Riesenappetit und wenig Feinde
Der Buchsbaumzünsler

Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) sind über den internationalen Baumschulen-Handel vermutlich auf Buchsbäumen aus Asien in den frühen 2000ern zu uns gekommen. In Mitteleuropa wurde der ostasiatische Kleinschmetterling erstmals 2006 entdeckt. Inzwischen hat er sich in vielen europäischen Ländern ausgebreitet.
Hierzulande hatten die Buchsbaumzünsler-Raupen lange keine natürlichen Feinde. Doch inzwischen kommen Haussperlinge, Kohlmeisen und Wespen auf den Geschmack.
Merkmale des Buchsbaumzünslers
Sie sind Schmetterlinge und gehören zu der Familie der Rüsselzünsler (Crambidae).
Die Raupen des Buchsbaumzünslers sind hell- bis dunkelgrün gefärbt mit schwarzen Punkten und weißen Borsten. Ihr Kopf ist schwarz, sie werden bis zu fünf Zentimeter lang.

Die Falter haben weiß gefärbte Vorderflügel mit einem breiten braunen Band vorne und am Saum. Auch die Hinterflügel sind weiß mit einem breiten braunen Saum. Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von etwa 40 bis 45 Millimetern.
Manchmal gibt es auch Exemplare mit gold-glänzenden Flügeln.
Lebensweise und Vorkommen
Der Buchsbaumzünsler ist meist zwischen Anfang April bis Oktober aktiv. Die Raupen fangen schon zeitig im Frühjahr an zu fressen. Nach dem etwa vierwöchigen Raupenstadium verpuppen sie sich an Buchsbäumen in weißen Gespinsten.
Die Falter des Buchsbaumzünslers werden nur bis zu acht Tage alt.
Was kann ich tun?
Vögel helfen uns beim Vorgehen gegen den Buchsbaumzünsler. Wer seinen Garten naturnah gestaltet und auch eine Wassertränke für durstige Vögel bereitstellt oder einen Nistkasten aufhängt, hilft zugleich, den Buchsbaum zu schützen.
Wer den Buchsbaumzünsler hingegen mit Gift bekämpft, fügt der Natur Schaden zu. Denn viele der Gifte enthalten Neonicotinoide und sind richtige Chemiekeulen. Sie vergiften auch andere Insekten und sind damit ebenfalls für Vögel höchst schädlich.
Alternativ müssten dessen Raupen händisch eingesammelt werden. Dafür sollten die Buchsbäume schon früh im Jahr regelmäßig abgesucht werden. Man kann die Bäume auch mit einem Hochdruckreiniger absprühen und die Raupen anschließend vom Boden aufsammeln.
Lieber heimische Hecken pflanzen
Buchsbäume sieht man häufiger in Gärten und Parks, doch sie sind nur für sehr wenige Arten hierzulande ökologisch nützlich. Stattdessen empfehlen wir, lieber heimische Heckenpflanzen zu verwenden, dann hat der Buchsbaumzünsler keine Nahrungsgrundlage. Von heimischen Pflanzen profitieren auch Insekten und Vögel.
Wir empfehlen daher:
- Weißdorn (Crategus monogyna/laevigata)
- Kornelkirsche (Cornus mas)
- Gewöhnliche Berberitze (Berberis vulgaris)
- Gewöhnlicher Schneeball (Viburnum opulus)
- Roter Hartriegel (Cornus sanguineum)
- Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
- Liguster (Ligustrum vulgare)
- Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum)
- Hasel (Corylus avellana)
- Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus)
Weitere Infos und Beobachtungen melden
Hier kannst du mehr über die Buchsbaumzünsler erfahren und die Falter melden:
NABU-Gartenexpertin Aniela Arnold beantwortet die wichtigsten Fragen zu dem Falter.
Aktuelle Beobachtungen und Bilder des Buchsbaumzünslers im NABU-Naturgucker
Eigene Buchsbaumzünsler-Beobachtungen im NABU-Naturgucker online melden
Bilder- und faktenreiches Porträt des Buchsbaumzünslers im Lepiforum




