
Emberiza calandra
Grauammer
Die Grauammer wird bei uns leider immer seltener. Intensive Landwirtschaft und der Rückgang ihres Lebensraumes verdrängen sie immer mehr. Die Grauammer sieht eher unauffällig aus, ihren Gesang lässt sie dafür umso lauter aus exponierter Lage ertönen. Der graubraune Vogel treibt sich heimlich herum, über Brut- und Zugverhalten weiß man nach wie vor nicht allzu viel.
Vorkommen in Deutschland
Gefährdungsgrad
Vorwarnliste
- Nicht gefährdet
- Extrem selten
- Vorwarnliste
- Gefährdet
- Stark gefährdet
- vom Aussterben bedroht
- Ausgestorben
Bestandszahl
35.000 – 62.000 Brutpaare
Bestandstrend
+ 4 % (stabil)
Steckbrief
Beobachten
ganzjährig bzw. von Februar bis Oktober zu beobachten
Größe
16-19 cm groß
Besonderheit
singt gern auf Zaunpfählen sitzend
Reise
Jahresvogel, Kurz-, Mittel- und Langstreckenzieher
Funfact
Nach welchen Kriterien ein Weibchen Brutrevier und Männchen auswählt, ist unklar. Oft beglückt ein Männchen mehrere Weibchen.
Beschreibung
Aussehen
Die Grauammer ist groß und kräftig. Die Färbung ist unauffällig grau und braun gestrichelt. Der Bauch ist hell mit brauner Strichelung. Auffallend ist der überproportional große, kräftige Schnabel, der rosa bis gelb gefärbt ist. Auf der Brust ist oft ein dunkler Fleck zu sehen.

Verhalten
Grauammern sind gesellig und in lockeren Gruppen unterwegs. Im Winter sammeln sie sich in Schwärmen an Plätzen mit ausreichend Futter, zum Beispiel auf abgeernteten Feldern. Ihre Nester bauen die Ammern am Boden in einer flachen Mulde. Die Männchen singen zur Paarungszeit gern von Zaunpfählen aus, mit gutem Blick über ihr Revier.
Lebensraum
Sie mag es gern warm und offen und bevorzugt Landschaften mit niedrigen Sträuchern, dichter niedriger Vegetation sowie offene Ackerlandschaften. In Deutschland ist sie vor allem im Osten und im Rheinland noch anzutreffen.
Gefährdung
Die Grauammer steht auf der Vorwarnliste bedrohter Brutvogelarten. Intensive Landwirtschaft, fehlende Brachen und Feldraine sowie massiver Einsatz von Herbiziden bedrohen ihr Dasein.
Nahrung
Getreidekörner, Samen und Pflanzenteile sind die Hauptnahrung der Grauammer. Sie nimmt aber auch mit Insekten und Spinnen vorlieb. Die Jungtiere werden ausschließlich mit Insekten und Spinnen gefüttert.
Stimme/Laute
Der Gesang der Grauammer ist eher monoton und etwas metallisch in etwa „tück tück-zick-zik-zkzkzkzrississss“. Zum Repertoire gehören auch einzelne und aneinandergereihte Rufe wie „tck“ oder „bt“.
Zugverhalten
Das genaue Zugverhalten ist unklar. Manche Vögel bleiben im Winter, einige ziehen kurze bis lange Strecken und überwintern auch im Mittelmeerraum.
Beobachtungstipps
Ihr Gesang ist fast das ganze Jahr über zu hören. Wenn Sie einen kräftigen graubraunen Vogel in exponierter Warte singen hören, schauen und hören Sie genau hin. Fliegt der Vogel mit herunterhängenden Beinen – ähnlich wie eine Lerche –, handelt es sich vielleicht um eine Grauammer.
Aktiv werden
Was kann ich tun?
Vögel, die hier bleiben, werden im Winter unterstützt. An speziellen Futterplätzen in Gebieten, in denen noch Grauammern nachgewiesen werden – beispielsweise im Wendland –, wird eine artgerechte Körnermischung ausgestreut. Gerne können Sie helfen und Ihre Grauammersichtungen melden.
