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Gemütliche Blütenbesucher im bunten Pelz
Gemütliche Blütenbesucher im bunten Pelz
Hummeln: fleißig und bedroht
Hummel
Hummeln (Gattung Bombus) kennt eigentlich jeder. Doch nur wenige wissen, dass auch diese Insekten stachelbewehrt sind. Dabei gehören diese gemütlich-dicken Blütenbesucher im bunten Pelz zu den Stechimmen (Aculeata), genauer zu den Bienen, und wie die Honigbiene leben sie nicht solo, sondern bilden Völker. Dies allerdings nur für kurze Zeit, sie bilden so genannte Sommerstaaten, die nur wenige Monate lang existieren.
Die Steinhummel ist Insekt des Jahres 2005.
Im Frühjahr von März bis Mai erwachen die jungen, im Vorjahr begatteten Königinnen in ihren Winterquartieren und machen sich auf die Suche nach einem Nistplatz. Totholzhaufen, Steinspalten, Mäuselöcher; manchmal auch Vogelnester oder gar Hausisolierungen, werden gründlich inspiziert.
Die Königin baut ihre erste Wabe, legt sechs bis acht Eier und versorgt die daraus schlüpfenden Larven mit Pollen, den sie an Blüten sammelt. Für sich selbst braucht sie Nektar, den sie als Schlechtwettervorrat zu Honig umwandelt und in Wachstöpfchen lagert. Die Larven verpuppen sich und schlüpfen schließlich - rund vier Wochen nach der Nestgründung - als so genannte Arbeiterinnen. Diese Hilfsweibchen übernehmen nun nach und nach die weiteren Pflichten wie Nestbau, Brutpflege und Nestverteidigung. Je nach Art - es gibt in Deutschland rund 30 Arten - erreicht das Nest so eine Größe zwischen 50 und einigen Hundert Arbeiterinnen.
Ein Hummelvolk in Gründung
Im Sommer beginnt die Anzucht der Geschlechtstiere. Die Königin legt nun gezielt unbefruchtete Eier, die sich zu Männchen (Drohnen) entwickeln. Befruchtete Eier entwickeln sich zu Weibchen, wobei nun besonders große und begattungsfähige Weibchen entstehen - die Königinnen (Vollweibchen). Sie verpaaren sich und suchen dann ein Winterquartier; oft in lockerer Erde oder tiefen Moosschichten. Das Volk stirbt, inklusive der Männchen und der alten Königin, allmählich ab. Je nach Art ist so das Nest zwischen August und Oktober ausgestorben. Es wird im nächsten Jahr nicht wiederbesiedelt und zerfällt rückstandslos.
Hummel auf Kratzdistel
Hummeln sind ausgezeichnete Bestäuber, die durch ihre lange Zunge und das so genannte Vibrationssammeln besonders gut tiefe Blüten bestäuben können. Sie werden daher inzwischen rund um das Jahr für die Bestäubung im Gewächshaus gezüchtet. Allerdings haben sie auch zahlreiche Gegenspieler. So gibt es Kuckuckshummeln (Gattung Psithyrus) die die Nester ihrer Verwandten übernehmen und ihren Nachwuchs von den Arbeiterinnen aufziehen lassen.
Hier ist kein Platz für Hummeln.
Der schlimmste Gegenspieler ist jedoch die moderne Landwirtschaft: Das Abmähen blühender Flächen, Insektizideinsatz und Monokulturen haben gerade im ländlichen Raum zu einem dramatischen Artensterben geführt, so dass sich viele Hummelarten inzwischen auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten finden lassen. Hummeln sind daher - wie alle Bienen - besonders streng nach Bundesartenschutzverordnung und Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Die Tiere dürfen nicht gefangen oder getötet werden; die Nester dürfen nicht bekämpft werden. Ausnahmen bedürfen der vorherigen Genehmigung durch die Naturschutzbehörden.
Wer Hummeln helfen will, sollte seinen Garten oder auch seinen Balkon möglicht naturnah und blütenreich gestalten. Hummeln nehmen auch gerne menschengemachte Nistkästen an. Solche Kästen lassen sich recht einfach selbst basteln, man kann sie aber auch im Fachhandel kaufen.
Bauanleitung für einen Hummelnistkasten (PDF)
Bezugsadressen für Hummelkästen und weitere Basteltipps
Mehr zur Steinhummel als Insekt des Jahres 2005
Ausführliche Hummelinfos bei www.hymenoptera.de
Weitere Hummel-Infos
Zuckerlösung für Ihre Majestät
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