Die Landwirtschaft spürt die Auswirkungen der Klimaveränderungen unmittelbar. Durch die veränderten Witterungsbedingungen verschieben sich die Anbauphasen, was durch eine längere Wachstumsperiode Vorteile für die Landwirtschaft haben kann. Doch auch die Verbreitungsgebiete von Insekten, die Pflanzen schädigen, und von Krankheiten verschieben sich, sodass neue Arten einwandern können.
Auch die direkten Wetterereignisse wie Trockenheit oder lange Nässeperioden stellen Probleme für die Landwirt*innen dar. Die vergangenen Sommer haben gezeigt, wie sich eine langanhaltende Trockenphase auf die Ackerfrüchte auswirkt. Die Zunahme von Extremwetter wie Hagel oder Starkregen kann die Ernte vernichten und lange Trockenperioden führen zu einem Vertrocknen der Feldfrüchte.
ARD-Meteorologe Karsten Schwanke erklärt Zusammenhang
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Was trägt die Landwirtschaft zur Klimakrise bei?
Landwirtschaftliche Treibhausgas-Emissionen bestehen fast nur aus Methan und Lachgas – zum Vergleich: Methan ist ungefähr zwanzigmal klimaschädlicher als Kohlendioxid (CO2), Lachgas sogar dreihundertmal. Der Agrarsektor liefert laut Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) den größten Beitrag zu den weltweiten menschengemachten nicht-CO2-Emissionen.
Der Ausstoß an Treibhausgasen aus der Landwirtschaft ging in Deutschland zwischen 1990 und 2016 um 18 Prozent zurück, von 79,4 auf 65,2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Dies geht vor allem auf die Verringerung der Tierbestände nach der Wiedervereinigung zurück, seit 2003 ist der Ausstoß auf einem gleichbleibenden Niveau. Der Anteil der Landwirtschaft am Gesamtausstoß der Treibhausgase ist dagegen leicht angestiegen: von 6,3 Prozent im Jahr 1990 und auf 7,2 Prozent 2016.
Das meiste Methan wird vom Verdauungsvorgang bei Wiederkäuer (Rinder, Ziegen, Schafe) sowie bei der Lagerung und Ausbringung von Mist und Gülle verursacht. Aus landwirtschaftlich genutzten Böden wird hauptsächlich Lachgas freigesetzt; überwiegend aus der Düngung mit mineralischem Stickstoffdünger, Gülle und Mist sowie pflanzlichem Dünger (Ernterückstände und Gärreste der Biogasproduktion). Zu weiteren Emissionen kommt es durch Landnutzungsänderung, vor allem durch die Nutzung von Moorböden und den Umbruch von Grünland.
NABU-Forderungen an die Landwirtschaft
Notwendige Anpassungsmaßnahmen der Landwirtschaft
Die Landwirtschaft ist nicht nur Treiber des Klimawandels, sondern auch stark von den Folgen der Klimakrise betroffen. Es bedarf daher einer Anpassung der Anbausysteme an den Klimawandel. Dazu müssen stabilere und widerstandsfähigere Systeme entwickelt oder „wiederentdeckt“ werden, die nicht auf der Optimierung eines einzelnen Faktors wie zum Beispiel des Ertrags beruhen. Diverse Maßnahmen, die zur Reduktion der Klimagase aus der Landwirtschaft beitragen, stellen auch Möglichkeiten zur Klimawandel-Anpassung für die Landwirt*innen dar.
Gleichzeitig sind Maßnahmen zu vermeiden, die in Bezug auf den Biodiversitäts- oder Klimaschutz kontraproduktiv sind. Das Risikomanagement von Betrieben muss die Erhöhung der Widerstandsfähigkeit insgesamt anstreben. Eine staatliche Förderung von Versicherungslösungen, die keinen Anreiz zum Umsteuern geben, lehnt der NABU daher ab.
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