert, aber sie will den Sahel offenbar noch nicht verlassen.

Michael befindet sich immer noch am Tschad See im Grenzbereich zwischen Tschad und Nigeria. Dabei wechselt er regelmäßig über die Grenze. Insgesamt nutzt er ein etwa 25 mal 25 Kilometer großes Gebiet.

Helmut ist immer noch in der Umgebung von Villanueva de la Serena.

26. November 2010 - Viel Bewegung bei den Störchen

Weißstorch

Es kommt Bewegung in die Sache. Nach Michael verlässt nun auch Romy den Tschad.

Nach und nach kommt Bewegung in unsere Störche im Tschad. Während Michael und Gustav in der letzten Woche ihre Rastgebiete Richtung Westen verlegt haben, zieht es Romy jetzt nach Osten. Offenbar will sie weiter in Richtung Ost- und Südafrika ziehen. Oder will sie im Sudan bleiben? Am Mittwoch (24. November) ist Romy gut 230 Kilometer weit geflogen und kurz hinter der Grenze im Sudan gelandet. Am nächsten Tag waren es dann 245 Kilometer.

Gustav hat seine Aktivitäten etwa 50 Kilometer nach Süden verlegt. Das Satellitenbild zeigt eine Baumsavanne, die von trockenen Flussläufen durchzogen ist. Auch einige Ackerflächen und kleine Dörfer sind zu erkennen.

Michael ist noch immer im Bereich des Tschadsees. Aktuell befindet er sich gut zehn Kilometer weiter westlich seiner letzten Position.

Anni hat offenbar eine gute Nahrungsquelle erschlossen, denn die meiste Zeit hält sie sich in einem etwa nur ein mal ein Kilometer großen Areal auf. Nur ab und zu macht sie größere Rundflüge, die mehr als zehn Kilometer nach Süden gehen. Sie wird offenbar noch etwas länger im Gebiet bleiben.

Das gleiche gilt für Hobor, der gut 70 Kilometer weiter südlich rastet. Wenn Hobor sich genauso wie im vergangenen Jahr verhält, wird er wohl den gesamten Winter im Sahel verbringen. Seinen Schlafplatz hat er immer noch am Rande einer kleinen feuchten Niederung aufgeschlagen. Auch zur Nahrungssuche bleibt er ab und zu hier. Die meiste Zeit aber fliegt er in einem Umkreis von etwa zehn Kilometer in der Savanne herum, um genug Futter zu finden.

Helmut macht keinerlei Anstalten wieder nach Madrid zurückzuziehen. Seine Nächte verbringt er auf einem Acker nur drei Kilometer von Villanueva de la Serena entfernt. Den Tag vagabundiert er in der Gegend umher.


22. November 2010 - Aufbruch in feuchtere Gegenden

Michael und Gustav 22. November 2010

Gustav ist Michael nach Westen gefolgt. Ob er den Tschad noch verlässt?

Michael will offenbar in der Umgebung des Tschadsees bleiben. Nachdem er Mittwochfrüh einen Ausflug in den tschadischen Teil des Feuchtgebietes gestartet hatte, ist er nachmittags wieder auf der nigerianischen Seite gelandet. Die letzten Tage hat er sich in einem Gebiet von fünf mal fünf Kilometer aufgehalten.

Auch Gustav hat es jetzt auch weit in Richtung Westen gezogen. Mittwoch war er Richtung Lac Fitri gestartet und hatte am Abend bereits 160 Kilometer zurückgelegt. Am nächsten Tag flog er sogar über 200 Kilometer nach Westen. Dabei passierte er nördlich den Lac Fitri. Am Freitag erreichte er die Savanne in der Nähe des Flusses Chari. Das ist der größte Zufluss des Tschadsees. Am Samstag hat Gustav dann einen Ausflug Richtung Fluss unternommen. Dabei überflog er fast N’Djamena, die Hauptstadt des Tschads. Die Nacht von Samstag und Sonntag verbrachte Gustav in der Umgebung des Flusses. Das Satellitenbild zeigt viele Wasserläufe und Wasserkuhlen. Insgesamt ist diese Gegend dichter besiedelt - zahlreiche Dörfer sind zu erkennen. Danach ist Gustav wieder in die Savanne geflogen. Die Gegend scheint insgesamt ein wenig feuchter zu sein. Vielleicht wird es unseren Störchen jetzt zu trocken. So suchen sie sich jetzt feuchtere Gegenden mit mehr Futter.

Die drei anderen Störche im Tschad haben sich allerdings noch nicht groß weiterbewegt. Lediglich Romy hat es immerhin 40 Kilometer nach Südosten gezogen. Im Vergleich zu Gustav ist dies aber nichts Besonderes.

Von Helmut gibt es absolut nichts Neues zu berichten. Er ist immer noch in der Nähe von Villanueva de la Serena.

18. November 2010 - Auf der Suche nach Wasser

Michael ist wieder zurück im Tschad. Es hat ihn nur einen Tag im Niger gehalten und er ist wieder in Richtung Tschadsee zurückgeflogen. Michael liebt es also feucht. Montag und Dienstag hielt er sich im Grenzbereich von Nigeria und dem Tschad auf. Am Mittwoch ist er dann gut 20 Kilometer weit in den Tschad geflogen. Er hält sich aber immer noch im Überflutungsbereich des Tschadsees auf.

Anni hat sich von Sonntag bis Dienstag in einem nur eng umgrenzten Bereich gut 30 Kilometer weiter nordwestlich aufgehalten. Dabei handelt es sich um eine von Bäumen umrandete Senke von nur 400 Metern Länge. Mittwoch früh ist sie dann 11 Kilometer nach Süden geflogen aber am Nachmittag wieder in die Senke zurückgekehrt. Scheinbar hat sich hier noch die Feuchtigkeit halten können, so dass sie hier mehr Futter findet als an anderen Orten.

Ende Oktober war bereits ihr Partner Gustav am gleichen Ort. Ihn hat es aber rasch weiter gezogen. Gustav ist jetzt fast 150 Kilometer weit von Anni entfernt. Der Lac Fitri ist nahe. Bisher konnten wir ihn in dieser Region allerdings noch nicht orten. Für ihn ist es also „Neuland“.

See im Tschad

Die Seen im Tschad sind von Bäumen gesäumt. Hier gibt es Nahrung für unsere Störche.


Von Romy gibt es nichts Neues zu berichten. Nur 20 Kilometer weiter südlich von Romys Rastplatz hatte Hobor sein Nachtquartier aufgeschlagen, das am Rande einer kleinen Senke liegt. Hier wird Bewässerungsfeldbau betrieben. Auch Gustav und Romy haben vor einiger Zeit diesem Gebiet einen Besuch abgestattet. Tagsüber konnten wir Hobor in der umgebenden Savanne orten.

Bei Helmut hat sich auch nichts getan. Er befindet sich immer noch östlich von Villanueva de la Serena. Es scheint fast so, dass er auf einem Acker drei Nächte lange geschlafen hat. Aber wahrscheinlich gibt es dort Strommasten auf denen er landen konnte.

15. November 2010 - Michael fliegt in den Niger

Michael ist in den Niger weiter geflogen. Dort rastet er in einer savannenartigen Ebene.

Bei Romy, Anni, Gustav und Hobor haben sich keine Veränderungen ergeben. Romy, Anni und Hobor halten sich sehr nah beieinander auf. Am Samstag haben sie beispielsweise ihren Schlafplatz nur sieben bzw. 15 Kilometer voneinander entfernt aufgeschlagen. Dabei handelte es sich um eine savannenartige Ebene, die von trockenen aber baumbestandenen Flussbetten durchzogen ist.

Gut 70 Kilometer weiter südlich hat Gustav seinen Aktivitätsschwerpunkt. Das Satellitenbild zeigt auch hier eine baumbestandene Savanne. Auf den Bäumen dürfte Gustav sein Nachtquartier aufgeschlagen haben, das in den vergangenen Nächten nur wenige 100 Meter auseinanderlag.

Einzig von Michael gibt es richtig spannende Neuigkeiten. Er hat am Samstag das Gebiet des Tschadsees in Nigeria verlassen und ist etwa 95 Kilometer nach Nordwesten geflogen. Wir können auch ein neues Land auf seiner Besuchsliste vermerken: Er ist im Niger gelandet. Die Landschaft selbst ist aber keine Überraschung. Wieder handelt es sich um locker baumbestandene Savanne. Allerdings scheint es dort einige Senken zu geben, in denen sich während der Regenzeiten Wasser sammelt.

Auch keine Neuigkeiten bei Helmut. Er vagabundiert zwischen Getreideäckern, Reisfeldern und Mülldeponie. Eine Nacht verbrachte er im flachen Wasser eines Wasserreservoirs.

12. November 2010 - Anni, Romy und Gustav nutzen das gleiche Gebiet

Helmut scheint es noch einige Zeit in der La Serena auszuhalten. Zwar hat er am Montag einen Ausflug über 23 Kilometer Richtung Norden unternommen, ist dann aber an seinen alten Standort nahe La Coronada zurückgekehrt. Er ließ sich einen Tag inmitten bewässerter Felder nieder. Große Flächen entlang der Flüsse werden als Reisfelder genutzt. Jetzt im Herbst sind sie abgeerntet und werden offenbar gern von Weißstörchen zur Nahrungssuche genutzt. Jetzt ist Helmut allerdings wieder an einer kleine Mülldeponie und den umliegenden Feldern.

Michael hat seinen Standort nicht weiter verlegt. Seit seiner Ankunft am Tschad-See Ende letzter Woche hat er sich lediglich in einem nur acht mal sechs Kilometer großen Gebiet aufgehalten. Scheinbar hat er einen attraktiven Rastplatz gefunden.

Anni, Romy und Gustav vagabundieren noch immer im gleichen Gebiet. Ihre aktuellen Standorte liegen nur zwischen 10 und 70 Kilometer auseinander und ihre Aktionsräume überlappen sich beträchtlich.

10. November 2010 - Michael fliegt nach Nigeria

Michael am 9. November 2010

Michael rastet am Lac Tchad in Nigeria.

Storch Michael zieht es weiter nach Westen. Ende der letzten Woche hat er sein angestammtes Rastgebiet zwischen Lac Fitri und Tschadsee, in Richtung Nordwesten verlassen. Er hatte sich hier seit seiner Ankunft Mitte September aufgehalten. Am Wochenende haben wir ihn nordwestlich des Tschadsees geortet. Er hat mittlerweile die Grenze nach Nigeria überquert. Ein Blick auf die Karte mit der Landnutzung des Gebietes verrät es – es handelt sich noch um das Überschwemmungsgebiet des Tschadsees und ist von sumpfigen Busch- und Grasland bestanden. Kein Wunder also, dass sich Michael hier wohlfühlt. Der letzte Regen dürfte vor zwei Monaten gefallen sein, so dass es in der Savanne langsam sehr trocken wird. Aber am Tschadsee ist es noch ausreichend feucht und Futter und Wasser ist in Hülle und Fülle vorhanden.

Unsere anderen vier Störche hält es dagegen immer noch in der Savanne östlich des Lac Fitri in einem Areal von 120 mal 120 Kilometer Größe. Dabei pendeln die vier tageweise über größere Entfernungen. Aber nicht nur unsere Senderstörche, sondern auch Vögel aus anderen Projekten tummeln sich in diesem Gebiet. Ich vermute, dass in dieser Region zurzeit ein Großteil der Weltpopulation des Weißstorchs überwintert.

Gustav wurde etwas weiter südlich als die anderen drei geortet. Alle scheinen aber vor allem die Savanne und nicht die Kulturlandschaft zu nutzen. Eines fällt allerdings beim Blick auf die Bodennutzungskarte auf. Eine kleine Insel mit Bewässerungsfeldbau, nicht größer als fünf mal drei Kilometer, sticht aus der Savanne hervor. Hier wurden Hobor, Gustav und Romy an unterschiedlichen Tagen geortet. Ob sie hier wohl ihren Durst gelöscht haben?

Von Helmut gibt es keine großartigen Neuigkeiten. Er hält sich noch immer in der La Serena auf. Helmuts Verhalten ist schon interessant. Auch im vergangenen Winter zog er zunächst nach Vaciamadrid, um dann im Oktober den Tejo entlang bis in die La Serena zu fliegen. Derzeit ist sein Standort nahe der kleinen Ortschaft La Coronada. Die letzten Nächte verbringt er auf den Bäumen in einem kleinen Steineichenwäldchen. Tagsüber fliegt er auf die zwei Kilometer entfernte kleine Mülldeponie und auf die nahegelegenen Felder der Umgebung. Im vergangenen Jahr hat er allerdings nach einiger Zeit die La Serena wieder in Richtung Madrid verlassen – ob er es 2010 wiederholt?

05. November 2010 - Drei Störchen wird es zu heiß

Gustav am 5.11.10

Wo es mehr Wasser gibt, ist auch mehr Futter - das weiß auch Gustav.

Ende Oktober sah es bei unseren afrikanischen Überwinterern noch so aus, als würden sie den ganzen Winter an einem Ort verbringen. Doch in den letzten Tagen kommt bei drei Störchen Bewegung ins Spiel. Es zieht sowohl Anni und Gustav als auch Michael zwar nicht weit, aber zeitgleich in feuchtere Gebiete weiter im Süden. Möglicherweise ist das ein Zeichen dafür, dass es im Sahel allmählich zu trocken wird und die Störche in der Steppe nicht mehr genug Nahrung finden.

Anni ist circa 50 Kilometer nach Südwesten geflogen und hält sich in einer ausgetrockneten Flusschlinge auf.

Auch Gustav bewegt sich ebenso wie seine Frau 50 Kilometer weiter, aber nach Südost. Seine aktuellste Ortung konnte in einem sumpfigen Binnendelta gemacht werden. Wenn es in der Umgebung trockener wird, kommen viele Tiere an solche Orte, wo es weit bis in die Trockenzeit hinein Wasserstellen und frisches Grün zu finden gibt.

Michael hält sich immer noch am westlichsten von allen Tschad-Störchen auf. Er flog nun 40 Kilometer nach Süden in ein feuchtes Areal, das zur Regenzeit von Flüssen durchströmt wird. Bisher liegt hier Michaels südlichster Aufenthaltsort.

Bei Hobor und Romy hat sich wenig getan. Ihnen scheint das Nahrungsangebot in der Baumsavanne weiter nördlich zu reichen. Ob sie nachziehen werden?

Helmuts auserkorener neuer Rastplatz, der sich 100 Kilometer östlich der spanischen Stadt Badajoz befindet, scheint sich etabliert zu haben. Er pendelt zwischen lichten Eichenwäldern bei La Coronada und einem Intensivlandwirstschaftsareal 20 Kilometer weiter nördlich hin und her.

29. Oktober 2010 - Treffen sich Hobor und Gustav?

Storch Helmut ist weiterhin rastlos. Inzwischen befindet er sich fast 150 Kilometer südöstlich von Toledo. Das war der südlichste Punkt, den Helmut im Vorjahr erreicht hat. Was treibt ihn diesen Herbst weiter? Haben sich die Bedingungen verändert? Ist es weiter nördlich zu kalt? Gibt es zu wenig Nahrung? Hoffen wir, dass Helmut nun einen guten Ort gefunden hat, an dem er eine Weile bleiben kann.

Hobor ist am 28. Oktober genau an den Ort zurückgekehrt, an dem er am 14. Oktober schon einmal war. Ob er sich daran erinnert hat, dass der dortige Rastplatz ganz gut war? Mit seinem Ortswechsel ist er Gustav näher gekommen. Nur 15 Kilometer trennen die beiden Störche.

Gustav bewegt sich momentan zielstrebig nach Nordosten, in die Richtung in der sich Anni aufhält. Ob er seiner Partnerin einen Besuch abstatten will?

Storch in Oman, Afrika

Hobor fliegt zu einem alten Rastplatz zurück.

26. Oktober - Unterwegs im Zickzack-Kurs

Anni fliegt im Zickzack-Kurs. Ob sie wirklich zurück in den Sudan will, lässt sich nicht sagen. Im Moment bewegt sie sich in 200 Kilometer Entfernung von der Grenze und scheint in diesem Gebiet genug Nahrung zu finden.

Gustavs und Romys Weg haben sich überschnitten. Doch ob sie sich dabei gesehen haben? Gustav ist nun dort, wo Romy noch vor einigen Tagen rastete, während Romy im alten Rastgebiet von Gustav unterwegs ist. Nun trennen die beiden Störche wieder über 20 Kilometer voneinander.

Auch Helmut in Spanien muss oft seinen Aufenthaltsort ändern. Es scheint auf den Feldern, in denen er jetzt nach Nahrung sucht nicht allzuviel Essbares zu geben.

21. Oktober 2010 - Anni auf dem Weg in den Sudan?

Störche 21. Oktober 2010

Hobor hat sich weiter von Romy und Gustav entfernt.

Gustav und Romy scheinen wirklich das große Los gezogen zu haben, was ihre Rastplätze angeht. In den vergangenen Tagen haben sich die beiden kaum von der Stelle bewegt.

Hobor scheint auch etwas gutes gefunden zu haben. In zwanzig Kilometer Entfernung von den anderen beiden rastet er nun seit zwei Tagen in einem scheinbar ausgetrockneten Flusslauf.

Auch Anni hat sich von Gustav und Romy weiter wegbewegt. Sie verweilt im Moment in gut 100 Kilometern Entfernung. Ob sie wieder in den Sudan zurückfliegt?

19. Oktober 2010 - Hobor dreht ab

Der Abstand zwischen Gustav und Romy ist noch kürzer geworden. Sie sind nun nur noch gut zwei Kilometer entfernt von einander. In der Gegend des Tschads, in der Gustav und Romy gerade rasten, scheint es genug Futter zu geben. Sie haben sich in den letzten Tagen nicht viel bewegt.

Hobor, der sich bis zum 15. Oktober ganz in der Nähe von Romy und Gustav aufgehalten hat, ist inzwischen weiter geflogen. Er sucht nun ein Stück weiter nordöstlich nach Nahrung. Die Gegend, in der er nun rastet, müsste er noch aus dem Vorjahr kennen. Da war er Ende September ganz in der Nähe auf Nahrungssuche, ist dann aber weiter nach Osten geflogen. Ob er diesen Winter im Tschad bleibt?

In Spanien hat Helmut am 10. Oktober die Gegend um Pinot verlassen und ist gut 50 Kilometer in Richtung Toledo geflogen. Doch auch dort schien es nicht genug zu fressen zu geben. Schon drei Tage später ist er weitere 100 Kilometer nach Westen geflogen und hat den 13. Oktober im Umland von Talayuela verbracht. Es gibt dort wohl viele Bäume aber anscheinend wenig Nahrung, denn die Ortung vom 15. Oktober stammt vom 70 Kilometer entfernten Puebla del Allcolarin. Laut den Satellitenbildern gibt es dort und in der Umgebung viele Felder. Ob er in dieser Gegend bleiben kann? Im letzten Jahr hat er dort Anfang bis Mitte Oktober auch einige Tage verbracht.

12. Oktober 2010 - Zu fünft im Tschad

Störche am 12. Oktober 2010

Romy, Hobor und Gustav sind keine 50 Kilometer von einander entfernt. Ob sie sich noch treffen?

Heute erreichte uns eine spannende Meldung aus Israel. Laut Storchenvater Rolf Zietz ist „Heini“, Hobors Jüngster dort gesichtet worden. Er war nach dem Schlupf deutlich schwächer als seine Geschwister, so dass Rolf Zietz sich entschied, den Kleinen auszuhorsten. So wurde Heini in der Station Bergenhusen großgezogen. Im Spätsommer ist er mit anderen Jungstörchen nach Süden gestartet und alle Sorge um ihn scheint unbegründet. Er ist wohlauf.

Unsere fünf Störche in Afrika sind jetzt wieder alle im gleichen Land, im Tschad auf Nahrungssuche. Anni, die die letzte Zeit im Sudan verbracht hat, hat am 6. Oktober das Land verlassen und ist bis zum Abend 50 Kilometer geflogen und im Nachbarstaat gelandet. Dort gibt es wohl mehr zu fressen...

Auch Michael hat, im Vergleich zu den vergangenen Tagen noch einmal ein gutes Stück verlegt. Er ist etwa 50 Kilometer zurück in Richtung Westen geflogen und jetzt interessanterweise nur fünf Kilometer von dem Punkt entfernt, an dem er am 14. September rastete.

Romy, Gustav und Hobor sind auch dichter zusammen gerückt. Die drei trennen nur 50 Kilometer von einander. In dieser Gegend scheint es besonders viel zu fressen zu geben, denn die drei legen in letzter Zeit keine großen Strecken zurück. Ob Michael und Anni auch noch zu ihnen stoßen?

08. Oktober 2010 - Hobor macht nur kurze Ausflüge

Helmuts Domizil auf dem Schrottplatz, 08.10.10

Auf der Karte lässt sich der Baukran, in dessen Nähe Helmut nächtigt, sehr gut erkennen. Wer zoomt, entdeckt ihn.

Helmut scheint seinen „Lebensschwerpunkt“ einige Kilometer nach Süden verlagert zu haben. Er besucht zwar noch ab und zu die Mülldeponie bei Vaciamadrid, aber häufiger ist er dagegen acht Kilometer weiter südlich in der Nähe eines Recyclinghofes zu finden. Auch auf den Feldern am Rio Manzanares finden sich viele Ortungen. In GoogleEarth entdecke ich viele Panoramio Fotos aus diesem Gebiet – natürlich mit Störchen. Helmut wird sicher nicht allein sein, sondern es werden sich viele Störche im Gebiet aufhalten. Helmut hat jetzt offenbar auch dauerhaft einen neuen Schlafplatz. Die letzten drei Nächte hat er in der Nähe eines Schrottplatzes geschlafen. In das Satellitenfoto hinein gezoomt erkenne ich einen Baukran.

Unsere fünf Weißstörche in Afrika haben ihren Standort praktisch nicht verändert. Langsam kristallisieren sich ihre Aktionsräume heraus. Gustav scheint dabei mit etwa 100 x 50 Kilometer Größe am weitesten umherzustreifen.

Hobor hat mit 5 x 4 Kilometer den kleinsten Aktionsraum. Nur zur Mittagszeit macht er einen größeren Ausflug von sieben Kilometer nach Norden. Das Satellitenfoto zeigt eine Senke. Ist sie jetzt mit Wasser gefüllt? Ein kühlendes Bad in der Mittagszeit scheint Hobor von seinem Nahrungsgebiet weiter weg zu locken.

04. Oktober 2010 - Michael hat das große Los gezogen

Weißstorch

Anni ist in den letzten Tagen am weitesten geflogen.

Die letzten Tage hat Helmut zur Futtersuche nicht die Mülldeponie nahe Vaciamadrid aufgesucht, sondern ist acht Kilometer nach Südwesten geflogen, um dort bei einem neu entstandenen Recyclingwerk sein Glück zu versuchen. Neben diesem Werk werden offenbar Müllreste oder Kompost abgelagert – so scheint es zumindest auf dem Satellitenfoto. Die Nacht von Samstag auf Sonntag verbrachte er auf einem Schrottplatz wenig weiter südlich. Hier nächtigte er auch schon einmal kurz nach seiner Ankunft bei Madrid.

Am Freitag und Samstag ist Anni vorwiegend auf der zum Tschad gehörenden Seite der Grenze gewesen. Die Nächte davor hat sie sich fast immer am gleichen Ort aufgehalten. Er liegt nicht mehr als vier Kilometer von der Grenze entfernt. Leider ist nicht zu erkennen, wo Anni geschlafen hat – Bäume oder Felsen sind in der kargen Landschaft nicht auszumachen. Am Sonntag hat sie dann einen größeren Sprung von fast 60 Kilometer nach Südosten in den Sudan hinein gemacht.

Gustav hat seinen Standort nicht verlassen. Die Landschaft scheint an seinem Rastplatz, der weiter westlich liegt als der von Romy ein wenig grüner zu sein. Das Satellitenbild zeigt Bäume. Hier kann Gustav seine Nächte gefahrlos verbringen. Die Provinzhauptstadt Ati liegt nur 30 Kilometer weiter südöstlich.

Michael, der sich am weitesten nach Westen gewagt hat, hat wohl die abwechslungsreichste Landschaft gefunden. Das Satellitenfoto zeigt auch hier eine Savannenlandschaft mit Bäumen und zu meiner Überraschung auch wassergefüllte Teiche. Die Aufnahme stammt vom Juni 2008, also ist gerade während der Regenperiode aufgenommen worden. So ähnlich könnte es jetzt auch noch aussehen. Also kein Wunder dass Michael sich hier wohlfühlt.

01. Oktober 2010 - Hobor auf Michaels Spuren

Weißstorch

Die Störche haben ihren Platz gefunden.

Am Stadtrand von Madrid hat Helmut in den letzten Tagen wieder mehrfach im flachen Wasser der Kiesgrubenteiche geschlafen. Mittwoch war er zur Futtersuche vor allem auf der Mülldeponie zu finden. Außerdem machte er am Nachmittag einen Ausflug über acht Kilometer nach Süden zu einem Müllrecycling-Werk. Auch in Spanien tut sich offenbar einiges in Richtung der Wiederverwertung von Abfällen.

Partnerin Romy hält sich seit gut zwei Wochen in einem zwölf mal sechs Kilometer großen Areal mitten im Tschad auf und scheint sich in keiner Weise weiter bewegen zu wollen. Ein Stückchen weiter westlich befindet sich Gustav. Er fliegt aber täglich manchmal 10 bis 30 Kilometer in der Savanne herum. Ganz in der Nähe ist auf dem Satellitenfoto ein ausgetrocknetes Flussbett zu erkennen, das den Lac Fitri, gut 90 Kilometer südwestlich, bei Regen mit Wasser versorgt.

Anni, Gustavs Partnerin aus Pahlen, fliegt auch nur wenige Kilometer zwischen den einzelnen Plätzen herum, wo sie ihr Futter findet. Die meiste Zeit hält sie sich noch im Sudan auf. Von Michael, der sich von allen Störchen in Afrika am weitesten im Westen befindet, gibt es auch nichts Neues zu berichten.

Hobor scheint dagegen noch nicht so ganz den richtigen Platz zum Rasten gefunden zu haben. Er flog am Montag gut 70 Kilometer nach Süden um am gleichen Tag noch 50 Kilometer weiter im Westen zu landen. Gestern ging es dann noch einmal 25 Kilometer weiter Richtung Westen. Die gleichen Plätze hat auch Michael schon vor einiger Zeit aufgesucht.

28. September 2010 - Viel Regen bringt viel Storchennahrung

Warzenbeißer

Die Störche finden derzeit vermutlich viele Heuschrecken.

Viel Spannendes gibt es nicht zu berichten. Unsere Senderstörche haben ihre Rastgebiete erreicht, und wenn nichts Besonderes passiert, werden sie dort noch einige Zeit bleiben.

In Spanien verbringt Helmut die Zeit auf der Mülldeponie oder auf den Feldern. Ab und an macht er einen längeren Streifflug über zehn und mehr Kilometer, ohne dass ein weiter entferntes Ziel zu erkennen wäre. Die Nacht von Donnerstag auf Freitag (23./24. September) hat er im flachen Wasser der Kiesgrubenteiche verbracht.

Im afrikanischen Tschad haben Michael, Gustav und Romy praktisch keine großen Ausflüge gemacht. Sie befinden sich immer noch in einem eng begrenzten Gebiet. Anni ist dagegen gut elf Kilometer zurück in Richtung Osten geflogen. Sie befindet sich jetzt wieder in Sudan.

Hobor hat die größten Flüge unternommen. Er ist zunächst am Samstag etwa 110 Kilometer weiter nach Westen geflogen um dann an den darauf folgenden Tagen noch einmal 100 Kilometer nach Süden zu fliegen. Er blieb dann jeweils für eine kurze Zeit in einem Gebiet, das sich nur wenige Kilometer ausdehnte.

Die Frage, warum sich unsere Störche gerade in den Tschad aufgemacht haben, und nicht im Sudan rasten, beschäftigte mich eine ganze Zeit lang. Im Internet fand ich dann Informationen über die Niederschläge im Gebiet. Dabei stellte sich heraus, dass in dem Rastgebiet unserer Störche im Juli vergleichsweise hohe Niederschläge gefallen sind. Gut für Hobor, Michael und Co., denn der Regen lässt die Pflanzen wachsen, die sind Nahrung für die Heuschrecken und an den Heuschrecken können sich dann die Störche sattfressen.

23. September 2010 - Langsam kehrt Ruhe ein

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23.09.2010

Die Sahelzone zwischen Sahara und Feuchtsavanne ist typisches Storchenland.

Bei unseren Störchen gibt es im Moment nicht viel Neues zu berichten. Alle haben ihr erstes Rastgebiet erreicht und sie scheinen dort auch bleiben zu wollen bzw. auch zu können. Die Ortungen zeigen, dass offenbar genug Futter zu finden ist, denn große Strecken werden am Tage nicht zurückgelegt.

Helmut macht da noch größere „Sprünge“. Er wechselt zwischen Deponie und den Feldern am Fluss Jarama und fliegt dann mal acht Kilometer zwischen den einzelnen Plätzen. Dieses Jahr scheint er aber nicht in den flachen Kiesteichen der Region übernachtet zu haben, denn bisher gibt es keine Ortungen die dies belegen. Die Nacht von Sonntag auf Montag hat er auf Sendemasten übernachtet, die offenbar auch von Brutstörchen als Nistplatz genutzt werden.

Anni ist seit dem letzten Bericht 170 Kilometer weit nach Westen geflogen. Seitdem befindet sie sich an der Grenze zwischen dem Sudan und dem Tschad. Sie wechselt regelmäßig über die Grenze. Seit Montag ist ihr Aktionsradius nur etwa vier Kilometer groß. Das ist nicht viel, denn im Brutgebiet können unsere Weißstörche Entfernungen von acht Kilometern zur Nahrungssuche zurücklegen.

430 Kilometer weiter westlich rastet ihr Partner Gustav. Bis zum Feuchtgebiet des Lac Fitri sind es noch 130 Kilometer, doch auch er macht keinerlei Anstalten weiter zu fliegen. Aber sein Aktionsradius ist mit über 20 Kilometern viel größer als bei Anni.

Fast im gleichen Gebiet hält sich Romy auf. Sie nutzt seit fünf Tagen ein 6,5 mal 2 Kilometer großes Areal. Das ist vor allem Savanne mit einem trockenen baumbestandenen Flussbett.

Hobor hat ein „Revier“ von zwei mal drei Kilometer Größe. Auch hier findet sich ein baumbestandenes trockenes Flussbett in der Nähe.

Michael hat es am weitesten nach Westen verschlagen. Er rastet immer noch 120 Kilometer nordöstlich von Tschads Hauptstadt N’Djamena. Dort nutzt er ein 40 mal 15 Kilometer großes Stück der Savanne.

20. September 2010 - Gustav und Hobor folgen Michael in den Tschad

Michael im Tschad

Michael hat sein Rastgebiet gefunden. Er findet genug Nahrung im Tschad.

Alle Störche wollen in den Tschad. Meine Vermutungen am Ende des letzten Tagebucheintrages haben sich nicht bewahrheitet. Gustav und Hobor sind Richtung Westen abgebogen und sind nicht wie Anni nach Süden geflogen. Sie befinden sich im Tschad auf den Spuren von Michael. Hobor hat, seit er den Nil Richtung Westen verließ, recht ansehnliche Tagesetappen zurückgelegt – am Freitag waren es 580 Kilometer. Gustav hat am vergangenen Donnerstag (16. September) sogar eine noch längere Tagesetappe geschafft – 650 Kilometer. Bei Sonnenschein über der Nubischen Wüste ist dies sicher kein Problem für unsere Störche. Außerdem lockt das erste Rastgebiet mit hoffentlich ordentlichem Futter. Gustav und Hobor befinden sich jetzt etwa auf gleicher Höhe wie Romy, gut 300 Kilometer westlich der Grenze zum Sudan.

Michael hat sein Rastgebiet gefunden. Er hat die letzten Tage nur wenige Kilometer zurückgelegt und befindet sich in einem Gebiet von nur rund 20 Kilometer Durchmesser. Ein ausgetrocknetes Flussbett ist auf der Satellitenkarte zu entdecken.

Und auch Anni ist auf dem Weg in den Tschad. Sie hat ihr erstes Rastgebiet verlassen und fliegt jetzt recht ordentliche Strecken Richtung Westen. Seit dem letzten Tagebucheintrag ist sie 250 Kilometer weit geflogen und die Ortungsdaten geben an, dass sie immer noch fliegt. Es ist schon sehr bemerkenswert, dass alle unsere besenderten Störche den Tschad aufsuchen.

Helmut ist am Donnerstag (16. September) auch in seinem Rastgebiet eingetroffen. Es ist wieder die Umgebung von Vaciamadrid, wie im vergangenen Jahr. Er hat zunächst die Felder und die Mülldeponie inspiziert. Dann ist er am Freitag ein Stück (13 Kilometer) nach Südwesten geflogen. Dort hat er einen Recyclinghof besucht und die Nacht verbrachte er auf einem Schrottplatz. Scheint fast so, dass die Mülldeponie nicht mehr so viel hergibt, wie im vergangenen Jahr.

15. September 2010 - Helmut in der Welthauptstadt der Störche

Endlich hat Helmut Spanien erreicht.

Helmut hat fast sein Winterquartier erreicht. Am Montag ist er in der Nähe von Blois an der Loire zu seiner bislang längsten Tagesetappe gestartet. Er scheint es jetzt wohl etwas eiliger zu haben, als die Tage zuvor. Am Abend ist er in Aquitanien gelandet – das waren dann 418 Kilometer Luftlinie, die er zurückgelegt hatte. Er hatte die Nacht in der Nähe des kleinen Ortes Bégar verbracht. Bégar liegt am Fluss Adour und ist nur 60 Kilometer von Bayonne entfernt.

Hier dürfte Helmut schon einen Blick auf die Pyrenäen geworfen haben, die er am nächsten Tag überflogen hat. Die genaue Flugroute kennen wir leider nicht, weil der Sender keine Daten geliefert hat. Diese Tagesetappe war mit 209 Kilometer etwas kürzer als Tags zuvor.

Die nächsten Ortungen von gestern Abend stammen aus Spanien von einer kleinen Mülldeponie. Die liegt nur 13 Kilometer südlich von Alfaro. Storchenfreunden ist diese Stadt im Tal des Ebro als Welthauptstadt der Störche bekannt, denn auf der Kathedrale im Zentrum brüten mehr als 100 Storchenpaare. Ein richtiges Spektakel. Bis zum späten Vormittag hat Helmut sich hier noch aufgehalten.

Auch Gustav nähert sich seinem ersten Rastgebiet mit großen Schritten. Am Sonntag war Gustav am Fuße des Golan gestartet. Diese Tagesetappe lässt sich anhand der Daten gut nachvollziehen. Er war westlich des Toten Meeres über das Westjordanland geflogen und am Abend in der Negev nahe der jordanisch-israelischen Grenze gelandet. Hier liegt der kleine Ort Ein Yahav, wo mitten in der Wüste Landwirtschaft betrieben wird. Gustav suchte dort am nächsten Morgen in einem ausgetrockneten Flussbett nach Futter und bevor er zum Weiterflug startete hatte er noch an einem Wasserreservoir getrunken.

Am nächsten Tag hatte er die Sinai Halbinsel weiter östlich als unsere anderen Störche überquert und hat wahrscheinlich am Abend schon Afrika erreicht. Denn die nächste Ortung am nächsten Morgen stammte aus der ägyptischen Wüste. Da war er schon wieder in der Luft, um Richtung Nil zu fliegen. Hier hielt er sich aber nicht lange auf, denn am Abend landete er am Assuan Stausee. Gestern Vormittag waren es dann nur noch 24 Kilometer bis zum Sudan.

Hobor befand sich schon bei seiner letzten Ortung heute am frühen Nachmittag im Sudan. Er scheint etwas langsamer zu sein, aber offenbar wohlauf, denn die anstrengendste Etappe hat er gut überstanden. Am Montagmorgen war er in der Negev gestartet und die Sinai Berge umflogen, um dann bei El Tor den Sprung über das Wasser nach Afrika zu wagen. Dazu brauchte er fast genau eine Stunde. Offenbar war das sehr anstrengend, denn als er gegen 16 Uhr den Gabal el Zayt erreicht hatte, ist er nur noch wenige Kilometer weiter geflogen und verbrachte die Nacht fast direkt am Golf von Suez. Ziemlich genau 400 Kilometer waren es heute.

Die nächste Etappe am Dienstag (14. September) führte über eine Strecke von 380 Kilometer. Am Abend war er dann in der Wüste zwischen Om Kombo und Assuan auf der Westseite des Nils zum Rasten gelandet. Aber direkt aus der Nil-Oase aber ich keine Ortungen erhalten.

Gustav und Hobor haben interessanterweise heute die gleiche Route wie zuvor Romy eingeschlagen. Sie wollen wahrscheinlich auch im Sudan ihren ersten Rastplatz aufschlagen. Aber dazu später mehr.

14. September 2010 - Auch Romy zieht es in den Tschad

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Michael ist rastlos.

Michael schien mit seinem Rastplatz doch noch nicht ganz zufrieden gewesen zu sein, denn er ist in den letzten Tagen ein ganzes Stück weiter nach Westen in den Tschad hinein geflogen. Am Sonntag (12. September) hat er für 80 Kilometer die südliche Richtung eingeschlagen, um dann gegen Mittag nach Westen abzubiegen. Am Abend hatte er dann eine Etappe von 175 Kilometer hinter sich. Am nächsten Tag flog er nördlich des Lac Fitri weitere 150 Kilometer nach Westen. Am Abend war es dann nur noch etwa 140 Kilometer weit bis zum Tschad See. Diese Tagesetappen sind natürlich nicht mit denen von vor zwei Wochen zu vergleichen, aber eine richtige Rast ist das immer noch nicht.

Im Gegensatz dazu hat Anni offenbar am Rande der Sahara einen Ort gefunden, wo sie ausreichend Futter findet. Ihre Ausflüge waren in den letzten Tagen Ausflüge maximal 30 Kilometer weit und Abend war sie wieder ins Ausgangsgebiet zurückgekehrt.

Romy ist auf den Weg in den Tschad. Die Nacht von Montag auf Dienstag verbrachte sie in der Wüste 80 Kilometer westlich des Nil. Bis Dienstagabend ist sie dann 302 Kilometer nach Südwesten geflogen und musste wieder Mitten in der Wüste schlafen. Eine Tagesetappe noch und sie ist im Tschad.

13. September 2010 - Nun erreicht auch Romy Afrika

Hobor und Gustav am 13.09.10

Helmut und Gustav sind jetzt gleich auf. Beide sind momentan in Israel.

Schon ungeduldig erwartet, gibt es heute wieder neue Nachrichten von Hobor. Gestern Morgen ist er in Syrien gestartet, um weiter in Richtung Israel zu fliegen. Er war am Abend zuvor etwa 35 Kilometer südlich von Damaskus in der Nähe des Golan gelandet und hatte die Nacht dort verbracht. Gestern Abend befand er sich dann schon 285 Kilometer weiter südlich in Israel in der Negev. Wahrscheinlich wird er heute den Golf von Suez überqueren und Afrika erreichen.

Romy ist dagegen schon in Afrika. Sie hat von Freitag auf Samstag (10. – 11. September) im Sinai unweit der Küste geschlafen. Sie nahm sich doch noch einen Tag länger Zeit, um den Sprung über das Wasser zu wagen – oder waren die Wetterbedingungen zu schlecht. Immerhin ist das afrikanische Ufer 30 Kilometer weit entfernt und ständige Winde machen die Querung zu der größten Strapaze auf den Weg ins Winterquartier. Am Samstagnachmittag gibt es eine Ortung von Romy mitten über dem Golf von Suez. Gestern Morgen flog sie dann schon am Nil entlang. Gegen Mittag segelte sie westlich des Assuan Stausees und hatte nur noch 140 Kilometer bis zur Grenze zum Sudan. Offenbar wollte sie hier nicht auch noch eine Rast machen.

Von Gustavs Reise gab es bisher nur sehr wenige Ortungen. Aber die Querung des Bosporus lässt sich dennoch sehr gut nachvollziehen. Am 7. September erreichte er die Ostküste des Marmara Meeres bei Istanbul und flog die Küste meist über dem Wasser entlang, bis er Asien erreicht hatte. Am Abend ist er dann bei Eskisehir in Anatolien in einer kleinparzellierten Kulturlandschaft gelandet. Die nächste Ortung stammt vom Samstag (11. September) aus Syrien. Am Samstagabend hatte er dann 150 Kilometer zurückgelegt und machte Rast am Fuße des Golan. Am Sonntag ging es dann etwa 300 Kilometer weiter über Jordanien und die Westbank nach Israel.

Helmut in Frankrecich, 10. September 2010

Storchenschützer Marc Fasol hat unseren Storch Helmut an seinem Ring und seinem Sender (rote Pfeile) erkannt und ihn für uns fotografiert. Helmut rastet gemeinsam mit anderen Störchen auf einer Mülldeponie bei Villers-Sire-Nicole in Frankreich.


Gustavs Partnerin Anni hat offenbar ihr erstes Rastquartier bereits gefunden. Am Samstag ist sie nur noch 100 Kilometer nach Süden, an den Rand der Sahara, geflogen. Und am Sonntag noch einmal 90 Kilometer nach Südwesten. Sie scheint hier ihr Quartier für einige Zeit aufschlagen zu wollen und nicht, wie ich vermutete, nach Südosten an den Nil bei Wad Medani fliegen. Vielleicht sind hier südlich der Sahara vor einiger Zeit Regenfälle niedergegangen und genug Futter für Anni zu finden.

Michael hat am Samstag den Tschad erreicht und hatte am Abend etwa 335 Kilometer Richtung Westen zurückgelegt. Am nächsten Tag ist er nach Süden abgebogen. Jetzt werden die Tagesetappen viel kürzer. Auch er hat sein erstes Rastgebiet erreicht. Auffällig ist allerdings, dass er Richtung Süden abgebogen ist. Auch ein weiterer Sender-Storch (Leopold) vom Storchenhof Loburg aus Sachsen-Anhalt hat die gleiche Richtung eingeschlagen. Ich habe einige Informationen im Internet gesucht und tatsächlich scheint es dort in den letzten Augusttagen gut geregnet zu haben – also Futter in Hülle und Fülle.

Helmut hat sich noch bis Samstag im Grenzgebiet zwischen Belgien und Frankreich aufgehalten. Eine E-Mail vom Ringableser aus Belgien hat mir einige Fragen beantwortet. Er konnte bestätigen, dass Helmut eine Mülldeponie bei Villers-Sire-Nicole zu Nahrungssuche genutzt hat. Außerdem war Helmut nicht allein. Er befand sich in einem Trupp mit weiteren sieben Weißstörchen. Am Samstag ist er dann gut 100 Kilometer weiter nach Südwesten geflogen. Am Sonntag war die Strecke sehr viel länger. Am späten Nachmittag hatte er schon 260 Kilometer zurückgelegt und befand sich östlich von Blois an der Loire.

10. September 2010 - Michael zieht es in den Tschad

Michael und Anni am 10. September 2010

Michael rastet an der Grenze zum Tschad, Anni im Sudan. Ob sie dort bleiben werden?

Heute Morgen gab es eine Überraschung, als ich meine E-Mails abrief und die Mail von Storchenbetreuer Jörg Heyna öffnete. Er hatte vor drei Jahren Storch Helmut als Küken beringt. Er schickte mir eine Ringrückmeldung vom Donnerstag aus Belgien! Das war fast unglaublich: Ich hatte noch nicht einmal die aktuellen Satellitendaten heruntergeladen und wusste schon wo sich Helmut derzeit rumtreibt. Manchmal sind dann die traditionellen Methoden der Zugverfolgung doch noch schneller als die moderne Technik – zumindest in Europa.

Aber der Reihe nach: Helmut hatte sich noch bis Montagmorgen in der Gegend von Melle aufgehalten und war gegen 8 Uhr nach Südwesten gestartet. Die nächste Ortung stammt vom Dienstag (7. September) um 17 Uhr aus dem Grenzgebiet zwischen Belgien und Frankreich, von dem auch die Ringrückmeldung her kam. Seitdem hält er sich in dieser Gegend auf. Die Nacht von 8. auf den 9. September verbrachte er offenbar auf Bäumen oder Strommasten am Rande einer kleinen Straße zum Örtchen Havey. Tagsüber hat er sich auf den Feldern und offenbar auf einer kleinen Mülldeponie auf der französischen Seite aufgehalten. Helmut scheint es weiterhin nicht sonderlich eilig zu haben.

Helmuts Partnerin Romy hat gestern mittlerweile Israel erreicht. Gestern Abend ist sie auf einem kleinen Berg mitten in der Negev Wüste (ca. 20 Kilometer südwestlich des Toten Meeres) gelandet, um dort die Nacht zu verbringen. Am Montag gelangte Romy von Anatolien kommend an den Golf von Iskenderun. Am Dienstag und Mittwoch flog sie durch Syrien. Heute Abend dürfte Romy wohl schon Afrika erreicht haben.

Michael nähert sich seinem ersten Rastgebiet mit „großen Schritten“. Am Montag (6. September) ist er von Luxor Richtung Assuan Stausee geflogen und hat die Nacht aber mitten in der Wüste verbracht. Dann hat er am Dienstag den Sudan erreicht. Am Abend hatte er gut 330 Kilometer zurückgelegt und verbrachte die folgende Nacht in der Nähe des Nil. Am frühen Morgen startete er wieder und verließ den Nil Richtung Tschad – wieder eine lange Etappe von 590 Kilometer Luftlinie. Nachdem er die Nacht in der Nubischen Wüste verbracht hatte ist er gestern 420 Kilometer weit geflogen und ist nur gut 20 Kilometer von der Grenze zum Tschad entfernt.

Anni nimmt dagegen eine etwas andere Route als Michael. Sie ist am Montag (6. September) am Assuan Stausee gestartet und hat die Richtung Süd genommen (355 Kilometer). Sie hat den Nil verlassen und verbrachte die Nacht in der Wüste. Am Dienstag flog sie nur etwa 170 Kilometer weit, bis sie gegen Nachmittag den Nil wieder in der Nähe des 4. Kataraktes erreichte. Hier suchte sie bis zum Abend vielleicht nach Nahrung – aber wo? Das Satellitenbild zeigt nur trockene Wadis und Wüste.

Am nächsten Morgen folgte sie dem Lauf des Nil einige Zeit lang und landete nach gut 230 Kilometer mitten in der Wüste. Gestern (9. September) ist sie wieder nur eine kurze Strecke geflogen und befindet sich 270 Kilometer westlich von Khartum. Findet sie hier etwa schon einen Rastplatz oder will sie jetzt weiter Richtung Südost in das Gebiet von Wad Medani fliegen?

6. September 2010 - Endlich Neues von Gustav und Hobor

Hobor am 7. September 2010

Hobor überquert als Vierter den Bosporus.

HoborVon Gustav und Hobor haben wir lange Zeit nichts gehört. Das soll sich nun ändern. Hobor hat offenbar gestern den asiatischen Teil der Türkei erreicht. Dabei hat er wohl die etwas ungewöhnliche westliche Route über die Dardanellen gewählt.

Die letzte Ortung aus Europa stammte vom 4. September aus Siebenbürgen in Rumänien. Er hat also ähnlich wie die meisten unserer Störche die Route mit dem Überflug über die Karpaten gewählt. Im vergangenen Jahr hatte Hobor dagegen die Karpaten östlich umflogen.

GustavAm gleichen Tag (4. September) startete Gustav seine Tagesetappe nur 120 Kilometer nordwestlich von Hobor Standort. Auch wird die gleiche Route über die Berge nehmen wie Hobor. Leider hat uns der Sender noch keine aktuelleren Daten geliefert. Gustav hatte am 31. August, dem ersten Tag seiner Reise, bereits eine Riesenetappe zurückgelegt – fast 440 Kilometer. Die Nacht verbrachte er in der Nähe von Cottbus in der Lausitz. Dann ging seine Reise auf der „Fährte“ von Hobor über Oberschlesien nach Siebenbürgen. Gustav scheint allerdings ein wenig schneller zu sein als Hobor.

6. September 2010 - Michael und Anni sind schon in Afrika

Michael und Anni liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, wobei der Ausdruck ein wenig hinkt, denn Anni hat derzeit gut 200 Kilometer Vorsprung. Am Samstag (4. September) dürften die beiden die Sinai-Halbinsel durchflogen und den Golf von Suez überquert haben. Am Sonntagmorgen ist Anni am Nil 60 Kilometer nördlich von Luxor gestartet, hat die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten überflogen und erreichte abends den Assuan Stausee. Hier verbrachte sie die Nacht auf einer Insel am westlichen Ufer des Sees. Am nächsten Morgen um etwa 11 Uhr waren es nur noch 85 Kilometer bis zur Grenze des Sudan.

Michael hat die Nacht von gestern zu heute auf den Höhen am östlichen Nilufer mit Blick auf Luxor verbracht. Gegen Mittag war er dann schon 120 Kilometer weiter südlich.

5. September 2010 - Helmut ist noch immer in Deutschland

Die nächste Ortung von Romy liegt schon auf der asiatischen Seite des Bosporus in der Nähe von Gebze im Dunstkreis von Istanbul. Wahrscheinlich hat sie die Nacht auf einem kleinen bewaldeten Berg mitten im Siedlungsbrei verbracht. Morgens hat sie sich wieder auf den Weg gemacht, nachdem sie sich auf irgendeinem Acker in der Umgebung gestärkt hat. Am Abend ist sie dann mitten in Anatolien, in der Ebene von Konya auf 1.200 Meter Höhe gelandet. Auch hier verbringt sie wahrscheinlich die Nacht auf einem Berg. Heute hat sie gut 400 Kilometer zurückgelegt.


Helmut am 7. September 2010

Helmut lässt sich mit seiner Reise Zeit.

Romys Partner Helmut macht dagegen keine „großen Sprünge“. Am Montag (30. August) ist er nach Südwesten abgedreht und in der Gegend von Osnabrück unweit des kleinen Örtchens Westerhausen bei Melle gelandet. Seitdem hält er sich in der Gegend auf. Dort sucht er auf den Wiesen in der Niederung des kleinen Flüsschens Hase nach Nahrung und verbringt die Nächte auf Hausdächern oder Bäumen am Rande der Wiesen.

4. September 2010 - Romy überquert den Bosporus

Für heute gibt der Sender neue Positionsdaten von Romy her. Sie hat seit ihrer letzten Ortung vor drei Tagen einen riesen Sprung gemacht und fliegt am Vormittag über die Grenze zwischen Bulgarien und der Türkei. Zwei Stunden später ist es nur noch gut 85 Kilometer bis nach Istanbul am Bosporus. Den wird sie heute noch überflogen haben.

3. September 2010 - Anni geht in Führung

Anni und Michael am 3. September 2010

Anni und Michael sind schon in wenigen Tagen in Afrika.

Anni hat die Führung übernommen. Sie ist von unseren sechs Weißstörchen bisher am weitesten geflogen. Am Sonntag (29. August) hat sie wahrscheinlich den Bosporus überflogen. Am Mittwochmorgen (1. September) hatte sie schon Anatolien durchquert und überflog das Taurusgebirge Richtung Golf von Iskenderun. Gestern (2. September) um 11 Uhr flog sie am Fuße der Golan-Höhen in Syrien. Bis Israel war es da noch gut 70 Kilometer weit.

Michael hat dagegen etwas länger gebraucht, um die Türkei zu durchqueren. Die Nach von Dienstag auf Mittwoch hat er unweit des Tuz Gölu, eines großen Salzsees im anatolischen Hochland, verbracht. Am Mittwoch schaffte er dann gut 300 Kilometer weit zu fliegen. Am nächsten Morgen startete er in der Umgebung von Osmanye am Golf von Iskenderun und landete abends in Syrien etwa 340 Kilometer weiter südlich. Da dürfte Anni schon in Israel gewesen sein, jedoch haben wir noch keine Ortung erhalten.

Auch von Romy gibt es Nachricht: Sie ist tatsächlich quer durch Tschechien und die Slowakei geflogen und am Mittwoch (1. September) erreichte sie Ungarn um am Nachmittag 50 Kilometer östlich von Budapest in der ungarischen Tiefebene.

1. September 2010 - Anni und Michael sind in der Türkei

Michael hat einen großen Sprung gemacht. In zwei Tagen hat er über 500 Kilometer zurückgelegt und befand sich am Sonntag, den 29. August um 15 Uhr am Marmarameer auf der europäischen Seite der Türkei. Ob er am Nachmittag noch den großen Sprung auf die asiatische Seite gemacht hat, oder entlang der Küste Richtung Istanbul geflogen ist, wissen wir leider noch nicht. Immerhin ist das Meer hier gut 50 Kilometer breit. Die Überquerung ist hier eine echte Herausforderung.

Auch Anni befand sich im europäischen Teil der Türkei. Von ihr haben wir Ortungen vom 29. August um 9 Uhr. Da hatte sie noch gut 68 Kilometer bis zum Marmarameer zurückzulegen. Sie war um etwa 7 Uhr noch in Bulgarien an der Küste des Schwarzen Meeres gestartet. Es scheint fast, dass sie in einem Trupp mit Storch Michael zusammen fliegt.

Weißstorch

Helmut ist nun doch nach Westen abgedreht.


In der Türkei ist der Storchenzug jetzt im vollen Gange. In einer Nachricht an uns berichtete heute unsere Kollegin Franziska Arici aus der Gegend von Bursa. Das liegt auf der asiatischen Seite des Marmarameres:

"Liebe Storchenfreunde,
Eure Ost-Störche ziehen durch, wie immer im Herbst in riesigen Scharen. Am 30. August hat jemand gegen 17 Uhr auf der Linie Yalova - Inegöl (Westseite des Iznik-Sees) Zigtausende durchziehen sehen.

Ich hab gestern stundenlang nördlich von Bursa auf der Lauer gelegen, leider hatte ich kein Glück. Da die Störche vollkommen lautlos fliegen, muss man wirklich pausenlos aufpassen. Immer wieder berichten Augenzeugen im Herbst (Ende August – Anfang September) von Schwärmen, deren Anfang und Ende nicht gleichzeitig zu sehen sei. Wir konnten das einmal (1. September 2006) westlich von Eskişehir beobachten. Das ist die südliche Fortsetzung der oben beschriebenen Strecke. Manchmal kann man auch sehen, wie sich hiesige Störche überfliegenden Trupps anschliessen. Unsere Störche sind jetzt fast alle weg. Heute Nacht gab es in der Westtürkei einen Wettersturz, zehn Grad Abkühlung und Bewölkung. Jetzt fängt es an zu regnen."


Romys Reise ist sehr ungewöhnlich. Während die anderen Störche über Polen um die Karpaten herum fliegen, scheint Romy den direkten Weg nehmen zu wollen. Sie ist einfach dem Lauf der Elbe gefolgt und befand sich gestern Abend nördlich von Prag. Die Nacht von Samstag auf Sonntag hat sie auf einem Stalldach in Böhlitz in der Nähe von Leipzig verbracht. Überhaupt scheint sie es nicht sonderlich eilig zu haben, denn die Tagesetappen sind nur sehr kurz. Wahrscheinlich liegt es aber am schlechten Wetter.

Anni und Miachel sind wahrscheinlich gemeinsam unterwegs.

Wie ich bereits vermutet habe, ist Helmut nach Westen abgedreht. Er ist am Sonntag wieder gut 50 Kilometer elbeabwärts gewandert und am Montag Richtung Westen abgedreht. Die letzte Ortung stammt von Montag um 12 Uhr mit einer Position südlich von Tostedt.

Gerade hat der Sender von Hobor Daten geliefert. Hobor befand sich am Samstagabend bereits in Polen südlich von Zielona Góra. Er hat also richtig Gas gegeben und mehr als 500 Kilometer zurückgelegt. Die nächst Meldung stammt von gestern (31.08.) aus Schlesien, 25 Kilometer südöstlich von Opole. Am Abend rastete er an einem Waldrand.

Gestern (31.08.) ist dann auch unser letzter Senderstorch Gustav aus Pahlen gestartet. Auch er ist nach Südosten geflogen und befand sich um 13 Uhr westlich von Wittenberge an der Elbe. Hier liegt Deutschlands größtes Storchendorf Rühstädt in der Nähe. Er ist bis dahin gut 205 Kilometer weit geflogen.

30. August 2010 - Ist Anni schon in Bulgarien?

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Weißstorch

Wo ist Störchin Anni?

Michael ist am 26. und 27. August in Rumänien entlang der Karpaten nach Süden geflogen. Am Freitagmorgen um 6 Uhr hielt er sich südlich der Stadt Bacǎu auf. Das Satellitenbild zeigt Felder, die zwischen zwei großen Waldgebieten liegen. Damit hatte er am Tag zuvor nur etwa 140 Kilometer zurückgelegt.

Von Anni haben wir auch einige neue Ortungen. Wie schon vermutet, die Ortung vom 22. August war nicht korrekt. Sie befand sich zu diesem Zeitpunkt schon weit in Polen. Morgens um 5 Uhr hielt sie sich 37 Kilometer nordöstlich von Posen auf. Vom Abend zuvor haben wir auch einige Koordinaten von Michaels Sender vom gleichen Standort erhalten. Sind sie doch etwa im gleichen Trupp geflogen?

Annis nächste Meldung stammt vom 26. August, 13 Uhr, aus Rumänien in der Nähe der Stadt Braşow am Fuße der Karpaten. Im Gegensatz zu Michael ist sie über Siebenbürgen gezogen und muss die Karpaten im Süden überqueren. Am nächsten Tag hat Anni fast schon das Schwarze Meer bei Varna in Bulgarien erreicht. Ab hier dient die Küste als Leitlinie bis Istanbul. Damit war sie an einem Tag etwa 310 Kilometer weit geflogen.

Helmut hat offenbar Nienwedel verlassen, wie wir im Gästebuch erfahren konnten.



28. August 2010 - Nur Gustav ist noch zu Hause

Gestern Abend war Hobors Nest in Linden-Pahlkrug verwaist. Er hat offenbar das gute Wetter am Samstag genutzt, genauso wie Romy in Eddelak, die ebenfalls auf die Reise gegangen ist. Von Hobors Sender wurden leider keinerlei Ortungen geliefert.

Von Romy dagegen gibt es eine ungenaue Ortung vom späten Nachmittag 35 Kilometer nördlich von Magdeburg. Sie hat also die östliche Zugroute eingeschlagen. Genauere Daten erhoffe ich in drei Tagen. Jetzt harrt nur noch Gustav als einziger unserer Senderstörche an seinem Nest aus.

28. August 2010 - Helmut wurde gesichtet

Adele Borschel, Storchenbetreuerin aus Niedersachsen, kontrollierte auf einer Wiese nahe Nienwedel bei Hitzacker an der Elbe einen kleinen Storchentrupp von 10 Vögeln nach Ringen. Sie konnte bei einem Storch die Ringnummer DEW 3X497 erkennen – das war unser Storch Helmut. Er hält sich also weiterhin in der Region auf und wie vermutet in einem kleinen Trupp mit anderen Störchen, die er auf ihrem Flug Richtung Südost begleitet hatte.

27. August 2010 - Anni zieht los, Gustav wartet auf besseres Wetter

Anni

Anni scheint dieselbe Route zu nehmen wie Michael.

AnniAuch Störchin Anni ist auf die Reise gegangen – und offenbar ebenfalls bereits am vergangenen Freitag, wie Storch Michael. Seit Tagen beobachtete Karl-Heinz Schlüter, dass scheinbar nur noch ein Storch auf dem Nest war und rief mich an. Ihr Sender hatte jedoch nur verlässliche Daten bis Freitag früh um 5 Uhr gemeldet. Also mussten die Rohdaten im Computer überprüft werden und die Ortungen des Satelliten zu Rate gezogen werden.

Und richtig: Anni war abgezogen. Sie hat wahrscheinlich die gleiche Route genommen, wie Storch Michael. Am Abend ist sie bei Carlow im westlichen Mecklenburg geortet worden. Hier hat sie auch die Nacht verbracht. Die nächste Ortung hat das Datum 22. August, also zwei Tage später und stammt aus der Uckermark nördlich von Prenzlau. Ob die stimmt? Dann hätte sie aber getrödelt, denn Michael war an diesem Zeitpunkt schon in Polen. Leider hatte es keine gute Datenlieferung vom Sender gegeben, also abwarten. Annis Partner Gustav ist weiterhin am Nest geblieben und wartet auf besseres Wetter für den Zug.

Storch MichaelVon Michael gibt es ebenfalls eine neue Ortung. Sie stammt vom Nachmittag des 25. August. Er war am Rande der Karpaten entlang geflogen und befand sich rund 20 Kilometer entfernt von der Grenze zu Rumänien.

HoborHobor’s Partnerin ist am Mittwoch (25.) am Vormittag auf die Reise gegangen, wie NABU Storchenbetreuer Rolf Zietz berichtet. Hobor hält dagegen noch die Stellung. Er war ja auch im vergangenen Jahr erst Anfang September verschwunden. Hobor’s Verletzung scheint fast ganz verheilt zu sein. Er humpelt nicht mehr. Lediglich das verletzte Bein hängt ein wenig beim Fliegen. So wird er wohl gut auf seinen Flug nach Afrika gehen können.

25. August 2010 - Westzieher Helmut fliegt nach Osten

Storch MichaelDer Sender von Michael gibt leider nur sehr sporadisch die Ortungen heraus. Aber das ist nicht ungewöhnlich. Immerhin wissen wir jetzt, dass er Polen fast vollständig durchquert hat. Gestern Abend ist er bei der kleinen Stadt Jaroslaw im Karpatenvorland gelandet. Er hat die Nacht in einer Baumreihe verbracht und ist heute Morgen in die Felder zur Nahrungssuche geflogen. Seit Samstag hat er damit gut 660 Kilometer zurückgelegt. Heute wird er weiter in Richtung Ukraine fliegen – die Grenze ist nur 34 Kilometer entfernt – und die Karpaten östlich umfliegen.

Storch HelmutAuch von Helmut gibt es spannende Neuigkeiten, denn auch er hat sich auf den Weg gemacht und hat die Umgebung von Itzehoe und Wilster verlassen. Er ist aber nicht, wie eigentlich zu erwarten wäre, Richtung Südwest geflogen, sondern ist dem Verlauf der Elbe gefolgt, und hat die Richtung Südost eingeschlagen. Er hat sich offenbar anderen Störchen angeschlossen und sich ein Stück in die für ihn verkehrte Richtung mitziehen lassen. Erinnern wir uns: Auch im Vergangenen Jahr ist er seiner Partnerin Gertrud ein kleines Stück Richtung Südost gefolgt und dann umgekehrt. Ich vermute, dass er es sich auch dieses Jahr „anders überlegen“ wird und umkehrt.

Am Abend wurde er in der Umgebung von Dömitz geortet. Damit ist Helmut heute 145 Kilometer weit geflogen. Dagegen befindet sich seine Partnerin Romy immer noch in Eddelak und Umgebung.

20. August 2010 - Storch Michael fliegt direkt bis an die Oder

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Der Aufenthaltspunkt von Michael am 20. August um 19 Uhr

Storch MichaelStorch Michael hat sich als erster auf die Reise gemacht! Am Freitagabend waren er und seine Partnerin nicht mehr auf dem Nest. Heute Morgen habe ich die Daten abgerufen und richtig er war Freitag schon fast 370 Kilometer nach Osten geflogen. Die Nacht verbrachte er gut 14 Kilometer östlich des Nationalparks Unteres Odertal.

Aus dem schleswig-holsteinischen Bargen hat er sich nun auf seinen langen Zug nach Süden aufgemacht. Da sich der Sommer dem Ende neigt, werden die ebenfalls mit Sendern versehenen Störche Hobor, Helmut, Romy, Gustav und Anni ebenfalls bald in ihre Winterquartiere aufbrechen.

Gerade losgeflogen, in zwei Wochen vielleicht schon im Sahel.

Wie es Michaels Zugrichtung bestätigt, geht die Reise der meisten Störche Richtung Südosten. Sie ziehen über den Bosporus und die Sinaihalbinsel nach Afrika. Nach etwas mehr als zwei Wochen haben die Vögel bereits ihr erstes Etappenziel erreicht. Hat es in der Sahelzone zwischen Sudan und Tschad zuvor genug geregnet, finden sie hier reichlich Heuschrecken und anderes Kleingetier vor. Einige machen sich später weiter Richtung Ost- und Südafrika auf. Manche Störche, wie auch Helmut im vergangenen Jahr, ziehen die erheblich kürzere Zugroute nach Spanien vor.

Die Zeit vor dem Abflug

Was geschah vor dem Abflug? Partnersuche, Streit um den Horst, Nachwuchs bei Hobor... auch im heimischen Schleswig-Holstein ist viel passiert.

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