
Passer domesticus
Haussperling
Als typischer Kulturfolger lebt der Haussperling, im Volksmund auch Spatz genannt, schon lange in direkter Nachbarschaft mit den Menschen. Kein Wunder also, dass er vielfach Eingang in Geschichten und Sprichwörter gefunden hat. Dabei hatte der kleine Sperling, der so unschuldig vom Dach herunterruft, nicht immer ein gutes Image. Wer sich fragt, woher Redensarten wie „Dreckspatz“ und „Spatzen unterm Hut haben“ kommen, sollte sich mit der Vergangenheit des Spatzen beschäftigen.
Gesang
Aufgenommen von Lars Lachmann
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Vorkommen in Deutschland
Gefährdungsgrad
Nicht gefährdet
- Nicht gefährdet
- Extrem selten
- Vorwarnliste
- Gefährdet
- Stark gefährdet
- vom Aussterben bedroht
- Ausgestorben
Bestandszahl
4.450.000 - 6.450.000 Brutpaare
Bestandstrend
+ 9 % (stabil)
Steckbrief
Beobachten
ganzjährig zu beobachten
Größe
14-16 cm groß
Besonderheit
in fast allen Siedlungsräumen zu beobachten
Funfact
Im 19. Jahrhundert gab es eine Spatzensteuer von 20 Spatzenköpfen, da sie als Schmarotzer galten, die den Menschen die Samen auf den Feldern wegfressen.
Beschreibung
Aussehen
Haussperlinge wirken oft sehr gedrungen und haben einen großen Kopf. Sowohl Männchen als auch Weibchen haben einen kräftig schwarz-braun gestreiften Rücken. Während die Weibchen sonst eher unscheinbar grau und braun sind, können die Männchen eine schwarze Kehle und einen schwarzen Latz, einen grauen Scheitel und graue Wangen sowie einen braunen Kopfstreifen vorweisen.

Verhalten
Der Spatz lebt gesellig und brütet gerne in Gemeinschaft mit anderen Paaren. Bei der Nistplatzwahl ist er nicht gerade wählerisch. Meist baut er sein Nest in Nischen oder Höhlen, vorzugsweise an Gebäuden oder in Baumhöhlen, ab und zu auch mal frei in Büschen oder Bäumen. Aber er nimmt auch gerne Nistkästen mit großer Öffnung an.
Lebensraum
Haussperlinge trifft man in fast allen menschlichen Siedlungsräumen an. Solange ganzjährig Sämereien und Getreidekörner vorhanden sind und ausreichend Nistmöglichkeiten bestehen, fühlen sie sich wohl. Daher eignen sich beispielsweise landwirtschaftliche Betriebe, Kleingartenanlagen, Vorstadtbezirke und Parkanlagen als Lebensraum.
Gefährdung
Obwohl Haussperlinge zu den Kulturfolgern zählen, unterliegen sie einem negativen Bestandstrend. Gründe hierfür sind eine Nahrungsverknappung durch Flächenversiegelung und das Kurzhalten der Rasenflächen sowie ein Rückgang der Nistmöglichkeiten durch Abdichtung der Fassaden.
Nahrung
Haussperlinge haben ein vielfältiges Nahrungsspektrum. Hauptbestandteil sind vor allem Körner und Samen. Nur zur Jungenaufzucht verfüttern sie tierische Nahrung, beispielsweise Insekten und deren Larven. Bei einem beschränkten Nahrungsangebot, wie es oftmals in Städten der Fall ist, greifen sie auf Knospen, Haushaltsabfälle oder Brotkrümel zurück.
Stimme/Laute
Das typische „tschilp“ des Haussperlings dürfte den meisten bekannt sein, da es häufig aus der Hecke heraus oder vom Dach herunterschallt. Nur bei Erregung schlägt das Tschilpen auch mal in Gezeter um.
Zugverhalten
Haussperlinge sind Standvögel.
Beobachtungstipps
Haussperlinge können fast in allen Siedlungsbereichen beobachtet werden, solange ausreichend Nahrungs- und Nistmöglichkeiten in der Nähe vorhanden sind. Gerade in Gartenanlagen oder Parks trifft man sie oft an. In großen Städten kann man sie dabei beobachten, wie sie im Außenbereich von Cafés versuchen, Krümel unter den Tischen zu ergattern. Und auch am Futterhäuschen fehlen sie nicht.
Aktiv werden
Was kann ich tun?
Da es sich bei Spatzen um eine an Menschen angepasste Art handelt, können wir sie gut unterstützen. So können beispielsweise bei der Versiegelung von Fassaden neue Niststätten durch Nistkästen geschaffen werden. Auch im eigenen Garten können wir spatzenfreundliche Bereiche schaffen, indem wir bestimmte samen- oder körnerreiche Arten pflanzen und Stellen für Sandbäder freihalten. Zudem profitieren Haussperlinge von Futterhäuschen.
Das macht der NABU
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Wir rufen Naturfreund*innen auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden.
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