Sommerbotin ist Vogel des Jahres 2027
Die Mehlschwalbe fliegt zum Sieg
Mehr als 148.000 Menschen haben bei der Wahl zum Vogel des Jahres mitgemacht, eine Mehrheit stimmte für die Mehlschwalbe. Die sympathische Sommerbotin baut ihre Lehmnester unter anderem an Hauswänden. Leider gehen passende Nistplätze zunehmend verloren.

Die Mehlschwalbe ist Vogel des Jahres 2027: Fast die Hälfte der Wähler*innen stimmte für die sympathische Sommerbotin. Sie löst ab Januar das amtierende Rebhuhn ab.
Über 148.500 Menschen haben sich an der Wahl beteiligt. Es war die siebte öffentliche Wahl vom NABU und seinem bayerischen Parner, dem Landesbund für Vogel-und Naturschutz (LBV). Dabei fielen 67.050 Stimmen (45,2 Prozent) auf die Mehlschwalbe (Delichon urbicum). Für den Trauerschnäpper entschieden sich 33.181 Wählende (22,3 Prozent), der Kolkrabe kam auf 22.587 (15,2 Prozent), die Wasseramsel auf
16.074 (10,8 Prozent). Auf dem letzten Platz landete der Kranich mit 9.614 Stimmen (6,5 Prozent).
Der „Vogel des Jahres" wurde in Deutschland erstmals im Jahr 1971 gekürt. Seit 2021 wird er durch eine öffentliche Wahl bestimmt.
Die Ergebnisse im Überblick

Über die Mehlschwalbe
Der neue Jahresvogel wurde in Abwesenheit gekürt - er überwintert derzeit Tausende Kilometer weit weg, in Afrika, südlich der Sahara. Erst Anfang April kehren die Mehlschwalben zu uns zurück, um zu brüten. Auch wenn nach dem bekannten Sprichwort eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, gelten sie als Vorboten der warmen Jahreszeit.
Die Vögel sind etwa 14 Zentimeter groß und haben einen kurzen, leicht gegabelten Schwanz. Oberseite und Flügel sind schwarz, wobei Kopf und Rücken metallisch blau glänzen. Unterseite und Bürzel leuchten weiß wie Mehl - daher stammt auch ihr Name.
Mehlschwalben sind gesellig: Sie brüten in Kolonien und sind auch außerhalb der Brutzeit in großen Schwärmen anzutreffen. Sie bauen runde, nahezu geschlossene Lehmnester an Gebäuden unter Dach- oder Fassadenvorsprüngen und an Felswänden in Nischen. Ein solches Nest besteht aus bis zu 1.500 Lehmkügelchen, die die Schwalben in Pfützen sammeln. Insekten fangen sie im Flug oft in großer Höhe.
So klingt die Mehlschwalbe
Vogelstimme: Mehlschwalbe - Ruf
Aufgenommen von Buhl Johannes/XC144509
„Auf gute Nachbarschaft" - Der Wahlslogan der Mehlschwalbe
Leider ist der neue Jahresvogel gefährdet. Zwar gibt es noch rund 770.000 Brutpaare in Deutschland, jedoch geht der Bestand stetig zurück. Als Hauptgründe nennt NABU-Vogelschutzexperte Martin Rümmler die illegale Zerstörung von Nestern und Vergrämungsmaßnahmen an Häusern, moderne Architektur und die zunehmende Versiegelung, die es den Schwalben oft unmöglich macht, ihre Nester zu bauen. Auch der Insektenschwund spielt eine Rolle, da Fluginsekten die Nahrung der Mehlschwalbe sind.
,,Helfen kann man dem neuen Jahresvogel, indem man seine Nester am Haus duldet", rät Rümmler. Lehmpfützen in Hof oder Garten bieten den Vögeln Baumaterial, ein insektenfreundlicher Garten lockt Nahrung für die Sommerboten an. Wer Mehlschwalben willkommen heißt, kann vom außerdem NABU die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus" erhalten.


