Warum die Ozeane immer wärmer werden und wir uns das nicht leisten können

Hitzewellen: Unsere Meere haben Fieber

Die Klimakrise hat die Meere fest im Griff. Seit 2023 erreicht die durchschnittliche Temperatur unserer Weltmeere täglich einen neuen, traurigen Höchststand. Viele Fische ziehen in kühlere Regionen, Korallenriffe sterben ab. Doch wir können etwas dagegen tun.
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Daten des „Climate Reanalyzer“ der University of Maine zeigen, die mittlere Oberflächentemperatur der Weltmeere steigt seit Monaten erschreckend schnell und stetig an. Seit dem 14. März 2023 wurde jeden Tag ein neuer Höchststand verzeichnet. Im März 2024 erreichte die Durchschnittstemperatur der Ozeane mit fast 21,1 Grad Celsius einen traurigen Rekord. Mittlere Oberflächentemperaturen von fast 29 Grad im Mittelmeer und sogar 38 Grad Celsius um die Florida Keys zeugen von drastischen Veränderungen.

Auch Nord- und Ostsee werden seit den 1990ern immer wärmer: Im Juli 2024 lag die mittlere Temperatur der Ostsee bei 18,1 Grad Celsius, in der Nordsee bei 15,3 Grad Celsius. 2025 ging die traurige Rekordjagd weiter: mit einer durchschnittlichen Wassertemperatur von 11,6 Grad Celsius erreichte die Nordsee den höchsten Wert seit Beginn der Messungen 1969. In der Kieler Förde der Ostsee wurde eine extrem langanhaltende marine Hitzewelle von 55 Tagen gemessen.

Das alles hat schon jetzt fatale Folgen, denn die sensiblen Ökosysteme und Nahrungsnetze unserer Meere sind bedroht – und damit auch unsere Lebensgrundlagen. Wissenschaftler*innen sind sich einig, die Hauptursache für die Hitzerekorde im Meer ist die menschengemachte Erderwärmung. Es ist Zeit, zu handeln!

Korallensterben, sinkende Fischbestände, Algenblüten...

Weltweit sterben in Folge des Temperaturanstiegs wertvolle Riffe ab, wie vor den Florida Keys und im Great Barrier Reef vor Australien. Auch Fischbestände brechen als Folge der Meereserwärmung zusammen. Der ohnehin überfischte Ostseehering beispielsweise kann sich in der zu warmen Ostsee nicht erholen.

Unser heimisches Seegras, Hotspot der Biodiversität und wertvolle Kohlenstoffsenke, droht bei andauernden Wassertemperaturen über 25 Grad zu verschwinden. Zur Hitze hinzukommt ein Nährstoffüberschuss aus der Landwirtschaft, der zu giftigen Algenblüten führt. Algenblüten machen das Wasser trüb und lassen weniger Licht für andere Pflanzen, beispielsweise Seegräser, durch. Sterben die Algen ab, wird viel Sauerstoff verbraucht. In der Folge können regelrechte sauerstofffreie Todeszonen entstehen. Laut den Vereinten Nationen hat sich die Zahl solcher Gebiete in den letzten zehn Jahren weltweit fast verdoppelt, in der Ostsee hat sich die Ausdehnung in den vergangenen Jahrzehnten sogar verzehnfacht!

...und weitere Folgen

Meeresschutz ist Klimaschutz

Angesichts der Klimakrise rächt sich der jahrzehntelange Raubbau an den Meeren doppelt: Denn gesunde Meere sind die stabilisierende Kraft für unser Klima. Doch Klimastress, zunehmende Übernutzung und die fortschreitende Industrialisierung durch Fischerei, Schifffahrt, Sand- und Kiesabbau sowie Energieerzeugung bringen sie an ihre Belastungsgrenzen.

Lebensräume werden zerstört und Arten gehen verloren. In der Folge nimmt die Widerstandskraft mariner Ökosystem ab, werden Kipppunkte erreicht und damit verringert sich auch die Fähigkeit der Meere Kohlenstoff aufzunehmen und den Klimawandel abzumildern.

Doch noch ist es nicht zu spät: Die Bundesregierung muss endlich handeln! Allein können wir die Weltmeere nicht retten, doch wir können in Nord- und Ostsee zeigen, wie es funktionieren könnte. Deutschland muss zum Vorreiter für den Schutz von Meer und Klima werden. Denn schützen wir unsere Meere, schützen wir das Klima und sichern unser Überleben.

NABU fordert mehr Tempo beim Meeresschutz

Um unsere Meere zu schützen, müssen wir

Vor allem brauchen wir mehr Tempo: Bisher sieht die Bundesregierung in Nord- und Ostsee primär einen Wirtschaftsraum und hat es versäumt, Arten und Ökosysteme und damit unsere Lebensgrundlagen im Meer ausreichend zu sichern.

Damit sich das ändert, kämpft der NABU seit vielen Jahren für einen verbesserten und konsequenten Schutz der Meeresumwelt und eine nachhaltige Nutzung mariner Ressourcen. Das erfordert einen langen Atem – und Ihre Unterstützung.

Meere brauchen unseren Schutz

Nord- und Ostsee sind vielfältige, artenreiche Küstenparadiese direkt vor unserer Haustür. Doch dieses Paradies und damit die Heimat von unzähligen Tieren und Pflanzen ist bedroht und braucht dringend unseren Schutz. Helfen Sie uns, die faszinierende Vielfalt von Nord- und Ostsee zu erhalten.

 

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Letzte Aktualisierung: 05/2026