Wichtiger Erfolg für Natur und Gesundheit
Weg frei für Bleischrotverbot
Das Europäische Parlament hat den Weg für die geplante Beschränkung von Bleischrot freigemacht. Damit rückt ein EU-weites Ende der Verwendung näher. Das ist ein wichtiger Fortschritt für den Schutz von Umwelt und Gesundheit.

Das Europäische Parlament hat den Weg für die geplante EU-Beschränkung von Bleischrot freigemacht. Damit steht ein wichtiger Schritt zum Schutz von Natur und Gesundheit bevor. Die EU-Mitgliedstaaten hatten der überarbeiteten Beschränkung bereits im Juni 2026 im zuständigen REACH-Ausschuss, der über Beschränkungen gefährlicher Chemikalien in der EU berät und entscheidet, zugestimmt. Mit dem Abschluss der Einspruchsphase im Europäischen Parlament und im Rat kann die Verordnung nun in Kraft treten.
„Das ist ein großer Erfolg für den Natur- und Gesundheitsschutz. Nach jahrelangem Einsatz ist der Weg für ein EU-weites Ende von Bleischrot nun frei - und damit für deutlich weniger Blei in unserer Umwelt", sagt Raphael Weyland, NABU-Büroleiter in Brüssel. ,,Das ist ein wichtiger Schritt, für den wir lange gekämpft haben. Auch wenn wir uns ein schnelleres und noch umfassenderes Verbot gewünscht hätten, ist heute vor allem eines wichtig: Das Bleischrotverbot kommt."
Warum Blei so problematisch ist
Blei ist ein hochgiftiges Schwermetall, das sich in Umwelt und Nahrungsketten anreichern kann. Wasservögel nehmen Bleischrot beim Fressen am Gewässergrund auf. Greifvögel und andere Aasfresser können über angeschossene oder verendete Tiere mit Blei vergiftet werden.
Neben den Folgen für die Tierwelt bestehen auch gesundheitliche Risiken für Menschen. So können Bleirückstände in Wildfleisch verbleiben, das mit bleihaltiger Munition erlegt wurde.
Geeignete bleifreie Alternativen stehen bereits zur Verfügung und werden in mehreren EU-Mitgliedstaaten seit Längerem angewendet.
Jetzt kommt es auf konsequente Umsetzung an
Jetzt kommt es auf konsequente Umsetzung an
Die nun beschlossene Regelung beschränkt sich auf Bleischrot. Büchsengeschosse und Flintenlaufgeschosse sind von dem Verbot nicht erfasst. Zudem sieht die Verordnung eine Übergangsfrist von sieben Jahren vor. Diese Übergangszeit darf nicht dazu führen, dass sich die Umstellung unnötig verzögert. Jetzt braucht es klare Informationen, eine verlässliche Verfügbarkeit geeigneter bleifreier Munition und eine konsequente Umsetzung in den Mitgliedstaaten.
Breite Unterstützung für ein Bleiverbot
Mehr als 60.000 Menschen in Europa hatten sich Anfang 2026 an der Petition #BanleadNow für ein EU-weites Bleiverbot in Jagdmunition und Angelgewichten beteiligt. Die Kampagne unterstrich die breite gesellschaftliche Unterstützung für eine konsequente Reduzierung von Bleieinträgen in die Umwelt.
