
Turdus viscivorus
Misteldrossel
Es stimmt, Misteldrosseln fressen gerne die Beeren der parasitären Misteln. Im Frühling und Sommer verzehren die gefleckten Drosseln jedoch vor allem tierische Kost wie Würmer und Schnecken. Sie können auf den ersten Blick schnell mit Singdrosseln verwechselt werden, haben jedoch keine ockergelb hinterlegte Unterseite und sind deutlich größer als ihre ebenfalls gefleckten Verwandten. Misteldrosseln haben einen hübschen, melancholischen Gesang, und ihr Ruf ist ein auffälliges „Schnarren“.
Vorkommen in Deutschland
Gefährdungsgrad
Nicht gefährdet
- Nicht gefährdet
- Extrem selten
- Vorwarnliste
- Gefährdet
- Stark gefährdet
- vom Aussterben bedroht
- Ausgestorben
Bestandszahl
175.000 - 345.000 Brutpaare
Bestandstrend
+ 28 % (stabil)
Steckbrief
Beobachten
ganzjährig zu beobachten
Größe
26-29 cm groß
Besonderheit
größte europäische Drossel
Reise
Kurzstreckenzieher, Standvogel
Funfact
Durch das Auskoten der Beeren trägt die Misteldrossel stark zur Verbreitung der Pflanze bei und verteidigt „ihre Mistelbäume“ aggressiv gegenüber Nahrungskonkurrenten.
Beschreibung
Aussehen
Misteldrosseln wirken langschwänzig und kräftig. Die Unterseite ist stark gepunktet, der Schnabel schwarz mit heller Basis, und auf der Wange ist ein dunkler, vertikaler Strich zu erkennen. Die Oberseite ist braun, der Bürzel etwas heller. Beide Geschlechter sind gleich gefärbt.

Verhalten
Das stabile Napfnest der Misteldrosseln liegt häufig in Nadelbäumen und besteht aus Lehm, Moos und Flechten. Ab Ende März bebrüten sie die vier Eier, und anschließend versorgen beide Drosseleltern den Nachwuchs. Die Männchen füttern die Weibchen während der Brut und lösen sie manchmal sogar ab.
Lebensraum
Sie bewohnen Nadel- und Mischwälder, große Gärten und Parks. In Bergregionen kommen sie unterhalb der Baumgrenze vor.
Gefährdung
Misteldrosseln sind nicht gefährdet.
Nahrung
Misteldrosseln fressen Würmer, Nackt- und Gehäuseschnecken, Insekten, Sämereien und Beeren. Die Nahrung suchen sie meist hüpfend am Boden.
Stimme/Laute
Das beste Erkennungsmerkmal ist der schnarrende, lang gezogene Ruf der Misteldrossel („zerr'r'r'r“). Der Gesang ist melodisch und dem der Amsel ähnlich, jedoch etwas schneller und wehmütiger.
Zugverhalten
Misteldrosseln sind überwiegend Kurzstreckenzieher, besonders im Westen und Süden Deutschlands aber auch Standvögel. Die meisten europäischen Drosseln überwintern am Mittelmeer in Südeuropa oder Nordafrika.
Beobachtungstipps
Die beste Chance, eine Misteldrossel zu sehen, haben Sie in lichten Nadel- und Mischwäldern. Achten Sie auf Bewegung in den Baumkronen, vor allem, wenn sie mit Misteln bewachsen sind. Die großen Drosseln sind nicht leicht zu entdecken, verraten sich aber durch ihren auffälligen, schnarrenden Ruf. Auch auf Wiesen in der Nähe solcher Wälder können Sie Glück haben.
Aktiv werden
Was kann ich tun?
Heimische beerentragende Sträucher und Bäume fliegen Misteldrosseln besonders gerne an. Auch wenn die große Drossel nicht bei Ihnen im Garten wohnt, können Sie mit dem Verzicht auf Pflanzenschutzmittel zu einer insektenfreundlichen Umgebung beitragen und damit die Nahrungsgrundlage der Misteldrossel sichern.
