
Pyrrhocorax graculus
Alpendohle
Alpendohlen sind wohl besonders Bergwanderern bekannt, da sie nur im Winter in die tieferen Bergregionen kommen. Normalerweise recht unscheinbar, fallen sie durch ihre waghalsigen Flugmanöver auf. Dennoch würden die meisten ihnen keine weitere Aufmerksamkeit schenken, wenn sie nicht gezielt Gipfelstationen und andere touristische Sammelpunkte aufsuchen würden, um ein bisschen was vom Proviant abzustauben.
Vorkommen in Deutschland
Gefährdungsgrad
Extrem selten
- Nicht gefährdet
- Extrem selten
- Vorwarnliste
- Gefährdet
- Stark gefährdet
- vom Aussterben bedroht
- Ausgestorben
Bestandszahl
unbekannt
Bestandstrend
unbekannt
Steckbrief
Beobachten
ganzjährig zu beobachten
Größe
37-41 cm groß, Flügelspannweite 68-80 cm
Besonderheit
akrobatische Flugkünste in Gebirgsregionen
Funfact
Ähnlich wie der berühmte Wetterfrosch können auch Alpendohlen das Wetter vorhersagen. Ihr Erscheinen in den Tälern im Winter gilt als Vorbote von frühen Schneefällen.
Beschreibung
Aussehen
Auf den ersten Blick erscheint die Alpendohle wie eine größere Version der Amsel. Bei genauerem Hinsehen fällt jedoch auf, dass sie einen gelben, leicht nach unten gebogenen Schnabel und rote Beine hat. Verwechslungsgefahr besteht mit der Alpenkrähe, die nicht nur ähnlich aussieht, sondern sich auch den Lebensraum mit der Alpendohle teilt.

Verhalten
Die Alpendohle ist ein sehr geselliger Vogel und ist das ganze Jahr über in großen Schwärmen unterwegs. Sie brütet einzeln oder in Kolonien an steilen Felswänden auf Felsvorsprüngen oder in kleinen Höhlen. Teilweise nistet sie auch an menschlichen Bauten wie beispielsweise Gebäudesimsen, Ruinen und Seilbahnstationen.
Lebensraum
In Deutschland findet man Alpendohlen fast ausschließlich in den Alpen. Ihr Lebensraum besteht aus steilen Felswänden und Geröllhalden sowie alpinen Rasen. Daher findet man sie meist oberhalb der Baumgrenze.
Gefährdung
Die Alpendohle gilt derzeit als nicht gefährdet. Ganz im Gegenteil, sie profitiert von der touristischen Nutzung der Bergregionen. Denn dadurch wird ihr die Nahrungssuche in der sonst kargen Region oberhalb der Baumgrenze erleichtert.
Nahrung
Während der Sommermonate ernähren sich Alpendohlen vorwiegend von kleinen Bodeninsekten. Aber auch kleinere Wirbeltiere, Aas sowie Beeren und Samen können auf ihrem Speisezettel stehen. Während der Wintermonate gewinnt die zunehmende Fütterung von Speiseresten an Rastplätzen und in Sielungen an Bedeutung.
Stimme/Laute
Alpendohlen besitzen einen charakteristischen zirrenden Ruf, „zirrr“ oder auch „zrr-rieh“, der je nach Aufregung verschiedene Tonhöhen erreichen kann.

Zugverhalten
Eigentlich sind Alpendohlen Standvögel. Im Winter weichen sie jedoch zur Nahrungssuche oft in tiefere Regionen aus. Daher kann man die sonst nur in Gebirgsregionen anzutreffenden Vögel im Winter auch in Tälern und stellenweise auch am Vogelfutterhäuschen beobachten.
Beobachtungstipps
Normalerweise kann man Alpendohlen vor allem aus der Ferne beobachten, beispielsweise wenn sie mit akrobatischen Flugkünsten die Aufwinde an steilen Felswänden nutzen. Doch an touristischen Aussichtspunkten in den Bergen bekommt man sie auch mal aus der Nähe zu Gesicht. Denn die Vögel haben sich durch den Bergtourismus eine neue Nahrungsquelle erschlossen und werden mitunter so zutraulich, dass sie sich sogar aus der Hand füttern lassen.
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