Haussperling auf einem Ast.
Vogel des Jahres 2002
Haussperling auf einem Ast© Foto: Frank Derer

Passer domesticus

Haussperling

Als typischer Kulturfolger lebt der Haussperling, im Volksmund auch Spatz genannt, schon lange in direkter Nachbarschaft mit den Menschen. Kein Wunder also, dass er vielfach Eingang in Geschichten und Sprichwörter gefunden hat. Dabei hatte der kleine Sperling, der so unschuldig vom Dach herunterruft, nicht immer ein gutes Image. Wer sich fragt, woher Redensarten wie „Dreckspatz“ und „Spatzen unterm Hut haben“ kommen, sollte sich mit der Vergangenheit des Spatzen beschäftigen.

Gesang

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Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Nicht gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

Die Bestandszahl stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

4.450.000 - 6.450.000 Brutpaare

Bestands­trend

Der Bestandstrend stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

+ 9 % (stabil)

Steckbrief

Beobachten

ganzjährig zu beobachten

Größe

14-16 cm groß

Besonderheit

in fast allen Siedlungsräumen zu beobachten

Funfact

Im 19. Jahrhundert gab es eine Spatzensteuer von 20 Spatzenköpfen, da sie als Schmarotzer galten, die den Menschen die Samen auf den Feldern wegfressen.

Haussperlingsweibchen sind eher unscheinbar grau und braun.© Foto: Frank Derer

Beschreibung

Aussehen

Haussperlinge wirken oft sehr gedrungen und haben einen großen Kopf. Sowohl Männchen als auch Weibchen haben einen kräftig schwarz-braun gestreiften Rücken. Während die Weibchen sonst eher unscheinbar grau und braun sind, können die Männchen eine schwarze Kehle und einen schwarzen Latz, einen grauen Scheitel und graue Wangen sowie einen braunen Kopfstreifen vorweisen.

Der Haussperling wird auch gerne Spatz genannt.© Foto: Mathias Schäf

Verhalten

Der Spatz lebt gesellig und brütet gerne in Gemeinschaft mit anderen Paaren. Bei der Nistplatzwahl ist er nicht gerade wählerisch. Meist baut er sein Nest in Nischen oder Höhlen, vorzugsweise an Gebäuden oder in Baumhöhlen, ab und zu auch mal frei in Büschen oder Bäumen. Aber er nimmt auch gerne Nistkästen mit großer Öffnung an.

Lebensraum

Haussperlinge trifft man in fast allen menschlichen Siedlungsräumen an. Solange ganzjährig Sämereien und Getreidekörner vorhanden sind und ausreichend Nistmöglichkeiten bestehen, fühlen sie sich wohl. Daher eignen sich beispielsweise landwirtschaftliche Betriebe, Kleingartenanlagen, Vorstadtbezirke und Parkanlagen als Lebensraum.

Gefährdung

Obwohl Haussperlinge zu den Kulturfolgern zählen, unterliegen sie einem negativen Bestandstrend. Gründe hierfür sind eine Nahrungsverknappung durch Flächenversiegelung und das Kurzhalten der Rasenflächen sowie ein Rückgang der Nistmöglichkeiten durch Abdichtung der Fassaden.

Nahrung

Haussperlinge haben ein vielfältiges Nahrungsspektrum. Hauptbestandteil sind vor allem Körner und Samen. Nur zur Jungenaufzucht verfüttern sie tierische Nahrung, beispielsweise Insekten und deren Larven. Bei einem beschränkten Nahrungsangebot, wie es oftmals in Städten der Fall ist, greifen sie auf Knospen, Haushaltsabfälle oder Brotkrümel zurück.

Stimme/Laute

Das typische „tschilp“ des Haussperlings dürfte den meisten bekannt sein, da es häufig aus der Hecke heraus oder vom Dach herunterschallt. Nur bei Erregung schlägt das Tschilpen auch mal in Gezeter um.

Zugverhalten

Haussperlinge sind Standvögel.

Beobachtungstipps

Haussperlinge können fast in allen Siedlungsbereichen beobachtet werden, solange ausreichend Nahrungs- und Nistmöglichkeiten in der Nähe vorhanden sind. Gerade in Gartenanlagen oder Parks trifft man sie oft an. In großen Städten kann man sie dabei beobachten, wie sie im Außenbereich von Cafés versuchen, Krümel unter den Tischen zu ergattern. Und auch am Futterhäuschen fehlen sie nicht.

Tipps zur Vogelfütterung

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Da es sich bei Spatzen um eine an Menschen angepasste Art handelt, können wir sie gut unterstützen. So können beispielsweise bei der Versiegelung von Fassaden neue Niststätten durch Nistkästen geschaffen werden. Auch im eigenen Garten können wir spatzenfreundliche Bereiche schaffen, indem wir bestimmte samen- oder körnerreiche Arten pflanzen und Stellen für Sandbäder freihalten. Zudem profitieren Haussperlinge von Futterhäuschen.

Tipps für den vogelfreundlichen Garten

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Unsere größte naturkundliche Mitmachaktion

Stunde der Wintervögel

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