Misteldrossel auf einer Drahtleine.
Misteldrossel© Foto: Mathias Schäf

Turdus viscivorus

Misteldrossel

Es stimmt, Misteldrosseln fressen gerne die Beeren der parasitären Misteln. Im Frühling und Sommer verzehren die gefleckten Drosseln jedoch vor allem tierische Kost wie Würmer und Schnecken. Sie können auf den ersten Blick schnell mit Singdrosseln verwechselt werden, haben jedoch keine ockergelb hinterlegte Unterseite und sind deutlich größer als ihre ebenfalls gefleckten Verwandten. Misteldrosseln haben einen hübschen, melancholischen Gesang, und ihr Ruf ist ein auffälliges „Schnarren“.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Nicht gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

175.000 - 345.000 Brutpaare

Bestands­trend

+ 28 % (stabil)

Steckbrief

Beobachten

ganzjährig zu beobachten

Größe

26-29 cm groß

Besonderheit

größte europäische Drossel

Reise

Kurzstreckenzieher, Standvogel

Funfact

Durch das Auskoten der Beeren trägt die Misteldrossel stark zur Verbreitung der Pflanze bei und verteidigt „ihre Mistelbäume“ aggressiv gegenüber Nahrungskonkurrenten.

Misteldrosseln wohnen gerne in großen Gärten und Parks.© Foto: Mathias Schäf

Beschreibung

Aussehen

Misteldrosseln wirken langschwänzig und kräftig. Die Unterseite ist stark gepunktet, der Schnabel schwarz mit heller Basis, und auf der Wange ist ein dunkler, vertikaler Strich zu erkennen. Die Oberseite ist braun, der Bürzel etwas heller. Beide Geschlechter sind gleich gefärbt.

Zu kälteren Jahreszeiten frisst die Misteldrossel vor allem Beeren.© Foto: Mathias Schäf

Verhalten

Das stabile Napfnest der Misteldrosseln liegt häufig in Nadelbäumen und besteht aus Lehm, Moos und Flechten. Ab Ende März bebrüten sie die vier Eier, und anschließend versorgen beide Drosseleltern den Nachwuchs. Die Männchen füttern die Weibchen während der Brut und lösen sie manchmal sogar ab.

Lebensraum

Sie bewohnen Nadel- und Mischwälder, große Gärten und Parks. In Bergregionen kommen sie unterhalb der Baumgrenze vor.

Gefährdung

Misteldrosseln sind nicht gefährdet.

Nahrung

Misteldrosseln fressen Würmer, Nackt- und Gehäuseschnecken, Insekten, Sämereien und Beeren. Die Nahrung suchen sie meist hüpfend am Boden.

Stimme/Laute

Das beste Erkennungsmerkmal ist der schnarrende, lang gezogene Ruf der Misteldrossel („zerr'r'r'r“). Der Gesang ist melodisch und dem der Amsel ähnlich, jedoch etwas schneller und wehmütiger.

Zugverhalten

Misteldrosseln sind überwiegend Kurzstreckenzieher, besonders im Westen und Süden Deutschlands aber auch Standvögel. Die meisten europäischen Drosseln überwintern am Mittelmeer in Südeuropa oder Nordafrika.

Beobachtungstipps

Die beste Chance, eine Misteldrossel zu sehen, haben Sie in lichten Nadel- und Mischwäldern. Achten Sie auf Bewegung in den Baumkronen, vor allem, wenn sie mit Misteln bewachsen sind. Die großen Drosseln sind nicht leicht zu entdecken, verraten sich aber durch ihren auffälligen, schnarrenden Ruf. Auch auf Wiesen in der Nähe solcher Wälder können Sie Glück haben.

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Heimische beerentragende Sträucher und Bäume fliegen Misteldrosseln besonders gerne an. Auch wenn die große Drossel nicht bei Ihnen im Garten wohnt, können Sie mit dem Verzicht auf Pflanzenschutzmittel zu einer insektenfreundlichen Umgebung beitragen und damit die Nahrungsgrundlage der Misteldrossel sichern.