Was sind Pilze?
Pilze bilden ein eigenes Reich von enormer Artenvielfalt, zu dem Hefepilze ebenso gehören wie Ständerpilze, Flechten, Schimmelpilze oder Hausschwämme. Man geht davon aus, dass es auf der Welt mehr Pilz- als Pflanzenarten gibt.
Da sie kein Sonnenlicht nutzen können, müssen sie sich – genau wie Tiere – durch die Aufnahme organischer Substanzen ernähren. Nach heutigem Wissensstand sind Pilze enger mit den Tieren als mit den Pflanzen verwandt, bilden aber neben Pflanzen und Tieren ein eigenständiges Reich.
Dank ihrer winzigen, leicht verbreitbaren und oft in ungeheuren Mengen gebildeten Sporen sind Pilze allgegenwärtig und doch nur selten augenscheinlich. Wir nehmen noch am ehesten jene Arten wahr, die Fruchtkörper bilden. Die als kulinarische Köstlichkeit verehrten Trüffel, Steinpilze oder Morcheln sind also nur die Vermehrungsstadien der Arten, ähnlich den Äpfeln des Apfelbaumes.
Impressionen von Pilzen
Pilze
Versteckt und verborgen
Obwohl Pilze in allen Ökosystemen präsent sind, reichen unsere Kenntnisse selten über den kulinarischen Tellerrand hinaus. Das liegt an ihrer „heimlichen“ Lebensweise, denn Pilze wirken im Verborgenen. Der eigentliche Organismus, das Myzel, ist fast immer im Holz, Boden oder in und an Wirten versteckt. Sichtbar werden die Pilze oftmals nur, wenn sie sich sexuell vermehren: Dann wird ihr Fruchtkörper für uns oberirdisch erkennbar.
Derzeit sind weltweit erst 120.000 Pilzarten bekannt und wissenschaftlich beschrieben. Das entspricht nur etwa drei bis acht Prozent der globalen Pilzvielfalt, die auf 2,2 bis 3,8 Millionen Arten geschätzt wird.
Was sind Flechten?
Eine Flechte ist eine symbiotische – also für beide Arten nützliche – Lebensgemeinschaft zwischen einem oder mehreren Pilzen und einem oder mehreren Partnern, die mittels Photosynthese Licht in organische Substanzen umwandeln können. Dies sind meist Grünalgen oder seltener sogenannte Cyanobakterien. Flechten zählen also nicht zu den Pflanzen, sondern werden den Pilzen zugerechnet. Sie werden immer nach dem Pilz benannt, der die Flechte bildet, da es meist dieser ist, der ihr die Form und Struktur gibt.
Impressionen von Flechten
Flechten
Versteckt und verborgen
Flechten sind zwar zu allen Jahreszeiten sichtbar, gehören aber trotzdem zu den am häufigsten übersehenen Organismen. Das liegt auch daran, dass sie sich zu keiner Jahreszeit wesentlich verändern. Eine ausgeprägte Vegetationsphase gibt es nicht. Sie sind also ein eher unaufälliger, konstanter Bestandteil unserer belebten Umwelt.
Hinzu kommt, dass ihr Aufbau so besonders ist, dass die Wissenschaft lange gebraucht hat, dessen Prinzip zu ergründen: Flechte vereinigen in sich, in engster Lebensgemeinschaft, jeweils einen Pilz und einen zur Photosynthese befähigten Partner. Diese Gemeinschaft hat sich weltweit in 25.000 Arten etablieren können, in Deutschland sind es etwa 2000.
Mit Pilzbegeisterten im NABU aktiv werden
Für den Erhalt wertvoller Ökosysteme
Bundesfachausschuss Mykologie
Im NABU werden Bemühungen um die Erforschung und Erhaltung von Pilzen und Flechten durch den Bundesfachausschuss Mykologie – also Pilzkunde – angeleitet und koordiniert.
Da der Mykologie traditionell auch die Flechten unterstellt werden, der Lichenologie (Flechtenkunde), jedoch (noch) kein eigener BFA zuteil ist, sind gerade Lichenolog*innen, oder solche die es werden wollen, herzlich willkommen.















