Mehr als die Hälfte der Fläche der Bundesrepublik Deutschland unterliegt einer landwirtschaftlichen Nutzung, bestehend vor allem aus Acker- und Grünland sowie Sonderkulturen.
Deutschland und Mitteleuropa wären ohne den Einfluss des Menschen weitgehend bewaldet. Offenlandschaften sind überwiegend Kulturlandschaften, also das Ergebnis der menschlichen Landnutzung. Die Agrarlandschaft wurde dabei ein Ersatzlebensraum für viele Tiere und Pflanzen der weitgehend verschwundenen Waldsteppen und Graslandschaften.
Insbesondere an Nährstoffen verarmte Standorte zeichneten sich dabei durch eine besonders hohe Vielfalt an spezialisierten Arten aus. Viele heute besonders artenreiche Hotspots der Biodiversität sind Überbleibsel solcher ehemaliger Landnutzungsformen, zum Beispiel Halbtrockenrasen, Sandheiden und Streuobstwiesen.

„Extensives Grünland fördern und bewirtschaften – Basiswissen“
NABU-Kurs
Hier erfährst du, was Grünland genau ist und was die Unterschiede zwischen Intensiv-, Extensivgrünland und Brachen sind. Informiere dich, was du tun kannst, um Extensivgrünland zu fördern und zu bewirtschaften. Schwerpunkt ist die Mahd.
Mit dem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verstärkten Einsatzes von Kunstdünger und Pflanzenschutzmitteln sowie der Mechanisierung, begleitet durch Flurbereinigungen, stieg die Produktivität der Landwirtschaft ebenso rasant wie die biologische Vielfalt zurückging.
Besonders deutlich ist dies beim Grünland, wozu auch der Rückgang der Weidetierhaltung beiträgt. Durch den Rückgang blühender Wiesen und Weiden mit Kuckuckslichtnelken oder Großem Wiesenknopf geht auch ein Verlust von Bienen und Schmetterlingen sowie Vogelarten wie Upferschnepfe und Braunkehlchen einher.
Aus diesem Grund ist es überaus wichtig, extensives Grünland – sowohl als Wiesen wie auch als Weiden – in all seinen unterschiedlichen Ausprägungen zu erhalten.
Noch dramatischer ist die Lage auf den Ackerflächen. Wildartenreiche Äcker gibt es oft nur noch im Öko-Landbau und auf speziellen Schutzäckern. Hier fehlt es sowohl an expliziten Biodiversitätsflächen, wie Brachen, als auch an produktionsintegrierten Maßnahmen, wie dem Anbau von Getreide in weiten Reihenabständen.
Kontakt





