So hängen Hitze, Dürre, Starkregen, Überschwemmungen und Klimakrise zusammen

Extremwetterereignisse

Orkanartige Stürme, Hagelschauer, Starkregen. Extremwetter sind in aller Munde und doch ist man sich unsicher: Ist das einfach nur Wetter oder schon Zeichen der Klimakrise? Wie hängen Extremwetterereignisse und der Klimawandel zusammen?
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Gewittersturm in einer Stadt, gebogene Bäume, Starkregen, graue Stimmung.
Nicht nur Gewitterstürme nehmen im Zuge der Klimakrise zu© Foto: Helge May

Wenn es schüttet wie aus Eimern, starke Windböen Bäume umknicken lassen oder kräftige Blitze den Himmel erhellen, ist schnell von Unwetter oder Extremwetter die Rede. Es stellt sich die Frage, ob und wie der Klimawandel mit diesen Ereignissen zusammenhängt. Doch was ist überhaupt ein Extremwetterereignis? Wo fängt Klima an, wo hört Wetter auf? Wir klären kurz und knapp über Unterschiede und Zusammenhänge auf.

Was ist Wetter?

Das Wetter beschreibt den Zustand der Atmosphäre, also der Lufthülle um die Erde, zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort. Wetter spielt sich in der unteren Atmosphäre ab. Dort wo Luftbewegung, Temperatur und Feuchte zusammenspielen. Wetter kann sich in kürzester Zeit ändern und zum Beispiel von Sonnenschein in Regen und Sturm wechseln. Um das Wetter zu beschreiben, werden typische Wetterelemente genutzt: Lufttemperatur, Luftfeuchte, Luftdruck, Windrichtung, Windgeschwindigkeit, Bewölkung, Niederschlag und Sichtweite.

Ein Beispiel vom Deutschen Wetterdienst: „In Berlin regnet es gerade und es ist 25 Grad Celsius warm.“

Was ist Klima?

Das Klima ist eine Zusammenfassung aller Wetterereignisse über einem Gebiet in einem bestimmten Zeitraum. Um das Klima einer Region zu bestimmen, wird ausgewertet, wie sich das Wetter über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte verhält. Die sogenannte Normalperiode von Auswertungen sind 30 Jahre. Aus dem gesetzten Zeitraum werden dann alle Daten analysiert und aus den Mittelwerten von zum Beispiel Niederschlag und Sonnentagen, aber auch Extremwetterereignissen und Auffälligkeiten wird ein Gesamtwert gebildet, der das Klima des Gebietes darstellt.

Ein Beispiel der Stadt Berlin: „Aufgrund seiner östlichen Lage wird das Wetter in Berlin vom Übergang von der maritimen zur kontinentalen Klimazone geprägt. Die Jahresdurchschnittstemperatur in der Berliner Innenstadt liegt bei rund zehn Grad Celsius.“

Was ist ein Extremwetterereignis?

Wenn an einem bestimmten Ort ein Wetterphänomen stattfindet, das für den Ort oder die Jahreszeit außergewöhnlich oder sehr selten ist, dann wird es als Extremwetterereignis bezeichnet. Es gibt demnach sehr unterschiedliche Arten von Extremwetterereignissen, abhängig von Ort und Zeit. Ein starker Sturm kann als extremes Wetterereignis zählen, aber auch sehr wenig Niederschlag oder eine lange Hitzeperiode.

Wenn sich über eine bestimmte Zeitspanne wie eine Saison ein Muster von extremen Wetterphänomenen abzeichnet, die möglicherweise sogar eine Summe bilden, die ihrerseits extrem ist, kann dies auch als „extremes Klimaereignis“ eingestuft werden.

Beispiele für Extremwetterereignisse

Als Dürre wird ein Wassermangel bezeichnet. Der kann zum Beispiel durch fehlenden Niederschlag oder höhere Temperaturen und auch durch vom Wind verstärkte Verdunstung verursacht werden. In Deutschland gilt ein Monat als Dürremonat, wenn die Bodenfeuchte 80 Prozent unter der Referenzperiode 1951 bis 2015 liegt, wie die Helmholtz Klima Initiative schreibt. Dürren führen auch zu sinkenden Grundwasserspiegeln, Pflanzen kommen schlechter an Wasser.

Ein Sturm ist ein Tiefdruckgebiet, das zu starken Luftdruckunterschieden auf sehr kurzen Distanzen führt. Um diesen Unterschied wieder auszugleichen, kommt es zu außergewöhnlich hohen Windgeschwindigkeiten. Um von einem Sturm sprechen zu können, muss der Wind eine Durchschnittgeschwindigkeit von mindestens 75 Kilometer pro Stunde erreichen, also deutlich schneller als die 50 Kilometer pro Stunde, die in Deutschland innerhalb von Ortschaften als Höchstgeschwindigkeit gelten. In der Regel werden Stürme von Gewittern und starken Regenschauern begleitet. Bekannte Sturmarten sind Tornados, Hurrikans oder Taifune.

Meistens werden Überschwemmungen ausgelöst durch langanhaltende, intensive Regenfälle oder plötzlichen Starkregen. Wenn der Boden dann zu trocken ist, zum Beispiel aufgrund einer vorherigen Dürre, hat er schon seine hydraulische Leitfähigkeit verloren. Regnet es dann, können die Poren im Boden das Wasser nur noch sehr schlecht aufnehmen. Das Wasser fließt bei dann oberflächlich in großen Mengen ab und führt, wo es zusammenläuft, häufig zu Hochwasser. Auch bereits wassergesättigte Böden führen dazu, dass größere Niederschlagsmengen ein Wasserüberangebot in der Landschaft verursachen. Eine andere Überschwemmungsursache sind Sturmfluten in Küstenregionen, bei denen Orkane oder tropische Wirbelstürme große Wassermassen vom Meer an Land transportieren.

Klimakrise und Wetterereignisse

Wenn es an einem bestimmten Ort für ein paar Tage ungewöhnlich kalt ist, ist das noch lange kein Beweis gegen die Klimakrise. Denn es kommt auf den Durchschnitt an, also ob die Temperaturen in einer Zeitperiode durchschnittlich höher liegen als davor und ob zum Beispiel mehr Wetterextreme auftreten. Wenn man sich die Daten des Umweltbundesamtes dazu anschaut, dann ist die Klimakrise in Deutschland deutlich zu erkennen: die Mitteltemperatur lag im Jahr 2022 bei rund 10,5 Grad Celsius und war damit im Vergleich zu den Referenzjahren 1881 bis 1910 um 2,7 Grad höher.

Letzte Aktualisierung: 07/2026

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