Rohrammer an einem Kolben.
Rohrammer© Foto: Mathias Schäf

Schoeniclus schoeniclus

Rohrammer

Die auffällig gezeichnete Rohrammer ist ein kleiner vorwitziger Vogel, der sich wunderbar beobachten lässt. An seinem dunklen Kopf mit dem weißen Schnurrbart erkennet man ihn schnell. Seine Scheu hat er weitestgehend verloren und sucht sich mittlerweile immer häufiger auch in der Nähe des Menschen geeignete Brutplätze. Das kommt nicht zuletzt durch den Rückgang seines natürlichen Lebensraumes. Die Rohrammer ist ein typischer Sommervogel in Schilfgebieten.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Nicht gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

115.000 - 200.000 Brutpaare

Bestands­trend

- 38 % (abnehmend)

Steckbrief

Beobachten

überwiegend von März bis Oktober zu beobachten

Größe

13- 15 cm groß

Besonderheit

singt gern von höherer Warte im Schilfrohr sitzend

Reise

Teilzieher, überwintert vor Ort oder im Mittelmeerraum

Funfact

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Rohrammern ernähren sich unteranderem von Insekten und Spinnen.© Foto: Mathias Schäf

Beschreibung

Aussehen

Das Männchen hat im Prachtkleid einen charakteristisch schwarz gefärbten Kopf mit weißen schnurrbartähnlichen Streifen. Auch der Nacken ist deutlich weiß. Der Bauch ist hell, die Oberseite braun und beige mit dunklen Streifen. Das Weibchen hat einen hellen Kopf, die weißen Schnurrbartzeichnung ist aber ebenfalls zu sehen.

Rohrammerweibchen haben einen helleren Kopf.© Foto: Mathias Schäf

Verhalten

Zur Balzzeit singt das Männchen gerne hoch an einem Schilfrohr sitzend. Das Weibchen baut das Nest tief im Schilf, dicht über dem Boden oder Wasser. Die Rohrammer ist flink und geschäftig. Sie fliegt bei Störungen hüpfend auf und verschwindet schnell im Schilf. Die Nahrung sucht sie am Boden oder zupft sie direkt vom Schilfhalm.

Lebensraum

Rohrammern sind typische Bewohner von Schilf- und Seggengebieten in der Nähe von Gewässern und Feuchtwiesen. Aufgrund des zurückgehenden Lebensraumes suchen sie zunehmend auch landwirtschaftlich genutzte Flächen und große Gärten auf.

Gefährdung

Rohrammern sind nicht gefährdet.

Nahrung

Die Nahrung besteht aus Gräsersamen und während der Brutzeit auch aus Insekten, Spinnen und kleinen Schnecken.

Stimme/Laute

Der Ruf der Rohrammer ist ein langgezogenes sanft abfallendes „psüüü“. Auch kurze, scharfe „zi zi“-Laute hört man hin und wieder von ihr. Beim Gesang macht das Männchen mit kurzen einfachen Strophen und einem Triller auf sich aufmerksam.

Zugverhalten

Rohrammern sieht man überwiegend das ganze Jahr bei uns. Ein größerer Teil der Vögel zieht jedoch im Winter in den Mittelmeerraum, Vögel anderer Regionen ziehen dann häufig bei uns durch.

Beobachtungstipps

Von April bis Mai kannst du den Männchen bei der Balz zugucken. Verfolgungsjagden, häufig einhergehend mit einer Rauferei, gehören dann zur Tagesordnung.

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Vermeide das Betreten von Schilfflächen, um die bodennahen Gelege nicht zu zerstören und brütende Vögel nicht aufzuschrecken.