Natur schützen heißt Klima schützen

Klimaschutz

Klimaschutz und Naturschutz gehören zusammen: Intakte Moore, Wälder und Meere sind starke Verbündete gegen die Klimakrise. Warum naturbasierte Lösungen jetzt entscheidend sind – und wie sie unsere Zukunft sichern können.
Mensch hält Demoschild mit Aufschrift: I want Moor: Moore und Klima retten.
Klimaschutz heißt auch, natürliche Ökosysteme wie Moore zu schützen© Foto: NABU/Ben Kriemann
  • Klimaschutz bezeichnet alle Maßnahmen, die darauf abzielen, die globale Erwärmung zu begrenzen und ihre negativen Folgen für Menschen und Arten zu verringern.
  • Im Mittelpunkt steht die Reduktion von Treibhausgasen wie Kohlenstoffdioxid (CO₂), die vor allem durch Energieerzeugung, Verkehr und Industrie entstehen.

Klimaschutz auf allen Ebenen

Ein wichtiger Bestandteil des Klimaschutzes ist der Ausbau erneuerbarer Energien wie Wind- und Solarenergie. Außerdem spielt ein sparsamer und effizienter Umgang mit Energie und Rohstoffen eine große Rolle. 

Klimaschutz bedeutet auch, natürliche Ökosysteme wie Wälder, Moore und Meere zu schützen, da sie CO₂ speichern:

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In der Politik geht es um Gesetze und internationale Abkommen, die klimafreundliches Handeln fördern. Unternehmen tragen Verantwortung, nachhaltiger zu produzieren und innovative, umweltfreundliche Lösungen zu entwickeln. Insgesamt soll Klimaschutz dazu beitragen, die Lebensbedingungen für Menschen, Tiere und Pflanzen auf der Erde langfristig zu erhalten.

Schon jetzt spürbar: Folgen der Klimakrise

Wir befinden uns mitten in einer menschgemachten Megakrise. Die letzten Weckrufe waren vor allem die Berichte des Weltklimarats IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) und des Weltbiodiversitätsrats IPBES (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services). Sie warnen davor, dass die unwiderruflichen Folgen des Klimawandels auf Ökosysteme und der damit einhergehende massive Verlust von Arten sowie klimatische Katastrophen und Extremwetterereignisse zunehmen werden – mit direkten Auswirkungen auf den Menschen.

Offensichtlich sind beispielsweise jetzt schon die Folgen der Ozeanversauerung und des abnehmenden Sauerstoffgehalts der Ozeane. Die so wichtige Funktion der Meere für Klima und Wetter ist in Gefahr. Je mehr biologische Vielfalt verloren geht, desto mehr werden klimatische Katastrophen und sogenannte „ökologische Kipppunkte“ zunehmen. Das System Erde droht zu kollabieren. Und trotzdem besteht noch Hoffnung, denn gesunde und diverse Ökosysteme und ihre Leistungen als Kohlenstoffsenken können im Kampf gegen die Klimakrise enormen Einfluss haben.

Intakte Ökosysteme für eine nachhaltige Entwicklung

Natürliche Kohlenstoffsenken müssen intakt und stabil bleiben und revitalisiert werden, um ihre Abwehrkraft gegen die Klimakrise zu sichern und wenn möglich zu stärken. Weltweit absorbieren sie fast die Hälfte der CO₂-Emissionen, die durch menschliche Aktivitäten jedes Jahr entstehen. Außerdem können sie, solange sie gesund sind, Risiken und Auswirkungen von extremen Wetterereignissen und Klimaschwankungen puffern. Im Umkehrschluss resultiert ihre Beschädigung und Verlust in noch größeren Treibhausgasemissionen, folglich können natürliche Senken in den kommenden Jahrzehnten zu einem gefährlichen Treiber des globalen Klimawandels werden.

Naturbasierte Lösungen

Naturbasierte Lösungen (engl. nature-based solutions) vereinen den Klima- und Naturschutz. Der Begriff steht dafür, die Probleme menschengemachter Umweltauswirkungen mithilfe natürlicher Funktionen von Ökosystemen zu lösen. Beispielsweise mit ihrer Fähigkeit, dauerhaft atmosphärischen Kohlenstoff zu speichern oder die Auswirkungen von Extremwetterereignissen abzupuffern.

Intakte Ökosysteme können nicht nur große Mengen Kohlenstoff speichern, sondern haben viele weitere positive Effekte und spielen für unsere Ernährung, Gesundheit, Wirtschaft und Wohlergehen eine entscheidende Rolle. Sie reinigen die Luft und das Wasser, erhöhen die Bodenfruchtbarkeit und regulieren Schädlinge. 

Naturbasierte Lösungen stehen folglich im Zeichen einer nachhaltigen Entwicklung, die zum Ziel hat, eine hohe Lebensqualität für alle Menschen innerhalb der planetaren Grenzen zu gewährleisten. Das bedeutet aber auch, dass gesellschaftliches Umdenken und eine politische Agenda zu Suffizienz, mehr Effizienz und geschlossener Kreislaufwirtschaft notwendig ist. Denn allein werden es die natürlichen Senken auch nicht schaffen.

Das Potenzial gesunder Ökosysteme als Klimaschutzstrategie muss politisch herausgestellt und gefördert werden, beispielsweise durch mehr Moorschutz und den Schutz von alten Laub- und Mischwäldern. Dies kann starke Synergien mit Biodiversitätszielen schaffen und dabei auch kosteneffizient sein. Insbesondere der Schutz humusreicher Böden und Moore durch Konservierung, Wiedervernässung und nachhaltige Nutzung gehört zu den wirksamsten Maßnahmen zur Vermeidung erheblicher Treibhausgas Emissionen. Diese Böden bilden auf nur acht Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche den größten terrestrischen Kohlenstoffspeicher Deutschlands.

Letzte Aktualisierung: 06/2026

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Christian Kopp
Referent für Klima und Verkehr
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Christian.Kopp@NABU.de