Glänzend blau und gefährdet

Der Schwarzblaue Ölkäfer

Den Schwarzblauen Ölkäfer sieht man im Frühjahr recht häufig. Er gilt allerdings als gefährdet. Allen Ölkäfern gemeinsam ist ihr körpereigenes Gift. Tödliche Vergiftungen von Menschen oder Haustieren sind aber nicht bekannt.
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Schwarzer Ölkäfer
Schwarzblauer Ölkäfer© Foto: Miriam Link

Beim Spazierengehen oder im eigenen Garten fallen die Schwarzblauen Ölkäfer (Meloe proscarabaeus) besonders in den Monaten April und Mai auf, wenn sie eher schwerfällig über den Weg krabbeln. Sie ernähren sich von Bärlauch, Scharbockskraut, Buschwindröschen und anderen Blütenpflanzen und sind daher viel an Wegrändern, in Gärten und lichten Wäldern zu finden. Er ist allerdings weder neu, noch breitet er sich aktuell stark aus, wie oft behauptet wird. Im Gegenteil: Der Schwarzblaue Ölkäfer ist in seinem Bestand gefährdet und steht auf der Roten Liste.

Das Insekt des Jahres 2020 wird rund einen bis drei Zentimeter lang und hat trotz seiner Länge einen gedrungenen Körperbau. Mit den stark verkürzten Flügeldecken, die große Teile des Hinterleibes unbedeckt lassen, sich an der Wurzel ein wenig überdecken und an den Enden auseinanderklaffen, passt es nicht so recht in das Bild des Käfers schlechthin. Maiwurm, Pflasterkäfer und Schmalzkäfer sind ebenfalls gebräuchliche Namen für den Schwarzblauen Ölkäfer, die auf die lange Geschichte in unserer Kultur hindeuten.

Der Name „Ölkäfer“ weist auf die öligen cantharidinhaltigen Tröpfchen hin, die bei Gefahr aus den Kniegelenken austreten. Damit schützt er sich vor Fressfeinden.

Ölkäfer© Foto: Ingo Ludwichowski

Wie giftig ist der Ölkäfer?

In Mitteleuropa leben 20 Arten aus der Familie der Ölkäfer. Bei einer Sichtung in Deutschland handelt es sich fast immer um den Schwarzblauen Ölkäfer (Meloe proscarabaeus) oder um den sehr ähnlich aussehenden Violetten Ölkäfer (Meloe violaceus). Allen Ölkäfern gemeinsam ist der Besitz des Cantharidins, ein für Warmblüter hochgradig wirksames Gift. Der Verzehr beziehungsweise das Verschlucken eines einzigen Schwarzblauen Ölkäfers ist allerdings nicht tödlich. Auch sind tödliche Vergiftungen von Menschen oder Haustieren durch Ölkäfer in Deutschland nicht bekannt.  

Dennoch sollten die Tiere vorsichtshalber nicht auf die Hand genommen werden. Generell gibt es keine Insekten in Deutschland, die so giftig sind, dass sie für uns Menschen gefährlich werden können. Eine Sperrung von Spielplätzen, wie es hin und wieder nach Sichtungen erfolgt, ist also eine reine Vorsichtsmaßnahme.  

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Folgendes gilt es zu beachten:

  • Bislang sind keine gefährlichen Vergiftungen von Menschen oder Haustieren bekannt.
  • Es empfiehlt sich generell, Körperkontakt mit Ölkäfern zu vermeiden.
  • Kommt es dennoch zu Kontakt, bitte gründlich die Hände waschen.
  • Kindern lässt sich am Beispiel Ölkäfer sehr gut der Umgang mit der Natur beibringen: Abstand halten und beobachten, auch zum Wohle der Tiere selbst.

Wie unterscheidet man Männchen und Weibchen?

Die Insekten werden einen bis drei Zentimeter lang. Hinzu kommt, dass der Hinterleib der Weibchen mit der Entwicklung der Eier stark anschwillt. Solche Exemplare sind mit 30 bis 35 mm Körperlänge durchaus Schwergewichte im Käferreich. 

Die Männchen sind deutlich kleiner, man kann sie von weiblichen Ölkäfern am schnellsten an den Fühlern unterscheiden: Diese sind beim Männchen kräftiger und weisen einen auffälligen Knick auf. Vor der Paarung kommt es zu einem bemerkenswerten Balzverhalten, in dem vor allem die Antennen eine große Rolle spielen. 

Eine außergewöhnliche Vermehrungsweise

Die Vermehrungskraft des Schwarzblauen Ölkäfers ist gewaltig. Ein einziges Weibchen kann fünf- bis sechsmal im Abstand von ein bis zwei Wochen je 3.000 bis 9.500 Eier in geeignete Böden ablegen. Währenddessen schwillt der Hinterleib der Weibchen mit der Entwicklung der Eier stark an.

Die sehr kleinen geschlüpften Larven klettern auf Blüten, nehmen dort aber keine Nahrung zu sich. Sie warten auf ihre Transportwirte, bestimmte Wildbienen, die sie zu ihren Nestern tragen. Zur Eiablage suchen sich die Weibchen Orte mit viel Blüten, dank denen ihre Nachkommen eine gute Chance haben, Wildbienen zu finden. Daher fallen sie uns öfter in Parks oder auf Wiesen bei Spielplätzen auf. Bereits im frühen Larvenstadium sterben viele Ölkäfer, da sie sich auch an viele andere Blütenbesucher wie Grabwespen, Schwebfliegen oder anderen Käferarten klammern. 

Expert*innen schätzen, dass nur aus jeder tausendsten Larve ein Ölkäfer wird. Die Larven gelangen nur dann zur Entwicklung, wenn sie in die Nester der richtigen Wirtsbienenarten gelangen. Gelingt dies, macht sie sich zuerst über das Ei der Biene und anschließend über die eingetragenen Vorräte ihres Wirtes her. Nach dreifacher Häutung überwintert die Larve im Boden und schlüpft als Käfer zwischen März und Mai. Die ausgewachsenen Käfer leben dann nur etwa einen Monat lang.

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