Gartengrasmücke auf einem Ast mit Blüten.
Gartengrasmücke© Foto: Mathias Schäf

Sylvia borin

Gartengrasmücke

Sowohl das Verhalten als auch das Aussehen der Gartengrasmücke sind eher unscheinbar. Ihre Leistungen sind dagegen bemerkenswert: Der kleine Vogel überfliegt auf dem Weg in sein Winterquartier die Sahara, teilweise sogar bis nach Namibia oder Südafrika. Mit etwa 900.000 bis 1,35 Millionen Revieren leben ungefähr fünf Prozent des Weltbestandes in Deutschland. Mit Ausnahme der Alpen ist die Gartengrasmücke nahezu flächendeckend verbreitet, im Norden Deutschlands leben jedoch mehr als im Süden.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Nicht gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

570.000 – 820.000 Brutpaare

Bestands­trend

- 60 % (abnehmend)

Steckbrief

Beobachten

von Ende April bis September zu beobachten

Größe

13-14 cm groß

Besonderheit

lauter, vielseitiger Gesang

Reise

Langstreckenzieher

Funfact

Der Name stammt wahrscheinlich von „gra“ für „grau“ und „smücke“ für „Ducker“, was die Vögel recht gut charakterisiert.

Gartengrasmücken ernähren sich fast ausschließlich von Insekten und Spinnen.© Foto: Mathias Schäf

Beschreibung

Aussehen

Bei der Gartengrasmücke sehen beide Geschlechter gleich aus. Sie haben eine olivgraue Oberseite und eine helle Unterseite, die Halsseiten sind leicht graublau gefärbt. Nahe verwandte Arten sind Dorngrasmücke, Klappergrasmücke und Mönchsgrasmücke.

Gartengrasmücken haben ein recht eintöniges Gefieder.© Foto: Mathias Schäf

Verhalten

Der scheue Singvogel lebt versteckt in dichten Sträuchern, wo er ein meist nach oben geschlossenes Nest aus Grashalmen baut. Beide Geschlechter kümmern sich um den Nachwuchs, wobei das Brüten selbst überwiegend Sache des Weibchens ist.

Lebensraum

Gartengrasmücken bevorzugen gebüschreiches und offenes Gelände. Sie fühlen sich daher an Waldrändern und -lichtungen, in Auwäldern, Hecken, in großen Parks oder in Gärten besonders wohl.

Gefährdung

Gartengrasmücken sind nicht gefährdet.

Nahrung

Sie verspeist diverse Insektenarten und Spinnen, die sie meist von Blättern aufliest. Im Sommer und Herbst frisst die Gartengrasmücke auch vermehrt Beeren und andere Früchte.

Stimme/Laute

Ihre unscheinbare Gestalt machen die Gartengrasmücken durch ihren Gesang wett: ein langanhaltendes, lautes, vielseitiges Flöten mit einzelnen kratzigen Elementen, was ein wenig an eine Drossel erinnert. Der Ruf ist ein schmatzendes „tschäck“ oder „tscherrt“.

Zugverhalten

Gartengrasmücken sind Langstreckenzieher, sie überwintern im tropischen Afrika und ziehen somit weite Strecken. Ende April kommen die ersten Vögel wieder in ihren Brutgebieten in Deutschland an.

Beobachtungstipps

Gartengrasmücken leben sehr unauffällig. Haben Sie den Gesang im Kopf und etwas Zeit, sollten Sie den grauen Vogel jedoch ausfindig machen können. Wir empfehlen einen sonnigen Waldweg mit vielen Sträuchern, am besten Mitte Mai.

Tipps für die Anschaffung von Ferngläsern und Spektiven

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Wenn Sie einen großen Garten haben, pflanzen Sie heimische Sträucher und schaffen unaufgeräumte, wilde Bereiche. Legen Sie insektenfreundliche Beete an und verzichten auf Pflanzenschutzmittel, um die Nahrung des kleinen Vogels zu sichern.

Tipps für den Vogelgarten

Vogelporträt: Gartengrasmücke - NABU