Dorngrasmücke auf einem toten Baumstamm.
Dorngrasmücke© Foto: Hartmut Mletzko

Sylvia communis

Dorngrasmücke

Von der Spitze von Dornsträuchern oder Hochstauden kann man den kratzigen Gesang des braun-grauen Singvogels hören. Noch gibt es in Deutschland mehr als eine halbe Million Reviere der Dorngrasmücke, doch ihr Lebensraum und ihre Nahrungsgrundlage sind vor allem durch die intensive Landwirtschaft und die Flächenversieglung bedroht. Auch ihr Überwinterungsquartier in Afrika ist durch Dürren in Gefahr.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Nicht gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

560.000 – 890.000 Brutpaare

Bestands­trend

+ 40 % (stabil)

Steckbrief

Beobachten

von Mitte April bis September zu beobachten

Größe

13-15 cm groß

Besonderheit

bunteste heimische Grasmücke

Reise

Langstreckenzieher

Funfact

Ein historischer Name der Dorngrasmücken ist „Kuckucksammer“, da sie häufig Wirtsvögel des bekannten Brutparasiten werden.

Dorngrasmückenmännchen © Foto: Mathias Schäf

Beschreibung

Aussehen

Die Männchen haben einen grauen Kopf, eine leicht rosafarbene Brust und eine rötliche Iris. Beide Geschlechter haben rostbraune Flügel und eine weiße Kehle, weshalb die Art im Englischen „Whitethroat“ heißt. Jungvögel und Weibchen haben anders als die Männchen einen braunen Kopf.

Dorngrasmückenweibchen mit braunem Kopf© Foto: Christoph Moning

Verhalten

Ihr Nest bauen sie niedrig aus Grashalmen und Pflanzenstängeln in Sträuchern. Hier legen die Vögel im Mai drei bis sechs Eier rein, die vor allem von den Weibchen bebrütet werden. Um die Fütterung der Jungvögel kümmern sich anschließend beide Geschlechter.

Lebensraum

Dorngrasmücken leben in offenen und halboffenen Bereichen mit einzelnen Büschen und Stauden und fliegen vor allem sonnige Dornensträucher an.

Gefährdung

Dorngrasmücken sind nicht gefährdet, doch häufige Dürren im Überwinterungsgebiet setzen ihr zu.

Nahrung

Am liebsten fressen sie Insekten und Spinnen, aber auch Beeren stehen im Spätsommer und Herbst auf dem Speiseplan. Dorngrasmücken nehmen weniger pflanzliche Nahrung zu sich als Mönchs- oder Gartengrasmücken.

Stimme/Laute

Dorngrasmücken rufen heiser und nasal, man könnte ein „wähd“ oder „tscherr“ verstehen. Da sich die Rufe der Grasmückenarten etwas ähneln, achten Sie lieber auf den Gesang. Er besteht aus einer rauen, schwätzenden, eher kurzen Strophe.

Zugverhalten

Sie überwintern in der afrikanischen Sahelzone oder südlich davon und sind damit Langstreckenzieher. Ab Mitte April kommen die Vögel dann zurück in ihre Brutgebiete in Deutschland.

Beobachtungstipps

Dorngrasmücken leben etwas auffälliger als andere Grasmückenarten. Vor allem im Mai haben Sie gute Chancen. Nehmen Sie ihr Fernglas mit und achten Sie auf die Spitze sonniger Dornensträucher. Wenn Sie zusätzlich den Gesang kennen, sollten Sie nach kurzer Zeit Erfolg haben.

Tipps für die Anschaffung von Ferngläsern

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Fordern und fördern Sie eine insektenfreundliche und kleinbäuerliche Landwirtschaft durch einen regionalen und ökologischen Einkauf. Verzichten Sie auch bei Ihnen zu Hause auf Pflanzenschutzmittel, um die Nahrungsgrundlage der Dorngrasmücke und vieler anderer Tiere zu erhalten.