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Mit den Sender-Milanen unterwegs
Mit den Sender-Milanen in den Süden
NABU besendert drei Rotmilane aus Sachsen-Anhalt
Viele Rotmilane verunglücken an Windkraftanlagen.
Viele Rotmilane ziehen im Winter auf die Iberische Halbinsel. Drei der eleganten Greife wurden im Sommer mit Satellitensendern ausgestattet und bieten uns so die Möglichkeit, ihre Reise zu verfolgen.
Die Daten des 22 Gramm schweren Senders verraten uns nicht nur die genaue Reiseroute der Vögel. Sie sollen auch helfen, das Verhalten der Rotmilane in der Umgebung von Windparks zu analysieren. Denn Greifvögel, insbesondere Rotmilan und Seeadler, verunglücken überproportional häufig an Windkraftanlagen. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit fördert deshalb ein Forschungsprojekt des Michael-Otto-Instituts im NABU, der Firma BioConsult SH und des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung, in dem den Ursachen der Kollisionen auf den Grund gegangen werden soll.
Eine besondere Verantwortung
Deutschland trägt für den Rotmilan eine große Verantwortung, denn etwa 60 Prozent der Weltpopulation von etwa 24.000 Paaren brütet bei uns – die meisten in Ostdeutschland. Der Rotmilan ist übrigens ein echter Europäer, denn seine Verbreitung beschränkt sich fast gänzlich auf Europa. Aus diesem Grunde wurde der Rotmilan im Jahr 2000 vom NABU zum „Vogel des Jahres“ ernannt.
Zum Überwintern fliegen Rotmilane nicht sonderlich weit, denn ihre Winterquartiere liegen im Mittelmeerraum. Deutsche Rotmilane ziehen nach Südwesten Richtung Spanien. Aber lange nicht alle Vögel ziehen im Winter weg, einige Vögel bleiben aber auch in milden Wintern bei uns.
Die Reise-Routen der drei Sender-Rotmilane 2010/2011:
Die NABU-Sender-Rotmilane:
- Das Rotmilan-Männchen Eric wurde am 5. Juni 2010 etwa 20 Kilometer südwestlich von Halle bei Querfurt besendert.
- Swenja, ein Weibchen, erhielt am 17. Juni 2010 den Sender. Sie brütete zwölf Kilometer östlich von Halle bei Örtchen Queis.
- Lui stammt aus dem Harzvorland, zwölf Kilometer östlich von Halberstadt, und sendet seit dem 3. Juni 2010.
Ein Uhu hilft beim Fangen
Um die Rotmilane zu besendern, werden sie mit Hilfe einer Uhu-Attrappe in einer Art Stellnetz gefangen. Der „Uhu“ wird neben dem Netz, in der Nähe des Brutwaldes aufgestellt. Die Greife attackieren, sobald sie die majestätische Eule erspähen. Schließlich wollen sie ihn aus der Nähe ihres Nestes vertreiben. Dabei verfangen sie sich in dem Netz, das an langen Gummibändern aufgehängt ist, damit sich die Vögel nicht verletzen.
Die Rotmilane bekommen, ähnlich wie die sechs NABU-Weißstörche, die Sender wie einen Rucksack auf den Rücken angebracht. Der Sender behindert den Vogel beim Fliegen überhaupt nicht.
Mit einem Gewicht von nur 22 Gramm handelt es sich bei diesen Sendern um die derzeit leichtesten GPS-Satellitensendern die verfügbar sind. Kleinere Sender haben aber auch einen großen Nachteil, denn sie verfügen nur über kleinere Solarzellen, die weniger Strom produzieren. Deshalb speichern die Sender der Rotmilane nur alle zwei Stunden eine Ortung und nehmen keine zusätzlichen Daten wie Geschwindigkeit, Höhe oder ähnliches auf.
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Seine Lordschaft, der König der Lüfte
Die besondere Vorliebe des Rotmilans für junge Hühner und Gänse war ein Problem für die Gänsehirten, wie der Ornithologe Naumann noch im beginnenden 19. Jahrhundert zu erzählen weiß. Bei seinem Auftauchen habe jeder sich bemüht, ihn durch Geschrei vom Federvieh abzuhalten.
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Der Rotmilan
Der rötlichbraun wirkende Vogel hat lange, schmale Flügel, die an ihren Enden dunkel sind, und einen tief gegabelten, ebenfalls langen Schwanz. Sein Schnabel ist an der Basis gelb und am Schnabelhaken dunkel, die kurzen Beine sind gelb und die Krallen schwarz.
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Mäusefresser mit Gabelschwanz
Mit etwa 65 cm und einer beeindruckenden Flügelspannweite von bis zu 180 cm ist der Rotmilan etwas größer als ein Mäusebussard. Sein Gefieder ist bräunlich, der Kopf weißlich bis grau. Sein besonderes Kennzeichen ist der lange, gegabelte, rostrote Schwanz.
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Giftmorde an Greifvögeln
Seit Greifvögel ganzjährig unter strengem Schutz stehen, haben sich die Bestände der meisten Arten erholt. Doch nicht alle sind glücklich über diese Entwicklung. Sie sehen in den Vögeln Konkurrenten und machen mit ihnen kurzen Prozess.
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