Offshore-Ausbau gefährdet Nord- und Ostsee

Windenergie-auf-See-Gesetz: Licht und Schatten bei Novelle

Das Windenergie-auf-See-Gesetz regelt den Bau deutscher Windparks in der Nord- und Ostsee. Wichtige Regeln für die Netzanbindung stehen auch im Energiewirtschaftsgesetz. Beide will das Wirtschaftsministerium in einem gebündelten Offshore-Gesetz ändern.
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Baukonstrukt und Schiff beim Bau eines Offshore-Windparks.
Das Windenergie-auf-See-Gesetz gefährdet Naturschutz in Nord- und Ostsee© Foto: NABU/Andreas Fußer

Der Ausbau der Windenergie auf See ist notwendig und leistet einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Doch viel zu leicht geraten dabei die ökologischen Schäden für Nord- und Ostsee aus dem Blick. Auch der neue Gesetzentwurf verpasst es, eine Balance zwischen Meeresschutz und Windenergie zu finden. Im Gegenteil: Wichtige Regelungen zum Schutz der Meere sollen entfallen und es soll weniger Geld geben, um die Belastungen abzufedern. Doch es gibt auch einzelne Lichtblicke.

NABU nimmt Stellung zum Gesetzesentwurf

Der NABU hat am 17. August 2026 zum Entwurf des „Gesetzes zur Optimierung und Absicherung des Ausbaus der Windenergie auf See“ Stellung genommen. Wir kommentieren hier die wichtigsten Veränderungen.

Nicht nur unzählige Arten wie die Pfuhlschnepfe sind angewiesen auf gesunde Meere, auch wir Menschen in der Klimakrise© Foto: Christoph Moning

Naturschonende Standortwahl essenziell

NABU-Forderungen

Die aktuellen Entwicklungen werden den gleichberechtigten Krisen von Klima und Biodiversität nicht gerecht. Gesunde und vielfältige Meere sind Verbündete in der Klimakrise. Daher fordert der NABU: 

  • Die mit dem Gesetzentwurf eröffneten Spielräume für eine naturschonendere Standortwahl gilt es zu nutzen. Ökologisch hochsensible Bereiche gilt es freizuhalten, Schutzgebiete müssen tabu sein. 
  • Grüne Energie gibt es nur im Einklang mit der Natur. Eingesetzte Techniken müssen so naturschonend wie möglich sein. Bei den Rammungen der Anlagenfundamente ist das heute noch nicht der Fall. Es braucht weiterhin einen Vorrang für naturschonende Techniken über qualitative Vergabekriterien.
  • Das 2K-Kriterium als Genehmigungsstandard gilt es zu erhalten. Das begrenzt die zusätzliche Erhitzung der Meere und entlastet auch Genehmigungsverfahren. 
  • Jeglicher Zubau der Offshore-Windenergie muss durch wirksame Schutzmaßnahmen für betroffene Arten und Lebensräume begleitet werden. Die Finanzierung dieser Maßnahmen muss auch künftig zuverlässig über die Meeresnaturschutzkomponente für alle Windparks abgesichert werden.

Was das 70-GW-Ausbauziel bedeutet für...

Letzte Aktualisierung: 08/2026

Stellungnahme des Dachverbands deutscher Avifaunisten

Gemeinsame Stellungnahme der Offshore-Branche und Naturschutzverbände

Ansprechperson

Porträtaufnahme Dr. Anne Boehnke-Henrichs,
Anne Böhnke-Henrichs
Senior-Referentin Meeresschutz/Stv. Teamleiterin
+49 30 284984-1638
Anne.Boehnke@NABU.de

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