Foto Platzhalter
Foto Platzhalter© Foto: Ruth Lankeit

Scolopax rusticola

Waldschnepfe

Waldschnepfen sind aufgrund ihrer heimlichen Lebensweise wenigen Leuten bekannt. Ihre gute Tarnung, ihr dämmerungsaktives Verhalten und ihr wenig einsehbarer Lebensraum machen es schwer, die plumpe Schnepfe zu beobachten. Bei Jäger*innen aber ist sie gut bekannt. Vom 16. Oktober bis 15. Januar gilt sie laut dem Bundesjagdgesetzt als jagdbares Wild. In wie weit sich das auf die Population auswirkt, ist noch nicht ganz geklärt, aber zumindest die Frühjahrsjagd scheint sehr bedenklich zu sein.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Vorwarnliste

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

Die Bestandszahl stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

20.000 - 39.000 Brutpaare

Bestands­trend

Der Bestandstrend stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

0 % (stabil)

Steckbrief

Beobachten

ganzjährig zu beobachten

Größe

33-38 cm groß (davon 6-8 cm Schnabel), Flügelspannweite 55-65 cm

Besonderheit

plumpe Schnepfe mit breiter Querbänderung auf dem Kopf

Reise

Teilzieher, Kurzstreckenzieher, Durchzügler, selten Wintergast

Funfact

Die nah verwandte Amerikanische Waldschnepfe ist im Balzflug mit drei Kilometern pro Stunde der langsamste Vogel der Welt.

Foto Platzhalter Storch Mitarbeiterinnen© Foto: Ruth Lankeit

Beschreibung

Aussehen

Obwohl etwa taubengroß, ist die Waldschnepfe mit ihrem braun gemusterten Gefieder kaum zu sehen, wenn sie sich im Wald auf den Boden drückt. Ihr Gefieder erinnert etwas an eine Baumrinde, weshalb sie so gut mit ihrer Umgebung verschmilzt. Im Flug sind jedoch ihr rotbrauner Schwanz und Bürzel deutlich sichtbar.

Verhalten

Die Schnepfen verhalten sich heimlich. Hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiv, kann man sie tagsüber nur in Deckung beobachten. Vom Frühjahr bis in den Sommer hinein verhalten sie sich aufgrund der Flug- oder Bodenbalz auffälliger. Dabei bilden die Männchen Balzareale, die sich jedoch überlappen können. In einem Balzareal können bis zu vier Weibchen brüten.

Lebensraum

Waldschnepfen leben in lichten Wäldern, die freie Flugmöglichkeiten und eine ausgeprägte Kraut- und Strauchschicht erlauben. Zudem bevorzugen sie eine weiche Humusschicht, weshalb man sie eher in Wäldern mit feuchten Böden antrifft, beispielsweise in feuchten Laub- und Mischwäldern mit Lichtungen. Zur Zugzeit sind sie aber auch in trockeneren Gegenden zu finden.

Gefährdung

Neben einem zunehmenden Lebensraumverlust durch Entwässerung und intensive Forstwirtschaft ist die Waldschnepfe vor allem durch eine exzessive Jagd bedroht. Auch in Deutschland darf die Waldschnepfe bejagt werden.

Nahrung

Sie ernährt sich von Würmern und Insekten. Dabei stehen Regenwürmer und Käfer ganz oben auf dem Speisezettel, aber auch Asseln und andere Gliedertiere verschmäht sie nicht.

Stimme/Laute

Sie ist nicht gerade stimmfreudig und meist nur während der Balz zu hören. Das Männchen stößt dabei tiefe, quorrende „oart oart oart“-Laute aus, gefolgt von einem spitzen „pisp“. Erregungslaute kennzeichnen sich durch ein Aneinanderreihen von „plip“-Lauten.

Zugverhalten

Die meisten der in Deutschland brütenden Waldschnepfen sind Kurzstreckenzieher, deren Überwinterungsgebiete in West- und Südeuropa, vereinzelt auch in Nordafrika liegen. Gerade in milden Wintern gibt es immer wieder Überwinterungsversuche in nördlicheren Bereichen. Neben dem Durchzug nicht heimischer Brutvögel überwintern auch Brutvögel aus Nordosteuropa in Deutschland.

Beobachtungstipps

Am besten kann man Waldschnepfen während der Balz im April und Mai beobachten, zum Beispiel in der Abenddämmerung an lichten Waldrändern. Bei einigen der im April balzenden Tiere kann es sich jedoch auch um Durchzügler halten, denn die Balz beginnt schon auf dem Heimzug. Den Rest des Jahres sieht man Waldschnepfen meist nur, wenn man sie zufällig aufgeschreckt hat und sie mit burrenden Flügelschlägen auffliegen. Dabei sind der rotbraune Schwanz und Bürzel gut zu sehen.

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Der NABU ist seit über 100 Jahren im praktischen Naturschutz vor Ort aktiv, um die Vielfalt unserer heimischen Vogelwelt zu erhalten. Heute betreut der NABU mehr als 5.000 Schutzgebiete in Deutschland. Damit wir auch in Zukunft die Vielfalt und Schönheit der Natur für die Vogelwelt erhalten können, braucht sie deinen Schutz. Unterstütze uns und werde NABU-Mitglied!

Mitglied werden

Weitere Schnepfen kennenlernen