Rucksäcke für den Vogelschutz
Erfolgsbericht: Regenpfeifer

Reinhören in das Regenpfeifer-Projekt:
Rettung für Regenpfeifer
Sommer 2023 – Der Beltringharder Koog bei Husum ist das wichtigste Regenpfeifer-Brutgebiet an der Nordsee. Hier geht es den bedrohten Sand- und Seeregenpfeifern noch relativ gut. Leider kehren jedes Jahr immer weniger Regenpfeifer aus ihren Überwinterungsgebieten zurück. Wir wollen herausfinden, was den kleinen Vögeln auf ihrer Reise zustößt. Mit Ihrer Hilfe ist es uns gelungen, einige Dutzend Vögel mit GPS-Rucksäcken auszustatten. Im Video geben wir Ihnen direkte Einblicke in das Projekt und unsere Arbeit für die Regenpfeifer.
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Das Geheimnis der Überwinterung
Dezember 2022 – Bisher konnten wir mit Hilfe der GPS-Rucksäcke der wiedergefangenen Regenpfeifer die Zugrouten von rund 20 Individuen entschlüsseln. Auffällig dabei ist wie unterschiedlich die Routen in die Winterquartiere der kleinen Vögel sind. Einige Seeregenpfeifer waren mehrere Wochen inklusive kurzer Zwischenstopps unterwegs. Die Sandregenpfeifer kamen hingegen bereits nach wenigen Tagen am Ziel an.
Die Seeregenpfeifer fliegen mit Rast im Nationalpark Coto de Doñana über die iberische Halbinsel bis an den Saloum-Fluss im Senegal. Einer der kleinen Späher flog sogar bis an die Grenze von Guinea-Bissau zu Guinea. Bislang war noch nicht bekannt, dass Seeregenpfeifer die weite Strecke von unserer Küste bis nach Afrika zurücklegen. Noch überraschender war jedoch die Auswertung der GPS-Sender der Sandregenpfeifer: Statt in den Süden flogen einige aus Nordfriesland Richtung Westen nach Irland. Dieses Ergebnis öffnet die Möglichkeit zu der Spekulation, dass sich die Überwinterungsgebiete der kleinen Regenpfeifer aufgrund des Klimawandels in den Norden verschieben könnten.
Internationale Schutzbemühungen
November 2021 – Einige Dutzend Regenpfeifer haben sich dieses Jahr mit ihren kleinen Rucksäcken auf den Weg gemacht. Nach einem Jahr kommen sie mit wertvollen Daten über ihre Zugrouten im Gepäck wieder zurück. Diese nutzen wir, um Gefahren zu identifizieren und wirkungsvolle Schutzkonzepte zu erarbeiten. Die Zeit bis zu ihrer Rückkehr lassen wir aber nicht ungenutzt verstreichen. Mit BirdLife Africa sind wir bereits jetzt im Austausch zu potentiellen Überwinterungsgebieten der Vögel in Westafrika. Die Kollegschaft vor Ort wird sich diese Gebiete genauer anschauen. Auch mit unseren Partnerorganisationen aus Großbritannien und Portugal tauschen wir uns über die potenziellen Gefahren für die Regenpfeifer aus. Im September 2021 haben wir unser Regenpfeifer-Projekt auf einem Workshop im Rahmen der Meeresschutzkonventionen HELCOM (Helsinki Commission) und OSPAR (Oslo-Paris Commission) einem internationalen Publikum vorgestellt.
Wir sagen Danke!
Dank Ihrer Unterstützung können wir die Reise der Regenpfeifer nachvollziehen. Nur so können wir herausfinden, was den kleinen Vögeln unterwegs zustößt, und effektive Maßnahmen zu ihrem Schutz ergreifen.
So geht es weiter
Wir sind gespannt, welche Daten uns die besenderten Regenpfeifer bei ihrer Rückkehr im nächsten Jahr in die hiesigen Brutgebiete liefern werden. Auch konnten einige „bekannte“ Vögel im Sommer wieder besendert werden - so lässt sich überprüfen, ob sie in verschiedenen Jahren dieselben Zugwege nehmen, oder ob die Tiere je nach Jahr unterschiedliche Strecken fliegen. Wir halten Sie auf dem Laufenden!
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