Die Existenz des Menschen in Deutschland ist eng mit dem Wald verbunden. Über Jahrtausende war er auch Nahrungs- und Energiequelle. Heute erleben die meisten Menschen den Wald vor allem zur Erholung und genießen die Natur. Wälder sind aber auch Arbeitsplatz und die Quelle für die Gewinnung des heimischen Rohstoffs Holz.
Vor allem aber sind Wälder enorm wichtig für den Erhalt der Artenvielfalt, für die Produktion von Basisleistungen wie die Luft- und Wasserreinhaltung, für den Klimaschutz sowie für die Abmilderung negativer Auswirkungen des Klimawandels – und somit Gegenstand nationaler und europäischer Ziele und Zielkonflikte.

Glücklicherweise sind viele Ziele durch einen kluge Waldnutzung und Waldpolitik in Ausgleich oder Einklang zu bringen: Eine nachhaltige Waldbewirtschaftung kann naturgemäß immer nur über sehr lange Zeiträume erfolgreich sein. Vitale Wälder sind die Basis für den Arten- und Klimaschutz.
Andersherum gilt in der Forstwissenschaft das „Primat der Biologie“: Eine konsequent an Ökologie und Standort ausgerichtete Waldbewirtschaftung führen langfristig zu betrieblicher Resilienz und wirtschaftlichem Erfolg.
Wälder für die Zukunft wappnen
In unserem Grundsatzprogramm Wald zeigen wir, wie Wälder der Zukunft aussehen können:
Unser Wald der Zukunft ist möglichst naturnah, reich an Arten und Strukturen, was ihn anpassungsfähig und dynamisch wandelbar in der Klimakrise macht – er bietet der Gesellschaft essenzielle Ökosystemleistungen. Indem er die natürlichen Sukzessionsphasen und altersbedingten Entwicklungsstadien durchläuft, weist er seine ganze lebensraumtypische Struktur- und Artenvielfalt auf, was die Grundlage für Stabilität und Resilienz dieses langlebigen Ökosystems ist.
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Grundsatzprogramm Wald
Damit Wälder eine Zukunft haben, müssen wir ihren Schutz und ihre Nutzung global denken und lokal verantwortungsbewusst umsetzen. Mit dem Grundsatzprogramm Wald möchte der NABU auch einen Beitrag leisten zur globalen Dekade für die Wiederherstellung der Ökosysteme.
Mit Blick auf die Dynamik, Struktur und Zusammensetzung sind möglichst naturnahe, resiliente sowie kohlenstoffbindende Wälder und Waldböden zu fördern. Hierfür muss das Waldmanagement insbesondere den Erhalt von reifen Altbäumen adressieren, um eine möglichst durchgängige Fähigkeit zur Naturverjüngung zu ermöglichen. Eine Ausstattung mit vielen standortgerechten Baumarten der natürlichen Waldgesellschaften, Ungleichaltrigkeit und ein großer Strukturreichtum in der Fläche sind genauso förderlich wie hohe Biomassevorräte in lebenden Bäumen und Totholz – auch um das natürliche, feuchte und kühle Waldinnenklima zu erhalten.
Natürlichen Sukzessionsstadien im Sinne des „Mosaik-Zyklus-Konzepts“, mit möglichst typischen Anteilen und Artenspektren, muss Raum gegeben werden. Bäume müssen wieder alt werden dürfen. Der NABU setzt sich zudem für einen faktenbasierten Umgang mit Tieren im Wald ein, damit sich die notwendige gemischte Verjüngung des Waldes etablieren kann.
Dem zunehmenden Trockenstress muss begegnet werden, indem Wasserkreisläufe geschützt und Wasserspeicherkapazitäten aufgebaut werden. Langfristig ist der Waldumbau in artenreiche, naturnahe und resiliente Laubmischwälder die beste Investition in Klimaresilienz und eine Versicherung gegen die sich durch die Erderhitzung verschärfenden Risiken von Kalamitäten, also massive Schäden durch Insekten, Stürme oder Brände.
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