Negative Auswirkungen minimieren

Windenergie: Ausbau mit Rücksicht auf die Natur

Die Windenergie ist die bedeutendste und flächeneffizienteste erneuerbare Energiequelle. Damit Windenergieanlagen naturverträglich ausgebaut werden, braucht es eine kluge Standortwahl und die Reduktion der möglichen Auswirkungen bei Bau, Betrieb und Rückbau.
Windpark von oben
Windenergieanlagen© Foto: NABU/Sebastian Hennigs

Die Windenergie ist eine zentrale Säule der Energiewende und somit des Klimaschutzes. Bereits heute erzeugen Windenergieanlagen den meisten Strom in Deutschland. In Zukunft wird ihre Bedeutung durch die Umstellung auf 100 Prozent erneuerbare Energien weiter zunehmen.

Gleichzeitig können Windenergieanlagen negative Auswirkungen auf die Natur haben: Vögel- und Fledermausarten können durch Kollision mit den Rotorflügeln oder dem Turm verletzt oder getötet werden, Lebensräume und -stätten durch die Anlagen- und Bauflächen zerstört sowie das Gebiet durch Arten weiträumig vermieden werden, wenn sie durch die Anlagen gestört werden.

Gute Standorte als Grundlage

Besonders entscheidend für eine umfassende Berücksichtigung von Naturschutzbelangen bei Windenergieanlagen ist eine gute Planung im Sinne einer klugen Standortwahl. Der NABU unterstützt das Ziel einer übergeordneten räumlichen Steuerung von Windenergieanlagen durch die gesetzliche Vorgabe, etwa zwei Prozent der Fläche Deutschlands für Windenergie an Land bereitzustellen. Bei der Ausweisung der Flächen sollten die unkritischsten Flächen ausgewählt und wertvolle Gebiete für die Natur wie zum Beispiel Schutzgebiete und wichtige Lebensräume von Arten konsequent ausgeschlossen werden.

Schutzgebiete und wichtige Lebensräume von Arten sollten bei der Ausweisung von Flächen konsequent ausgeschlossen werden© Foto: NABU/Klemens Karkow

Qualität bei der Ausgestaltung

Um mögliche Auswirkungen der Anlagen zusätzlich zu vermeiden und zu verringern, sollte bei der konkreten Planung, Genehmigung und Umsetzung der Anlagen die Ausgestaltung ebenfalls naturverträglich erfolgen. Als Grundlage dafür braucht es solide und aktuelle Daten zu den im Projektgebiet vorkommenden Arten und Lebensräumen, sowie den Wirkungen von Windenergieanlagen auf diese Arten.

Neben Kartierungen und einer zentralen Bereitstellung bekannter Vorkommen über behördliche Datenbanken kann jede*r Einzelne zu einer besseren Qualität der Daten beitragen. Dies kann zum Beispiel geschehen durch die Meldung von Totfunden oder durch die Weitergabe von vorhandenen Daten an die zuständigen (Naturschutz-)Behörden im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung zu konkreten Verfahren – oder proaktiv, wenn entsprechende Daten vor Ort gesammelt wurden. 

Zusätzlich zu einer fundierten Datenbasis braucht es Standards, um den Untersuchungsumfang, die zu untersuchenden Arten, Summationseffekte, die Bewertung von Ergebnissen und die Ableitung entsprechender wirksamer Schutzmaßnahmen transparent, nachvollziehbar und auf Basis wissenschaftlicher Fachstandards, beispielsweise des sogenannten „Helgoländer Papiers“ festzulegen.

Soll eine Anlage über eine artenschutzrechtliche Ausnahme genehmigt werden, müssen einige grundlegende Voraussetzungen für die Erteilung der Ausnahme gegeben sein, um den Schutz von Arten zu gewährleisten. Auch während des Betriebs und bei der Abschaltung von Windenergieanlagen sollte auf Natur- und Artenschutz geachtet werden. Dies erfordert unterschiedliche Maßnahmen, von der Prüfung der Nebenbestimmungen bis hin zur nachhaltigen Auswahl von Ressourcen.

Auf einen Blick

NABU-Kernforderungen zum Ausbau der Windenergie

  • Räumliche Steuerung des Windenergieausbaus stärken
  • Ökologische Belastungsgrenzen bei Windenergie auf See beachten
  • Ausschluss naturschutzfachlich sensibler und besonders konfliktreicher Gebiete vom Ausbau
  • Vereinheitlichung von Verfahren und gemeinsame Standards
  • Schutz von Individuen und gesunden Populationen
  • Naturschutz auch nach dem Bau eines Windparks beachten

Fragen und Antworten zur Windenergie

Häufig wird man beim Thema Windenergie mit einer Vielzahl von Aussagen konfrontiert. Doch was davon ist wirklich wahr und was lediglich Mythen, die sich hartnäckig halten? Eine häufig wiederkehrende Behauptung ist beispielsweise, dass wir über 60.000 Windenergieanlagen brauchen, um unseren Energiebedarf decken zu können. Dieses FAQ und die Kurzpapiere im Download fassen den aktuellen Stand der Wissenschaft zusammen. So können sie sowohl als Orientierung für eine eigene Bewertung der Windenergie als auch als Argumentationshilfe bei Diskussionen dienen.

Weitere Hintergründe zum Download

In unserem Positionspapier legen wir dar, wie der beschleunigte Ausbau der Windenergie naturverträglich erfolgen kann.

NABU-Positionspapier: Naturverträglicher Ausbau der Windenergie

  • Publikation
  • 08.11.2023
  • PDF
  • 1,4 MB

Naturverträglicher Ausbau der Windenergie: Wie der Ausbau der Windenergie an Land und auf See unter Berücksichtigung von Natur- und Artenschutz gelingen kann.

Zusätzlich geben mehrere Kurzpapiere Antworten auf häufige Fragen im Zusammenhang mit dem Thema Windenergie.

Letzte Aktualisierung: 06/2026

Ansprechperson

Porträtaufnahme NABU-Mitarbeiterin Rebekka Blessenohl.
Rebekka Blessenohl
Referentin Erneuerbare Energien und Naturschutz
+ 49 (0)172 5237486
Rebekka.Blessenohl@NABU.de

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