Biodiversität – das klingt abstrakt, doch der rasend schnelle Rückgang biologischer Vielfalt bedroht uns konkret. Vielleicht schreitet der Verlust auch deshalb voran, weil er im Einzelnen oft unbemerkt bleibt.
Wen stört es schon, wenn die Kreuzkröte nicht mehr in der direkten Nachbarschaft quakt? Doch die Folgen der Naturkrise sind für uns alle massiv. Ein genauerer Blick lohnt sich.
Biodiversität – eine Definition:
Als biologische Vielfalt oder Biodiversität bezeichnen wir die Vielfalt des Lebens auf unserer Erde. Sie beruht insbesondere auf drei Aspekten:
Funktionen der biologischen Vielfalt
Alles, was wir zum Leben brauchen, stammt aus der Natur. Ob in den Tiefen der Ozeane, im heimischen Garten oder inmitten einer schroffen Berglandschaft: Überall arbeitet die Natur kostenlos für uns und erbringt sogenannte Ökosystemleistungen, von denen unser Wohlstand, unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden abhängen.
Fehlen diese Dienstleistungen, drohen drastische Folgen: Ernteausfälle, Naturkatastrophen, Pandemien. Aber nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht entsteht ein immenser, unbezahlbarer Schaden. Die Natur ist für uns Ort der Erholung und der Inspiration.
Vier zentrale Funktionen übernimmt die biologische Vielfalt für uns:

Ursachen der Naturkrise
Natürlich gibt es auch natürliche Ursachen für ein Aussterben von Arten: zufällige Schwankungen bei der Zahl der Nachkommen, schwankende Wetterbedingungen und Naturkatastrophen gibt es schon lange. Und doch sind Wissenschaftler*innen sich einig: Wir stecken mitten im sechsten großen Massenaussterben der Erdgeschichte. Und hauptverantwortlich dafür sind wir Menschen. Das sind die vier Haupttreiber der Naturkrise:
Wir wissen genug, um zu handeln
Auch wenn die biologische Vielfalt ein so komplexes System ist, dass wir sie niemals bis ins letzte Detail verstehen werden: Wir verlassen uns jeden Tag auf sie. Doch dass sie uns trägt, ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Niemand kann eindeutig sagen, wie viel Biodiversitätsverlust wir uns leisten können, bevor wir essentielle Ökosystemleistungen – wie sauberes Wasser, Nahrung oder Baumaterialien wie Holz – verlieren.
Chancen und Möglichkeiten, dieses wertvolle Gut zu schützen und nachhaltig zu nutzen, gibt es überall. Wir brauchen Flächen, auf denen die Natur sich entfalten kann, anstatt immer weiter in Bedrängnis zu geraden. Eine nachhaltige Nutzung der Flächen an Land und unserer Meere ist notwendig, statt immer intensiverer Ausbeutung. Insbesondere die Bundesregierung muss jetzt den politischen Rahmen für eine Trendwende schaffen.
Auch wir müssen nicht untätig zuschauen, wie die Naturkrise sich entfaltet: Jede*r Einzelne kann an der Sicherung unserer Lebensgrundlagen, einer nachhaltigen regionalen Entwicklung und der Bewahrung der persönlichen Lebensqualität teilhaben.






